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Gewerbeanmeldungen- und Abmeldungen im 1. Halbjahr – zwei Gründe für merkwürdige Zahlen?

Claudio Kummerfeld

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Home Office Schuld an Zahlen für Gewerbeanmeldungen?

Das Statistische Bundesamt hat heute für das erste Halbjahr eine relativ trockene Meldung veröffentlicht, mit der man Daten zu Gewerbeanmeldungen- und Abmeldungen für das erste Halbjahr präsentiert hat. Bei der katastrophalen Rezession, welche durch die Coronakrise verursacht wurde, wirken die Zahlen schon irgendwie komisch. Denn bei den Gewerbeanmeldungen gab es im ersten Halbjahr im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 ein Minus von nur 8 Prozent auf 324.000. Aber bitte, bei aller Liebe. Wer hatte seit Februar oder spätestens März Lust ein neues Gewerbe anzumelden? Doch wohl die allerwenigsten Menschen, oder? Immer noch 324.000 Gewerbeanmeldungen? Das erscheint doch eine ziemlich hohe Zahl zu sein.

Und die Gewerbeabmeldungen sanken sogar, nämlich um 16,1 Prozent auf 259.100. Hier würde man eigentlich annehmen, dass die Zahl in dieser Krise deutlich zunehmen würde, gerade wenn kleine Gewerbetreibende und Einzelunternehmer ihr Gewerbe in die Tonne treten. Man denke an hunderttausende Einzelunternehmer, die auf Events arbeiten, in der Filmbranche, bei Festivals uvm. Künstlicher, Musiker etc. Die Liste könnte man endlos fortsetzen. Und dann ist die Zahl der Gewebeabmeldungen wirklich rückläufig? Wir haben uns dazu Gedanken gemacht, und kommen auf zwei mögliche Gründe für diese geringen Rückgänge be An- und Abmeldungen.

Gewerbeabmeldungen und die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht?

Bei der sinkenden Zahl der Gewerbeabmeldungen kann der entscheidende Faktor darin zu suchen sein, dass der Gesetzgeber seit März die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt hat. Auch wenn man pleite ist, muss man trotzdem noch nicht (wie im Normalfall vorgeschrieben) die Insolvenz anmelden. Und der Geschäftsführer macht sich derzeit nicht strafbar (Insolvenzverschleppung), auch wenn er weiß, dass sein Laden längst am Ende ist. Diese Aussetzung der Insolvenzantragspflicht läuft noch bis Ende September, wird aber höchstwahrscheinlich bis Ende des Jahrs oder bis Ende März 2021 verlängert.

Gewerbeanmeldungen und Home Office?

Und bei der nur minimal gesunkenen Zahl der Gewerbeanmeldungen, da ist uns auch ein möglicher Grund eingefallen. Viele kleine Gewerbetreibende und Einzelunternehmer, die nur am PC arbeiten und die letzten Monate aufs Home Office umgestellt haben, könnten auch ihren Gewerbesitz auf die Privatanschrift umgemeldet haben. Zum Beispiel von Berlin hin zum Wohnort in einem Vorort in Brandenburg etc? Denn per Definition der Statistiker zählen zu den Gewerbeanmeldungen neben Neugründungen von Gewerbebetrieben auch Betriebsübernahmen, Umwandlungen und Zuzüge aus anderen Meldebezirken. So kann man auch die Statistik hoch halten!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    franko33

    24. August 2020 12:54 at 12:54

    Was soll der Staat auch machen,wenn die Hütte brennt !

    Am besten ordentlich gut Stimmung machen.Dann erledigt sich doch alles von allein.
    Man nehme die Börse mit ihrem „V“ als Vorbild,langsam werden allerdings unsere
    „Medien“ ungeduldig.Es ist eine sehr,sehr lange Zeit bis zur US Wahl und
    noch viel länger (und unkalkulierbarer) bis zur Bundestagswahl………….

  2. Avatar

    echt irre

    24. August 2020 13:24 at 13:24

    Also, ich habe letzte woche ein neues Unternehmen als Zweitunternehmen gegründet, weil sich in einer Gegend auf einem Geschäftsfeld kein Anbieter fand, der einen Auftrag abarbeiten wollte. Nun suche ich dort Personal auf 450,- €-Bsis. Corona bietet auch wirtschaftliche Chancen und neue märkte. Man muss nur schnell und flexibel sein. Und das Jammern sein lassen, auch wenn das bisherige Geschäftsmodell jetzt nicht so gut läuft. Was sollen denn die Selbstständigen auch anderes machen, als sich ein neues Standbein suchen. Und Unternrehmer sind eher kreativ als andere.

  3. Avatar

    Michael

    24. August 2020 16:29 at 16:29

    Warum sollten Kleingewerbetreibende und Einzelunternehmer oder Künstler und Musiker denn ihr Gewerbe abmelden? Es bringt ja keine Nachteile, das Gewerbe angemeldet zu lassen und die weitere Entwicklung abzuwarten. Eine Insolvenzantragspflicht besteht bei dieser Gruppe ohnehin nicht (und wenn, dann ist es Privatinsolvenz), zudem sind viele ja in Bezug auf ihr Unternehmen nicht zahlungsunfähig oder überschuldet. Die meisten leiden unter Einkommenseinbußen (Gewinn = Einkommen) und Engpässen bei den Lebenshaltungskosten, haben die Zeit mit Soforthilfen oder Hartz IV überbrückt oder flexibel und kreativ auf die Krise reagiert.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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