Devisen

Gladiatoren im Kampf gegen Euro-Aufwertung

Nachdem Mario Draghi auf der letzten Pressekonferenz zur EZB-Ratssitzung eine rosarotes Bild der Wirtschaft Inder Eurozone gemalt hatte und die Untätigkeit der Notenbank mit der vermeintlichen Erholung begründet hatte, schoss der Euro nach oben. In der darauf anschließenden Woche dann der Versuch, zurück zu rudern: täglich traten Protagonisten der EZB auf und sagten zwischen den Zeilen: so haben wir es eigentlich gar nicht gemeint. Schließlich ergriff dann Draghi selbst das Wort und sorgte so, zumindest kurzfristig, für eine Atempause beim Anstieg des Euro.

Nun war lange Zeit Ruhe an der Front, die Fed tat den Frankfurter Geldhütern letzte Woche noch einmal einen Gefallen, indem sie eine erste Zinsanhebung für 2015 ankündigte.

Jetzt aber scheint es mit der Ruhe vorbei zu sein: in einem Interview mit Market News International trat nun auch Bundesbankchef Weidmann in die Manege. Negative Einlagezinsen, so Weidmann, könnten die Auswirkungen des starken Euros abfedern – allerdings habe man darüber noch keine Entscheidung gefällt. Bislang fokussiere man sich noch auf „konventionelle Maßnahmen“, doch dürften deren Auswirkungen begrenzt bleiben. Weidmann brachte den Kauf von „private assets“ ins Spiel, gemeint ist der Abkauf von Bank-Krediten, die bereits Draghi schon einmal in einem Interview mit der NZZ angesprochen hatte. Und selbst das Thema Anleihekäufe im Stile der Fed wollte Weidmann nicht vollends ausschließen.

Der Euro reagierte umgehend mit Kursabgaben auf die Aussagen Weidmanns, nachdem die EZB in Gestalt des Bundesbankchefs insbesondere den Hedgefunds wieder einmal die Folterinstrumente präsentiert hatte..



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