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Gönnt Paul Krugman China den Währungskorb nicht?

FMW-Redaktion

Der weltweit hochrenommierte Ökonom Paul Krugman trommelt in einem zwei Stunden alten Blogeintrag gegen die Bedeutung des IWF-Währungskorbs, und gegen die Bedeutungen von Währungen beim Aufstieg von Nationen, fast schon krampfhaft und übertrieben kann man seine Hinweise ansehen, dass z.B. die Sonderziehungsrechte des IWF für die Realwirtschaft gar keine Bedeutung haben und die USA z.B. durch ihre starke Wirtschaft, aber eben nicht durch ihre Währung zur wirtschaftlichen Supermacht wurden. Natürlich bezieht sich Krugman damit auf die gestrige Aufnahme des chinesischen Yuan in den IWF-Währungskorb, was er den Chinesen irgendwie nicht gönnen möchte, so hat es den Anschein.

Krugman reagiert z.B. auf eine Aussage des Journalisten Neil Irwin, dass der aktuelle Aufstieg des Yuan vergleichbar ist mit dem Aufstieg des US-Dollar, der das britische Pfund als globale Leitwährung verdrängte. Damit sagt Irwin ja indirekt, dass der Yuan jetzt den Dollar verdrängen wird. Das lässt Krugman nicht auf sich sitzen und behauptet bei Amerika´s Aufstieg zur wirtschaftlichen Supermacht sei der US-Dollar nur eine Fußnote gewesen. Der Aufstieg habe eigentlich nur an der starken Wirtschaft selbst gelegen.

Krugman beruft sich auch auf eine mehrere Jahre alte Aussage des neuen IWF-Chefökonomen Maurice Obstfeld, der gesagt haben soll die Rolle der Sonderziehungsrechte sei eher nebensächlich. Bösen Gerüchten zufolge (wie gesagt nur Gerüchte) gab es gewisse Blockadehaltungen wenn es darum ging den Yuan in den Währungskorb aufzunehmen. Wenn er so unwichtig ist, warum gab es diese Blockadehaltungen dann? Es geht wohl vor allem um Psychologie, Renommee, um den Status eines Landes und seiner Währung. Dass gerade Krugman die Bedeutungen von Währungen so klein redet, ist mehr aus erstaunlich. Er scheint sich auch genötigt zu fühlen Verschwörungstheorien widersprechen zu müssen, dass die USA Resourcen aus anderen Ländern abzapfen, Zitat:

„People who don’t actually work in international monetary economics tend to make claims about America having a unique ability to run trade deficits, or to borrow in its own currency, or to extract large amounts of resources from other countries due to “exorbitant privilege,” but none of that is true. At most, the dollar’s special role might mean slightly lower borrowing costs — although there’s little evidence of that — and a de facto zero-interest loan from people holding currency — pieces of green paper with portraits of dead presidents — outside the country.“

Es mag sein, dass die Aufnahme des Yuan in die Sonderziehungsrechte realwirtschaftlich hier und jetzt keine Bedeutung hat, dafür eher sehr langfristig und eher psychologisch für die grundlegende Bedeutung und Seriosität einer Währung. Man kann den Eindruck gewinnen Paul Krugman kann es nicht ertragen, dass der Yuan jetzt auf dem selben Renommee-Level steht wie der US-Dollar. Aber das ist Ansichtssache.



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