Devisen

Gold und Silber: Lage und Perspektiven

Von MarketScanner

In dieser Ausgabe widmen wir uns erneut den Edelmetallen Gold und Silber (http://finanzmarktwelt.de/rohstoffanalyse-gold-und-silber-3753/) und betrachten deren Entwicklung seit dem 25.07.2014.

Zunächst zur Situation beim Gold:

Die These zum Status vom 25.07.2014 lautete: „Da sich aktuell Veränderungen im US-Dollar-Index nicht in früher gewohntem Ausmaß in entsprechenden gegenläufigen Kursbewegungen beim Gold als sicherem Hafen/Dollar-Hedge niederschlagen und auch die Futures-Forward-Kurve erst zu Ende 2015 / Anfang 2016 in ein starkes Contango (eingepreiste Zinserhöhungen der FED) übergeht, ist die Seitwärtsbewegung zwischen den beiden Retracements bis Ende 2015 das bevorzugte Szenario, sofern keine geopolitische Eskalation die Safe Haven Rolle in den Vordergrund spült, gegebenenfalls mit einer Springflut.“

Wie dem folgenden aktualisierten Chart zu entnehmen ist, hält sich der Goldpreis noch im avisierten Korridor zwischen dem 61,8 % und dem 38,2 % Retracement auf. Die aktuelle Baisse seit der zweiten Juli-Hälfte dürfte dem einen oder anderen Perma-Gold-Bullen aber schon ordentlich zugesetzt haben. In Verbindung mit dem verstärkten Einpreisen von höheren Zinsen im US-Dollar schwappt die Liquiditätsflut wieder von den als werthaltiger betrachteten Anlagen in Fremdwährungen und Rohstoffen zurück in den Dollar-Raum, wo sie mangels rentierlicher Anlagen in der Realwirtschaft fleißig beim Aufblasen der US-Finanzmärkte mithilft.

Mit angefeuert wurde der Effekt auch noch durch Japan-Phantasie (http://finanzmarktwelt.de/japan-phantasie-2551/) mit assoziierter Yen-Abwertung (siehe Grafik am Ende des Beitrags mit Durchbruch des 61,8 % Retracements in der Woche vom 18.08. zum 22.08.2014). In Anbetracht des Notenbank-Konzerts mit EZB und BOJ vereint in der Überkompensation der noch homöopathischen Liquiditätsreduktion von Seiten der FED kann ein weiterer Run auf Aktien und Staatsanleihen zusammen mit Liquidationen von Engagements im Rohstoffbereich durchaus auch bei den Edelmetallen (neben Gold und Silber ist auch Platin angeschlagen) noch einiges an Dynamik nach unten liefern und zu einem (temporären) Bruch der jeweiligen unteren Unterstützungen führen.

Gold continous contract

Nun zur Situation beim Silber:

Die These zum Status vom 25.07.2014 lautete: „Hier gilt das bereits beim Gold gesagte und auch die Contango-Kurve des Silbers deutet erst zu Ende 2015 / Anfang 2016 auf eine stärkere Bewegung hin, im Zweifel bei steigenden US-Zinsen nach unten, bei stärkerer Konjunktur in den Silber-verarbeitenden Industrien auch nach oben. Bis dahin ist die Seitwärtsbewegung im Bereich 16,175 bis 26,222 bis Ende 2015 das bevorzugte Szenario, sofern keine geopolitische Eskalation die Safe Haven Rolle in den Vordergrund spült, gegebenenfalls zusammen mit Gold mit einer sehr raschen Bewegung.“

Wie dem folgenden aktualisierten Chart zu entnehmen ist, hält sich der Silberpreis ebenfalls noch im avisierten Korridor zwischen 26,22 (ehemaliger vierfacher Boden aus den Jahren 2011 / 2012) und 16,18 auf, hat aber im Gegensatz zum Gold aktuell neue 4-Jahres-Tiefs ausgebildet. Die wie beim Gold seit der zweiten Juli-Hälfte laufende Baisse kann auf die gleichen Faktoren wie beim Gold zurückgeführt werden mit den dort bereits erwähnten Konsequenzen. Da der Handel mit Silber weniger liquide ist als Gold können die Ausschläge, gegebenenfalls durch angehobene Sicherheitsleistungen bei der CME (siehe http://www.reuters.com/article/2011/05/05/businesspro-us-markets-silver-slide-idUSTRE7437XU20110505), deutlich drastischer ausfallen als beim Gold.

Silver contious contract

USDJPY weekly



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