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Gold/Silber

Goldpreis mit Bewegung? Mögliche Kausalkette beginnt bei der EZB

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Eine Kausalkette ist eine Reihe von Ursachen und Wirkungen, wobei die Wirkung wieder zu einer neuen Ursache wird. In diesem Fall fängt diese Kette wohl bei der EZB an. Sie hat gestern angekündigt (hier die wichtigsten Punkte der PK), dass man im Dezember vermutlich auf die verschlechterte Corona-Lage in Europa reagieren und weitere Maßnahmen ergreifen könnte. Was das mit dem Goldpreis zu tun haben könnte? Nun, dann mal los mit der Kausalkette.

Anstehende EZB-Maßnahmen weisen auf steigenden oder fallenden Goldpreis hin?

Wenn die EZB ihre Geldpolitik weiter lockert, schwächt das den Euro. Da der Euro global das größte Gegengewicht gegen den US-Dollar ist, könnte der US-Dollar vermutlich aufwerten, sichtbar im Dollar-Index, einem Währungskorbs gegenüber anderen Hauptwährungen, wo der Euro das Haupt-Gegengewicht zum Dollar darstellt. Ein stärkerer US-Dollar sollte wiederum den Goldpreis schwächen. Denn alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, tendiert oft schwächer, wenn der US-Dollar aufwertet.

Aber halt, die Sache mit so einer klar nachvollziehbaren Kausalkette (EZB-Zinsen-Euro-Dollar-Gold) kann auch schnell wieder unklar werden. Denn wo der US-Dollar im Dezember womöglich vor einer weiteren Aufwertung steht, und der Goldpreis damit einem Abwärtsdruck ausgesetzt ist – da findet sich auch ein gutes Argument für einen steigenden Goldpreis. Denn wenn die EZB ihre Zinssätze weiter absenkt, würde dies das zinslose Gold gegenüber Anleihen mit Negativrenditen noch attraktiver machen. Denn der Einlagenzins der EZB ist ja bereits mit -0,50 Prozent im Negativbereich – und das zinslose Gold ist nunmal immer exakt bei 0,00 Prozent.

Expertenkommentare über EZB

Und wie aktuelle Expertenkommentare zeigen, könnten die Zinsen der EZB im Dezember in der Tat weiter sinken. So sagen die Analysten der Commerzbank in einem aktuellen Kommentar, dass man erwarte, dass das PEPP-Anleihekaufprogramm der EZB bis Ende 2021 verlängert und um 600 Milliarden Euro erhöht werde, im kommenden Jahr neue Langfristtender (TLTROs) auflegt und den Einlagensatz nochmals um 10 Basispunkte auf -0,6% gesenkt werde. Hiervon solle Gold in seiner Eigenschaft als wertstabile Anlage profitieren, so die Commerzbank. Man gehe daher nicht davon aus, dass der Goldpreis weiter stark nachgeben wird. Allerdings dürfte er in den kommenden Wochen Gegenwind von der Währungsseite erhalten, da man nach den Ankündigungen von EZB-Präsidentin Lagarde nun bis Jahresende keine EUR-Aufwertung mehr, sondern eine EUR-Abwertung (und damit einen festeren US-Dollar) unterstellen, so die Commerzbank. DIW-Chef Marcel Fratzscher hat in seinem aktuellsten Kommentar zu den gestrigen EZB-Aussagen erwähnt, dass er eine Ausweitung um der Anleihekäufe der EZB um 500 Milliarden Euro und eine Verlängerung bis Ende 2021 erwarte.

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.881 Dollar. Nach dem gestrigen Tief bei 1.860 Dollar konnte sich der Markt wieder etwas stabilisieren, weil der US-Dollar seit gestern minimal schwächelt. Aber von einer stärkeren Dollar-Abwertung kann noch keine Rede sein. Die Lage rund um das Edelmetall bleibt unklar. Im Zuge der stark fallenden Aktienkurse und des deutlich steigenden US-Dollar war der Goldpreis diese Woche von 1.910 Dollar auf das Tief von 1.860 Dollar gefallen – jetzt hat sich die Lage vorerst beruhigt. Weitere Abwärtsschübe am Aktienmarkt könnten (so meine bescheidene Meinung) zusätzlich zu einem stärkeren US-Dollar erneut Druck auf Gold ausüben.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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Gold/Silber

Aktuell: Dow mit Allzeithoch, Ölpreis steigt – warum der Goldpreis bei 1.800 Dollar hängt

Claudio Kummerfeld

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Aktuell tut sich einiges an den Märkten. Der Dow Jones hat vorhin mit 29.996 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Die Aktienmärkte sind in guter Laune. Der Dax ist von seinem Hoch aus dem Frühjahr immer noch gut 500 Punkte entfernt, aber er klettert auch mit nach oben. Der Ölpreis steigt, der Goldpreis fällt weiter. Aber warum? Neben den positiven Corona-Nachrichten bringt heute eine weitere gute Nachricht neuen frischen Schub für die Aktienmärkte. Donald Trump macht nun offenbar den Weg frei für die Amtsübergabe an die Biden-Administration. Damit haben die Märkte mehr Sicherheit, dass in den USA wohl doch kein großes Chaos oder eine Verfassungskrise ausbrechen wird.

Außerdem scheint Joe Biden die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen zur neuen US-Finanzministerin machen zu wollen. Auch das freut den Markt. Die Geldflut kann weiter gehen, und die Konjunktur in den USA dürfte weiteren staatlichen Stimulus erhalten. Das pusht die Aktienmärkte, und auch der Ölpreis steigt kräftig. Alleine seit heute Nacht bei 43 Dollar steigt der WTI-Ölpreis aktuell auf 44,94 Dollar. Mehr Konjunktur-Stimulus bedeutet auch mehr Öl-Nachfrage. Logisch, dass da der Ölpreis ansteigt.

Goldpreis verliert gegen Aktienmärkte

Gold ist der Verlierer. In so einem positiven Umfeld schichten die Börsianer in risikoreichere Geldanlagen wie Aktien um, und der Goldpreis fällt. Nach positiven US-Konjunkturdaten von gestern war der Goldpreis bereits spürbar gefallen, von gestern 1.868 Dollar bis vorhin auf genau 1.800 Dollar im Tief. Ein große runde Marke ist immer wichtig für die Börsianer. Drüber und drunter liegen in der Regel viele Stop-Orders.

In den letzten Augenblicken kann der Goldpreis leicht auf 1.807 Dollar steigen, aber die Lage ist doch sehr wacklig. Es kann auch in Kürze einen Abwärtsschub unter 1.800 Dollar geben. Interessant: Die Bewegung im US-Dollar scheint derzeit weniger Einfluss auf den Goldpreis zu haben. Die negative Korrelation zwischen den beiden funktioniert diese Woche nicht so richtig. Vielmehr ist es aktuell eine negative Korrelation zwischen Gold und Aktienmärkten. Der Chart reicht bis Mitte letzter Woche zurück. Wir sehen den steigenden Dow Jones gegen den fallenden Goldpreis. Die aktuell gute Stimmung für risikoreichere Assets drückt gegen Gold.

Chart zeigt Kursverlauf von Dow Jones gegen Goldpreis seit letzter Woche

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Goldpreis: 1.800 Dollar-Marke in Gefahr? ETF-Abflüsse und Optimismus

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Barren aus Gold

Der Goldpreis ist derzeit Opfer vieler Angriffe. Nun drei Wochen in Folge wurde jeweils am Montag von einem anderen Pharmahersteller eine positive Meldung für einen Corona-Impfstoff präsentiert, zuletzt gestern von AstraZeneca. Immer war dies positiv für die Aktienmärkte und alle anderen risikoreichen Geldanlagen (Hoffnung auf Konjunkturerholung), und negativ für den Goldpreis. Der sogenannte Risk On-Trade wird durch die Impfstoff-Hoffnung befeuert. Und Gold erfüllt vor allem die Funktion des sicheren Hafens in der Krise, als letzte Bastion vor Inflation und sonstigen Unsicherheiten. Bei schnellen hoffnungsfrohen Nachrichten ist Gold der Verlierer.

Kurzfristig weiter Schwäche und Anfälligkeit im Goldpreis

Und gestern Nachmittag dann der nächste Schlag, der den Goldpreis zügig um mehr als 30 Dollar auf 1.834 Dollar fallen ließ. Die US-Einkaufsmanagerdaten wurden besser vermeldet als erwartet. Aber vor allem die mit den Einkaufsmanagerdaten veröffentlichten Preise stiegen. Höhere Inflationsangst sorgt für die unterschwellige Befürchtung an den Märkten, dass die Zinstendenz in den USA ansteigend ist, was wiederum positiv für den US-Dollar wirkt. Das wiederum drückt negativ auf den Goldpreis. Nur die Angst vor steigenden Zinsen wirkt auch ganz ohne steigenden US-Dollar negativ auf das zinslose Gold. Auch gab es gestern erneut Abflüsse aus Gold-ETFs (Begriffserklärung hier) im Umfang von 11 Tonnen.

Und so rutschte der Goldpreis bis jetzt weiter ab auf 1.826 Dollar. Einige Analysten und Chartisten sehen es als negativ an, dass die wichtige Unterstützungsmarke von. 1.850 Dollar im gestrigen Abrutsch sang und klanglos binnen Sekunden nach unten vernichtet wurde. Ist sogar die runde Marke von 1.800 Dollar in Gefahr? Milan Cutkovic von Axi schreibt dazu heute, dass ein Fall im Goldpreis unter die wichtige Marke von 1.800 Dollar den nächsten Ausverkauf einleiten könnte. Carsten Fritsch von der Commerzbank erwähnte vor wenigen Minuten in seiner Gold-Analyse, dass es bis zur Marke von 1.800 Dollar wenig Unterstützungszonen gebe, welche den Rückgang im Goldpreis aufhalten könnten. Erst dort sei nach seiner Meinung mit einer Stabilisierung zu rechnen.

Langfristig Gold mit weiterhin guter Perspektive

Die von zahlreichen Leitmedien als Crashpropheten betitelten Kommentatoren wie Dirk Müller und viele andere sehen eine extrem stark ansteigende Inflation im Anflug, und sprechen deswegen über einen möglichen viel höheren Goldpreis. Wir bei FMW sehen es ähnlich wie Carsten Fritsch von der Commerzbank. Man muss nicht zwingend von einer anstehenden Hyperinflation sprechen, und kann trotz der aktuellen Schwäche im Goldpreis auf längere Sicht die Möglichkeit für höhere Kurse sehen (das ist keine Handelsempfehlung). Denn ja, das längerfristige Szenario ändert sich nicht durch ein paar gute Konjunkturdaten oder gute Impfstoff-Nachrichten.

Die Null- und Negativzinspolitik wird noch jahrelang anhalten. Die Notenbanken drucken weiterhin Geld. Denn die Volkswirtschaften sind durch Corona extremst geschwächt worden. Das ist der perfekte Anlass um mit immer mehr Gelddruckerei und Staatsschulden alles mit Geld zu fluten. Das ist ein grundsätzlich schönes Szenario für einen steigenden Goldpreis. Wo das Papiergeld durch grenzenlose und obszöne Vermehrung verwässert wird, da kann das nicht unbegrenzt vermehrbare Gold an Attraktivität gewinnen. Aber kurzfristig, das sieht man dieser Tage wieder, ist der Goldpreis durch gute Konjunktur- und Corona-Nachrichten negativ beeinflussbar. Laut aktuellen Berichten soll die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden. Die Geldschwemme dürfte also auch in den USA in den nächsten Jahren weiter gehen!

Chart zeigt Goldpreis im Verlauf der letzten zwölf Monate
Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten zwölf Monate.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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