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Anleihen

Grazie, Mario Draghi! Das Risiko wandert von den italienischen Banken zum deutschen Steuerzahler!

Euro – das ist die Geld gewordene Ideologie der großen Liebe der europĂ€ischen Völker jenseits der ökonomischen Vernunft. Nun verlagern italienische Banken ihre Risiken vor den anstehenden italienschen Wahlen in die EZB, und wenn es schief lĂ€uft, bleibt Deutschland nach einer möglichen Scheidung (Italexit) auf seinen Forderungen sitzen..

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Von Markus Fugmann

Anfang MĂ€rz sind bekanntlich Wahlen in Italien, und es sind vor allem die Euro-kritischen Parteien, die gute Chancen bei dieser Wahl haben. Das heißt nicht, dass Italien aus dem Euro austreten wird – aber ganz ausgeschlossen ist ein Italexit eben auch nicht infolge einer absehbar neuen Regierung von Euro-Kritikern, die schon laut zumindest ĂŒber eine ParallelwĂ€hrung nachgedacht haben (wie etwa der ewige Silvio Berlusconi, jener Polit-Figur, die den Italienern das schlechte Gewissen nimmt, wenn sie keine Steuern zahlen oder den Staat mit anderen Mitteln betrĂŒgen – der Silvio macht es doch auch, denkt man sich in Bella Italia).

KĂ€me es zum worst case, nĂ€mlich zum Austritt Italiens aus dem Euro, dann mĂŒĂŸte Italien, so hat es Mario Draghi nun mehrfach kundgetan, negative Target 2-Salden ausgleichen, sprich bezahlen. Und das wĂŒrde Italien natĂŒrlich aus der Portokasse zahlen können, schließlich handelt es sich nur um die klitzekleine Summe von mehr als 400 Milliarden Euro. Ja, das wĂŒrde der Silvio Berlusconi als potentiell nĂ€chster Regierungschef natĂŒrlich gerne zahlen – schon aus Liebe zu den Deutschen, deren Target 2-Forderungen inzwischen die 900-Milliarden-Grenze ĂŒberwunden haben – Tendenz weiter steigend. Sollte Italien das aber aus irgendwelchen, völlig irrationalen GrĂŒnden doch nicht machen, bliebe Deutschland, sprich die Bundesbank, auf ihren Forderungen sitzen. Nach Italien verkaufte deutsche Autos wĂ€ren dann sozusagen ein Geschenk der Deutschen an die Italiener – wĂ€re doch mal eine nette Geste zum Abschied!

Alles natĂŒrlich kein Problem – auch fĂŒr die EZB nicht. Was wĂŒrde aber die Notenbank machen mit ihren italienischen Staatsanleihen, die sie im Rahmen des QE gekauft hatte, wenn Italien aus dem Club austritt? Mit einem netten LĂ€cheln den Italienern zurĂŒck geben mit der Bitte um Abnahme?

DarĂŒber aber möchte man bei der EZB natĂŒrlich nicht einmal nachdenken, oder wie es so schön heißt bei elitĂ€ren Machthabern: „wir haben keinen Plan B“. Und es steht wirklich zu fĂŒrchten, dass es diesen Plan B nicht gibt, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Der Euro ist eben nicht nur eine WĂ€hrung, sondern vor allem der Audruck einer Ideologie. Und die heißt, inspiriert vom deutschen Ex-Kanzler Kohl: nie wieder Krieg in Europa, wir haben uns doch alle lieb, und wennÂŽs hart auf hart kommt, zahlen die Deutschen eben dafĂŒr, dass wir uns alle lieb haben – und ganz fest versprochen: wir rĂŒcken nicht mehr in Polen ein und verzichten auf weitere Blitzkriege!

Jedenfalls ist auffĂ€llig, dass die EZB weiter sehr fleißig italienischen Staatsanleihen kauft. Und weil sie das nicht am PrimĂ€rmarkt machen darf, also von Italien selbst, kauft sie ĂŒber die Banken am SekundĂ€rmarkt. Und welche Banken haben die meisten italienischen Staatsanleihen? Richtig, die italienischen Banken.

Und die entsorgen sich in den letzten Monaten sehr krĂ€ftig dieser italienischen Anleihen: sie verkauften im 4.Quartal italienische Anleihen im Volumen von 40 Milliarden Euro – an die EZB, weil die so gut wie der einzige KĂ€ufer italienischer Anleihen ist. Mit anderen Worten: sollte es blöd laufen und die Italiener wollen raus aus der Eurozone, dann sitzt die EZB auf noch mehr italienischen Anleihen, das Risiko wandert also immer mehr von den italienischen (Privat-)Banken zum europĂ€ischen, dabei besonders dem deutschen Steuerzahler, weil der fĂŒr die EZB schließlich haftet und mit Abstand die grĂ¶ĂŸten Target-Forderungen hat.

Und gestern hat die EZB sehr wahrscheinlich in massivem Umfang italienische Staatsanleihen gekauft: wĂ€hrend praktisch Staatsanleihen aller LĂ€nder stark unter Druck waren, sprich deren Renditen stiegen und Kurse sanken, fielen die Renditen fĂŒr italienische Staatsanleihen erheblich, wie etwa der Vergleich zwischen der 10-jĂ€hrigen italienischen Staatsanleihe (BTP, schwarz) und der deutschen 10-jĂ€hrigen Bundesanleihe (Bund-Future, orange) zeigt:


(Chart durch anklicken vergrĂ¶ĂŸern)

Da ist also gestern ein ganz dicker Wal in die Badwanne gefallen, sprich die EZB hat gestern heftig zugekauft – anders ist eine solche Bewegung bei der 10-jĂ€hrigen italienischen Staatsanleihe in dem derzeitigen fast schon Crash-artigen Umfeld fĂŒr Staatsanleihen gar nicht erklĂ€rbar.

Und die Moral von der Geschicht: Europa heißt, dass wir uns alle ganz doll lieb haben – und am Ende die Deutschen haften, wenn es doch völlig ĂŒberraschenderweise zur Scheidung kommt..


Grande amore con Germania: Mario Draghi
Foto: EZB

26 Kommentare

26 Comments

  1. PK

    2. Februar 2018 13:10 at 13:10

    ja, aber das Hauptthema in der Tagesschau wird trotzdem wieder sein, daß ein paar Affen und Menschen Stickoxide in geringer Dosis eingeatment haben.
    Es ist unfassbar was da passiert und es interessiert keine Sau.

    • leser

      2. Februar 2018 13:26 at 13:26

      Und selbst die Affen-Nachricht ist, zumindest ohne weitreichende zusÀtzliche ErlÀuterungen, fake-news und Affentheater, https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/um-diesel-ging-es-gar-nicht/

    • Michael

      2. Februar 2018 14:22 at 14:22

      @PK, so ganz ignorieren sollte man das aber auch nicht, in Verbindung mit den anderen Schummeleien ist die ganze Abgasgeschichte schon berichtenswert.
      Aber natĂŒrlich haben Sie recht, solche Themen sollten der Öffentlichkeit auf allen KanĂ€len schonungslos prĂ€sentiert werden. Ich persönlich finde dahingehend die von der FMW empfohlene 4-teilige Serie „Im Rausch der Macht“ genial. Hier wird klar und deutlich offengelegt, wie die Mechanismen funktionieren. Und alle, die es verdient haben, bekommen auch ihr Fett weg: Draghi, Banken, die Raute, Donnie Dumb, Hillary, Putin, Berlusconi, SportfunktionĂ€re…
      @alle AfD’ler: Und ja, ich weiß, ich weiß: Schon alleine die Tatsache, dass die Serie vom Spiegel produziert wurde, macht sie natĂŒrlich zu linker, sozialistischer Propaganda. Zu linkspopulistischer LĂŒgen- und LĂŒcken-Berichterstattung, zu Fake-News, suggestiv prĂ€sentiert von Gutmenschen, blah, blah, blah…

      • sabine

        3. Februar 2018 18:33 at 18:33

        http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/ford-abgasskandal-erreicht-zweitgroessten-autobauer-der-usa-a-1187255.html
        LĂŒckenlose AufklĂ€rung und die ganze HĂ€rte des Gesetzes. Sagen die PharisĂ€er.

        „Beim Fracking wird Wasser mit hohem Druck in den Erdboden gepresst. Dort erzeugt es viele kleine Risse, in die die FlĂŒssigkeit eindringt. Zur Stabilisierung dieser Risse wird Sand mit in die Tiefe gepumpt. Außerdem werden dem Wasser-Sand-Gemisch Chemikalien zugesetzt. Sie sollen unter anderem das BohrgestĂ€nge vor Korrosion schĂŒtzen und das Wachstum von Bakterien verhindern. Das macht die Fracking-Technik allerdings gefĂ€hrlich fĂŒr die Umwelt. Einige dieser Substanzen, zum Beispiel Salz- und AmeisensĂ€ure, sind giftig oder gelten als krebserregend. Zudem befinden sich im Untergrund auch Quecksilber und andere Schwermetalle, die beim Fracking ausgewaschen werden und mit dem Brauchwasser an die ErdoberflĂ€che kommen. DarĂŒber hinaus strömen ĂŒber die Bohrlöcher möglicherweise auch Gase wie das krebserregende Benzol nach oben.“ Alles nur linke Propaganda.

  2. Donald Duck

    2. Februar 2018 13:26 at 13:26

    – und ganz fest versprochen: wir rĂŒcken nicht mehr in Polen ein und verzichten auf weitere Blitzkriege!

    Das braucht man nicht versprechen – siehe Schrotthaufen Bundeswehr

    • leser

      2. Februar 2018 13:28 at 13:28

      War auch mein erster Gedanke.
      Der „Feind“ sitzt ja auch eher in Frankfurt und in Berlin.

  3. vier saeulen system

    2. Februar 2018 13:31 at 13:31

    Ich wiederhole es gerne nochmal:
    Das Luftmoney,das sind die heutigen Neuzeitbomben!
    Obwohl wir euch doch so lieb haben,aber im looosen,da sind wir Deutschen unschlagbar…wenns ins Eingemachte geht!

  4. Jana

    2. Februar 2018 14:25 at 14:25

    es wird frĂŒher oder spĂ€ter sowieso passieren mĂŒssen, dass die EU auseinanderfliegt – mir persönlich ist lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende….

    • Columbo

      2. Februar 2018 14:54 at 14:54

      Irgendwann fliegt alles auseinander, auch die Sonne. So bald, wie sich das manche wĂŒnschen, fliegt die EU nicht auseinander. Und dann, @Jana, leidest Du derzeit an Schrecken ohne Ende, weil du die EU ertragen mußt? Gehts Dir so schlecht? Lebst Du auf der Straße? Oder bist Du einfach etwas schreckhaft?

      • Jana

        2. Februar 2018 15:18 at 15:18

        Nein, Ihre Meinung scheint mir im Rahmen dieser Thematik sehr kurzsichtig zu sein. Die extreme Verschuldung kann man sich nicht weglĂŒgen indem man sagt mir geht es gearde recht gut. Die GesamtstabilitĂ€t des Systems ist stark in Frage zu stellen. Schulden werden von neuen Schulden beglichen und das geht immer so weiter – Zinsen kann man kaum erhöhen in dieser Situation. Die Inflation steigt auch kontinuirlich an. Wenn die Reaktion darauf (also Zinserhöhung) im Grunde nicht durchgefĂŒhrt werden kann, besteht die Gefahr einer immens steigenden Inflation – wenn nicht sogar Hyperinflation. Wir sind davon noch ein ganzes StĂŒck entfernt – nur sollte man nicht nur im hier und jetzt leben, sondern auch mal an die Zukunft denken. Irgendwann muss sich diese Situation auflösen – es ist nunmal so. Man kann sich das Ganze auch mit geschlossenen Augen anschauen – wie Sie das scheinbar bevorzugen. Nur damit können SIe keine Tatsachen verschwinden lassen. Es wird in Zukunft grĂ¶ĂŸere Probleme mit diesem Geldsystem geben. Selbst wenn es noch Jahre vor uns liegt (was ich nicht mal glaube). Wer nicht mitbekommt, dass die Probleme der EU immer grĂ¶ĂŸer werden anstatt kleiner zu werden, der geht sowieso mit geschlossenen Augen durchs Leben.

        • Columbo

          2. Februar 2018 16:26 at 16:26

          @Jana, man sollte wirklich im Hier und Jetzt leben und sich keine Sorgen um die Zukunft machen, aus psychohygienischen GrĂŒnden. Man lĂ€uft sonst Gefahr ein Leben in „Schrecken ohne Ende“ zu fĂŒhren und am Ende kommt es doch ganz anders. Es gibt ja nicht nur Schulden und Hyperinflation, sondern auch UnfĂ€lle und Krankheiten. Letztere treffen einen wesentlich hĂ€ufiger, als Hyperinflation, Krieg oder was weiß ich. Also, take it easy😊.

      • Pit M.

        2. Februar 2018 15:30 at 15:30

        Haha ja stimmt innerhalb der EU herrscht Eintracht wie noch nie – und das Vertrauen in den Euro ist auch auf Allzeithoch…..

  5. Schmidt

    2. Februar 2018 14:26 at 14:26

    Dasselbe gilt auch fĂŒr die deutschen Anleihen oder glaubt jemand dass Deutschland jemals seine Schulden zurĂŒckzahlen wird ?

    Was die ganze Diskussion um die Targetsalden geht, ohhh großes Risiko fĂŒr den deutschen Steuerzahler bla bla bla. Wo ist der Unterschied ob die italienische Zentralbank oder die deutsche Zentralbank das Geld aus der Presse/Computer erzeugt und auszahlt, da keine Druckkosten mehr gibt sind es nur ein paar Cent fĂŒr den Strom. Das Geld wurde von der Zentralbank ohne Gegenleistung erschaffen und liegt nun auf den Privatkonten der Autohersteller oder anderen Exportfirmen.

    Genauso könnte die Bundesbank die ganzen deutschen Schulden aufkaufen und dann alles abschreiben. Und genauso wird es kommen denn eine andere Alternative gibt es nicht. Wird irgend jemand ein Cent dadurch verlieren ?

    • leser

      2. Februar 2018 14:45 at 14:45

      Und gegen welche Position auf der Passiv-Seite der Bilanz wird abgeschrieben?

      • Schmidt

        2. Februar 2018 14:54 at 14:54

        Gegen die Luftposition woher auch das Geld fĂŒr die Anleihen kam.

        • leser

          2. Februar 2018 15:02 at 15:02

          Wahrscheinlich haben Simbabwe und Venezuela das genau so gehandhabt…

          • Schmidt

            2. Februar 2018 16:00 at 16:00

            Wahrscheinlich, aber das Problem dort ist dass sie das gedruckte Geld dem Volk schenken mĂŒssen damit der Mob ruhig ist. Anleihen fĂŒr Luftgeld kaufen und abschreiben ist was anderes.
            Die Staatsfinanzierung ĂŒber die Zentralbank ist zum Normalzustand geworden trotz der vielen nationalen und internationalen Gesetze die wir haben aber viele wollen es nicht wahrhaben oder glauben dass es irgendwann wieder vorbei wird. Niemals. WĂŒrde Deutschland das kostenlose Geld in die Hand nehmen und in Infrastruktur, Bildung, Gesundheit usw. investieren und sich noch mehr verschulden als die anderen hĂ€tte man was davon. Aber wenn der angebliche gesunde Menschenverstand stĂ€ndig auf der Schuldenseite starrt und entsetzt feststellt dass es immer grösser wird obwohl kein Eigennutzen davon hat dann kann ich nur sagen „Weiter so“ und Gratulation zum diesem tollen gesunden Menschenverstand. Weiter starren und entsetzen.
            Das Spiel gewinnt der der am meisten Aktivas von billigen Schulden gekauft hat wenn die Schulden abgeschrieben werden. Siehe die Schweizer, warum können die das ? Sie kaufen sogar Aktien auf Pump und die Japaner auch Immobilen, Aktien, ETFs alles was sie kriegen können. Und ist jetzt die Schweiz oder Japan, Venezuela oder Simbabwe ?
            Das gilt nicht fĂŒr Privatpersonen sondern nur fĂŒr unabhĂ€ngige souverĂ€ne Staaten was Deutschland aber nicht ist. Daher wird sie das Spiel auch nicht gewinnen können.

      • Michael

        2. Februar 2018 14:55 at 14:55

        Gegen den gesunden Menschenverstand natĂŒrlich 🙂

  6. asisi1

    2. Februar 2018 15:18 at 15:18

    Deutschland zahlt seit 100 jahren irgendwelche imaginĂ€ren schulden zurĂŒck. ich weiß zwar nicht an wen, aber wir werden weiterhin zahlen mĂŒssen!!!!

  7. Klaus

    2. Februar 2018 15:24 at 15:24

    „Wird irgend jemand einen Cent dadurch verlieren“ – Nein, jeder behĂ€lt alle seine Cent, kein Cent geht verloren. Nur sind sie dann halt alle wertlos. Heute bekomme ich sogar noch Gold dafĂŒr – irre, nicht wahr?

    • Schmidt

      2. Februar 2018 16:02 at 16:02

      Ja, irgendwann. Und wer seine Cents nicht rechtzeitig wegkriegt bleibt auf diese sitzen in der Hoffnung dass sie doch nicht wertlos werden.

  8. asyoulike

    2. Februar 2018 15:35 at 15:35

    Moin, moin,
    interessanter Artikel. Hier kann sich sicher niemand beschweren. Es kommt doch nur was kommen muss, nichts anderes passiert. Es wurde auf der Wahlkarte angekreuzt und nun bringt der Kellner die bestellten Sachen. So einfach.
    Je eher diese Problematik zur Entladung kommt, desto besser. Dann muss Michel sehen, was sein falsches Kreuz angerichtet hat bzw. was die BRD Politik-Eliten mit ihm machen. Wohl bekomms mag man da nur sagen. Auf Lerneffekte darf man bei Michels auch nicht hoffen, sonst wÀren die Wahlen eh abgeschafft.

    • moin_moin

      2. Februar 2018 18:17 at 18:17

      https://www.gold.de/staatsverschuldung-deutschland/

      Im Moment dreht sich die Schuldenuhr mit 78Euro/s rĂŒckwĂ€rts.. das sind zwar nur 2.5 Milliarden im Jahr.. aber das lĂ€ppert sich… um Target2 wĂŒrde ich mir gar keine Sorgen machen.. jedes Land hat noch reichlich, was man verwerten kann.. selbst griechenland.. ist nur halt politisch nicht gewollt..

      • Lars

        2. Februar 2018 19:03 at 19:03

        Ach, wenn ich mir diese Uhr nur mal fĂŒr eine Viertelstunde ausleihen könnte, wĂ€re ich ein vollkommen freier Mensch und wĂŒrde etwa 5 Jahre an enorm gestiegener LebensqualitĂ€t verbuchen können 😉

  9. Enka Latineg

    3. Februar 2018 00:04 at 00:04

    In einem Vortrag bei einer Privatbank sagte schon vor einigen Jahren der hausinterne Referent, dass Staatsschulden nicht zurĂŒck gezahlt werden mĂŒssen.

    Darauf setzten schon immer die Machthaber, liessen sich Gold fĂŒr Eisen geben und schufen ,quodlibet, aus der alten FiatwĂ€hrung ĂŒbernacht eine neue. Damit war dann selbst der kleinste FIAT bereits fĂŒr die Mittelschicht gefĂŒhlt eine sehr lange Zeit unerschwinglich, sogar gebraucht.

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Anleihen

US-Staatsanleihen: TĂŒrkei verkauft immer weiter, Japan auf 7-Jahrestief, Sell Off bleibt aus

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am

Die TĂŒrkei ist aus der Liste der wichtigsten EigentĂŒmer von US-Staatsanleihen gefallen. So klassifiziert das US-Finanzministerium alle LĂ€nder, die ein Volumen von mindestens 30 Milliarden US-Dollar in US-Papieren halten. Im Mai hielt die TĂŒrkei noch ein Volumen von 32,6 Milliarden Dollar. Wie aktuell veröffentlicht wurde, zeigen die Daten fĂŒr Juni einen RĂŒckgang auf 28,8 Milliarden Dollar.

Damit ist der tĂŒrkische Besitz von US-Staatsanleihen von Dezember 2017 bis Juni 2018 um 45% gesunken, von 52,6 auf jetzt 28,8 Milliarden Dollar. Im Mai lag das Volumen noch bei 32,6 und im April bei 38,2 Milliarden Dollar. Man sieht also: Die TĂŒrkei hat genau wie Russland in den letzten Monaten immer mehr US-Staatsanleihen verkauft, und ist zumindest offiziell jetzt nicht lĂ€nger ein bedeutender Inhaber von US-Papieren.

Russland

Russland war schon im Mai aus der Liste der bedeutenden Inhaber von US-Staatsanleihen gefallen. Dabei gehörte man einst zu den zehn grĂ¶ĂŸten GlĂ€ubigern der USA. Auch im Juni bleibt man außerhalb dieser Liste mit einem Besitz-Volumen von gerade mal 14,9 Milliarden Dollar – und damit unverĂ€ndert zu Mai. JĂŒngste russische Aussagen lassen eindeutig darauf schließen, dass man ĂŒber DrittlĂ€nder noch deutlich mehr US-Papiere hĂ€lt – womöglich ĂŒber die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen wie Belgien und die Caymans?

Japan

Japan hat sein Besitz-Volumen an US-Staatsanleihen mit 1,030 Billionen Dollar (zweitgrĂ¶ĂŸter GlĂ€ubiger der USA nach China) im Juni so weit zurĂŒckgefahren wie seit sieben Jahren nicht mehr. Im Mai waren es noch 1,048 Billionen, und im Dezember 2017 noch 1,061 Billionen Dollar. Aber bei dem großen Gesamtvolumen sind diese RĂŒckgĂ€nge immer noch relativ gering.

Und insgesamt?

Ist das jetzt der große „Sell Off“? Verkaufen jetzt reihenweise LĂ€nder ihre US-Staatsanleihen, und kaufen dafĂŒr Gold oder ihre eigene WĂ€hrung, um diese gegen den US-Dollar zu stĂŒtzen? Dem ist nicht so. Schaut man auf den Gesamtwert von US-Staatspapieren, die von auslĂ€ndischen Stellen gehalten werden, dann ist ihr Wert konstant (siehe rot umrandeten Bereich in der Grafik). War es im Mai noch ein Gesamtvolumen von 6,212 Billionen Dollar, so waren es im Juni 6,211 Billionen Dollar. Im Dezember 2017 waren es 6,209 Billionen Dollar. Also bleibt der Gesamtwert konstant, weil viele andere GlĂ€ubiger der USA ihre Volumen leicht erhöht haben.

US-Staatsanleihen

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Allgemein

Russland mit US-Anleihen als Druckmittel – warum das zweite Druckmittel viel wirksamer wĂ€re

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Russland will als Gegenmaßnahme zu neuen US-Sanktionen seine BestĂ€nde an US-Staatsanleihen weiter abbauen, wie der russische Finanzminister Anton Siluanow am Wochenende sagte. Dabei hielt Russland laut offiziellen US-Angaben Ende Mai nur noch 14,9 Milliarden Dollar Volumen an US-Schulden. Und in den Monaten davor hatte Russland schon fĂŒr 48,7 Milliarden Dollar US-Papiere verkauft. Möglicherweise besitzt man also lĂ€ngst keine US-Staatsanleihen mehr.

Das gilt aber nur fĂŒr die offizielle LĂ€nderzahlung durch das US-Finanzministerium. Es ist aber in Finanzkreisen kein Geheimnis, dass LĂ€nder wie Russland, China etc gerne auch Papiere ĂŒber DrittlĂ€nder halten, als da wĂ€ren Standorte wie Belgien, oder auch Karibik-Inseln. Die großen Volumen der in diesen LĂ€ndern gehaltenen US-Anleihen ist eh mehr als auffĂ€llig. Es ist also anzunehmen, dass Russland ĂŒber solche Dritt-LĂ€nder noch bedeutende Mengen an US-Staatsanleihen hĂ€lt, und diese als Druckmittel einsetzt – bleiben die USA weiter im Sanktions-Modus gegen Russland, dann verkauft man weiter US-Papiere.

Zweite Drohung viel wirkungsvoller

Das wĂ€re vielleicht weniger schön fĂŒr Washington, aber vermutlich verkraftbar im Gesamtbild der US-Schuldenlast, und bei der globalen Nachfrage nach steigenden Renditen bei US-Schulden. Genannt hat Siluanow jĂŒngst ebenfalls den US-Dollar als Zahlungsmittel, den Russland in Zukunft meiden wolle bei internationalen Transaktionen. Und welche internationalen Transaktionen hat Russland hauptsĂ€chlich?

Richtig, VerkĂ€ufe von Öl und Gas. Und da ist global der Dollar die LeitwĂ€hrung. Die Kopplung von Öl an den US-Dollar verlieh ihm jahrzehntelang quasi einen Status als unangefochtene WĂ€hrung Nummer 1. Wer den Golfstaaten Öl abkauft, muss sie seit Jahrzehnten ausschließlich in Dollar bezahlen. Also mĂŒssen sich alle auslĂ€ndischen Importeure bislang erst mal US-Dollar besorgen, und ihn somit kaufen. Damit ist der Dollar stĂ€ndig ein gefragtes Gut!

Wenn aber ein wichtiger Öl-VerkĂ€ufer wie Russland nun sagt, dass man eher auf Rubel oder zum Beispiel auf den Euro umsteigen wolle, dann zerlöchert das den Status des US-Dollar – zumindest ein kleines StĂŒck weit. Wirklich bröckeln wĂŒrde er erst, wenn die Saudis und ihre Nachbarn aufhören wĂŒrden auf Bezahlung in US-Dollar zu bestehen. Aber Russland wie vorher schon einige andere LĂ€nder unterwandern dieses Devisen-Monopol fĂŒr Energie-Lieferungen. Das könnte fĂŒr die USA mittel- und langfristig viel mehr ein Problem sein als die Drohung der Russen vielleicht 20, 30, 40 oder 50 Milliarden Dollar an US-Anleihen auf den Markt zu werfen.


Wladimir Putin. Foto: Kremlin.ru (CC BY 4.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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Anleihen

Marktbericht: Schwerpunktthema TĂŒrkei – Erdogan macht alles noch schlimmer

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am

Der Dax hat heute 240 Punkte verloren. Im Vordergrund steht das Thema TĂŒrkei. Wo der Dax verliert, hat heute auch der Euro verloren (100 Pips seit gestern Abend). Der Devisenmarkt flĂŒchtet reflexartig Richtung US-Dollar. Das wĂŒrde normalerweise den Dax stĂŒtzen, aber nicht heute. Die TĂŒrkei ĂŒberschattet alles. (im Chart Dax und EURUSD seit gestern frĂŒh – eigentlich mĂŒssten sie gegensĂ€tzlich laufen)

Dax Euro TĂŒrkei

TĂŒrkei-Krise beherrscht den Freitag

Sogar die Wall Street lĂ€sst sich heute vom Thema TĂŒrkei mit nach unten reißen. Unglaublich aber wahr – was China-Zölle nicht schaffen, das schafft die TĂŒrkei. Aber was ist passiert? Die Krise lĂ€uft schon seit Monaten, und nimmt immer weiter zu. PrĂ€sident Erdogan verkĂŒndete vor und nach seiner Wahl seinen Einfluss auf die tĂŒrkische Zentralbank ausweiten zu wollen.

Denn er will keine höheren oder hohen Zinsen sehen. Er will gĂŒnstige Kreditvergaben fĂŒr die Wirtschaft ermöglicht sehen, und gleichzeitig die Inflation mit niedrigen Zinsen bekĂ€mpfen!?! Oben drauf kam jĂŒngst noch der Konflikt um den unter Hausarrest gestellten US-Pastor. Die GesprĂ€che diese Woche zwischen beiden LĂ€ndern brachten nichts. Und so fĂ€llt die tĂŒrkische Lira immer schneller und schneller. Heute nun wird diese Situation befeuert, in dem Donald Trump verkĂŒndet die global geltenden Importzölle fĂŒr Aluminium und Stahl fĂŒr Importe aus der TĂŒrkei doppelt hoch ansetzen zu wollen – als weitere Maßnahme, um den US-Pastor freizubekommen.

Das bringt die Lira noch mehr unter Druck. Und wie antwortet PrĂ€sident Erdogan? Er könnte zum Beispiel die UnabhĂ€ngigkeit der Notenbanker betonen und sagen, dass er alles akzeptiert, was dort entschieden wird. Das wĂŒrde Zinserhöhungen erlauben und der Lira helfen… aber was tut er? Er spricht von einer Verschwörung von außen gegen die TĂŒrkei, dem Vertrauen der TĂŒrken auf Gott usw. Damit macht er die Lage nur noch schlimmer. Die MĂ€rkte wollen finanztechnische Fakten hören, und nicht sowas.

Leider gibt es bei PrĂ€sident Erdogan auch einen mangelnden Sachverstand in Sachen Wirtschaft. Nein, das soll kein Erdogan-Bashing sein. Es ist nun mal einfach so. Das zeigte sich immer wieder, als Erdogan diverse Male sagte man solle die Inflation mit sinkenden Zinsen bekĂ€mpfen. Dass es genau anders rum lĂ€uft, scheint nicht zu interessieren. Auch sieht er in hohen Zinsen den Teufel. Das Problem in dieser PrĂ€sidial-Administration, die voll und ganz auf Erdogan zugeschnitten ist, könnte sein: Niemand traut sich ihm zu sagen, was eigentlich zu tun wĂ€re… vielleicht sein neuer Finanzminister? Nein, der ist ja sein Schwiegersohn.

Erdogans aktuelle Aussagen haben keinerlei betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen oder finanzpolitischen Inhalt, welcher die MĂ€rkte beruhigen könnte. Aber er ruft  heute wie in den letzten Monaten schon mal die TĂŒrken dazu auf Devisen in Lira umzutauschen. Dass solch ein Aufruf historisch gesehen egal in welchem Land noch nie funktionierte und sogar oft das Gegenteil (mehr Panik) verursacht, ist am Markt bekannt.

Auch sagte Erdogan heute, dass die Zins-Lobbyisten es nicht schaffen wĂŒrden die TĂŒrkei zu zerstören. Man sei eine Nation, eine Flagge, ein Land, ein Staat, so Erdogan. Mal ehrlich: Strahlen solche Aussagen Vertrauen aus auf den freien Interbankenmarkt fĂŒr Devisen, wo der Kurs fĂŒr die Lira gemacht wird zwischen unendlich vielen Marktteilnehmern? Alles schön und gut mit Erdogans Aussagen, aber wo sind die Fakten, die konkreten Ansagen fĂŒr den Markt? Sie fehlen, und deswegen crashte die tĂŒrkische Lira heute immer weiter.

TĂŒrkische Lira crasht

Euro vs Lira stieg alleine von gestern bis jetzt von 6,30 auf 7,22 (heute ich Hoch sogar schon 7,93 – Wahnsinn!). USD vs Lira stieg von 5,50 auf jetzt 6,30 (in der Spitze 6,94). Im Augenblick scheinen einige Zocker wohl erstmal krĂ€ftig Kasse machen zu wollen, von daher sind wir momentan etwas von den extremsten Tageskursen entfernt. Wie, wann und wodurch dieser Crash endet, weiß niemand. Die aktuelle Folge: Nun haben alle Angst, dass tĂŒrkische Kreditnehmer ihre dramatisch verteuerten Dollar-Kredite nicht mehr bedienen können – das könnte zu immensen Verlusten bei europĂ€ischen Banken fĂŒhren, wodurch zahlreiche Bank-Aktien in Europa heute krĂ€ftig verloren haben.

TĂŒrkei USD Lira
USD vs Lira seit Januar.

Die Bank-Aktien beeinflussen die Gesamt-Indizes, und auch den Amerikanern wird ein wenig mulmig vor einem krĂ€ftigen Zusammenbruch in der TĂŒrkei. Also ist die Gesamtlage vor dem Wochenende sagen wir mal „unruhig“. Kommen ĂŒbers Wochenende Sondermaßnahmen (was auch immer), und am Montag wertet die Lira dramatisch auf? Man darf gespannt sein.

Ach ja… nicht nur die Lira crasht heute, sondern ebenso das Vertrauen in die RĂŒckzahlung tĂŒrkischer Staatsschulden. Dementsprechend kollabieren die Anleihekurse, und die Rendite fĂŒr zehnjĂ€hrige tĂŒrkische Papiere steigt heute auf sagenhafte 20,97% (in der Spitze heute 22,82%). Vor einem Monat lag man noch bei 17%, und gestern bei 18,50%.

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