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Anleihen

Grazie, Mario Draghi! Das Risiko wandert von den italienischen Banken zum deutschen Steuerzahler!

Euro – das ist die Geld gewordene Ideologie der großen Liebe der europĂ€ischen Völker jenseits der ökonomischen Vernunft. Nun verlagern italienische Banken ihre Risiken vor den anstehenden italienschen Wahlen in die EZB, und wenn es schief lĂ€uft, bleibt Deutschland nach einer möglichen Scheidung (Italexit) auf seinen Forderungen sitzen..

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Von Markus Fugmann

Anfang MĂ€rz sind bekanntlich Wahlen in Italien, und es sind vor allem die Euro-kritischen Parteien, die gute Chancen bei dieser Wahl haben. Das heißt nicht, dass Italien aus dem Euro austreten wird – aber ganz ausgeschlossen ist ein Italexit eben auch nicht infolge einer absehbar neuen Regierung von Euro-Kritikern, die schon laut zumindest ĂŒber eine ParallelwĂ€hrung nachgedacht haben (wie etwa der ewige Silvio Berlusconi, jener Polit-Figur, die den Italienern das schlechte Gewissen nimmt, wenn sie keine Steuern zahlen oder den Staat mit anderen Mitteln betrĂŒgen – der Silvio macht es doch auch, denkt man sich in Bella Italia).

KĂ€me es zum worst case, nĂ€mlich zum Austritt Italiens aus dem Euro, dann mĂŒĂŸte Italien, so hat es Mario Draghi nun mehrfach kundgetan, negative Target 2-Salden ausgleichen, sprich bezahlen. Und das wĂŒrde Italien natĂŒrlich aus der Portokasse zahlen können, schließlich handelt es sich nur um die klitzekleine Summe von mehr als 400 Milliarden Euro. Ja, das wĂŒrde der Silvio Berlusconi als potentiell nĂ€chster Regierungschef natĂŒrlich gerne zahlen – schon aus Liebe zu den Deutschen, deren Target 2-Forderungen inzwischen die 900-Milliarden-Grenze ĂŒberwunden haben – Tendenz weiter steigend. Sollte Italien das aber aus irgendwelchen, völlig irrationalen GrĂŒnden doch nicht machen, bliebe Deutschland, sprich die Bundesbank, auf ihren Forderungen sitzen. Nach Italien verkaufte deutsche Autos wĂ€ren dann sozusagen ein Geschenk der Deutschen an die Italiener – wĂ€re doch mal eine nette Geste zum Abschied!

Alles natĂŒrlich kein Problem – auch fĂŒr die EZB nicht. Was wĂŒrde aber die Notenbank machen mit ihren italienischen Staatsanleihen, die sie im Rahmen des QE gekauft hatte, wenn Italien aus dem Club austritt? Mit einem netten LĂ€cheln den Italienern zurĂŒck geben mit der Bitte um Abnahme?

DarĂŒber aber möchte man bei der EZB natĂŒrlich nicht einmal nachdenken, oder wie es so schön heißt bei elitĂ€ren Machthabern: „wir haben keinen Plan B“. Und es steht wirklich zu fĂŒrchten, dass es diesen Plan B nicht gibt, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Der Euro ist eben nicht nur eine WĂ€hrung, sondern vor allem der Audruck einer Ideologie. Und die heißt, inspiriert vom deutschen Ex-Kanzler Kohl: nie wieder Krieg in Europa, wir haben uns doch alle lieb, und wennÂŽs hart auf hart kommt, zahlen die Deutschen eben dafĂŒr, dass wir uns alle lieb haben – und ganz fest versprochen: wir rĂŒcken nicht mehr in Polen ein und verzichten auf weitere Blitzkriege!

Jedenfalls ist auffĂ€llig, dass die EZB weiter sehr fleißig italienischen Staatsanleihen kauft. Und weil sie das nicht am PrimĂ€rmarkt machen darf, also von Italien selbst, kauft sie ĂŒber die Banken am SekundĂ€rmarkt. Und welche Banken haben die meisten italienischen Staatsanleihen? Richtig, die italienischen Banken.

Und die entsorgen sich in den letzten Monaten sehr krĂ€ftig dieser italienischen Anleihen: sie verkauften im 4.Quartal italienische Anleihen im Volumen von 40 Milliarden Euro – an die EZB, weil die so gut wie der einzige KĂ€ufer italienischer Anleihen ist. Mit anderen Worten: sollte es blöd laufen und die Italiener wollen raus aus der Eurozone, dann sitzt die EZB auf noch mehr italienischen Anleihen, das Risiko wandert also immer mehr von den italienischen (Privat-)Banken zum europĂ€ischen, dabei besonders dem deutschen Steuerzahler, weil der fĂŒr die EZB schließlich haftet und mit Abstand die grĂ¶ĂŸten Target-Forderungen hat.

Und gestern hat die EZB sehr wahrscheinlich in massivem Umfang italienische Staatsanleihen gekauft: wĂ€hrend praktisch Staatsanleihen aller LĂ€nder stark unter Druck waren, sprich deren Renditen stiegen und Kurse sanken, fielen die Renditen fĂŒr italienische Staatsanleihen erheblich, wie etwa der Vergleich zwischen der 10-jĂ€hrigen italienischen Staatsanleihe (BTP, schwarz) und der deutschen 10-jĂ€hrigen Bundesanleihe (Bund-Future, orange) zeigt:


(Chart durch anklicken vergrĂ¶ĂŸern)

Da ist also gestern ein ganz dicker Wal in die Badwanne gefallen, sprich die EZB hat gestern heftig zugekauft – anders ist eine solche Bewegung bei der 10-jĂ€hrigen italienischen Staatsanleihe in dem derzeitigen fast schon Crash-artigen Umfeld fĂŒr Staatsanleihen gar nicht erklĂ€rbar.

Und die Moral von der Geschicht: Europa heißt, dass wir uns alle ganz doll lieb haben – und am Ende die Deutschen haften, wenn es doch völlig ĂŒberraschenderweise zur Scheidung kommt..


Grande amore con Germania: Mario Draghi
Foto: EZB

26 Kommentare

26 Comments

  1. PK

    2. Februar 2018 13:10 at 13:10

    ja, aber das Hauptthema in der Tagesschau wird trotzdem wieder sein, daß ein paar Affen und Menschen Stickoxide in geringer Dosis eingeatment haben.
    Es ist unfassbar was da passiert und es interessiert keine Sau.

    • leser

      2. Februar 2018 13:26 at 13:26

      Und selbst die Affen-Nachricht ist, zumindest ohne weitreichende zusÀtzliche ErlÀuterungen, fake-news und Affentheater, https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/um-diesel-ging-es-gar-nicht/

    • Michael

      2. Februar 2018 14:22 at 14:22

      @PK, so ganz ignorieren sollte man das aber auch nicht, in Verbindung mit den anderen Schummeleien ist die ganze Abgasgeschichte schon berichtenswert.
      Aber natĂŒrlich haben Sie recht, solche Themen sollten der Öffentlichkeit auf allen KanĂ€len schonungslos prĂ€sentiert werden. Ich persönlich finde dahingehend die von der FMW empfohlene 4-teilige Serie „Im Rausch der Macht“ genial. Hier wird klar und deutlich offengelegt, wie die Mechanismen funktionieren. Und alle, die es verdient haben, bekommen auch ihr Fett weg: Draghi, Banken, die Raute, Donnie Dumb, Hillary, Putin, Berlusconi, SportfunktionĂ€re…
      @alle AfD’ler: Und ja, ich weiß, ich weiß: Schon alleine die Tatsache, dass die Serie vom Spiegel produziert wurde, macht sie natĂŒrlich zu linker, sozialistischer Propaganda. Zu linkspopulistischer LĂŒgen- und LĂŒcken-Berichterstattung, zu Fake-News, suggestiv prĂ€sentiert von Gutmenschen, blah, blah, blah…

      • sabine

        3. Februar 2018 18:33 at 18:33

        http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/ford-abgasskandal-erreicht-zweitgroessten-autobauer-der-usa-a-1187255.html
        LĂŒckenlose AufklĂ€rung und die ganze HĂ€rte des Gesetzes. Sagen die PharisĂ€er.

        „Beim Fracking wird Wasser mit hohem Druck in den Erdboden gepresst. Dort erzeugt es viele kleine Risse, in die die FlĂŒssigkeit eindringt. Zur Stabilisierung dieser Risse wird Sand mit in die Tiefe gepumpt. Außerdem werden dem Wasser-Sand-Gemisch Chemikalien zugesetzt. Sie sollen unter anderem das BohrgestĂ€nge vor Korrosion schĂŒtzen und das Wachstum von Bakterien verhindern. Das macht die Fracking-Technik allerdings gefĂ€hrlich fĂŒr die Umwelt. Einige dieser Substanzen, zum Beispiel Salz- und AmeisensĂ€ure, sind giftig oder gelten als krebserregend. Zudem befinden sich im Untergrund auch Quecksilber und andere Schwermetalle, die beim Fracking ausgewaschen werden und mit dem Brauchwasser an die ErdoberflĂ€che kommen. DarĂŒber hinaus strömen ĂŒber die Bohrlöcher möglicherweise auch Gase wie das krebserregende Benzol nach oben.“ Alles nur linke Propaganda.

  2. Donald Duck

    2. Februar 2018 13:26 at 13:26

    – und ganz fest versprochen: wir rĂŒcken nicht mehr in Polen ein und verzichten auf weitere Blitzkriege!

    Das braucht man nicht versprechen – siehe Schrotthaufen Bundeswehr

    • leser

      2. Februar 2018 13:28 at 13:28

      War auch mein erster Gedanke.
      Der „Feind“ sitzt ja auch eher in Frankfurt und in Berlin.

  3. vier saeulen system

    2. Februar 2018 13:31 at 13:31

    Ich wiederhole es gerne nochmal:
    Das Luftmoney,das sind die heutigen Neuzeitbomben!
    Obwohl wir euch doch so lieb haben,aber im looosen,da sind wir Deutschen unschlagbar…wenns ins Eingemachte geht!

  4. Jana

    2. Februar 2018 14:25 at 14:25

    es wird frĂŒher oder spĂ€ter sowieso passieren mĂŒssen, dass die EU auseinanderfliegt – mir persönlich ist lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende….

    • Columbo

      2. Februar 2018 14:54 at 14:54

      Irgendwann fliegt alles auseinander, auch die Sonne. So bald, wie sich das manche wĂŒnschen, fliegt die EU nicht auseinander. Und dann, @Jana, leidest Du derzeit an Schrecken ohne Ende, weil du die EU ertragen mußt? Gehts Dir so schlecht? Lebst Du auf der Straße? Oder bist Du einfach etwas schreckhaft?

      • Jana

        2. Februar 2018 15:18 at 15:18

        Nein, Ihre Meinung scheint mir im Rahmen dieser Thematik sehr kurzsichtig zu sein. Die extreme Verschuldung kann man sich nicht weglĂŒgen indem man sagt mir geht es gearde recht gut. Die GesamtstabilitĂ€t des Systems ist stark in Frage zu stellen. Schulden werden von neuen Schulden beglichen und das geht immer so weiter – Zinsen kann man kaum erhöhen in dieser Situation. Die Inflation steigt auch kontinuirlich an. Wenn die Reaktion darauf (also Zinserhöhung) im Grunde nicht durchgefĂŒhrt werden kann, besteht die Gefahr einer immens steigenden Inflation – wenn nicht sogar Hyperinflation. Wir sind davon noch ein ganzes StĂŒck entfernt – nur sollte man nicht nur im hier und jetzt leben, sondern auch mal an die Zukunft denken. Irgendwann muss sich diese Situation auflösen – es ist nunmal so. Man kann sich das Ganze auch mit geschlossenen Augen anschauen – wie Sie das scheinbar bevorzugen. Nur damit können SIe keine Tatsachen verschwinden lassen. Es wird in Zukunft grĂ¶ĂŸere Probleme mit diesem Geldsystem geben. Selbst wenn es noch Jahre vor uns liegt (was ich nicht mal glaube). Wer nicht mitbekommt, dass die Probleme der EU immer grĂ¶ĂŸer werden anstatt kleiner zu werden, der geht sowieso mit geschlossenen Augen durchs Leben.

        • Columbo

          2. Februar 2018 16:26 at 16:26

          @Jana, man sollte wirklich im Hier und Jetzt leben und sich keine Sorgen um die Zukunft machen, aus psychohygienischen GrĂŒnden. Man lĂ€uft sonst Gefahr ein Leben in „Schrecken ohne Ende“ zu fĂŒhren und am Ende kommt es doch ganz anders. Es gibt ja nicht nur Schulden und Hyperinflation, sondern auch UnfĂ€lle und Krankheiten. Letztere treffen einen wesentlich hĂ€ufiger, als Hyperinflation, Krieg oder was weiß ich. Also, take it easy😊.

      • Pit M.

        2. Februar 2018 15:30 at 15:30

        Haha ja stimmt innerhalb der EU herrscht Eintracht wie noch nie – und das Vertrauen in den Euro ist auch auf Allzeithoch…..

  5. Schmidt

    2. Februar 2018 14:26 at 14:26

    Dasselbe gilt auch fĂŒr die deutschen Anleihen oder glaubt jemand dass Deutschland jemals seine Schulden zurĂŒckzahlen wird ?

    Was die ganze Diskussion um die Targetsalden geht, ohhh großes Risiko fĂŒr den deutschen Steuerzahler bla bla bla. Wo ist der Unterschied ob die italienische Zentralbank oder die deutsche Zentralbank das Geld aus der Presse/Computer erzeugt und auszahlt, da keine Druckkosten mehr gibt sind es nur ein paar Cent fĂŒr den Strom. Das Geld wurde von der Zentralbank ohne Gegenleistung erschaffen und liegt nun auf den Privatkonten der Autohersteller oder anderen Exportfirmen.

    Genauso könnte die Bundesbank die ganzen deutschen Schulden aufkaufen und dann alles abschreiben. Und genauso wird es kommen denn eine andere Alternative gibt es nicht. Wird irgend jemand ein Cent dadurch verlieren ?

    • leser

      2. Februar 2018 14:45 at 14:45

      Und gegen welche Position auf der Passiv-Seite der Bilanz wird abgeschrieben?

      • Schmidt

        2. Februar 2018 14:54 at 14:54

        Gegen die Luftposition woher auch das Geld fĂŒr die Anleihen kam.

        • leser

          2. Februar 2018 15:02 at 15:02

          Wahrscheinlich haben Simbabwe und Venezuela das genau so gehandhabt…

          • Schmidt

            2. Februar 2018 16:00 at 16:00

            Wahrscheinlich, aber das Problem dort ist dass sie das gedruckte Geld dem Volk schenken mĂŒssen damit der Mob ruhig ist. Anleihen fĂŒr Luftgeld kaufen und abschreiben ist was anderes.
            Die Staatsfinanzierung ĂŒber die Zentralbank ist zum Normalzustand geworden trotz der vielen nationalen und internationalen Gesetze die wir haben aber viele wollen es nicht wahrhaben oder glauben dass es irgendwann wieder vorbei wird. Niemals. WĂŒrde Deutschland das kostenlose Geld in die Hand nehmen und in Infrastruktur, Bildung, Gesundheit usw. investieren und sich noch mehr verschulden als die anderen hĂ€tte man was davon. Aber wenn der angebliche gesunde Menschenverstand stĂ€ndig auf der Schuldenseite starrt und entsetzt feststellt dass es immer grösser wird obwohl kein Eigennutzen davon hat dann kann ich nur sagen „Weiter so“ und Gratulation zum diesem tollen gesunden Menschenverstand. Weiter starren und entsetzen.
            Das Spiel gewinnt der der am meisten Aktivas von billigen Schulden gekauft hat wenn die Schulden abgeschrieben werden. Siehe die Schweizer, warum können die das ? Sie kaufen sogar Aktien auf Pump und die Japaner auch Immobilen, Aktien, ETFs alles was sie kriegen können. Und ist jetzt die Schweiz oder Japan, Venezuela oder Simbabwe ?
            Das gilt nicht fĂŒr Privatpersonen sondern nur fĂŒr unabhĂ€ngige souverĂ€ne Staaten was Deutschland aber nicht ist. Daher wird sie das Spiel auch nicht gewinnen können.

      • Michael

        2. Februar 2018 14:55 at 14:55

        Gegen den gesunden Menschenverstand natĂŒrlich 🙂

  6. asisi1

    2. Februar 2018 15:18 at 15:18

    Deutschland zahlt seit 100 jahren irgendwelche imaginĂ€ren schulden zurĂŒck. ich weiß zwar nicht an wen, aber wir werden weiterhin zahlen mĂŒssen!!!!

  7. Klaus

    2. Februar 2018 15:24 at 15:24

    „Wird irgend jemand einen Cent dadurch verlieren“ – Nein, jeder behĂ€lt alle seine Cent, kein Cent geht verloren. Nur sind sie dann halt alle wertlos. Heute bekomme ich sogar noch Gold dafĂŒr – irre, nicht wahr?

    • Schmidt

      2. Februar 2018 16:02 at 16:02

      Ja, irgendwann. Und wer seine Cents nicht rechtzeitig wegkriegt bleibt auf diese sitzen in der Hoffnung dass sie doch nicht wertlos werden.

  8. asyoulike

    2. Februar 2018 15:35 at 15:35

    Moin, moin,
    interessanter Artikel. Hier kann sich sicher niemand beschweren. Es kommt doch nur was kommen muss, nichts anderes passiert. Es wurde auf der Wahlkarte angekreuzt und nun bringt der Kellner die bestellten Sachen. So einfach.
    Je eher diese Problematik zur Entladung kommt, desto besser. Dann muss Michel sehen, was sein falsches Kreuz angerichtet hat bzw. was die BRD Politik-Eliten mit ihm machen. Wohl bekomms mag man da nur sagen. Auf Lerneffekte darf man bei Michels auch nicht hoffen, sonst wÀren die Wahlen eh abgeschafft.

    • moin_moin

      2. Februar 2018 18:17 at 18:17

      https://www.gold.de/staatsverschuldung-deutschland/

      Im Moment dreht sich die Schuldenuhr mit 78Euro/s rĂŒckwĂ€rts.. das sind zwar nur 2.5 Milliarden im Jahr.. aber das lĂ€ppert sich… um Target2 wĂŒrde ich mir gar keine Sorgen machen.. jedes Land hat noch reichlich, was man verwerten kann.. selbst griechenland.. ist nur halt politisch nicht gewollt..

      • Lars

        2. Februar 2018 19:03 at 19:03

        Ach, wenn ich mir diese Uhr nur mal fĂŒr eine Viertelstunde ausleihen könnte, wĂ€re ich ein vollkommen freier Mensch und wĂŒrde etwa 5 Jahre an enorm gestiegener LebensqualitĂ€t verbuchen können 😉

  9. Enka Latineg

    3. Februar 2018 00:04 at 00:04

    In einem Vortrag bei einer Privatbank sagte schon vor einigen Jahren der hausinterne Referent, dass Staatsschulden nicht zurĂŒck gezahlt werden mĂŒssen.

    Darauf setzten schon immer die Machthaber, liessen sich Gold fĂŒr Eisen geben und schufen ,quodlibet, aus der alten FiatwĂ€hrung ĂŒbernacht eine neue. Damit war dann selbst der kleinste FIAT bereits fĂŒr die Mittelschicht gefĂŒhlt eine sehr lange Zeit unerschwinglich, sogar gebraucht.

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Anleihen

Globaler Sog hin zu US-Staatsanleihen hĂ€lt an – China hĂ€lt bislang die FĂŒĂŸe still

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am

Die Zinsen in den USA steigen, und so ist es wenig erstaunlich, dass es derzeit Monat fĂŒr Monat einen Sog hin zu US-Staatsanleihen gibt. Die BestĂ€nde auslĂ€ndischer Besitzer von US-Staatsanleihen steigen immer weiter an, wie ganz aktuell veröffentlichte Daten des US-Finanzministeriums fĂŒr den Monat August belegen.

Insgesamt waren im August US-Staatsanleihen im Volumen von 6,287 Billionen US-Dollar in auslÀndischer Hand. Das sind 35,4 Milliarden Dollar mehr als im Juli, 75 Milliarden Dollar mehr als im Juni, und 100 Milliarden Dollar mehr als im Januar 2018.

Man könnte eigentlich erwarten, dass China im Zuge des US-Handelskriegs als Druckmittel US-Staatsanleihen auf den Markt wirft – zumindest in einem gewissen spĂŒrbaren Umfang, als Warnschuss Richtung Washington. Doch bislang ist dieses krĂ€ftige Signal ausgeblieben. Chinas Volumen in US-Papieren nimmt zwar seit drei Monaten nacheinander ab, aber nur in sehr geringem Umfang. Man bedenke: China hĂ€lt das grĂ¶ĂŸte Volumen aller auslĂ€ndischen Anleihe-Halter mit 1,165 Billionen Dollar. Da sind -18 Milliarden Dollar insgesamt in drei Monaten, also keine wirklich große Summe!

Saudi-Arabien hat seinen Bestand an US-Staatsanleihen im August um 2,7 Milliarden Dollar auf 169,5 Milliarden Dollar erhöht. Im Januar waren es noch 143,6 Milliarden Dollar. Aktuell hat man einen Rekordwert erreicht, den man in US-Papieren hÀlt. Es ist allgemein bekannt, dass die Saudis am US-Kapitalmarkt eher massiv in Blue Chip-Aktien als in Anleihen investiert sind. Aber 169,5 Milliarden Dollar sind ja auch nicht zu verachten.

Brasilien ist vom US-Handelskrieg wie China auch negativ betroffen. Auch hier ist der Sog des Geldes Richtung USA dank höherer Dollar-Zinsen spĂŒrbar. Brasilianische Anlagen in US-Staatsanleihen stiegen im Monatsvergleich um 18 Milliarden auf 317,8 Milliarden Dollar. Im Januar waren es noch 265 Milliarden Dollar. So wird Geld nach und nach diesen MĂ€rkten (SchwellenlĂ€nder) entzogen und landet in den USA, weil es hier mehr Zinsen auf Staatsanleihen einer „harten WĂ€hrung“ gibt.

US-Staatsanleihen
Grafik: US Treasury

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Anleihen

China: Ratingagentur S&P warnt vor „gigantischen Kreditrisiken“!

Chinas verdeckte Schulden – und die Konjunktur kĂŒhlt weiter ab!

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Sind Chinas Schulden tragfÀhig?

Kaum ein Land der Welt ist so verschuldet wie China – mithin ist also das Land dazu verdammt, zu wachsen, um dieses Schuldenlast ĂŒberhaupt noch tragen zu können. Aber sind diese Schulden tragfĂ€hig?


(Chart durch anklicken vergrĂ¶ĂŸern)

 

Alleine Chinas staatliche Unternehmen sind mit ca. 160% des BIP verschuldet, die Konsumenten im Reich der Mitte dagegegen sind im internationalen Vergleich recht gering verschuldet. Auch die Verschuldung des chinesischen Staates scheint sich in Grenzen zu halten – scheint! Denn da gibt es gewissermaßen verstecke Schulden, die bei den Provinzregierungen liegen, und genau vor diesen Schulden hat nun die amerikanische Ratingagentur S&P in einer Analyse gewarnt!

 

Verstecke Schulden

Die Zentralregierung in Peking gibt den Provinzen klare Vorgaben in Sachen Verschuldung – allerdings werden diese hĂ€ufig umgangen durch die sogenannten Local government financing vehicles (LGFVs). Faktisch sind das Investmentvehikel, die nicht in die Bilanzen der Provinzregierungen einfließen und vor allem Infrastrukturprojekte finanzieren sollen. Da diese Infrastrukturprojekte meist langfristig angelegt sind, fehlt es hĂ€ufig an ErtrĂ€gen, um die Schulden wieder zu minimieren – im Gegenteil werden oft neue Schulden aufgenommen, um bestehende Schulden aus diesen LGFVs zu refinanzieren.

S&P warnt nun vor einer verdeckten Schuldenbombe und schĂ€tzt die in LGFVs versteckten Schulden der Provinzen auf 40 Billionen Yuan (ca. 5 Billionen Euro). Das entspricht ca. 60% der chinesischen Wirtschaftsleistung. S&P sieht darin ein „alarmierend  hohes Niveau“. Bislang seien sie Versuche Pekings, die in den LGFVs schlummernden Schulden tragfĂ€hig zu gestalten, nur sehr begrenzt erfolgreich gewesen.

Faktisch heißt das: die Schulden Chinas sind immens – und werden aufgrund der Demografie des Landes latent weniger tragfĂ€hig. Durch die jahrzehntelange Ein-Kind-Politik wird Chinas Gesellschaft schrumpfen, immer weniger ArbeitsfĂ€hige werden immer mehr Rentner finanzieren mĂŒssen. Die Einzelkinder wiederum sind – so steht zu vermuten – weniger leidensfĂ€hig als noch vorherige Generationen, sie werden von ihren Eltern gewissermaßen als Investment gesehen und sich in den nĂ€chsten Jahrzehnten einer kaum zu bewĂ€ltigenden finanziellen Lage gegenĂŒber sehen.

 

Smartphones als Anzeichen der AbkĂŒhlung Chinas

Unterdessen zeigen neue Daten aus China Anzeichen einer AbkĂŒhlung, die auch die globale Konjunktur betreffen wird: so sind die Smartphone-Auslieferungen (mobile phone shipments) von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahr um -17% gefallen. Dabei schneiden chinesische Hersteller besser ab als auslĂ€ndische, da chinesische MobilgerĂ€te im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um -9,1% rĂŒcklaufig waren zwischen Januar und September.

KĂŒrzlich hatte Goldman Sachs gewarnt, dass die VerkĂ€ufe von Apple-Produkten (vor allem iPhones) in China enttĂ€uschen dĂŒrften, weil Chinas Konjuhnktur deutliche Anzeichen einer AbkĂŒhlung zeige. Zudem dĂŒrften viele Chinesen angesichts des von den USA begonnenen Handelskriegs amerikanische Produkte tendentiell meiden.

Unterdessen mehren sich die Anzeichen, dass China versucht, angesichts des schwierigen konjunkturellen Umfelds die AktienmĂ€rkte des Landes zu stĂŒtzen, die sich seit Jahresbeginn so schlecht entwickelt haben wie in kaum einem anderen Land der Welt. So hat Peking die Regularien fĂŒr AktienrĂŒckkĂ€ufe von börsengelisteten Firmen deutlich gelockert, nun haben offenkundig einzelne Lokalregierungen beschlossen, zur StĂŒtzung der Aktienkurse lokaler Unternehmen Milliarden von Yuan zur VerfĂŒgung zu stellen.

 

By Australian cowboy (talk) – Own work (Original text: I (Australian cowboy (talk)) created this work entirely by myself.), GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11970448

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Anleihen

Was die Lage gefĂ€hrlich macht: Massive AbflĂŒsse aus Anleihen-ETFs – wenn die KreditmĂ€rkte in Panik geraten..

Wenn die Unruhen an den KreditmĂ€rkten anhalten, war das gestrige Blutbad an der Wall Street nur ein laues LĂŒftchen!

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am

Ein Abverkauf an den AktienmĂ€rkten ist gemeinhin nicht wirklich gefĂ€hrlich – es sei denn bei dem ungleich grĂ¶ĂŸeren Anleihemarkt kracht es ebenfalls! Und genau das ist derzeit der Fall – und das macht das gestrige Blutbad an der Wall Street erst richtig gefĂ€hrlich!

Denn die AnleihemĂ€rkte sind faktisch KreditmĂ€rkte, und wenn an den KreditmĂ€rkten Panik ausbricht, bedeutet das zweierlei: erstens wird es immer teurer fĂŒr Unternehmen, sich zu verschulden und benötigtes Kapital aufzunehmen. Und zweitens wird es fĂŒr die stark verschuldeten Unternehmen immer schwieriger, die Schulden zu stemmen – und die Verschuldung etwa der US-Unternehmen war noch nie so hoch wie heute, weil man sich in der Zeit des billigen Geldes mit gepumpten Kapital vollgesogen hatte.

Und an den AnleihemĂ€rkten wird es jetzt brenzlig: derzeit fließen so massiv Gelder ab aus Anleihen-ETFs ab wie noch nie!

Betroffen sind besonders der iShares Core U.S. Aggregate Bond ETF (AGG, ein ETF fĂŒr amerikanische Investment Grade-Anleihen):


(Grafik durch anklicken vergrĂ¶ĂŸern)

 

Schwer getroffen sind auch die Junk Bonds (riskante weil bonitĂ€tsschwache Unternehemensanleihen), sichtbar in den massiven AbflĂŒssen aus dem HYG-ETF, das diese Junk Bonds abbildet – und gestern kam der Kurs dieses ETFs immens unter Druck:


(High-Yield ETF HYG; Chart durch anklickenn vergrĂ¶ĂŸern)

Meist sind es kleinere US-Firmen die hĂ€ufig im amerikanischen Nebenwerte-Index Russell 2000 gelistet sind, die solche Junk Bonds ausgeben. Und der Schuldenhebel wurde immer grĂ¶ĂŸer, nun scheinen langsam die RisikoprĂ€mien fĂŒr diese Unternehmensanleihen sich in Richtung der RealitĂ€t zu bewegen:

 


(Grafik: zerohedge.com; durch anklicken vergrĂ¶ĂŸern)

 

Die innere Struktur („breadth“), die aussagt, wieviele der Anleihen neue 52-Wochen-Tiefs erreichen im Vergleich zu den Anleihen, die ein 52-Wochen-Hoch erreichen, war noch nie so schlecht wie aktuell (derzeit schlechter als auf dem Hochpunkt der Finanzkrise!):

 

(Grafik: zerohedge.com;  durch anklicken vergrĂ¶ĂŸern)

 

Auslöser der historisch bisher einmaligen Mittel-AbflĂŒsse dĂŒrfte die Aussagen  von Jerome Powell letzten Dienstag gewesen sein – den Investoren wurde klar, dass die Fed es wirklich ernst meint mit den Zinsanhebungen! Geld wird teurer – und damit mĂŒssen die Renditen auch fĂŒr Unternehmensanleihen steigen, ergo die Kurse dieser Anleihen fallen. Daher wird es entscheidend sein auch fĂŒr die AktienmĂ€rkte, ob sich die KreditmĂ€rkte wieder beruhigen – oder die Turbulenzen dort weiter gehen! Sollte das dann der Fall sein, habe wir gestern mehr als den Beginn einer Korrektur an der Wal Street gesehen!

 

Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

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