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Anleihen

Grazie, Mario Draghi! Das Risiko wandert von den italienischen Banken zum deutschen Steuerzahler!

Euro – das ist die Geld gewordene Ideologie der großen Liebe der europäischen Völker jenseits der ökonomischen Vernunft. Nun verlagern italienische Banken ihre Risiken vor den anstehenden italienschen Wahlen in die EZB, und wenn es schief läuft, bleibt Deutschland nach einer möglichen Scheidung (Italexit) auf seinen Forderungen sitzen..

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Von Markus Fugmann

Anfang März sind bekanntlich Wahlen in Italien, und es sind vor allem die Euro-kritischen Parteien, die gute Chancen bei dieser Wahl haben. Das heißt nicht, dass Italien aus dem Euro austreten wird – aber ganz ausgeschlossen ist ein Italexit eben auch nicht infolge einer absehbar neuen Regierung von Euro-Kritikern, die schon laut zumindest über eine Parallelwährung nachgedacht haben (wie etwa der ewige Silvio Berlusconi, jener Polit-Figur, die den Italienern das schlechte Gewissen nimmt, wenn sie keine Steuern zahlen oder den Staat mit anderen Mitteln betrügen – der Silvio macht es doch auch, denkt man sich in Bella Italia).

Käme es zum worst case, nämlich zum Austritt Italiens aus dem Euro, dann müßte Italien, so hat es Mario Draghi nun mehrfach kundgetan, negative Target 2-Salden ausgleichen, sprich bezahlen. Und das würde Italien natürlich aus der Portokasse zahlen können, schließlich handelt es sich nur um die klitzekleine Summe von mehr als 400 Milliarden Euro. Ja, das würde der Silvio Berlusconi als potentiell nächster Regierungschef natürlich gerne zahlen – schon aus Liebe zu den Deutschen, deren Target 2-Forderungen inzwischen die 900-Milliarden-Grenze überwunden haben – Tendenz weiter steigend. Sollte Italien das aber aus irgendwelchen, völlig irrationalen Gründen doch nicht machen, bliebe Deutschland, sprich die Bundesbank, auf ihren Forderungen sitzen. Nach Italien verkaufte deutsche Autos wären dann sozusagen ein Geschenk der Deutschen an die Italiener – wäre doch mal eine nette Geste zum Abschied!

Alles natürlich kein Problem – auch für die EZB nicht. Was würde aber die Notenbank machen mit ihren italienischen Staatsanleihen, die sie im Rahmen des QE gekauft hatte, wenn Italien aus dem Club austritt? Mit einem netten Lächeln den Italienern zurück geben mit der Bitte um Abnahme?

Darüber aber möchte man bei der EZB natürlich nicht einmal nachdenken, oder wie es so schön heißt bei elitären Machthabern: „wir haben keinen Plan B“. Und es steht wirklich zu fürchten, dass es diesen Plan B nicht gibt, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Der Euro ist eben nicht nur eine Währung, sondern vor allem der Audruck einer Ideologie. Und die heißt, inspiriert vom deutschen Ex-Kanzler Kohl: nie wieder Krieg in Europa, wir haben uns doch alle lieb, und wenn´s hart auf hart kommt, zahlen die Deutschen eben dafür, dass wir uns alle lieb haben – und ganz fest versprochen: wir rücken nicht mehr in Polen ein und verzichten auf weitere Blitzkriege!

Jedenfalls ist auffällig, dass die EZB weiter sehr fleißig italienischen Staatsanleihen kauft. Und weil sie das nicht am Primärmarkt machen darf, also von Italien selbst, kauft sie über die Banken am Sekundärmarkt. Und welche Banken haben die meisten italienischen Staatsanleihen? Richtig, die italienischen Banken.

Und die entsorgen sich in den letzten Monaten sehr kräftig dieser italienischen Anleihen: sie verkauften im 4.Quartal italienische Anleihen im Volumen von 40 Milliarden Euro – an die EZB, weil die so gut wie der einzige Käufer italienischer Anleihen ist. Mit anderen Worten: sollte es blöd laufen und die Italiener wollen raus aus der Eurozone, dann sitzt die EZB auf noch mehr italienischen Anleihen, das Risiko wandert also immer mehr von den italienischen (Privat-)Banken zum europäischen, dabei besonders dem deutschen Steuerzahler, weil der für die EZB schließlich haftet und mit Abstand die größten Target-Forderungen hat.

Und gestern hat die EZB sehr wahrscheinlich in massivem Umfang italienische Staatsanleihen gekauft: während praktisch Staatsanleihen aller Länder stark unter Druck waren, sprich deren Renditen stiegen und Kurse sanken, fielen die Renditen für italienische Staatsanleihen erheblich, wie etwa der Vergleich zwischen der 10-jährigen italienischen Staatsanleihe (BTP, schwarz) und der deutschen 10-jährigen Bundesanleihe (Bund-Future, orange) zeigt:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Da ist also gestern ein ganz dicker Wal in die Badwanne gefallen, sprich die EZB hat gestern heftig zugekauft – anders ist eine solche Bewegung bei der 10-jährigen italienischen Staatsanleihe in dem derzeitigen fast schon Crash-artigen Umfeld für Staatsanleihen gar nicht erklärbar.

Und die Moral von der Geschicht: Europa heißt, dass wir uns alle ganz doll lieb haben – und am Ende die Deutschen haften, wenn es doch völlig überraschenderweise zur Scheidung kommt..


Grande amore con Germania: Mario Draghi
Foto: EZB

26 Kommentare

26 Comments

  1. Avatar

    PK

    2. Februar 2018 13:10 at 13:10

    ja, aber das Hauptthema in der Tagesschau wird trotzdem wieder sein, daß ein paar Affen und Menschen Stickoxide in geringer Dosis eingeatment haben.
    Es ist unfassbar was da passiert und es interessiert keine Sau.

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      leser

      2. Februar 2018 13:26 at 13:26

      Und selbst die Affen-Nachricht ist, zumindest ohne weitreichende zusätzliche Erläuterungen, fake-news und Affentheater, https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/um-diesel-ging-es-gar-nicht/

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      Michael

      2. Februar 2018 14:22 at 14:22

      @PK, so ganz ignorieren sollte man das aber auch nicht, in Verbindung mit den anderen Schummeleien ist die ganze Abgasgeschichte schon berichtenswert.
      Aber natürlich haben Sie recht, solche Themen sollten der Öffentlichkeit auf allen Kanälen schonungslos präsentiert werden. Ich persönlich finde dahingehend die von der FMW empfohlene 4-teilige Serie „Im Rausch der Macht“ genial. Hier wird klar und deutlich offengelegt, wie die Mechanismen funktionieren. Und alle, die es verdient haben, bekommen auch ihr Fett weg: Draghi, Banken, die Raute, Donnie Dumb, Hillary, Putin, Berlusconi, Sportfunktionäre…
      @alle AfD’ler: Und ja, ich weiß, ich weiß: Schon alleine die Tatsache, dass die Serie vom Spiegel produziert wurde, macht sie natürlich zu linker, sozialistischer Propaganda. Zu linkspopulistischer Lügen- und Lücken-Berichterstattung, zu Fake-News, suggestiv präsentiert von Gutmenschen, blah, blah, blah…

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        sabine

        3. Februar 2018 18:33 at 18:33

        http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/ford-abgasskandal-erreicht-zweitgroessten-autobauer-der-usa-a-1187255.html
        Lückenlose Aufklärung und die ganze Härte des Gesetzes. Sagen die Pharisäer.

        „Beim Fracking wird Wasser mit hohem Druck in den Erdboden gepresst. Dort erzeugt es viele kleine Risse, in die die Flüssigkeit eindringt. Zur Stabilisierung dieser Risse wird Sand mit in die Tiefe gepumpt. Außerdem werden dem Wasser-Sand-Gemisch Chemikalien zugesetzt. Sie sollen unter anderem das Bohrgestänge vor Korrosion schützen und das Wachstum von Bakterien verhindern. Das macht die Fracking-Technik allerdings gefährlich für die Umwelt. Einige dieser Substanzen, zum Beispiel Salz- und Ameisensäure, sind giftig oder gelten als krebserregend. Zudem befinden sich im Untergrund auch Quecksilber und andere Schwermetalle, die beim Fracking ausgewaschen werden und mit dem Brauchwasser an die Erdoberfläche kommen. Darüber hinaus strömen über die Bohrlöcher möglicherweise auch Gase wie das krebserregende Benzol nach oben.“ Alles nur linke Propaganda.

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    Donald Duck

    2. Februar 2018 13:26 at 13:26

    – und ganz fest versprochen: wir rücken nicht mehr in Polen ein und verzichten auf weitere Blitzkriege!

    Das braucht man nicht versprechen – siehe Schrotthaufen Bundeswehr

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      leser

      2. Februar 2018 13:28 at 13:28

      War auch mein erster Gedanke.
      Der „Feind“ sitzt ja auch eher in Frankfurt und in Berlin.

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    vier saeulen system

    2. Februar 2018 13:31 at 13:31

    Ich wiederhole es gerne nochmal:
    Das Luftmoney,das sind die heutigen Neuzeitbomben!
    Obwohl wir euch doch so lieb haben,aber im looosen,da sind wir Deutschen unschlagbar…wenns ins Eingemachte geht!

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    Jana

    2. Februar 2018 14:25 at 14:25

    es wird früher oder später sowieso passieren müssen, dass die EU auseinanderfliegt – mir persönlich ist lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende….

    • Avatar

      Columbo

      2. Februar 2018 14:54 at 14:54

      Irgendwann fliegt alles auseinander, auch die Sonne. So bald, wie sich das manche wünschen, fliegt die EU nicht auseinander. Und dann, @Jana, leidest Du derzeit an Schrecken ohne Ende, weil du die EU ertragen mußt? Gehts Dir so schlecht? Lebst Du auf der Straße? Oder bist Du einfach etwas schreckhaft?

      • Avatar

        Jana

        2. Februar 2018 15:18 at 15:18

        Nein, Ihre Meinung scheint mir im Rahmen dieser Thematik sehr kurzsichtig zu sein. Die extreme Verschuldung kann man sich nicht weglügen indem man sagt mir geht es gearde recht gut. Die Gesamtstabilität des Systems ist stark in Frage zu stellen. Schulden werden von neuen Schulden beglichen und das geht immer so weiter – Zinsen kann man kaum erhöhen in dieser Situation. Die Inflation steigt auch kontinuirlich an. Wenn die Reaktion darauf (also Zinserhöhung) im Grunde nicht durchgeführt werden kann, besteht die Gefahr einer immens steigenden Inflation – wenn nicht sogar Hyperinflation. Wir sind davon noch ein ganzes Stück entfernt – nur sollte man nicht nur im hier und jetzt leben, sondern auch mal an die Zukunft denken. Irgendwann muss sich diese Situation auflösen – es ist nunmal so. Man kann sich das Ganze auch mit geschlossenen Augen anschauen – wie Sie das scheinbar bevorzugen. Nur damit können SIe keine Tatsachen verschwinden lassen. Es wird in Zukunft größere Probleme mit diesem Geldsystem geben. Selbst wenn es noch Jahre vor uns liegt (was ich nicht mal glaube). Wer nicht mitbekommt, dass die Probleme der EU immer größer werden anstatt kleiner zu werden, der geht sowieso mit geschlossenen Augen durchs Leben.

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          Columbo

          2. Februar 2018 16:26 at 16:26

          @Jana, man sollte wirklich im Hier und Jetzt leben und sich keine Sorgen um die Zukunft machen, aus psychohygienischen Gründen. Man läuft sonst Gefahr ein Leben in „Schrecken ohne Ende“ zu führen und am Ende kommt es doch ganz anders. Es gibt ja nicht nur Schulden und Hyperinflation, sondern auch Unfälle und Krankheiten. Letztere treffen einen wesentlich häufiger, als Hyperinflation, Krieg oder was weiß ich. Also, take it easy?.

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        Pit M.

        2. Februar 2018 15:30 at 15:30

        Haha ja stimmt innerhalb der EU herrscht Eintracht wie noch nie – und das Vertrauen in den Euro ist auch auf Allzeithoch…..

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    Schmidt

    2. Februar 2018 14:26 at 14:26

    Dasselbe gilt auch für die deutschen Anleihen oder glaubt jemand dass Deutschland jemals seine Schulden zurückzahlen wird ?

    Was die ganze Diskussion um die Targetsalden geht, ohhh großes Risiko für den deutschen Steuerzahler bla bla bla. Wo ist der Unterschied ob die italienische Zentralbank oder die deutsche Zentralbank das Geld aus der Presse/Computer erzeugt und auszahlt, da keine Druckkosten mehr gibt sind es nur ein paar Cent für den Strom. Das Geld wurde von der Zentralbank ohne Gegenleistung erschaffen und liegt nun auf den Privatkonten der Autohersteller oder anderen Exportfirmen.

    Genauso könnte die Bundesbank die ganzen deutschen Schulden aufkaufen und dann alles abschreiben. Und genauso wird es kommen denn eine andere Alternative gibt es nicht. Wird irgend jemand ein Cent dadurch verlieren ?

    • Avatar

      leser

      2. Februar 2018 14:45 at 14:45

      Und gegen welche Position auf der Passiv-Seite der Bilanz wird abgeschrieben?

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        Schmidt

        2. Februar 2018 14:54 at 14:54

        Gegen die Luftposition woher auch das Geld für die Anleihen kam.

        • Avatar

          leser

          2. Februar 2018 15:02 at 15:02

          Wahrscheinlich haben Simbabwe und Venezuela das genau so gehandhabt…

          • Avatar

            Schmidt

            2. Februar 2018 16:00 at 16:00

            Wahrscheinlich, aber das Problem dort ist dass sie das gedruckte Geld dem Volk schenken müssen damit der Mob ruhig ist. Anleihen für Luftgeld kaufen und abschreiben ist was anderes.
            Die Staatsfinanzierung über die Zentralbank ist zum Normalzustand geworden trotz der vielen nationalen und internationalen Gesetze die wir haben aber viele wollen es nicht wahrhaben oder glauben dass es irgendwann wieder vorbei wird. Niemals. Würde Deutschland das kostenlose Geld in die Hand nehmen und in Infrastruktur, Bildung, Gesundheit usw. investieren und sich noch mehr verschulden als die anderen hätte man was davon. Aber wenn der angebliche gesunde Menschenverstand ständig auf der Schuldenseite starrt und entsetzt feststellt dass es immer grösser wird obwohl kein Eigennutzen davon hat dann kann ich nur sagen „Weiter so“ und Gratulation zum diesem tollen gesunden Menschenverstand. Weiter starren und entsetzen.
            Das Spiel gewinnt der der am meisten Aktivas von billigen Schulden gekauft hat wenn die Schulden abgeschrieben werden. Siehe die Schweizer, warum können die das ? Sie kaufen sogar Aktien auf Pump und die Japaner auch Immobilen, Aktien, ETFs alles was sie kriegen können. Und ist jetzt die Schweiz oder Japan, Venezuela oder Simbabwe ?
            Das gilt nicht für Privatpersonen sondern nur für unabhängige souveräne Staaten was Deutschland aber nicht ist. Daher wird sie das Spiel auch nicht gewinnen können.

      • Avatar

        Michael

        2. Februar 2018 14:55 at 14:55

        Gegen den gesunden Menschenverstand natürlich 🙂

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    asisi1

    2. Februar 2018 15:18 at 15:18

    Deutschland zahlt seit 100 jahren irgendwelche imaginären schulden zurück. ich weiß zwar nicht an wen, aber wir werden weiterhin zahlen müssen!!!!

  7. Avatar

    Klaus

    2. Februar 2018 15:24 at 15:24

    „Wird irgend jemand einen Cent dadurch verlieren“ – Nein, jeder behält alle seine Cent, kein Cent geht verloren. Nur sind sie dann halt alle wertlos. Heute bekomme ich sogar noch Gold dafür – irre, nicht wahr?

    • Avatar

      Schmidt

      2. Februar 2018 16:02 at 16:02

      Ja, irgendwann. Und wer seine Cents nicht rechtzeitig wegkriegt bleibt auf diese sitzen in der Hoffnung dass sie doch nicht wertlos werden.

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    asyoulike

    2. Februar 2018 15:35 at 15:35

    Moin, moin,
    interessanter Artikel. Hier kann sich sicher niemand beschweren. Es kommt doch nur was kommen muss, nichts anderes passiert. Es wurde auf der Wahlkarte angekreuzt und nun bringt der Kellner die bestellten Sachen. So einfach.
    Je eher diese Problematik zur Entladung kommt, desto besser. Dann muss Michel sehen, was sein falsches Kreuz angerichtet hat bzw. was die BRD Politik-Eliten mit ihm machen. Wohl bekomms mag man da nur sagen. Auf Lerneffekte darf man bei Michels auch nicht hoffen, sonst wären die Wahlen eh abgeschafft.

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      moin_moin

      2. Februar 2018 18:17 at 18:17

      https://www.gold.de/staatsverschuldung-deutschland/

      Im Moment dreht sich die Schuldenuhr mit 78Euro/s rückwärts.. das sind zwar nur 2.5 Milliarden im Jahr.. aber das läppert sich… um Target2 würde ich mir gar keine Sorgen machen.. jedes Land hat noch reichlich, was man verwerten kann.. selbst griechenland.. ist nur halt politisch nicht gewollt..

      • Avatar

        Lars

        2. Februar 2018 19:03 at 19:03

        Ach, wenn ich mir diese Uhr nur mal für eine Viertelstunde ausleihen könnte, wäre ich ein vollkommen freier Mensch und würde etwa 5 Jahre an enorm gestiegener Lebensqualität verbuchen können 😉

  9. Avatar

    Enka Latineg

    3. Februar 2018 00:04 at 00:04

    In einem Vortrag bei einer Privatbank sagte schon vor einigen Jahren der hausinterne Referent, dass Staatsschulden nicht zurück gezahlt werden müssen.

    Darauf setzten schon immer die Machthaber, liessen sich Gold für Eisen geben und schufen ,quodlibet, aus der alten Fiatwährung übernacht eine neue. Damit war dann selbst der kleinste FIAT bereits für die Mittelschicht gefühlt eine sehr lange Zeit unerschwinglich, sogar gebraucht.

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Anleihen

Zinsen: Warum immer mehr Anleihen eine Verlust-Garantie haben!

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am

Negative Zinsen bei der Geldanlage

Geht es auf der Welt oder den Märkten unsicherer zu, dann streben Anleger in sichere Anlagen. Oder in Anlagen, von denen die Anleger annehmen, sie seien sicher. Staatsanleihen zum Beispiel aus Ländern mit ausgezeichneter Bonität wie Deutschland oder den USA. Aber auch Unternehmensanleihen gesunder Unternehmen wie Apple stehen auf dem Kaufzetteln. Und zu guter letzt natürlich auch Edelmetalle. Die Risikoabneigung der Anleger verbunden mit Zinsen auf der Null-Linie bei der EZB führte dazu, dass immer mehr Anleihen auf dem Markt mit einer negativen Rendite gehandelt werden. Der Anstieg des Marktvolumens von Anleihen mit negativer Rendite war in der vergangenen Woche der größte seit 2016. Ironie der Geschichte: Genau damit werden die sicher geglaubten Anleihen unsicherer.

Anleihe-Volumen mit Negativ-Rendite steigt um fast 10% in einer Woche!

Inzwischen werden Anleihen mit einem Martkvolumen von 15 Billionen US-Dollar mit negativer Rendite gehandelt. Allein in der vergangenen Woche kamen 1,16 Billionen hinzu. Das heißt: Wer diese Anleihen kauft und bis zur Fälligkeit der Papiere hält, hat einen garantierten, sicheren Verlust erlitten. Es gibt nur eine einzige Chance, dass die Anleger mit diesen Papieren Gewinn erzielen: Wenn die Rendite noch weiter absinkt, dann steigt der Kurs der Anleihen zeitweilig und sie können vor Fälligkeit mit Gewinn an andere Käufer weitergereicht werden. Doch die größten Käufer dieser Papiere sind Versicherungen und Pensionsfonds und keine Trader. Diese Kunden halten die Papiere in der Regel bis zur Fälligkeit.

Doch warum sollte eine Versicherung ein Papier mit garantiertem, verbrieften Verlust erwerben? Dafür gibt es nur drei Gründe:

1) Der Anleger erwartet weiter fallende Zinsen und damit temporär steigende Kurse der Anleihen

2) Der Anleger erwartet eine Abwärtsbewegung in anderen Anlageklassen und möchte temporär Geld „parken“, um es später wieder in Anlageklassen mit höherer Rendite umzuschichten. In dem Fall kann eine Anleihe mit -0,1% Zinsen besser sein als ein Konto, auf dem zum Beispiel -0,4% Zinsen bezahlt werden müssen.

3) Der „Anleger“ ist eine Zentralbank, die die Zinsen durch ihre Käufe gezielt weiter fallen lassen möchte.

Anleger haben Angst und suchen nach sicheren Anlagen

Der jüngste Anstieg des Marktvolumens um 1,16 Billionen US-Dollar dürfte vor allem auf den zweiten Punkt zurückzuführen sein. In Anbetracht des sich ausbreitenden Corona-Virus ist davon auszugehen, dass Chinas Wirtschaft in ernsthafte Schwierigkeiten gerät. Eine Inflation ist nicht auszuschließen. Schließlich war der private Konsum zuletzt für fast 80% des Wirtschaftswachstums und rund 40% des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich. Doch in vielen Städten wird der private Konsum inzwischen unmöglich gemacht. Und dort, wo Chinesen noch privat konsumieren können, dürfte es langsam an der Konsumstimmung mangeln. Bei einer Wirtschaft, die ohnehin auf der Kippe steht, könnte der Corona-Virus das Fass zum Überlaufen bringen.

Dass die Anleger vor allem aus Furcht in die als sicher geltenden Anleihen flüchten, zeigt auch der Goldpreisanstieg. Gold gilt ebenso wie Anleihen als sicherer Hafen, wenngleich viele institutionelle Anleger wie eben Versicherungen gar kein Gold im Rahmen ihrer Anlagerichtlinien erwerben dürfen. Gold beendete in der vergangenen Woche die am 8. Januar gestartete Abwärtsbewegung und konnte allein seit Freitag mehr als 20 US-Dollar Kursgewinn verzeichnen.

Neben Furcht dürfte auch die EZB mit dazu beigetragen haben, dass Anleger in der vergangenen Woche bei Anleihen beherzt zugriffen. Denn Klaas Knot, der in seiner Funktion als Präsident der niederländischen Zentralbank die Geschicke der EZB mit lenkt, gab ein Interview. Und in diesem Interview bekräftigte er, dass sich die Geldpolitik der EZB auch in den kommenden Jahren (!) nicht fundamental ändern werde. Er verwies darauf, dass die niederländischen Haushalte trotz Negativzinsen ihre Sparquote zuletzt sogar erhöhten.Ein Hinweis darauf, dass die EZB sinkende Sparquoten und damit mehr Konsum und Investition wünscht. Solange der Trend jedoch in die Gegenrichtung zeigt, können Anleger davon ausgehen, dass es bei Negativzinsen im Euroraum bleibt.

Inzwischen können Anleger Risiken nicht mehr an negativen Zinsen ablesen

Mit einem immer größeren Marktanteil von Anleihen mit negativen Renditen geht auch ein Instrument verloren, mit dem Anleger früher Risiken einschätzen konnten. Früher galt, dass das Risiko umso höher ist, je mehr Zinsen ein Emittent zahlt. Doch dank Zentralbankkäufen, Negativzinsen und damit fehlenden Anlage-Alternativen sind inzwischen selbst die Zinsen von Staaten wie Griechenland, Italien und Japan auf einem Niveau angelangt, das praktisch Risikofreiheit anzeigt. Damit sind Fehlallokationen von Kapital vorprogrammiert. Früher oder später werden die Anleihe-Renditen das Risiko reflektieren müssen, das sich aus einer Staatsverschuldung von deutlich mehr als 100% des Bruttoinlandsprodukts ergibt. Das heißt auch, dass die Kurse der bereits emittierten Anleihen sinken müssen, damit die Rendite wieder steigt.

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Allgemein

Warum die Zinsen in den USA dieses Jahr auf null fallen

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Statue of Liberty in New York

Aus diesen Gründen werden auch die Zinsen in den USA, wie in Europa und in Japan bereits geschehen, bis zum Ende des Jahres auf null fallen.

Der Trend der Zinsen Richtung null ist bereits voll im Gange

Entgegen der Erwartung vieler Marktteilnehmer kommt es nicht zu einer dauerhaften Versteilerung der US-Zinsstrukturkurve mit steigenden Renditen für länger laufende Staatsanleihen, wie ich gestern in einem Artikel bereits erläuterte. Es ist eher wahrscheinlich, dass sich ein anderes, typisches Muster wiederholt: Zunächst kommt es zu einer kurzfristigen Invertierung der Zinsstrukturkurve, die die Notenbank zwingt, die Leitzinsen zu senken. Anschließend versteilert sich die Zinsstrukturkurve und relativ kurze Zeit später fallen die Zinsen über alle Laufzeiten erneut ab.

Dieses Muster war bereits in früheren Zinszyklen, wie z. B. ab den Jahren 2001 und 2006 beobachtbar. Der generelle Trend bei den Zinsen (gelbe gestrichelte Linie) ähnelt ohnehin einer absteigenden Sinuskurve. Extrapoliert man diese, kommt man in naher Zukunft auf ein über alle Laufzeiten gegen null tendierendes Zins-Niveau. Da der Weg in Anbetracht der ohnehin schon nominal niedrigen Zinsen bis dort hin nicht mehr sehr weit ist, könnte bereits zum Jahresultimo das im US-Dollar-Raum Realität werden, was in Japan, der Schweiz, in der Eurozone und vielen anderen Währungsräumen bereits Realität ist: Zinsen auf oder unter null.

Zinsen in den USA - kurzfristig vs langfristig

Das US-Zinsniveau folgt dem globalen Megatrend

Angesichts von negativ verzinsten Anleihen in Höhe von aktuell 11,5 Billionen US-Dollar weltweit ist die Annahme, dass die Zinssätze in den USA in Kürze wieder steigen werden, unrealistisch. Noch vor fünfeinhalb Jahren, also Mitte des Jahres 2014, war dieses Phänomen der negativ verzinsten Anleihen völlig unbekannt. Vor genau einem Jahr befand sich das Volumen negativ verzinster Anleihen weltweit noch bei 8,3 Billionen US-Dollar (am 23. Januar 2019). In der Spitze stieg dieses Niveau bereits auf 17,0 Billionen US-Dollar an (am 28. August 2019). Nun steigen diese Volumina erneut und liegen im zweistelligen Billionenbereich (die Amerikaner sagen „Trillions“).

Da die USA über ein Spitzen-Rating verfügen und der US-Dollar nach wie vor die Weltleitwährung darstellt, mit der man am Weltmarkt alles Wichtige kaufen kann, wird so lange Geld in nominal sichere US-Staatsanleihen fließen, bis auch deren Zinsen mindestens bei null, wenn nicht sogar darunter liegen. Diese globale Zinsarbitrage ist ein Garant für weiter sinkende Renditen bei US-Staatsanleihen und dementsprechend weiter steigenden Kursen bei diesen Papieren.

Die US-Notenbank Fed hat keine andere Wahl, als die Zinsen weiter zu senken

Die Tatsache, dass die Weltleitwährung US-Dollar nach wie vor höhere Zinsen bietet als andere Währungsräume, versetzt die US-Notenbank (Fed) in eine ähnliche Lage, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB). Letztere hat erst in dieser Woche erneut bekräftigt, dass man an seiner ultralaxen Geldpolitik inklusive Negativzinsen festhalten werde, auch und vor allem im Interesse der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der eidgenössischen Wirtschaft, die andernfalls durch einen zu hohen Wechselkurs stark negativ beeinträchtigt wäre.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Anleihen

Warum die Zinsen schon wieder fallen

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Hauptgebäude der Federal Reserve in Washington DC

Trotz des wieder aufkeimenden Konjunkturoptimismus sendet der Markt für US-Staatsanleihen ein gegenteiliges Signal zum Thema Zinsen. Was ist der Grund dafür?

Die Zinsen in den USA gehen schon wieder nach Süden

Eigentlich wollte die US-Notenbank mit den im Oktober letzten Jahres gestarteten Käufen kurzlaufender Staatsanleihen („Non-QE“-Programm) zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: zum einen die Entlastung des mit Staatsanleihen überfluteten US-Repo-Marktes und zum anderen die Versteilerung der US-Zinsstrukturkurve (Langfristzinsen höher als Kurzfristzinsen). Beide Effekte kommen ganz klar dem Bankensystem zugute, das über Anteilsbeteiligung an der Fed of New York, die für die operative Umsetzung des „Non-QE“ zuständig ist, einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen der privaten Niederlassung des US-Reserve-Systems hat.

Doch wie ich bereits in einem früheren Artikel vermutet hatte, wird aus dem zweiten Teil des Plans nichts, wie die aktuelle Entwicklung der US-Zinsen bestätigt. Die hohe Nachfrage heimischer und internationaler Investoren sorgt dafür, dass die Zinsen in den USA auch am langen Ende der Kurve wieder sinken und sich dementsprechend die Zinsstrukturkurve erneut verflacht, was die Kreditmargen der Geschäftsbanken schmälert.

Betrug die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen Anfang Januar noch ca. 1,95 Prozent, so sind es aktuell mit 1,764 Prozent bereits knapp 19 Basispunkte weniger. Die Kurzfristzinsen verharren mit 1,55 Prozent (Dreimonatszins) am unteren Ende des US-Leitzinsbandes von aktuell 1,5 – 1,75 Prozent (Fed Funds Rate). Der Chart signalisiert bei den Langfristzinsen eine Top-Bildung, die den kurzen Ausreißer nach oben schon wieder beenden könnte.

Zinsen für US-Staatsanleihen - Chart seit Anfang 2019

Trotz des wieder spürbar zunehmendem Konjunkturoptimismus (außer bei den CEOs der Konzerne) und der anhaltenden Euphorie an den US-Aktienmärten, wird der „Sichere Hafen“ US-Staatsanleihen von den Marktteilnehmern wieder vermehrt angefahren.

Der wesentliche Grund für die sinkenden Zinsen in den USA

Schaut man sich die globale Zinslandschaft an, dann fällt es schwer, bei akzeptablem Bonitätsrisiko noch Jahreskupons mit einer Eins vor dem Komma zu finden. In der Eurozone sind beispielsweise bis auf die zehnjährigen Staatsanleihen Italiens, Portugals und Griechenlands alle anderen Staatsanleihen nominal negativ verzinst. Und selbst die drei Südländer mit positiven Anleihekupons bieten deutlich weniger Zinsen als die US-Staatsanleihen. Kein Wunder also, dass auch europäisches Kapital auf der Suche nach risikolosem Passiveinkommen US-Bonds präferiert. Das Gleiche gilt für die Japaner.

Schlechte Zeiten für die Zinsmargen der US-Banken

Für die Profitabilität des Kreditgeschäfts der US-Banken ist die erneute Verflachung der US-Zinsstrukturkurve eine schlechte Nachricht. Die Differenz zwischen der Ausleihrate bei der US-Notenbank und der Verleihrate für Kredite an Kunden schmilzt schon wieder auf historisch niedrige Niveaus zusammen. Mit 0,4 Prozent Zins-Spread lässt sich im Kreditgeschäft kein Blumentopf gewinnen, zumal der Wettbewerb der Banken um potenzielle Schuldner in den USA weiter zunimmt. Die Zinsen am langen Ende der Zinsstrukturkurve gelten als Benchmark für Immobilien-, Automobil-, Studenten- oder Konsumdarlehen. Lediglich im Kreditkartengeschäft sind die Margen noch auskömmlich (dank Wucherzinsen im zweistelligen Prozentbereich).

Zinsen Strukturkurve für die USA

Fazit und Ausblick

In Anbetracht der globalen Zinswüste bei gleichzeitig weltweit sprudelnder Quellen frischer Notenbankliquidität wundert es nicht, dass das renditesuchende Kapital den Hafen ansteuert, wo es bei relativ geringem Bonitätsrisiko (S&P-Rating für die USA : AA+) noch Zinsen mit einer Zahl größer null vor dem Komma zu holen gibt. Darüber hinaus setzt sich der langfristige, auch wesentlich von der globalen Überschuldung erzwungene Abwärtstrend weiter fort. Da man dem Rentenmarkt mehr ökonomische Intelligenz, als dem Aktienmarkt zutraut, da sich hier mehr Profis tummeln (so jedenfalls die These), folgt der Markt diesem Trend unbeirrt. Wohlwissend, dass die US-Notenbank in Anbetracht der Explosion des US-Defizits langfristig ohnehin den Großteil der Staatsverschuldung, analog zu Japan, aufkaufen und die Zinsen auf null senken wird.

Solange die Inflation kein Problem darstellt, bleiben Staatsanleihen der USA daher auch für Privatanleger als Absicherungsinstrument fürs eigene Portfolio attraktiv. Neben einer laufenden Verzinsung steigen die Kurse besonders dann stark an, wenn die Aktienmärkte irgendwann einmal heftiger korrigieren sollten und von Aktien in diesen „Sicheren Hafen“ umgeschichtet wird. Das den US-Bonds innewohnende Währungsrisiko sollte man zusätzlich mit einer adäquaten Portion Gold im Portfolio absichern, da das gelbe Edelmetall ebenfalls als „Sicherer Hafen“ gilt und zudem negativ zum US-Dollar korreliert (Gold steigt i. d. R., wenn der US-Dollar vs. Euro fällt).

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