Interessantes aus der Presse

Greenspan über Blasen an den Märkten

Es gibt nicht wenige, die Alan Greenspan vorwerfen, der Vater aller neuen Blasen zu sein. Er habe die Zinsen zu lange niedrig gelassen und damit die Dotcom-Blase ausgelöst, so der Vorwurf. Danach habe er dann zu schnell die Zinsen angehoben, wodurch der Schaden nur noch umso größer geworden sei.

Aber das ist natürlich alles nicht wahr. Ganz bestimmt nicht! Das hat der Maestro gestern selbst indirekt noch einmal betont auf einer Veranstaltung der Citigroup in London. Es gehöre gewissermaßen zum Mensch-Sein dazu, dass es immer wieder Blasen gebe, so Greenspan, daran könne man nichts ändern, so sehr man sich auch bemühe. Subtext: er könne nichts für die Blasen, die während seiner Amtszeit als Fed-Chef entstanden waren.

Interessant seine Ausführungen, was er tun würde, wenn er noch im Amt wäre. Wie würde er mit derartigen Problemen umgehen? Greenspan unterscheidet zwischen „normalen“ Blasen und „Schulden-basierten“ Blasen. Ein normale Blase habe er 1987 erlebt – damals crashte der Markt, um sich dann (mit Hilfe Greenspans) wieder schnell zu erholen. Schulden-basierte und gehebelte Blasen seien hingegen viel gefährlicher. Hier würde er versuchen, derartige Blasen schon anzupieken, bevor sie platzten, weil die Folgewirkungen ungleich grösser seien als bei normalen Blasen.

Greenspan ließ unausgesprochen, wie er die derzeitige Lage an den Finanzmärkten beurteilt. Jüngste Äusserungen lassen jedoch erkennen, dass er sehr wohl Blasen erkennt (High-Yield-Märkte etc.) Und wen eines klar ist, dann das: die Märkte sind in hohem Maße „geleveraged und Schulden-basiert. Vermutlich war Greenspan ggestern einfach zu höflich, um das in London noch einmal klar zu formulieren..



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