Folgen Sie uns

Allgemein

Griechenland mit Jubelparty – die Ignoranz des Desasters!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die Akropolis in Athen - das Symbol für Griechenland

Griechenland jubelt, wenn man Wirtschaftsdaten und Finanzen betrachtet. Seit geraumer Zeit ist man wieder unabhängig von den europäischen Partnern, und holt sich sein Geld eigenständig am freien Anleihemarkt. Letztes Jahr konnte der griechische Aktienmarkt enorme 41% zulegen (Details dazu hier). Das Wirtschaftswachstum liegt bei 2,3% – das ist der höchste Stand seit zwölf Jahren. Die Arbeitslosenquote ist von 27,8% im Allzeithoch auf 16,6% gesunken. Das ist ein beeindruckender Rückgang. Doch erstens spiegelt diese Zahl eine für EU-Zwecke aufbereitete Statistikgröße wieder. In dieser Berechnung können Ämter nämlich alle Arbeitslosen, die sich angeblich jüngst nicht stark genug um Arbeit bemüht haben, aus der Arbeitslosenstatistik entfernen. Und noch wichtiger für diese Statistik in Griechenland ist: Nach Ausbruch der Krise haben sehr viele junge arbeitslose Griechen ihr Land verlassen um im Ausland Arbeit zu finden. Das hat natürlich die Arbeitslosenstatistik entlastet.

Man schaue bezüglich der tollen Erholung der Wirtschaftsleistung mal auf den folgenden Chart. Am Hochpunkt im Jahr 2008 lag das Bruttoinlandsprodukt in Griechenland bei 354 Milliarden Dollar. Im Tief im Jahr 2015 waren es 196 Milliarden Dollar. Von diesem extrem tiefen Niveau aus bis jetzt auf etwas über 200 Milliarden Dollar zu steigen, ist daher kein Kunststück.


source: tradingeconomics.com

Aber wir sind noch gar nicht beim eigentlich Thema angekommen. Dinge wie BIP und Arbeitslosenquote sind Faktoren, die öffentlich wahrgenommen werden. Auch wird ganz aktuell wahrgenommen, dass das Rating für Griechenland als Schuldner von der Agentur Fitch angehoben wurde. Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis lässt es sich da nicht nehmen dieses Rating als große Jubelmeldung zu verkünden, dass es mit dem Land bergauf gehe. Und ja, das kann man bei diesen Daten ja auch nicht wirklich abstreiten. Aber…

Griechenland mit totem Bankensektor

Die Banken in Griechenland sind im Eimer. Sie waren es, und sie sind es. Die Stresstests der EZB für die größten Banken in Euroland sind schon per Definition so angelegt, dass es offiziell nicht darum geht, dass jemand bestehen oder scheitern kann. Von daher kann man von dieser Seite keine erhellenden Infos erwarten. Die griechischen Banken arbeiten ganz normal weiter. Also ist doch alles in Ordnung, zumal die Wirtschaft wächst, und Fitch gerade das Rating hochgesetzt hat? Seit der Finanzkrise 2008 weiß man je endgültig, dass man den Ratingagenturen bedingungslos vertrauen kann (Satire).

Wenn man sich die minimale Mühe macht, und sich auf die Webseite der griechischen Notenbank begibt, dann findet man nach wenigen Klicks folgende Tabelle (hier ein Screenshot). Sie zeigt die Entwicklung der notleidenden Kredite (NPL) in Griechenland. Dabei geht es um von Banken herausgereichte Kredite, deren Raten nicht gezahlt werden. Die Kredite sind daher quasi wertlos. Und wie hoch ist die Quote in Griechenland in Relation zu allen vergebenen Krediten? Während sie in der gesamten Eurozone im Schnitt bei 3,8% liegt, so liegt sie in Griechenland bei 42,1%. Die NPL-Quoten sieht man im unteren Drittel der Grafik. Grau unterlegt sieht man den Schnitt.

Der aktuellste Stand stammt von Ende September 2019. Da Banken für die Kreditvergabe immer nur einen recht geringen Teil als Ausfallrücklage im Eigenkapital hinterlegen müssen, darf man sagen: Selbst nach einem Wert von 49% in 2017 ist man jetzt mit „nur noch“ 42,1% immer noch pleite. Pleite! Aber die Banken arbeiten ja weiter, und von der EZB hört man nichts. Man kann sagen: Das Problem oder auch Desaster wird einfach ignoriert. 71 von 169 Milliarden Euro an vergebenen Krediten in Griechenland sind notleidende Kredite! Wie kann es sein, dass der griechische Bankensektor überhaupt noch existiert, also noch arbeitet? Da frage man bitte die Notenbanker in Frankfurt und Athen.

Griechenland NPL Statistik

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Hesterberg

    27. Januar 2020 12:38 at 12:38

    Im Unternehmensrecht nennt man das Insolvenzverschleppung. Das ist ein Straftatbestand, weil das Unternehmen wissentlich seine Gläubiger (Banken, Lieferanten etc.) um ihr Geld betrügt. Das Gleiche machen die verantwortungslosen Politiker auf dem Rücken des Volkes und brechen dabei skrupellos Gesetze. Sie gehören ins Gefängnis und ich hoffe, die Zeit wird kommen, in der man sie dorthin bringt.

    • Avatar

      globalvoterorg

      27. Januar 2020 20:03 at 20:03

      Bravo! Außerdem erkennt man die geplante „Virtuelle DiktaturTotal“. QE ist nichts anderes als die Vorstufe, derselben. Komplete Marktbeherrschung. Versklavung der Menschheit! Die EU ist ein weiteres Omen und von der Klimabewegung, gar nicht zu reden! Jetzt kommt die Corona Pandemie, ein weiteres Elemente die unterdrückung zu „feiern“. Grüne, sind die nützlichen Idioten (Faschisten) der Totalität, denn sie sind im Irrglauben, NUR, recht haben zu können, weil die Eliten (die Mächtigen), es ja so, vorgelegt haben (Kruder Opportunismus!)! Sie haben keinerlei eigenen Charakter. Das erkennt man an der Tatsache, daß sie politische „Auseinandersetzungen“ mit militärischen Mitteln gutheißen (hofiert die Waffenlobby) und nicht das UNNACHHALTIGSTE System, dieser Erde, diskutieren wollen: Das FIAT Schuldgeldsystem, (hofieren der Finanzkrake FED/EZB/BIZ), welches, exponentiell, angelegt ist und somit, DIE MUTTER, aller Wachstumskrisen und Konsumsünden darstellt. (HÖRT (!): Umweltverschmutzung und unnachhaltige Ausbeutung der Ressourcen und derer Kriege!)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

weiterlesen

Allgemein

Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

weiterlesen

Allgemein

Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen