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Griechische Aktien mit 41% Jahresgewinn – woran das liegt!

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Die Akropolis in Athen - griechische Aktien sind gut gestiegen

Griechische Aktien waren die Top-Performaner im Jahr 2019. Nicht innerhalb Europas, sondern weltweit. Kein Index stieg stärker als der Athens General. Doch wie kommt das? In den deutschen Medien wird über Griechenland kaum noch berichtet, während das Land in der Hochphase der Eurokrise die Titelseiten über Monate bestimmte. Aufgrund dessen hat sich in Deutschland das Bild eines abgehängten Griechenlands gefestigt, während über die Erholung der griechischen Wirtschaft praktisch gar nicht mehr berichtet wird. Wie geht es nun weiter mit dem griechischen Aktienmarkt?

Fast 41% Kursgewinn in nur einem Jahr, das klingt phantastisch. Doch dann dürfte es jetzt zu spät sein mit dem Einstieg, oder? Nicht unbedingt! Denn schauen wir uns den Chart des Athens General Index an, so stellen wir fest, dass er heute gerade einmal da notiert, wo er auch 2015 zu finden war. Die 41% Kursgewinn für griechische Aktien wurden also von einem sehr, sehr niedrigen Niveau aus erzielt. Im Jahr 1999 notierte der Index fast auf dem sechsfachen Niveau, ebenso 2008 kurz vor dem Beginn der Finanzkrise.

Zahlreiche Wirtschaftsdaten zeigen die Erholung an!

Doch der Kursanstieg wird auch durch die Fundamentaldaten gestützt und ist nicht lediglich eine technische Gegenreaktion nach einer langen Abwärtsphase. So liegt das Wirtschaftswachstum inzwischen bei 2,3% und damit auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren. Griechenlands Wirtschaft wächst damit fast doppelt so schnell wie die Eurozonen-Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote hat sich seit dem Hoch bei 27,8% inzwischen auf 16,6% reduziert und sinkt weiter. Das Verbrauchervertrauen stieg dadurch auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren!

Gleichwohl gibt es auch noch Probleme. So wirkt sich das hohe Verbrauchervertrauen bislang noch nicht auf den Konsum aus. Die Zahl der PKW-Neuanmeldungen liegt nach wie vor darnieder, die Einzelhandelsumsätze kommen nicht vom Fleck und das an Verbraucher ausgereichte Kreditvolumen schrumpft sogar schneller als noch vor drei Jahren. Die Verbraucher haben sich seit dem Hoch im Jahr 2009 inzwischen um mehr als die Hälfte entschuldet, wobei ein Teil davon sicherlich auch auf Verbraucherinsolvenzen zurückzuführen ist.

Nicht alle Daten werden besser

Ein Problem sind auch nach wie vor die enormen Staatsschulden. Denn all die angeblichen Hilfsgelder der anderen EU-Staaten waren nichts weiter als eine Umschuldung für Griechenland, keine Netto-Schuldentilgung. Obwohl der griechische Staat seine Ausgaben seit dem Hoch um 32% reduzierte, ist die Staatsverschuldung in Euro gerechnet fast so hoch wie 2011 und in Prozent vom Bruttoinlandsprodukt aufgrund der massiven Schrumpfung der Wirtschaft sogar auf einem Allzeithoch angelangt. Das Außenhandelsbilanzdefizit bekam das Land auch noch nicht in den Griff.

Dass es dem Land inzwischen wieder besser geht, spüren die Banken als erste. Mindestens daran, dass weniger Kredite notleidend werden und zuverlässig bedient werden. Dementsprechend gehörten die Aktien griechischer Banken auch zu den Gewinnern am griechischen Aktienmarkt. Dreistellige Kursgewinne waren keine Seltenheit.

Die Rallye für griechische Aktien geht vermutlich weiter!

Der griechische Aktienmarkt ist vergleichsweise klein. Die Marktkapitalisierung aller Aktien zusammen beträgt nur rund 60 Milliarden Euro. Schon kleinere Kapitalzuflüsse können hier also große Kursbewegungen auslösen, aber auch kleinere Kapitalabflüsse. Angesichts der positiven Wirtschaftsentwicklung und der nach wie vor geringen Bewertung der meisten Aktien gehen Analysten davon aus, dass der griechische Markt auch 2020 zu den Gewinnern zählen wird.

Angesichts der im Markt lauernden Risiken empfiehlt es sich, breit diversifiziert in griechische Aktien zu investieren und Einzelaktien zu meiden. In Deutschland wird dafür zum Beispiel ein Index-ETF von Lyxor auf den MSCI Greece Index angeboten. Griechische Anleihen sind übrigens kein sonderlich attraktives Investment mehr. Die Renditen für griechische Staatsanleihen liegen inzwischen unterhalb denen, zu denen sich die USA verschulden können. Zwar sind hier angesichts der Geldpolitik der EZB noch weitere Kursgewinne denkbar, schließlich sind die Renditen nach wie vor positiv, während sich andere Staaten schon zu Negativzinsen verschulden können. Doch die große Bonds-Rallye, die ist in Griechenland bereits gelaufen.

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Kommt eine 10% Korrektur bei Aktien? China pumpt Geld, Gold steigt, und zwei Aktienideen

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China pumpt Milliarden ins Finanzsystem und senkt seinen Leitzins. Das soll helfen gegen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus. Manuel Koch bespricht das Börsengeschehen dieser Woche im folgenden Video. Goldman Sachs sieht die Möglichkeit, dass die Aktienmärkte um 10% einbrechen könnten. Gold hat laut Empfehlungen der trading-house Börsenakademie, die im Video besprochen werden, die Möglichkeit auf 1.700 Dollar zu steigen. Die Aktie von Airbus sei eine Short-Idee. Für beide Empfehlungen gibt es im Video konkrete Einstiegsmarken.

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Sophie Schimansky zum Handelsstart in New York – „Optimismus trotz Virus-Update“

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Sophie Schimansky berichtet im folgenden Video zum heutigen Handelsstart in New York. Der Coronavirus ist auch heute wieder im Gespräch. Auch zu diversen Einzelwerten gibt es Infos, die besprochen werden.

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Ich verschaffe Ihnen unabdingbares Hintergrundwissen – Werbung

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Lieber Börsianer,

es muss etwa Mitte der 90-er Jahre gewesen sein, als ich noch relativ am Anfang meiner Börsenlaufbahn einige Stück des ungarischen Unternehmens Matav erworben hatte. Matav (Magyar Telekom) war im Zuge der Wende im Ostblock privatisiert und wenig später an die Börse Budapest gebracht worden. Auch die Deutsche Telekom hatte sich bedeutsam an dem ungarischen Telefonunternehmen beteiligt.

Die Stimmung für Telekom-Aktien war seinerzeit recht gut, und ich freute mich über steigende Matav-Kurse. Irgendwann stockte der Hauptaktionär Deutsche Telekom nochmals auf, und damit begannen meine Probleme. Denn die Anzahl der Aktien im freien Handel (Free float) wurde durch diese Transaktion erheblich reduziert. In der Folge trocknete der Handel mit der Matav-Aktie in Deutschland weitgehend aus.

Mit anderen Worten: In meinem Depot stand zwar ein schöner Wertzuwachs, den ich allerdings aufgrund des ausgetrockneten Aktienhandels nicht realisieren konnte. Ich war richtig aufgeschmissen und wurde zunehmend nervös.
Theoretisch hätte ich die Aktie in Budapest verkaufen können, denn an der Heimatbörse wurde der Titel immer noch ausreichend gehandelt. Allerdings hatte ich die Aktie ja in Deutschland gekauft, wo sie auch für mich gelagert wurde. Damit war ein Verkauf an der Auslandsbörse erst einmal nicht möglich.

Zu diesem Vorgang einige Hintergrund-Informationen: In der Regel hat jede nationale Börse eine eigene Verwahrstelle. Hierzulande werden unsere Aktien bei Clearstream Banking (Tochter der Deutschen Börse) gelagert. Dort befinden sich alle Aktien, die an einem deutschen Börsenplatz erworben worden sind, auch wenn es sich um…..

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