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Größter Forex-Broker der USA halbiert Umsatz in nur einem Quartal – was ist da los?

Haben Sie schon mal den Namen GAIN Capital gehört? Das Unternehmen operiert mit mehreren Töchtern oder besser gesagt Handelsmarken, darunter forex.com und Cityindex. Man war eh schon der zweitgrößte Forex-Broker…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Haben Sie schon mal den Namen GAIN Capital gehört? Das Unternehmen operiert mit mehreren Töchtern oder besser gesagt Handelsmarken, darunter forex.com und Cityindex. Man war eh schon der zweitgrößte Forex-Broker der USA. Aber als vor Kurzem die Nummer 1 in den USA FXCM aufgrund eines Skandals durch die Börsenaufsicht gezwungen wurde seine US-Kunden zu verkaufen, schnappte GAIN zu. So kaufte man das US-Geschäft von FXCM im 1. Quartal dazu, und wurde zur Nummer 1. Man bekam auf diesem Weg Privatkunden mit Einlagen von 140 Millionen US-Dollar hinzu.

Das mag sich nicht nach viel anhören, aber aktiv handelnde Forex-Kunden können für Broker sehr lukrativ sein. Wie man aktuell aus den Quartalszahlen von GAIN entnehmen kann, hat man für die US-Kunden von FXCM gerade mal läppische 5 Millionen Dollar hingelegt. Fast schon gratis, aber FXCM war nun mal gezwungen das Geschäft quasi sofort abzugeben. Die FXCM-Kunden wurden unter das Dach von forex.com gebracht, und waren im 1. Quartal schon ein aktiv handelnder Bestandteil für GAIN.

Da denkt man ja eigentlich, dass mit so einem Zuwachs an aktiven Kunden der Umsatz der Firma im 1. Quartal gut steigen müsste. Aber Pustekuchen. Nicht nur im 4. Quartal 2016, sondern auf vor einem Jahr im 1. Quartal 2016 lag der Umsatz der Firma bei 116 Millionen Dollar. Jetzt im 1. Quartal 2017 liegt der Umsatz nur bei 59,6 Millionen Dollar. Ein brutaler Absturz von 49%! Wie kann das sein? Immerhin hat das Volumen der Kundeneinlagen laut GAIN´s Angaben im 1. Quartal um insgesamt 18% zugenommen gegenüber dem 1. Quartal 2016.

Bleibt nur noch der tatsächliche Handelsumsatz der Kunden. Hier ging die Aktivität deutlich zurück. Das kann aber nicht einfach so stehen gelassen werden. Denn man muss sich in der Branche nur umgucken – dann sieht man, dass viele Konkurrenten deutlich besser da stehen bei ihren Quartalszahlen. Auch kommen neue Konkurrenten hinzu. Oft bieten sie bei den Kommissionen und Spannen zwischen An- und Verkauf im Devisenhandel Kampf-Konditionen, um einen Fuß in den Markt zu bekommen. So wird man wohl aktive Kunden bei alteingesessenen Anbietern abjagen.

Die Erfahrung zeigt, dass viele Kunden bei mehreren Brokern Konten für den CFD- und Forex-Handel unterhalten. So kann es eventuell sein, dass GAIN-Kunden ihr Konto dort behalten, und parallel bei Konkurrenten mit vermeintlich besseren Konditionen handeln. Wir vergleichen jetzt nicht die Konditionen von GAIN mit der gesamten Konkurrenz, weil die schiere Masse der Anbieter von CFDs, Forex und Binären Optionen vor allem auch in Offshore-Ländern einfach zu unübersichtlich geworden ist. Deswegen sprechen wir hier von „vermeintlich“ besseren Konditionen.

Nicht nur der Umsatz von GAIN hat sich halbiert. Auch hat man nach einem Gewinn von 21 Millionen Dollar im vorigen Quartal jetzt einen Verlust von 18,9 Millionen Dollar gemacht. Vor einem Jahr war es ein Gewinn von 8 Millionen Dollar. Dass wohl die Privatkunden „schuld“ sind am aktuellen Umsatz-Desaster bei GAIN, zeigt die Tatsache, dass man in seinem Quartalsbericht stolz darauf verweist, dass das tägliche durchschnittliche Handelsvolumen der institutionellen Kunden um 36% gestiegen sei im Vergleich zum 1. Quartal 2016.

Das Trading-Volumen bei den Privatkunden geht im Jahresvergleich um 28,1% zurück. Wenn die Institutionellen aktiver sind, und die Privaten nur 28,1% im Trading-Volumen einbüßen, und der Umsatzverlust aber 49% beträgt, dann heißt das als Schlussfolgerung? Womöglich ist der Ertrag aufgrund sinkender Gebühreneinnahmen oder sinkender Spreads noch stärker rückläufig als das Trading-Volumen. Die Margen stehen also unter Druck. Wir vermuten wie gesagt, dass die neue Konkurrenz den Alten zusetzt. Aber -49% beim Umsatz, das ist dennoch heftig!

Da kann auch der aktuelle Kalenderspruch des Unternehmens die Lage nicht aufmuntern. Zitat zu den Zahlen:

„Although the first two months of the year presented challenging market fundamentals for our business, characterized by low volatility and narrow average trading ranges, we remain optimistic about the growth prospects for the company,“ commented Glenn Stevens, CEO of GAIN Capital. „Market conditions improved in March and have continued to improve in April, with revenue capture returning to a normalized level consistent with our trailing twelve month average of $107 per million. Strong Q1 retail operating metrics, highlighted by 18 percent growth in client assets, reflect the opportunity for market share gains as we optimize our position as the #1 provider of retail FX in the U.S. As we look at ways to reduce costs and more efficiently allocate capital, we continue to focus on our organic growth strategy, investing in product enhancements and customer acquisition and retention initiatives to drive increased engagement and expand our global reach.“

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

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SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

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Achtung Trader: Deutsche Börse führt „Xetra Trade-at-Close“ ein

Claudio Kummerfeld

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Achtung Trader! Ab 24. November bietet die Deutsche Börse für Trades über Xetra eine neue Handelsmöglichkeit an, die „Xetra Trade-at-Close“ Order. Sie bietet laut aktueller Aussage der Deutschen Börse eine zusätzliche Möglichkeit für Handelsteilnehmer zum offiziellen Schlusskurs zu handeln. Der Service steht dann für alle Wertpapiere im Xetra-Handel zur Verfügung. Hier die Details zu dem neuen Angebot im Wortlaut von der Deutschen Börse:

„Schlussauktionen gelten als Säule der Marktstabilität und des Anlegerschutzes. Sie bündeln die Liquidität pro Wertpapier zu einem Zeitpunkt und gewährleisten eine effiziente Preisbildung unter Berücksichtigung aller relevanten Informationen. Xetra Trade-at-Close adressiert die wachsende Nachfrage nach Orderausführungen am Ende des Handelstages“, sagt Michael Krogmann, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse.

Der neue Service bietet verschiedene Vorteile: Mit Xetra Trade-at-Close können Marktteilnehmer Aufträge auch nach Ende der Schlussauktion auf Xetra eingeben. Sie profitieren davon, zu einem festen Preis zu handeln, ohne an der Preisbildung in der Schlussauktion teilzunehmen. Außerdem erhalten sie eine zusätzliche Möglichkeit, Positionen vor Ende des Handelstages zu schließen und dabei mit zusätzlicher Liquidität im börslichen Handel zu interagieren.

Wird die Option Trade-at-Close für eine Order ausgewählt, werden Aufträge, die in der Schlussauktion nicht ausgeführt wurden, automatisch in die Trade-at-Close-Phase übertragen. Während der Trade-at-Close-Phase können auch neue Orders eingegeben werden. Der Schlusskurs wird vor allem von Buy-side-Kunden wie Pensionskassen oder Investmentfonds zur Berechnung von Portfoliorenditen, zur Bewertung von Investmentfonds und als Grundlage für viele Derivategeschäfte verwendet.

Xetra-Bildschirme der Deutschen Börse
Xetra-Bildschirme. Foto: Deutsche Börse AG

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