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Hedgefonds schichten um, Twitter-Chefs supporten Aktienkurs

FMW-Redaktion

Wie sehen die langfristigen Trends aus bei den Hedgefonds? Sehen wir uns die jüngst veröffentlichten Pflichtmitteilungen an. Die zehn größten US-Hedgefonds haben im letzten Quartal umgeschichtet hin zu Öl-Aktien, wohl nach dem Motto „bei Verlusten tief nachkaufen?“. Jetzt ist nur die Frage: Glaubt man als außenstehender Anleger der glamourösen Aura der Hedgefonds, die Erfolg versprechen? Schließt man sich an und glaubt, dass auf dem Ölpreis-Level von 30 Dollar ein solider Boden gefunden ist? Falls ja, macht eine Umschichtung rein in Öl-Aktien Sinn.

Die zehn größten Hedgefonds haben in 2015 gut 1/4 ihrer Volumen verloren und müssen jetzt aufholen. Carl Icahn soll mit Öl-Werten im letzten Jahr mehr als 2,5 Milliarden Verlust gemacht haben. Die Verluste der wichtigsten Hedgefonds in Öl in 2015 dürften wohl um die 8-9 Milliarden Dollar liegen, nicht realisiert wohl gemerkt. Icahn kann seine Verluste ganz locker aussitzen, da er selbst der Investor ist, und nicht einfach nur der Geldverwalter für jemand anders.

Da man als Hedgefonds ja immer etwas anders sein muss als ein langweiliger normaler Aktienfonds, wettet man wohl jetzt auf den großen Umschwung im Ölsektor. Im letzten Quartal flossen Gelder vor allem in  kleinere Ölwerte. Denn Hedgefonds wollen mit „relativ kleinen“ Milliardensummen in Relation zu den normalen Fonds was bewegen, richtig gute Rendite abstauben. Macht es da Sinn sagen wir mal für 50 Mio Dollar ein paar Exxon-Anteile zu kaufen? Da geht man in der Menge unter.

Unter den gekauften Ölfirmen findet sich z.B. Pioneer Natural Resources, die nicht ganz so brutal gefaltet wurde wie manch anderer Öl-Wert. Vom Herbst 2014 bis jetzt war es nur ein Verlust von 200 auf 118 Dollar in der Aktie.

Raus aus Finanzaktien

Zuletzt abgezogen haben die Hedgefonds unterm Strich Gelder aus Finanzaktien. Mit 903 Mio Dollar wurde von den Zockern am meisten aus der Lloyds Banking Group abgezogen. Die „Profizocker“ scheinen also tendenziell zu glauben, dass gerade bei Bankaktien erstmal nichts zu holen ist. Anders sieht das Jamie Dimon, Chef der größten US-Bank JP Morgan, der erst vor wenigen Tagen umfassend Aktien von JPM nachkaufte – und das ist in der Tat ein vertrauensgebendes Signal für Investoren, wenn der Chef selbst sein privates Geld in die Firma steckt. Das ist natürlich keine Garantie für Erfolg, aber immerhin ein starkes Signal.

Als Ausnahme im Finanzsektor darf man AIG ansehen. Carl Icahn will die Firma in kleine Bestandteile zerlegen und möglichst gewinnbringend ausschlachten, daher kaufte er im Q4 AIG-Aktien hinzu, um bei einer späteren Zerschlagung mehr Gewinn einstreichen zu können.

Twitter

Nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ haben zwei Twitter-Führungskräfte jetzt Twitter-Aktien eingekauft, wohl als Zeichen dass sie ihre Firma unterstützen und an ihren Erfolg glauben. „Executive Chairman“ Omid Kordestani kaufte für 2 Mio Dollar 122.250 Aktien (also für 16,35 Dollar) und „Chief Financial Officer“ Anthony Noto kaufte für 250.000 Dollar 15.500 Aktien für 16,13 Dollar. Vom Kursverlauf kann dieser Nachkauf nur Dienstag stattgefunden haben. Psychologisch hat er aber etwas gebracht – die Aktie stieg gestern um 5%. Heute legt die Aktie weitere 0,6% zu.

Vom längerfristigen Chartbild her kann man wohl erstmal „nur“ von einer technischen Erholung sprechen in dieser Woche, nachdem die Aktie vorher kräftig verprügelt wurde, weil sie beim Wachstum von Facebook und Instagram nicht mithalten kann.

Twitter-Aktie



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