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Immobilien – nach Boom kommt jetzt Krise

Die Krise erwischt nun auch die lange boomende Baubranche in Deutschland – perspektivisch bedeutet das fallende Immobilienpreise

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der Boom am deutschen Markt für Immobilien schien endlos zu sein: ständig neue Rekorde, der Bau kaum der Nachfrage nach Betongold kaum hinterher. Aber nun zeigt sich, dass der Boom beim Bau in eine Krise mündet! So hat Markit heute den Einkaufsmanagerindex (Markit Construction PMI) für das deutsche Baugewerbe veröffentlicht – und die Zahlen lassen Böses ahnen!

So sackte der Wert von 49,5 im Juli auf 46,3 ab im August – das ist der größte Rückgang seit August 2014.

Die Aussagen von Markit zur Entwicklung beim deutschen Bau – ergo beim Markt für Immobilien – sind alarmierend:

„German construction activity fell at the fastest rate for more than five years in August, latest PMI® data showed, as the downturn spread to all broad categories of building work. The recent decline in new orders meanwhile gathered pace, with worries about a sustained slowdown dragging firms‘ output expectations down to the lowest since late-2015.“

Dabei führt die nachlassende Nachfrage zu sinkenden Preisen – eine Art deflationäre Spirale:

„Amid a drop in demand for building materials and products, input price inflation slowed to a three-year low (..).“

Betroffen vom Abschwung sind alle drei Sektoren:

„For the first time since the snow-related disruption in March 2018, all three broad construction categorises recorded a decrease in activity. The worst performing remained civil engineering, where work fell for the fifth month in a row and at the quickest rate in almost one-and-a-half years. Data also showed a sharp drop in commercial activity, the most marked since March 2013, while work on housing projects returned to contraction after a brief rise in July, falling only modestly but the most nonetheless since May 2014.“

Die Neuaufträge fallen dabei nun den vierten Monat in Folge und gingen dabei so stark zurück wie seit Juli 2014 nicht mehr – die Branche wird daher immer pessimistischer:

„August saw expectations turn increasingly negative and sink to the lowest overall in almost four years.“

Zwar erlebt die Branche insgesamt noch Stellenzuwächse – aber der Aufbau neuer Jobs steigt so wenig wie seit zehn Monaten nicht mehr.

Insgesamt erwarten die befragten Einkaufsmanager einen starken Abschwung der deutschen Wirtschaft – und beklagen die rückläufige Nachfrage aus dem öffentlichen Sektor:

„(..) new orders and expectations sinking deeper into contraction territory amid reports of growing concerns among clients about an economic slowdown and a lack of tender opportunities from the public sector.“

Summa summarum ist der Abschwung nun als auch am Markt für Immobilien angekommen – aus Boom wird nun Krise. Der Bau war das Zugpferd der deutschen Konjunktur aufgrund der immensen Nachfrage (auch durch die Migration nach Deutschland) nach Immobilien – aber das scheint nun absehbar vorbei zu sein.

Das dürfte sich früher oder später auch in den Preisen für Immobilien niederschlagen, zumal Kernbranchen der deutschen Wirtschaft wie der Maschinenbau heute ebenfalls miserable Zahlen meldete. Wenn immer mehr Menschen ihre Jobs verlieren (derzeit werden besonders befristete Verträge im gesamten Industriesektor nicht mehr verlängert), dann sinkt die Nachfrage nach Immobilien, und sinkende Nachfrage wiederum bedeutet sinkende Preise. Für diejenigen, die sich noch kürzlich eine Immobilie in einer deutschen Großstadt auf Kredit und zu Mondpreisen gekauft haben, könnnte das eine schlechte Nachricht sein..

Die Party bei deutschen Immobilien ist jetzt vorbei

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    tm

    5. September 2019 11:44 at 11:44

    Alles richtig, wobei die noch weiter gesunkenden Zinsen ebenso stützen dürften wie die mit einer internationalen Rezession vermutlich verbundene Kapitalflucht in Richtung Deutschland.

    • Avatar

      Will_DM_wieder

      5. September 2019 14:56 at 14:56

      Sind Immozinsen von 0,5% für 10jährige nicht eher ein Indikator für Luftgeld aus dem Nichts = Kreditgeld = saures Bier? Will also fast keiner mehr. Dann wird es nichts mit der Stütze aus der Ecke.
      Für die später geborenen: In gesunden Zeiten liegten die Immozinsen für 10jähriges bei 4..9%! In den USA übrigens derzeit um 5%. Also saftige 10mal so hoch wie in dem kaputten Euroland!

      • Avatar

        Pierre

        7. September 2019 17:32 at 17:32

        Aber sind das wirklich damals gesunde Zeiten, bzw. gesunde Zustände gewesen?

        Wofür sorgt denn ein hoher Zins primär? Er sorgt dafür, dass der Reiche reicher wird, und der Arme ärmer. Also geht die Schere nur weiter auseinander.

        In meinen Augen wird dieser Entwicklung nur gegengewirkt. Das dabei nebenbei noch Investitionen gesteigert werden, ist ein positiver Nebeneffekt.

        • Avatar

          Claudia

          7. September 2019 18:30 at 18:30

          @Pierre, und ein verkaufsfördernder Link auf Ihrem Namen hilft jetzt den Armen oder Reichen? Oder beiden?

        • Avatar

          Ein Engel für die Völker

          7. September 2019 20:04 at 20:04

          @Pierre, in Zeiten höherer Zinsen war seit jeher eine Gesundung volkswirtschaftlicher Prozesse und Entwicklungen feststellbar. Aus welchen Gründen genau sollten Niedrig- oder Minuszinsen die Schere zwischen Arm und Reich gerade im Immobiliensektor verringern?

  2. Avatar

    Betongold -Anleger

    5. September 2019 12:26 at 12:26

    Wobei schlaue Bauherren meistens lange Hypzhekarfristen abgeschlossen haben u.bei grösseren Einbrüchen wiederum die Banken den schwarzen Peter hätten.

    • Avatar

      judith

      5. September 2019 13:25 at 13:25

      Sehr geehrter Betongold-Anlager, m.E: nicht ganz richtig was Sie schreiben, denn seit 01.01.2019 haben wir das -EU- Gesetz ..falss sich die Vermögensverhältnisse ändern… außerdem haben die Banken immer den „Hebel“mit der Einwertung der Immobilie, damit können Sie immer nachträgliche Sicherheiten verlangen..
      Soweit meine Erfahrung

      • Avatar

        Roberto

        5. September 2019 15:33 at 15:33

        @Judith, ja das ist richtig. Aber die Bank wird sich so etwas drei mal überlegen bevor sie das tut. Denn wenn die Tatsache schon so weit gediegen ist, dass die Immopreise in den Keller rauschen, dann weiß die Bank das sie trotz oder gerade deswegen ihr Geld bei einer Zwangsversteigerung niemals OHNE ERHEBLICHE EINBUSEN rausbekommt. Soll heissen, das wenn das Darlehn in einer Krisensituation ordnungsgemäß und ohne Verzögerungen bedient wird, das die Bank auf solche Speilchen aus Eigeninteresse verzichtet.

    • Avatar

      Will_DM_wieder

      5. September 2019 15:02 at 15:02

      „Aufgrund der Marktentwicklung ist der Verkehrswert Ihrer Immobilie erheblich gesunken und reicht nicht mehr zur Besicherung Ihres Kredits aus. Bitte überweisen Sie in den nächsten 14 Tagen 100.000 Euro, andernfalls wir eine Zwangsverwertung des Objekts vornehmen müssen. Wir bitten um Ihr Verständnis. Mit freundlichen Grüßen Ihre Hausbank.“

  3. Avatar

    Marcus

    5. September 2019 13:21 at 13:21

    @Betongold-Anleger: Wenn eine Bank bei den heutigen Konditionen sich auf eine langfristige Zinsbindung einlässt, ist sie ganz schön dumm! Was ist für Sie eigentlich „langfristig ?

    • Avatar

      Chameleon Schwarz

      5. September 2019 21:27 at 21:27

      An der „Doomsday“ Schlagzeile aufgeilen ist nicht so mein Ding. Es wird weniger Rohmaterial für künftige Bauprojekte eingekauft. Mehr sagt der Artikel nicht aus. Der Rest ist Spekulation und stellt lange keinen Immobilienpreisverfall in Aussicht. Wenn überhaupt sprechen die Fakten das Gegenteil: Weniger künftige Bautätigkeit. Also ein noch höheres Wohnraumdefizit? Klingt nach Nachfrageüberhang und weiter steigenden Preisen.

      Hier noch etwas Spekulationsstoff: Vielleicht warten die Bauherren erstmal Brexit, Handelskrieg und Mietpreisbremse ab und starten später durch? Vielleicht bremsen Lagarde Mini-Zinsen gar Vermögemsseitig die Mietpreisbremse aus (was genialer Weise Mieter und Eigentümer gleichermaßen Happy macht)? etc.

  4. Pingback: Aktuelles vom 5. September 2019 | das-bewegt-die-welt.de

  5. Avatar

    Betongold-Anleger

    5. September 2019 13:52 at 13:52

    @Marcus, Sind denn alle Banken dumm ? Sie können heute überall so tiefe u.langjährige Hypotheken abschliessen wie noch nie.Es gibt sogar Länder mit NEGATIVHYPOZISEN.
    Sie sind anscheinend neu in dieser Branche, ich schürfe schon Betongold seit fast 40Jahren

  6. Avatar

    Marcus

    5. September 2019 15:06 at 15:06

    @Betongold-Anleger: Antworten Sie doch bitte mal auf meine Frage was für Sie „langjährig“ in Sachen Zinsbindung bedeutet. Das mag sein das ich zu solchen Konditionen abschließen kann, aber es ist betriebswirtschaftlich vollkommener Blödsinn das die Bank dem Kreditnehmer dann noch eine Zinsfestschreibung gewährt.

  7. Avatar

    kitchen design sri lanka

    14. Januar 2020 11:34 at 11:34

    XU

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Aktienmärkte: Großbritanniens FTSE 100, vor einer Aufholjagd?

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Stehen die Aktienmärkte Großbritanniens, vor allem der FTSE 100, vor einer Aufholjagd? Knapp viereinhalb Jahre dauert das Gezerre um den EU-Austritt Großbritanniens schon, der Brexit, der mit dem Referendum vom 23. Juni 2016 eingeleitet wurde. Jetzt ist es nur noch ein Monat bis zum letzten Datum. Entsprechend gelitten haben die britischen Aktienmärkte, weil Anleger eine starke Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen auf der Insel erwarten. Eine Chance für ein Comeback international aufgestellter Titel?

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Aktienmärkte in Großbritannien: Die Einpreisung der Schwierigkeiten

Betrachtet man sich die Performance der Leitindizes verschiedener Länder, so kann man feststellen, dass die Investoren aufgrund des britischen Sonderweges einen kleinen Bogen um die Insel gemacht haben. Seit dem Referendum sahen die Entwicklungen der internationalen Aktienmärkte wie folgt aus (bis Ende November):

S&P 500 pus 73 Prozent
Dax plus 32 Prozent
CAC 40 plus 27 Prozent
FTSE 100 minus 14 Prozent

Auch die britische Währung hat unter dem Sonderweg stark gelitten, von 0,76 zum Euro auf aktuell 0,90 EUR/GBP.

Großbritanniens Schwäche ist auch ein relativ hohes Leistungsbilanzdefizit, also der Handel von Waren und Dienstleistungen mit dem Ausland. 2019 lag dieses Defizit bei 4,0 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die britische Volkswirtschaft ist auf Kapitalzuflüsse aus dem Ausland angewiesen –  aber würde eine Abwertung des britischen Pfunds nicht auch Vorteile für die Exportwirtschaft generieren?

Gibt es ein Comeback britischer Aktien?

Die ersten Fondsmanager rechnen mit einem Aufschwung des britischen „Footsies“, denn britische Aktien haben im Vergleich zu den internationalen Märkten ein 50-Jahrestief erreicht. Es gibt viele Aktien, die in der Skepsis gegenüber der eigensinnigen Politik von Premier Boris Johnson über Gebühr verloren haben. Ob aus dem Pharmasektor – es gibt auch noch andere Werte als AstraZenecca -, dem Bankensektor (mit niedrigsten Kurs/Buchverhältnissen) oder aus dem Energiebereich, der an der Wall Street gerade so ein gewaltiges Comeback gefeiert hat. BP und Shell sind Energieriesen, die aber sehr von der Entwicklung des Ölpreises abhängen.

Für 2021 sind Fondsmanager der Hoffnung, dass die Bewertungslücke zu Europa wieder etwas geschlossen wird. Vor allem wenn es zu einem Handelsabkommen mit der EU kommen sollte. Außerdem darben derzeit viele britische Aktien im Sammelindex FTSE 100, die als Global Player ihre Gewinne außerhalb Großbritanniens einfahren. Mitgefangen, mitgehangen – aber wie schnell sich die Aktienmärkte umorientieren können, haben wir in letzter Zeit bei der Branchenrotation zwischen Growth und Value beobachten können. Auf der anderen Seite gilt es zu bedenken, dass Empfehlungen von Investmentbanken wie Morgan Stanley eigentlich nur bedeuten können: man hat schon einen Fuß in der Tür.

Fazit

Die Aktienmärkte und damit zahllose Investoren hatten Zeit genug, um die wirtschaftlichen Konsequenzen des britischen Sonderwegs in die Kursentwicklung einfließen zu lassen.

Was ist also, wenn es doch nicht so schlimm kommt, wie man es vorsorglich bedacht hat? Oder wenn es doch noch eine Lösung auf den letzten Drücker gibt? So oder so dürfte der 31. Dezember nicht mehr viel an großen negativen Überraschungen liefern, die Zeit bis zum Jahresende bleibt aber spannend. Beim Kampf um die Impfstoffzulassung, beim Fight um eine Jahresendrally für die Aktienmärkte – und um die Jahresperformance in der aktiven Fondsbranche und beim ersten Vortasten auf aussichtsreiche Investments für das Jahr 2021.

Die Aktienmärkte Großbritanniens: Potential für den FTSE 100 nach dem Brexit?

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