Immobilien

Aktuelle Daten von Pfandbriefbanken Immobilienmarkt dreht: Deutlich mehr Kredite für Wohnimmobilien

Im ersten Quartal wurden von Pfandbriefbanken im Jahresvergleich 7,2 % mehr Kredite für Wohnimmobilien vergeben, auf kurze Sicht +17 %.

Wohnblock. Foto: Roman_Babakin-Freepik.com

Dass der deutsche Immobilienmarkt sich bereits in einem leichten Aufschwung befindet, sieht man an den seit vier Monaten am Stück steigenden Preisen für Wohnimmobilien. Jetzt gibt es ein weiteres Indiz für die Markterholung: Der Verband der deutschen Pfandbriefbanken (vdp) meldet heute, dass seine Mitgliedsbanken im ersten Quartal spürbar mehr Kredite für Wohnimmobilien vergeben haben.

7,2 % mehr Kredite für Wohnimmobilien im Jahresvergleich

Die im Verband deutscher Pfandbriefbanken zusammengeschlossenen Banken vergaben im ersten Quartal 2024 Immobilienkredite im Volumen von 27,0 Milliarden Euro. Dies ist ein Anstieg von 4,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal bzw. 3,1 % gegenüber dem direkten Vorquartal. Er resultiert aus der stärkeren Kreditvergabe für Wohnimmobilien. Kredite für Wohnimmobilien summierten sich im ersten Quartal auf 17,8 Milliarden Euro, ein Plus von 7,2 % auf Jahressicht bzw. 17,1 % auf Quartalssicht. Damit verzeichnete die Wohnimmobilien-Finanzierung laut Verbandsaussage das beste Quartalsergebnis seit dem dritten Quartal 2022 (damals 22,1 Mrd. Euro). Vom Niveau während der Nullzinsphase ist das Neugeschäft allerdings nach wie vor weit entfernt. Kredite für Gewerbeimmobilien konnten ihr Volumen mit 9,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresquartal halten.

Grafik zeigt Zunahme der Kredite für Wohnimmobilien

Gründe für Wende am Immobilienmarkt

Seit sechs Quartalen bewegt sich das Neugeschäft laut vdp stets zwischen 15 und 18 Milliarden Euro. Die aktuellen Zahlen sollen auf eine eintretende Entspannung in diesem Geschäftsfeld hindeuten. Die Wohnimmobilien-Finanzierung sende positive Signale: Steigende Reallöhne und stabile Darlehenszinsen würden sich vorteilhaft auf den finanziellen Spielraum der Privathaushalte auswirken. Aufgrund der Übernachfrage nach Wohnungen würden die Neuvertragsmieten weiter ansteigen. Dies lasse den Wohneigentumserwerb wieder attraktiver erscheinen, so der vdp. Weiter sagt der Verband, Institutionelle Investoren seien dagegen weiterhin zurückhaltend. Dementsprechend verhalten sei der Start in das Jahr 2024 für die Finanzierung von Mietwohngebäuden und Gewerbeimmobilien verlaufen. Für das gesamte Immobilienfinanzierungsgeschäft der vdp-Mitgliedsinstitute rechnet der Verband dennoch – dank der voraussichtlich positiven Entwicklung bei Wohnimmobilien-Darlehen – mit einem Plus im Vergleich zum Jahr 2023.“

Wohnimmobilienneugeschäft: Segmente wachsen teilweise zweistellig

Das Volumen an Wohnimmobilien-Darlehen, das von Januar bis März 2024 um 7,1 % auf 17,8 Milliarden Euro stieg, setzte sich aus neuen Finanzierungen für Ein- und Zweifamilienhäuser (9,0 Mrd. Euro), für Eigentumswohnungen (3,7 Mrd. Euro) für Mehrfamilienhäuser (4,0 Mrd. Euro) und für sonstige Wohnimmobilien (1,1 Mrd. Euro) zusammen. Das Wachstum wurde laut vdp insbesondere durch eine Belebung bei der Finanzierung selbst genutzten Wohneigentums (Eigenheime und Eigentumswohnungen) getragen, während für Mehrfamilienhäuser sowohl auf Jahres- als auch auf Quartalssicht ein geringeres Darlehensvolumen ausgereicht wurde.

Seitwärtsentwicklung bei Gewerbeimmobilien

Das Neugeschäft bei Gewerbeimmobilien im Anfangsquartal 2024 lag vom Volumen her auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums und wurde – der traditionellen Bedeutung entsprechend – laut dem vdp erneut dominiert von Büroimmobilien-Darlehen, auf die ein Volumen von 5,5 Milliarden Euro bzw. ein Anteil von rund 60 % entfiel. Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2023 nahmen die Zusagen für Büroimmobilien um 19,6 % zu, im Vergleich zum direkten Vorquartal um 1,8 % ab. Das Darlehensvolumen für Handelsimmobilien nahm sowohl im Jahres- als im Quartalsvergleich um jeweils 29,6 % auf 1,9 Milliarden Euro ab (Q1 2023 und Q4 2023: jeweils 2,7 Mrd. Euro). Die Volumina für Hotels, Industriegebäude und sonstige Gewerbeobjekte betrugen von Januar bis März dieses Jahres 400 Mio. Euro, 300 Mio. Euro sowie 1,1 Mrd. Euro.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat sich die Summe der vergebenen Kredite erhöht und nicht die Anzahl der vergebenen Kredite.
    Bei den gestiegenen Materialpreisen und den gestiegenen Zinsen wäre mal die Anzahl der vergebenen Kredite interessant.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage

Exit mobile version
Capital.com CFD Handels App
Kostenfrei
Jetzt handeln Jetzt handeln

75,0% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld.