Immobilien

Difi-Index Immobilienmarkt: Stimmung bei Kreditgebern hellt sich deutlich auf

Am Immobilienmarkt steigen nicht nur die Preise, auch die Stimmung bei Kreditgebern hellt sich massiv auf, so aktuelle Difi-Daten.

Baustelle. Foto: Constiv-Freepik.com

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen den dritten Monat in Folge, und zuletzt ging es sogar bei allen Teilsegmenten gleichzeitig aufwärts, so zeigte es jüngst der Europace Hauspreisindex. Jetzt gibt es einen weiteren Indikator, der eine verbesserte Lage am Immobilienmarkt zeigt. Die Stimmung bei Immobilien-Kreditgebern hellt sich auf. Der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (Difi), der Bloomberg exklusiv vorab vorliegt, ist im ersten Quartal deutlich gestiegen. Sowohl die aktuelle als auch die künftige Lage werden positiver eingeschätzt.

Difi-Index zeigt weitere Aufhellung am deutschen Immobilienmarkt

Der Difi kletterte gegenüber dem vierten Quartal um 25,5 Punkte und erreichte damit einen Stand von -12,8 Punkten. Der von dem Immobiliendienstleister JLL und dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) ermittelte Index bildet die Einschätzungen von Kreditgebern am Immobilienmarkt ab. Quartalsweise werden diese zur Lage am Kreditmarkt in den vergangenen sechs Monaten und die erwartete Entwicklung in den kommenden sechs Monaten befragt.

Grafik zeigt Anstieg im Finanzierungsindex für den deutschen Immobilienmarkt

Der Teil-Indikator zur jüngsten Situation verbesserte sich um 22,1 Punkte auf minus 24,8 Punkte, während der Teil-Indikator zu Erwartungen nach einem Zugewinn von 28,9 Punkten auf einen Stand von minus 0,7 Punkte kam und damit nur knapp den positiven Bereich verfehlte. Der Immobilienmarkt war in den vergangenen beiden Jahren auf Grund steigender Zinsen und sinkender Bewertungen unter Druck geraten. Besonders groß waren die Turbulenzen bei Büroimmobilien. Hier kommt erschwerend der Trend zum Homeoffice hinzu, der zu hohen Leerständen geführt und die Risiken für die Kreditgeber weiter erhöht hat. In Frankfurt etwa waren im ersten Quartal rund ein Zehntel der Mietflächen ungenutzt.

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Büroimmobilien

Büroimmobilien werden von den Finanzierungsexperten in der JLL-Erhebung weiter kritisch gesehen. Der Mittelwert aus Lage- und Erwartungseinschätzung lag mit minus 48,3 Punkten weit abgeschlagen hinter den anderen Immobilien-Nutzungsarten wie etwa Einzelhandel oder Logistik. Bei der Frage danach, welche Bedeutung einzelne Kriterien bei der Vergabe von Bürofinanzierungen aktuell haben, erzielten die Mikrolage und der Vermietungsstand die meisten Punkte. Zu den größten Finanzierern am gewerblichen Immobilienmarkt in Deutschland zählen LBBW, DZ Bank und Helaba, so zeigt es eine Bloomberg-Erhebung.

Preise und Zinsen

FMW: Am Horizont zeichnet sich Hoffnung ab. Wenn die Zinsen sinken, kann ein weiteres Aufatmen am Immobilienmarkt einsetzen. Und die Signale verdichten sich immer mehr, dass die EZB spätestens im Juni mit einer ersten Zinssenkung beginnen wird – danach sollen wohl noch weitere Schritte in 2024 folgen. In diesem Chart sehen wir seit dem Jahr 2020 in blau den Leitzins der EZB (aktuell 4,5 %), und die Immobilienpreise in orange. Mit Einsetzen der Zinserhöhungen ab Sommer 2022 fielen die Preise – jetzt steht womöglich die Gegenbewegung an.

FMW/Bloomberg



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