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Irak – das neue Vietnam für die USA?

Markus Fugmann

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Bis auf den 11.September ist die Niederlage im Vietnam-Krieg das zentrale Trauma der neueren Geschichte der USA. Und wie es aussieht, kommt mit dem Irak nun schon bald ein drittes Trauma hinzu: heute eroberten die Isis-Islamisten die nordirakische Stadt Afar, und es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Bagdad fallen wird.

Für die USA wäre das eine außenpolitische Katastrophe ersten Ranges: die beiden vorherigen Irak-Kriege mit ihren Opfern wären vergebens gewesen, die beiden Kriege faktisch verloren. Und statt eines Diktators wie Hussein hätte man es mit radikalen Islamisten zu tun, in deren Hände die von den USA an die irakische Regierung gelieferte Hochtechnologie fallen würde. Das alles wäre schlimmer als die Blamage in Vietnam.

In Vietnam führten die USA einen Krieg zur Eindämmung der sowjetischen Machtansprüche, während es im Nahen Osten um eine strategisch extrem bedeutende Region geht, die durch ihren Ölreichtum für die USA von zentraler Bedeutung ist. Die gesamte arabische Welt ist in Aufruhr – das ist ein Pulverfass, dessen Explosion auch in Washington ein heftiges Erdbeben auslösen würde. Machtpolitisch ist der Irak mitsamt dem Nahen Osten daher viel wichtiger, als es Vietnam jemals war.

Die US-Führung aber macht nicht den Eindruck, als wäre ihr der Ernst der Lage bewusst. Man überlege Maßnahmen, so Obama, der aber gleichzeitig ein direktes militärisches Eingreifen ausschließt. Je länger aber jetzt die USA zögern, umso schwieriger würde dann ein Eingriff – und so vergeht wertvolle Zeit, die die Islamisten nutzen werden.

Zusätzliche Dynamik gewinnt die Situation durch die Beteiligung der Türkei (80 Geiseln in den Händen der Isis) sowie die Entführung von drei jungen israelischen Siedlern im Westjordanland. Es droht also die Ausweitung der Kampfzone nicht nur zwischen Israel und den Palästinensern, sondern auch zwischen der Türkei mit dem Irak und Syrien. Wenn die USA nicht aufpassen, entsteht hier ein Flächenbrand mit einer Eigendynamik, die dann nicht mehr kontrollierbar ist.

Als gebrannte Kinder wollen die Amerikaner nicht noch einmal in einen Krieg ziehen – da weiß Obama die Bevölkerung hinter sich. Aber während Bush Junior unter einem schalen Vorwand in den Irak einmarschiert ist, gibt es diesmal viel trifftigere Gründe für ein militärisches Engagement – nicht nur humanitäre, wie die Gräuel der Islamisten zeigen. Bleiben die USA weitgehend passiv, wäre das ein klarer Beleg, dass ihre weltpolitische Dominanz vorbei ist. Amerika ist müde – und es hat sich die Erschöpfung durch seine schweren Fehler der Vergangenheit selbst zuzuschreiben.

Für die Finanzmärkte aber bedeutet das: die Zeiten der Ruhe sind vorbei, das ermüdende Starren nur auf die Notenbanken auch. Die Furcht wird zurück kehren an die Märkte. Man wird erkennen, dass der Westen auf dem absteigenden Ast ist, wenn er den Nahen Osten nicht mehr unter Kontrolle halten kann. Dieses demütigende Ohnmachtsgefühl aber wird den Amerikanern schwer zu schaffen machen – und im Gegensatz zur Ukraine-Krise, die für die Amerikaner ein überwiegend europäisches Problem war, sich nachhaltig negativ für die liquiditätsbesoffenen Märkte auswirken. Volatilität, Optimismus, Kredithebelung der Investments – all das ist derzeit bis zum Anschlag ausgereizt. Schon ein deutlich geringer Anlass als der Irak hätte daher das Potential, dass sich die Märkte wieder einer schmerzhaften Realität stellen müssen. Schnallen Sie sich an..

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Hans

    16. Juni 2014 13:15 at 13:15

    Dachte immer die Amis brachten die Demokratie in den Iraq und sind auf keinem Fall schraf auf deren ÖL.

    Muß ich mal IM Erika kontakten, ob das stimmt:-D

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Für den blutigen Anfänger: So starten Sie jetzt an der Börse durch – Werbung

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Lieber Börsianer,

der Börsenbrief ist bestellt und die erste Ausgabe sorgsam gelesen. Trotzdem, aller Anfang ist schwer, und Börsendebütanten stehen zunächst vor einer ganz praktischen Frage. Wo soll ich mein Depot eröffnen, welche Bank beauftrage ich mit der Abwicklung meiner Käufe bzw. Verkäufe, wer soll meine Wertpapiere lagern? Das Angebot der Depotbanken und Onlinebrokern ist in der Tat ziemlich unübersichtlich. Selbst Profis finden sich in diesem Angebots-Dschungel nicht immer zurecht.

Dazu im Folgenden einige Anmerkungen meinerseits. Die Gruppe der Online-Banken oder -Broker teilt sich im Wesentlichen in zwei Gruppen auf. Da gibt es zunächst die alteingesessenen wie etwa Comdirect, Maxblue oder Consors. Diese sog. Vollsortimenter bieten Ihnen nahezu das vollständige Angebot der international handelbaren Wertpapiere an. Ganz gleich, ob Ihnen der Sinn nach einem ETF, einer Aktie, einem Optionsschein oder etwa einer Anleihe steht. Hier werden Sie bedient.

Daneben zeichnen sich diese Vollsortimenter durch ein breites Angebot an Börsenplätzen aus. Es mag schon sein, dass Sie nicht gleich zu Beginn Ihrer Börsenkarriere Zugang zur Börse Stockholm oder London benötigen. Gleichwohl gilt: Mehr ist in diesem Fall tatsächlich mehr. Als ambitionierter Börsianer werden Sie irgendwann einmal in Zürich, Mailand oder Stockholm handeln.

Deshalb mein Rat: Starten Sie gleich mit einem solchen Partner, der Ihnen eine anständige Infrastruktur an die Hand gibt! Dafür sind Sie auch bereit, etwas höhere Spesen zu bezahlen.

Diesen Vollsortimentern stehen einige Online-Broker gegenüber, die mit ausgesprochen günstigen Kauf- bzw. Verkaufsspesen werben. Bekanntester Vertreter dieser Gattung ist das junge Fintech-Unternehmen Trade Republic. Hier handeln Sie abgesehen von einer Fremdkostenpauschale von 1 Euro spesenfrei. Sehr verlockend, oder?

Nun, hier gilt eine einfache Regel: Dort, wo der Preis schmal ist, ist in aller Regel auch das Angebot schmal. So bietet Ihnen Trade Republic derzeit nur mit der Börse Hamburg nur einen Handelsplatz an. Diverse Wertpapiergattungen sind überhaupt nicht handelbar. Außerdem müssen Sie hier mobil, sprich am Smartphone arbeiten. Die Software ist derart abgespeckt, dass es bei Trade Republic bislang noch nicht zu…..

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Quartalssaison hat begonnen – hier die wichtigsten Termine

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalssaison hat begonnen. Letzte Woche meldeten bereits die großen US-Banken. Netflix meldete vorgestern. Aber nun geht es so richtig los. Hier eine Übersicht der wichtigsten Termine von deutschen und US-Konzernen in den nächsten Tagen. Wichtig: Diese Termine haben wir direkt aus den Finanzkalendern der Unternehmen entnommen. Denn manchmal sind Webportale mit ihren Terminübersichten zu den Quartalszahlen unzuverlässig, da hier zukünftige Termine zu Finanzkennzahlen manchmal einfach nur basierend auf den Terminen vergangener Quartale von einer Computersoftware abgeschätzt werden, und daher fehlerhaft sein können.

Microsoft: 27. Oktober

Twitter: 29. Oktober

Daimler (schon vorab am 16. Oktober veröffentlicht): 23. Oktober

SAP: 26. Oktober

Delivery Hero: 28. Oktober

Deutsche Bank: 28. Oktober

Facebook: 29. Oktober

BASF: 28. Oktober

Boeing: 28. Oktober

General Electric: 28. Oktober

General Motors: 5. November

Volkswagen: 29. Oktober

Alphabet (Google): 29. Oktober

Amazon: 29. Oktober

Apple: 29. Oktober

Caterpillar: 27. Oktober

Exxon: 30. Oktober

Bayer: 3. November

Commerzbank: 5. November

Adidas: 10. November

Lufthansa (schon vorab gestern veröffentlicht):: 5. November

Zalando: 4. November

Deutsche Telekom: 12. November

Walmart: 17. November

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Optionen: Experte Jens Rabe erklärt, wie sie funktionieren!

Redaktion

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Optionen sind in den letzten Monaten immer wichtiger geworden für das Geschehen an den Aktienmärkten – das gilt ganz besonders für die Kursentwicklung einzelner Aktien wie etwa Apple, Amazon oder Tesla. Vor allem Wetten auf steigende Kurse (Calls) sorgten für einen Höhenflug der US-Tech-Werte: Broker, die diese Optionen an Kunden verkauften, mussten das entsprechende underlying (also etwa die Aktie von Apple etc.) kaufen, um sich gegen eigene Risiken abzusichern – so konnte aus meist eher kleinvolumigen Käufen schnell eine Hebelwirkung entstehen, die für eine spektakuläre Rally der US-Tech-Werte und des Nasdaq sorgte. Es sind dabei in den USA vor allem (kleine) Privatinvestoren, die mit Optionen massiv auf steigende Kurse zocken.

Folgenes Schaubild zeigt, wie aus einem Kauf von Optionen (Calls) auf die Amazon-Aktie im Volumen von 1500 Dollar letztlich Käufe der Amazon-Aktie von 230.000 Dollar resultieren:

Optionen und die Rally von US-Tech-Aktien

Optionen – wie funktionieren sie?

Optionen – das ist zunächst zentral – haben nichts mit den in Deutschland sehr beliebten Optionsscheinen zu tun. Optionsscheine wie auch CFDs sind in den USA verboten, daher greifen Spekulanten in Übersee neben Futures, ETFs und dem direkten Investment in Aktien verstärkt auf Optionen zurück. Wer verstehen will, was an der Wall Street wirklich gespielt wird, sollte sich daher mit Optionen und ihrer Handhabung beschäftigen!

Dafür jedoch braucht man ein gewisses know-how. Vor allem sollte man wissen, dass die Volatilität eine zentrale Rolle spielt, inbesondere die „implizite Volatilität„:

„Während die historische Volatilität die Schwankungsbreite eines Wertpapiers oder Rohstoffs in der Vergangenheit angibt, ist die implizite Volatilität ein Maßstab für die Markterwartungen an die künftige Volatilität.“

Daneben gibt es Begriffe wie „im Geld“ oder „aus dem Geld“. Dirk Schuhmanns hat dieses Prinzip als ein maßgeblichen und wahrscheinlich bewußt inszentierten Treiber etwa für den Höhenflug der Aktie von Tesla ausgemacht – und zeigt, wie oben im Schaubild anhand der Amazon-Aktie dargestellt, wie das in der Praxis funktioniert:

„Das Prinzip dahinter ist, Call-Optionen kurzer Laufzeit relativ weit aus dem Geld zu kaufen, also mit Ausübungspreisen oberhalb des aktuellen Kurses. Diese Optionen sind günstig und der Optionsverkäufer muss nur wenige Aktien kaufen, um sein Risiko abzusichern. Jetzt braucht es noch eine Zündung des Gemisches. Irgendetwas muss dafür sorgen, dass der Aktienkurs überhaupt erst einmal zu steigen beginnt. (..) Doch wenn der Aktienkurs steigt und sich dem Ausübungspreis der gekauften Optionen nähert, müssen die Market Maker als Verkäufer der Optionen immer mehr Aktien nachkaufen, um ihr steigendes Risiko zu kompensieren. So kann sich eine Absicherungsposition schnell von drei Aktien pro Optionskontrakt auf 80 oder 90 steigern, während der Optionskäufer vielleicht nur den Gegenwert von fünf Aktien investieren musste. Diese zusätzliche Hedging-Nachfrage ist es dann, die den Kurs antreibt. Der Optionskäufer wiederrum kann durch kontinuierliche Nachkäufe neuer Optionen mit höherem Strike dieses Spiel am Laufen halten.“

Wer mehr über Optionen wissen will, ist bei Jens Rabe auf jeden Fall an der richtigen Adresse. In folgendem Video erklärt er Grundprinzipien der Optionen:

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