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Aktien

Jenseits des Offensichtlichen – Beyond The Obvious

Markus Fugmann

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am

Von Kilian Kimmel

Der Abwertungswettlauf lenkt Handelsströme nur um, die nächste Stufe, der protektionistische Wettlauf mit Importbeschränkungen und Zollerhöhungen, vernichtet Handelsströme. Sich gegenseitig die Exportmärkte kaputtmachen, das sog. „Beggar The Neighbor“ (siehe dazu den Beitrag „Beggar The Neighbor“), führt global zu verringerten Handelsvolumen und am Ende zu einem Zusammenbruch der Weltwirtschaft, der bekanntlich nur Verlierer kennt.

Aber Protektionismus ist nicht zu erwarten, dagegen spricht aktuell die globale makroökonomische Großwetterlage in der Eurozone, den USA und Japan. Die OECD rechnet hier bestenfalls mit einer schleppende Konjunkturerholung, die Kapazitäten der Industrie sind unterausgelastet (Output-Lücke). Die Inflationsraten werden unterhalb der gesetzten Zielmarken verharren. In dieser nicht-überhitzten Situation führt eine ultralockere Geldpolitik lediglich zu Kursfeuerwerken in den Aktien-, Bond- und manchen Rohstoffmärkten, hat aber kaum reale Wachstumseffekte.

Die Finanzmärkte sind durch die Zentralbankinterventionen völlig verzerrt, die Risiken werden nicht mehr richtig abgebildet. Die Finanzmärkte müssen sich korrigieren, das ist zu erwarten. Die hohe Bewertung der Finanzmärkte ist ein Spiegel für die weltweit aufgetürmten Schuldenberge. Diese Schuldenberge sind nichts anderes als vorweggenommenes Wirtschaftswachstum, was die Finanzmärkte heute schon einpreisen. Ziel des Abwertungsrennens ist es, dieses vorausgeeilte Wirtschaftswachstum schnellstmöglich einzuholen. Bis dahin produzieren die Finanzmärkte nur Seifenblasen und die Doom-Sayers haben Hochsaison.
Mit der Schwächung der eigenen Währung kann man sich auch notwendige Strukturreformen im Inland ersparen. Das erkennt man an den real-effektiven Wechselkursen, die summarische Veränderung gegenüber den Währungen der Handelspartner tendieren nach unten.

Verlierer des Währungskrieges wird voraussichtlich Europa sein. Merkel will Europa zu Tode sparen, weil „der Euro so stark sein soll wie die D-Mark“. „Merkel hat nichts verstanden“, wetterten Sachverständige und forderten einen Marshallplan und nachfrageorientierte Politik. Auf der politischen Bühne zeigt sich die Uneinigkeit in Europa in einem erbitterten Machtkampf zwischen dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat. Großbritannien will das Parlament entmachten und droht mit Austritt. Zeitgleich wird der für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten vorgesehene Luxemburger Juncker, als aggressiv pöbelnder Alkoholiker durch die englischen Gazetten gejagt. Die EZB sieht Gefahr für ihr Mandat und warnt vor einem politischen Stillstand oder Richtungswechsel, der für den Euro und Europa Schlimmstes befürchten lässt.

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Aktien

Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

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