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Kreditkartenanbieter VISA erklärt Bargeld im Einzelhandel den Krieg!

Man wolle vor allem Geschäften wie Restaurants dabei helfen ganz auf die Annahme von Bargeld zu verzichten. Das wäre für VISA natürlich eine super Sache, denn an allen Umsätzen verdienen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Politik und Notenbanken weltweit behaupten ja beharrlich, dass all die Einschränkungen bei der Bargeldzahlung natürlich nichts damit zu tun haben, dass man Bargeld abschaffen wolle. Nein nein, alles reine Verschwörungstheorie, selbstverständlich. Jetzt prescht der Kreditkarten-Gigant VISA mit einer Initiative hervor, die offiziell den Namen trägt:

Visa to Help U.S. Small Businesses Go Cashless

VISA will also kleinen US-Einzelhändlern etwas Gutes tun, so hat es den Anschein. Man wolle vor allem Geschäften wie Restaurants dabei helfen ganz auf die Annahme von Bargeld zu verzichten. Das wäre für VISA natürlich eine super Sache, denn an allen Umsätzen verdienen Kreditkartenunternehmen gutes Geld – die Provisionen müssen die Einzelhändler aus den Verkaufserlösen zahlen. Deswegen ist Bargeld bei Einzelhändlern öfters lieber gesehen als man denken mag. Und vor allem: Bei Restaurants, was würden die Kellner dazu sagen, wenn ihre Trinkgeldeinnahmen dank ausschließlicher Kreditkartenzahlungen quasi auf 0 gesenkt werden?

VISA spricht in einer offiziellen Mitteilung davon, dass man eine „Kultur“ schaffen wolle, wo Bargeld nicht länger König sei („Aiming to create a culture where cash is no longer king“). Man werde Einzelhändlern „erweiterte Möglichkeiten bieten alle Formen von digitalen Zahlungen zu akzeptieren.“ Man verkauft die eigene Initiative fast schon wie eine Art Schülerwettbewerb. Wer mitmacht, bekommt auch was dafür. So will man (vermutlich als Pilotprojekt) 50 Restaurants oder Bars in den USA jeweils 10.000 Dollar als Prämie dafür zahlen, dass sie die Annahme von Bargeld abschaffen.

Man nennt das Programm „The Visa Cashless Challenge.“ Man wolle den Betreibern erklären, was ausschließlich bargeldlose Zahlungen für sie, ihre Kunden und Mitarbeiter bedeuten können. Wir vermuten mal, dass bei dieser Erklärung ausschließlich Vorteile aufgelistet werden. Wir meinen: Trotz diverser Nachteile könnte es für kleine Restraurantbetreiber, die gerade einen finanziellen Engpass haben, verführerisch sein jetzt sofort und gleich diese 10.000 Dollar Prämie einzustreichen. Negative Langzeitauswirkungen wie ausbleibende Kundschaft und frustrierte Kellner etc. könnten aber die Folge sein.

Für VISA geht es natürlich langfristig um mehr Provisionsumsätze dank mehr Kreditkartenzahlungen, das ist klar. Aber vordergründig hört es sich an wie der Weg zu einer besser Welt. Zitat VISA:

“At Visa, we believe you can be everywhere you want to be, and that it should be easy to pay and be paid in more ways than ever – whether it’s a phone, card, wearable or other device,” said Jack Forestell, head of global merchant solutions, Visa Inc. “With 70% of the world, or more than 5 billion people, connected via mobile device by 20201, we have an incredible opportunity to educate merchants and consumers alike on the effectiveness of going cashless.”

Auch erwähnt VISA, dass gigantische Summen gespart werden können durch den Verzicht auf Bargeldzahlungen. So habe man eine Studie vorliegen (die erst Ende des Jahres veröffentlicht wird), die herausgefunden haben will, dass alleine nur in New York Geschäfte durch Verzicht auf Bargeld 6,8 Milliarden Dollar mehr einnehmen und 186 Millionen Arbeitsstunden sparen könnten, pro Jahr! Na dann… 100 Städte in den USA könnten pro Jahr im Volumen von 312 Milliarden Dollar durch Verzicht auf Bargeld profitieren.

Der verantwortliche Direktor bei VISA spricht davon, dass bargeldlose Zahlungen mehr Freiheit für Kunden und Geschäfte bringen. Ähhh, da kommen wir argumentativ nicht mehr mit! Da kann man nur hoffen, dass Einzelhändler in den USA VISA die kalte Schulter zeigen. Aber vermutlich werden sich locker 50 Restaurantbetreiber finden, die gerade knapp bei Kasse sind und 10.000 Dollar sofort aus Konto gut gebrauchen können. Wahrscheinlich müssen sie sich per Vertrag eine ganze Weile dazu verpflichten gar kein Bargeld mehr anzunehmen.

Wie gesagt, mehr Freiheit für alle…

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    joah

    14. Juli 2017 11:53 at 11:53

    »Für VISA geht es natürlich langfristig um mehr Provisionsumsätze dank mehr Kreditkartenzahlungen, das ist klar. Aber vordergründig hört es sich an wie der Weg zu einer besser Welt.«

    Vor falschen Propheten wird ja schon etwas länger sogar in der Bibel gewarnt.

    • Avatar

      walter

      14. Juli 2017 12:06 at 12:06

      Datensammler-Verein,nenne ich so etwas…
      Dann gehts mit der priv.Verschuldung noch schneller…
      Alleine das Wort:KREDIT,CREDIT uhhaaaa,…hoert sich wie eine Seuche an!..not with me…

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    Raoul H

    14. Juli 2017 12:11 at 12:11

    Verteuert Produkte, Dienstleistungen usw. betroffen sind die weniger Verdiener und somit ein Zusatzkiller für den Detailhandel, den die Masse macht den Umsatz. So sieht es ja der VISA BOSS durch seine Brille. Allen Anfängen der Abschaffung von Bargeld muss man sich wehren.

    • Avatar

      walter

      14. Juli 2017 12:19 at 12:19

      DE wehrt sich doch nicht,ausser in Hamburg…

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    leser

    14. Juli 2017 12:16 at 12:16

    Wo „Freiheit“ oder „Gerechtigkeit“ drauf steht, ist oft das Gegenteil drin.

    Ich werde meine Visa-Karte künftig noch weniger benutzen, als ich das ohnehin schon tue und um derartige Händler einen großen Bogen machen, auch wenn das im Ergebnis vermutlich nichts nutzen wird. Das Beispiel Schweden zeigt, wie bereitwillig die Masse ganz freiwillig auf die umzäunte Wiese läuft. Von da aus geht es zum Schlachthof.

    • Avatar

      walter

      14. Juli 2017 12:21 at 12:21

      Warum haben sie die card dann?
      Cash und Gold in die Taesch,dann kann dich die Creditwelt am A…lecken…

  4. Avatar

    Gixxer

    14. Juli 2017 13:04 at 13:04

    Ich bleibe dem Bargeld treu und werde weiterhin sämtliche Kartenzahlungen verhindern.
    Vor kurzem habe ich zB nach einem Besuch in dem Restaurant mit dem goldenen M eine bitterböse Mail an die Betreiber verfasst und angekündigt, dass dies mein letzter Besuch in ihrem Laden war. Nach einem Umbau sind da nun nämlich auch diese Terminals, an denen man nur mit Karte zahlen kann. Hier werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen bargeldloses Zahlen zum anderen Einsparung Personal. Aber ohne mich!

    Ganz ohne Karte geht es aber dann doch nicht. Geld abheben werde ich nach wie vor mit Karte.

  5. Avatar

    Werner

    14. Juli 2017 15:03 at 15:03

    Wieso nur erinnert mich das an Ice Bucket Challenge?

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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