Folgen Sie uns

Märkte

Mais, Weizen und Sojabohnen (Langfristperspektive)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von MarketScanner

Diesmal und im demnächst folgenden Beitrag gilt unsere Aufmerksamkeit der Entwicklung der Getreidemärkte für Mais, Weizen und Sojabohnen seit Juli 2007 und deren Gleichklang oder unterschiedlichen Entwicklungen.
Wo sind wir jetzt?

Beginnen wir heute mit dem Mais-Future (Corn) an der CBOT, untersucht am Beispiel eines adjustierten Endloskontraktes auf den Dezember.
Dieser Chart zeigt einen breiten Normalbereich an, in dem sich der Corn Future überwiegend aufhält, mit einem sehr großen Ausbruch um die Jahresmitte 2012, der mit dem Peak der US-Fuel-Ethanol-Produktion im Zusammenhang mit der Blend-Wall (E10 – siehe Akzeptanz in Deutschland) zusammenfiel. Dieser Ausbruch wird seit Mitte August 2012 korrigiert.

Corn and Corn Wheat Ratio 3

Im Corn Chart sind exemplarisch die Hoch- und Tiefpunkte hervorgehoben, die typischerweise durch Veröffentlichungen der USDA (United States Department of Agriculture) bezüglich des Feed-Outlooks (Veröffentlichung um den 10. eines Monats herum, besonders wichtig die Monate Mai und Juni, letzter Bericht zu finden unter http://www.usda.gov/oce/commodity/wasde/latest.pdf ) sowie dem quartalsweise veröffentlichten USDA forecasts for agricultural trade in the United States in der zweiten Hälfte der Monate Februar, Mai (letzter Bericht zu finden unter http://www.ers.usda.gov/publications/aes-outlook-for-us-agricultural-trade/aes-82.aspx#.U59MFzhNxAE), August und November. Analog dazu sind dies auch bei den anderen Agrar-Produkten die maßgeblichen kursbewegenden Veröffentlichungstermine.

Grundsätzlich hat sich der Corn Future, bedingt durch die Sondernachfrage aufgrund der Ethanol-Beimischung zu Otto-Kraftstoffen im Beobachtungszeitraum deutlich besser entwickelt als der Wheat Future, ersichtlich an der Entwicklung des Spread-Ratios im Chart. Mehr zu Weizen und Sojabohnen in der nächsten Ausgabe. Eine Statistik über das Auftreten des Hochs für den Dezember Corn Future seit 1970 in http://hightowerreport.com/2014/02/what-time-of-year-do-the-grain-markets-peak/ zeigt folgendes Bild (was auch in unserem Chart bestätigt wird):

Rohstoffe1706

Was belastet den Corn-Kurs für USA-Enten nach seinem Ausbruch seit August 2012 so dauerhaft?

Hier sind als Gründe zu nennen:
Die Blend-Wall – die Erweiterung des Ethanol-Anteils am Benzin von 10 % auf 15 %, wie mittlerweile erlaubt für Autos ab Baujahr 2001 (http://www.iowarfa.org/ethanol_facts.php) , wird bei entsprechender Umsetzung zu einem Nachfrageanstieg führen – aktuell werden 28 % der Ernte für die Produktion von Ethanol eingesetzt. 90 % der Ethanol-Produktion stammen aus der Nutzung von Mais.
Der technologische Fortschritt
steigende Ausbeuten sowohl beim Ertrag der Pflanzen pro Fläche (ca. 10 % in 10 Jahren) als auch bei den enzymatischen Prozessen zur Ethanol-Gewinnung aus Mais (z.B. http://www.novozymes.com/en/news/news-archive/Pages/Ethanol-producers-eager-for-new-technology-that-gets-more-fuel-from-corn.aspx)sowie mittelfristig eine Konkurrenz durch abiotische Herstellung von Ethanol durch Konversion aus Kohlenmonoxid (http://news.stanford.edu/news/2014/april/ethanol-without-plants-040914.html).

Zurückgehender Weltmarktanteil sowohl bei Mais als auch bei Weizen (http://www.ers.usda.gov/data-products/chart-gallery/detail.aspx?chartId=40084&ref=collection&embed=True&widgetId=39734#.U57LSzhNxAE ), teils durch Einbuße an Wettbewerbsfähigkeit durch Währungseffekte gegenüber Brasilien und Argentinien (http://seekingalpha.com/article/1656112-still-no-signs-of-consumption-growth-for-corn-ethanol), http://www.world-grain.com/News/News%20Home/Features/2014/5/Bearish%20forecast%20for%20grain%20market.aspx?cck=1 )

sowie dem Verlust der Stellung der USA als größter Weizen-Exporteur an die EU (http://apps.fas.usda.gov/psdonline/circulars/grain.pdf ) sowie politische Rahmenbedingungen, die den Absatz nach China beeinträchtigen (http://www.farmanddairy.com/columns/194227/194227.html?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=194227 bei Corn und auch bei den Rückständen aus der Ethanol-Gewinnung als Tierfutter http://www.world-grain.com/articles/news_home/World_Grain_News/2014/06/Chinas_DDG_cancellations_not_G.aspx?ID={AD0BB8DD-7291-4949-93CC-EC306AB33D55} ).
Weiterhin ist nach der Publikation des ICG (http://www.igc.int/en/grainsupdate/igcexpprices.aspx links unten) für Mais in der Projektion von einer
ausgeglichenen Angebots- und Nachfragesituation auszugehen.

Rohstoffe21706

Grundsätzliches zu den die Getreidepreise beeinflussenden Faktoren ist erschöpfend beschrieben in http://www.farmfoundation.org/news/articlefiles/1742-FoodPrices_web.pdf – die Marktreaktionen auf die letzten Veröffentlichungen kommentiert bei der CME unter http://www.cmegroup.com/trading/agricultural/files/ht_charts/snd_cbt.pdf

Was ist denkbar?

Der US-Corn-Future sollte durch die beschriebenen Rahmenbedingungen auf absehbare Zeit nach oben durch den oberen Rand seines Normalbereichs begrenzt und nach unten durch die untere Unterstützung bei 340 abgesichert sein. Einer der Farmer-Verbände empfiehlt seinen Mitgliedern, bei Unterschreiten des 50-Tage gleitenden Durchschnitts auf Schlusskurs-Basis bestehende Ergebnisse / Ernten abzusichern. Auf den ersten Blick kein unvernünftiger Ansatz.

Mehr zu den anderen Getreiden folgt in der nächsten Ausgabe.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Trotz Impfstoff-Hoffnung Verluste – warum? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte heute trotz neuer Impfstoff-Hoffnungen im Minus – und das an einem Montag, dem Wochentag, an dem eigentlich Gewinne fast garantiert waren in den letzten Wochen. Warum also steigen die Aktienmärkte nicht mehr trotz guter Nachrichten? Dafür gibt es wohl zwei Antworten: die erste ist, dass alle schon drin sind – wer soll also noch kaufen? Und die zweite Antwort dürfte sein, dass Profi-Investoren (Pensionsfonds, Investmentfonds etc.) in Aktien übergewichtet und in Anleihen untergewichtet sind und nun ihre Portfolios adjustieren müssen (siehe den heutigen Videoausblick) – sie treten daher bis Jahresende tendentiell als Verkäufer und nicht als Käufer auf. Trotz guter Saisonalität für die Märkte besteht also weiteres Korrektur-Potential..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

weiterlesen

Märkte

Aktuell: OPEC-Meeting, wichtig für Ölpreis – LIVE-Blog – Update 19:18 Uhr

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Öl-Pumpe in der Wüste

Zwei Mal im Jahr veranstaltet die OPEC in ihrer Zentrale in Wien ihre Treffen. Dieses Mal findet es wegen der Coronakrise nur virtuell statt. Morgen dann folgt die Absprache mit den externen Partnern im Rahmen der „OPEC+“-Vereinbarungen (wichtig hier ist vor allem Russland). Für den Ölpreis ist sehr interessant, worauf man sich heute im Kartell einigt. Wird man wie bisher angedacht ab Januar die Fördermengen für Öl wieder ansteigen lassen, oder die Kürzungen erst einmal weiter aufrecht erhalten? Für die Erholung im Ölpreis könnte die Beibehaltung der bisherigen Fördermengenkürzungen durchaus wichtig sein. Denn die derzeitige zweite Corona-Welle schwächt weltweit die Öl-Nachfrage. Hier zeigen wir fortlaufend aktualisiert die wichtigsten Aussagen vom aktuellen OPEC-Meeting.

19:18 Uhr:

Das Meeting wurde offiziell auf morgen vertagt. Das wird wohl eine harte Nuss morgen, wenn man aktuelle Kommentare von Öl-Ministern (zum Beispiel aus dem Iran) liest.

17:42 Uhr:

Verschiebung der Entscheidung auf morgen wird immer wahrscheinlicher.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

17:17 Uhr:

Die vielleicht renommierteste Reporterin der OPEC-Szenerie Amena Bakr fasst die aktuelle Lage kurz und verständlich zusammen. Offenbar ist man sich bei der OPEC einig, dass man die Kürzungen 3 Monate verlängern will. Nur müssen alle externen Partner dem auch zustimmen, sich auch noch an diese Zusagen halten, und zuletzt zu viel produzierte Mengen kompensieren (und das wäre schon ein kleines Wunder). Bislang noch keine offizielle Mitteilung der OPEC.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

17:06 Uhr:

Gerüchteküche aktuell: Es gibt einige Aussagen von nicht genannten OPEC-Quellen an einige Reporter. Danach sieht es wohl so aus, dass man sich jetzt im Rahmen der OPEC relativ einig zu sein scheint, dass man die jetzigen Fördermengenkürzungen 3 Monate lang ab Januar beibehalten will. Aber man will dies womöglich heute noch nicht offiziell verkünden, sondern erst morgen mit den externen Partnern wie Russland abstimmen.

16:17 Uhr:

Gerüchteküche: Einige Korrespondenten melden aktuell Gerüchte, wonach erst morgen zusammen mit Russland und Co im Rahmen von OPEC+ echte Entscheidungen getroffen werden sollen. Man hört aber auch Stimmen, die aktuell von einer Einigung über 3 Monate Verlängerung der jetzigen Kürzungen sprechen. Alles unklar.

16:05 Uhr:

Das Dilemma der letzten Jahre auch heute? Wir behalten die Kürzungen nur aufrecht, wenn auch wirklich alle mitmachen?

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

14:33 Uhr:

Nach Eröffnungsrede geht man jetzt in die geschlossene Sitzung.

14:24 Uhr:

Das OPEC-Meeting beginnt. Es könnte aber möglicherweise stundenlang dauern bis Tendenzen über eine mögliche Einigung erkennbar werden. Erstmal wird eine Rede verlesen – hier beim Klick an dieser Stelle der Original-Redetext.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage