Folgen Sie uns

Aktien

Mastercard betritt China – der Aktienmarkt bleibt aber noch gelassen!

Avatar

Veröffentlicht

am

Im Trubel rund um das Corona-Virus ging eine Meldung etwas unter, die das Zeug dazu hat, Mastercard einige Jahre mit außerordentlichem Wachstum zu bescheren. Nach jahrelanger Wartezeit beginnt China endlich, den eigenen Markt für ausländische Zahlkartenanbieter zu öffnen. Und das erste Unternehmen, das davon profitiert, ist Mastercard!

In China ist bargeldloses Bezahlen der Normalfall

Für nicht-chinesische Zahlkartenanbieter ist China ein riesiger, unerschlossener Markt. Denn bis vor kurzem war es ausländischen Unternehmen schlicht nicht erlaubt, Kreditkartendienstleistungen in China anzubieten. Alle Zahlungen mussten über die staatliche Clearinggesellschaft UnionPay abgewickelt werden. Dabei ist China ein hoch attraktiver Markt. Nicht nur, dass es dort 1,4 Milliarden potentielle Kunden gibt. Diese 1,4 Milliarden Menschen sind auch noch besonders „Bargeldersatz-affin“. In den Großstädten benutzen 92% der Menschen die Mobile Payment Lösungen von WeChat oder Alipay. 83% aller Zahlungen werden inzwischen über Mobile Payment abgewickelt.

Auch der Onlinehandel boomt und wächst mit 16% pro Jahr. Er wird 2020 wahrscheinlich 6 Billionen US-Dollar Marktvolumen erreichen! Die Affinität der Chinesen für elektronische Bezahlung ist das eine. Sie für neue Angebote zu begeistern, das andere. Wenn schon heute 92% der Menschen bestehende Angebote benutzen, wird es für Mastercard nicht leicht werden, in diesen bereits unter chinesischen Unternehmen aufgeteilten Markt einzubrechen. Andererseits ist es vermutlich leichter, Menschen, die ohnehin bargeldloses Bezahlen bevorzugen, vom Anbieterwechsel zu überzeugen als ihnen das elektronische Bezahlen überhaupt erst einmal schmackhaft zu machen.

Mastercard wird in ein Joint Venture gezwungen

Wie meistens in China, läuft ohne ein Joint Venture mit einem chinesischen Partner nichts für ausländische Unternehmen. So musste auch Mastercard mit NetsUnion Clearing Corp zusammenarbeiten, um in China Kreditkarten-Dienstleistungen anbieten zu dürfen. Mastercard hält am Gemeinschaftsunternehmen 51%. Doch noch darf Mastercard nicht damit beginnen, Banken die Ausgabe von Mastercard-Kreditkarten anzubieten. Erst einmal hat das Gemeinschaftsunternehmen nun ein Jahr Zeit, alle regulatorischen Vorgaben umzusetzen.

Mastercard ist nicht allein in China. Auch American Express gründete bereits ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem lokalen Partner. Das geschah sogar schon 2018. Die Erlaubnis zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit bekam American Express im Gegensatz zu Mastercard jedoch noch nicht.

Nachdem Mastercard alle Vorgaben der Regulierungsbehörden umsetzte, kann das Unternehmen damit beginnen, an Banken heranzutreten und denen die Herausgabe von Kreditkarten mit Mastercard-Branding anzubieten. Mastercard selbst gibt keine Karten aus, sondern übernimmt nur gegen Entgelt von Geschäftsbanken die Abwicklung der Zahlungsströme. American Express ist hingegen in der Regel selbst der Herausgeber der Kreditkarte.

China zögerte die Öffnung ewig hinaus, doch jetzt dürfen Deutschland und die USA starten

Für China ist die Öffnung des heimischen Marktes das Ende eines schon achtjährigen Prozesses. Bereits 2012 urteilte die Welthandelsorganisation, dass China ausländische Zahlungsdienstleister diskriminiere. Die Abstellung der Diskriminierung folgt nun sicherlich nicht zufällig kurz nach Unterzeichnung des Phase-1-Handelsabkommens mit den USA. Es kann auch als Zugeständnis an die USA angesehen werden, die mit Visa, Mastercard und American Express gleich drei Kreditkartengiganten hat, die sehnsüchtig auf die Öffnung des Marktes warten.

Der deutsche Zahlungsdienstleister WireCard konnte den chinesischen Markt bereits 2019 betreten, gibt allerdings auch keine Kreditkarten aus. Schon seit geraumer Zeit wickeln chinesische Unternehmen bargeldlose Zahlungen über die Systeme von WireCard ab. Doch bis Ende 2019 beschränkte sich die Dienstleistung darauf, für zum Beispiel Alipay und WeChat Zahlungen im Ausland abzuwickeln. Wenn ein chinesischer Kunde in einem Berliner Restaurant mit WeChat bezahlen kann, dann nur deshalb, weil die Zahlung über die Systeme von WireCard läuft.

Anfang November 2019 konnte WireCard schließlich den chinesischen Anbieter AllScore übernehmen und wickelt jetzt auch Zahlungen auf chinesischen Webseiten ab. Damit war der deutsche Anbieter noch vor den US-amerikanischen Finanzriesen in China aktiv! WireCards Lizenz beschränkt sich in China jedoch auch ausschließlich auf eCommerce, während Mastercard dieser Beschränkung nicht unterliegen wird.

Wie reagiert Mastercards Aktie auf die Nachricht? Sie notiert heute auf einem Allzeithoch. Doch das ist keine Reaktion auf die Erlaubnis aus China, sondern vielmehr das Ergebnis einer ohnehin seit Anfang 2019 bestehenden Entwicklung. Solange in China nur Kosten aber keine Umsätze anfallen, bleibt der Markt gelassen!

Die Metropole Shenzhen in China
Shenzen in China.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Heiko Thieme und der Tiefpunkt im Dax bei 8.250 Punkten

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Das Coronavirus schüttelt die Börsen durcheinander - Dax Tief bei 8.250?

Über 10 Millionen Amerikaner haben sich binnen 2 Wochen arbeitslos gemeldet! Das ist eine extrem schnelle Entwicklung, die gestern sogar die schlimmsten Analystenerwartungen übertroffen hat. Manuel Koch hat im folgenden Video auch mit Marcel Fratzscher vom DIW gesprochen. Man müsse ehrlich sagen, dass die Wirtschaftsforscher Szenarien vorrechnen und keine verlässlichen Prognosen abgeben könnten, so Fratzscher. Drei Varianten für den Verlauf der aktuelle Krise gäbe es.

Auch interviewt Manuel Koch im Video den als gnadenlosen Optimisten bekannten Börsianer Heike Thieme. 8.250 Punkte sei der Tiefpunkt im Dax in diesem Crash, so Thieme. Beim Dow läge das Tief bei 18.200 Punkten. Gehe man nach dem Buchwert, dann sei der Dax jetzt sehr preiswert. Setze nicht Mitte des Jahres ein Erholungstrend ein, dann müsse man umdenken – so lässt Heiko Thieme sich also noch eine Option offen, falls es doch noch tiefere Tiefs gibt? Denn, so sagt er auch, dies sei derzeit eine völlig neue und unbekannte Phase in der Börsenwelt.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei konkrete Tradingideen. Es sind die Top-Empfehlungen der trading-house Börsenakademie. So wird die Aktie von Adidas zum Kauf empfohlen mit dem Instrument einer Stop Buy Order. Ebenso ist man für Gold optimistisch. Auch hier wird ein Kauf mit einer Stop Buy Order angeraten.

weiterlesen

Aktien

Aktien in der Krise bewerten – die fünf Grundsätze eines Profis

Avatar

Veröffentlicht

am

Aktien jetzt kaufen? Welche Bewertungskriterien sind wichtig?

Sollte man jetzt vermehrt Aktien kaufen? Und woran erkennt man, ob die Aktien, die man bereits besitzt, die Krise überleben werden? Vermögensverwalter Philipp Vorndran von „Flossbach von Storch“ hat sich dazu aktuell bei Mission Money geäußert, was man im folgenden Video sehen kann. Wer ein paar Minuten Zeit sparen möchte, kann das Video auch gerne erst ab Minute 7 anschauen. Bei Flossbach von Storch habe man bezüglich der Coronakrise angefangen in seinen Portfolios zu reagieren, als die Lage in Italien begann ernst zu werden.

Bei Aktien-Anlagen verfahre man intern hauptsächlich nach dem gesundem Menschenverstand, so Philipp Vorndran – so wie man das ja auch mit seinem privatem Geld mache. Aber bei großen Institutionellen, wenn Regulatoren Verlustbegrenzungen vorschreiben – dort müsse man dann in die fallenden Märkte hinein verkaufen. Prozyklischer Automatismus sei das, was man scharf kritisiere. Dies sei ein absolut ungeeignetes Instrument. Aber wenn es einigen Kunden so vorgeschrieben sei, dann könne man es in diesen Fällen nicht ändern.

Nach dem Platzen der New Economy-Blase habe man sich bei Flossbach von Storch überlegt, wie man zukünftig sicherstellen könne, dass die Kunden in einem Crash nicht Haus und Hof verlieren. Damals habe man fünf Grundsätze erarbeitet, die nun in jedem Kundenportfolio umgesetzt werden müssen. Diese Grundsätze seien:

Qualität
Divsersifikation
Beziehung zwischen Qualität und Wert
Solvenz
Flexibilität

Kriterien wie KGV und Dividendenrendite seien bei der Bewertung von Aktien in der augenblicklichen Lage völliger Quatsch. Und ja, so möchten wir anmerken: Alle alten Daten und alle bisherigen Prognosen, welche sich in Daten wie einem erwarteten KGV niederschlagen, sind durch die Coronakrise völlig wertlos! Niemand hat laut Philipp Vorndran derzeit eine Ahnung, wie stark die Unternehmensgewinne in 2020 beeinträchtigt werden. Und die aktuelle Lage in den Kursen? Bevor man neue Hochs sehe, könnten die jüngsten Tiefs noch mal getestet werden. (noch zu viel Optimismus vorhanden, siehe hier)

weiterlesen

Aktien

Carnival: Pleite-Kandidat für Short-Position! – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Aktienkurse der Kreuzfahrtanbieter Carnival und Royal Caribbean Cruises sind in den vergangenen Wochen bereits weit überdurchschnittlich stark gefallen. Und doch gibt es hier noch gehöriges Abwärtspotenzial. Denn die Insolvenz beider Unternehmen liegt in dieser Krise auf der Hand, während gleichzeitig der staatliche Wille zur Rettung der Unternehmen so niedrig sein dürfte wie bei kaum einer anderen Branche.

Wer sollte einem Steuerflüchtling Staatshilfen gewähren?

Wird den Unternehmen kein frisches Kapital zugeführt, sind sie in wenigen Monaten pleite. Die Umsätze betragen derzeit weitgehend 0. Gleichzeitig müssen Kunden bezahlte Reisen erstattet werden, was Geld aus den Unternehmen zieht. Der Ruf dürfte auf Jahre hinaus beschädigt sein. Selbst wenn Quarantänen in wenigen Monaten aufgehoben werden, ist schwer vorstellbar, dass die Umsätze in den kommenden Jahren wieder Vorkrisenniveau erreichen. Viele Menschen werden schlichtweg Angst haben, an Bord zu erkranken und dann nicht mehr von Bord gelassen zu werden.

Den Zugang zu staatlichen Rettungsmaßnahmen haben sich die Unternehmen selbst verbaut. Sie haben sich ganz bewusst dafür entschieden, ihre Unternehmenssitze in Steueroasen zu verlegen. Carnival sitzt in Panama, Royal Caribbean Cruises (RCC) in Liberia, einem der ärmsten Länder der Erde, das offensichtlich gar keine Steuern erhebt. Die Schiffe sind ebenso in Steueroasen registriert. So kommt es, dass Carnival im Jahr 2019 nur wenig mehr als 2% Steuern auf die Unternehmensgewinne bezahlte. Bei RCC taucht der Posten „Steuern“ in der Einkommensrechnung nicht einmal auf. Der Nettogewinn entspricht dem Gewinn aus dem operativen Geschäft abzüglich Zinsausgaben und zuzüglich Investmentgewinnen. Die Steuerquote ist somit 0,0%.

Weiterhin gelten Kreuzfahrtanbieter als notorisch umweltschädlich, da die meisten Schiffe nicht nur mit dem dreckigsten erhältlichen Kraftstoff fahren, sondern auch noch am Markt verfü

Täglich gratis! Lesen Sie diesen Artikel in ganzer Länge, und erhalten Sie auch alle meine folgenden Analysen regelmäßig und in voller Länge automatisch per e-mail. Sie müssen nur beim Klick an dieser Stelle ihre e-Mail Adresse angeben.

Mit Börsianer-Grüßen,
Thomas Kallwaß
Chefanalyst Profit Alarm

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage