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Matthias Weik und Marc Friedrich: Sommerzeit ist Poserzeit

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Kaum beglücken die ersten warmen Sonnenstrahlen unser schönes Land wird wieder geposed, dass es nur so kracht. Immer mehr Bürger des Landes versuchen offensichtlich aufs Neue so fruchtig wie möglich zu erscheinen und ihrer Umwelt zu suggerieren, dass sie etwas ganz Tolles, Erfolgreiches und Reiches, auf jeden Fall aber etwas Besseres als all die anderen sind.


Matthias Weik und Marc Friedrich

Da brausen junge Leute mit sündhaft teuren hochgezüchteten Sportwagen durch die Innenstädte in der Hoffnung, das männliche und insbesondere das weibliche Publikum zu beeindrucken. Als rational denkender Mensch fragt man sich, wie all die jungen Leute sich diese sündhaft teuren Kisten mit einem Neupreis von 85.000 Euro und weit mehr überhaupt leisten können. So viele erfolgreiche Jungunternehmer gibt es dann wieder doch wieder nicht in unserem Lande und das Silicon Valley ist bekanntlich nicht um die Ecke. Hilfreich bei der Klärung wem der tolle Wagen denn tatsächlich gehört ist dabei ein Blick auf den Fahrzeugbrief und nicht auf den Fahrzeugschein. Spätestens bei der Frage nach dem besagten Brief, wird es sich bei den meisten Posern ganz schnell ausgeposed haben, und aus dem großen Maxe wird ganz schlagartig ein kleines Würstchen. Denn eben dieser Brief verrät, wem der schicke Wagen tatsächlich gehört. Leider liegt dieser Fahrzeugbrief zumeist nicht bei dem stolzen Lenker des Boliden sondern bei dem Eigentümer – zumeist einer hauseigenen Bank eines Automobilkonzerns. 2017 waren gerade einmal 35,6 Prozent aller Neuzulassungen in Deutschland Privatkäufer gewesen.

Leasing heißt das Zauberwort für all die, die mehr sein wollen als sie tatsächlich sind. Während man über die Sinnhaftigkeit von Leasing bei Selbstständigen noch diskutieren kann, ist das Leasing durch Privatpersonen durchaus sinnfrei. Heute kann sich beinahe jeder die dicksten Kisten selbst ohne Anzahlung leasen. Folglich ist mittlerweile ein teures Auto alles, aber kein Statussymbol mehr. Doch es werden nicht nur Autos geleast, sondern auch edle Handtaschen, Luxusuhren gemietet und sogar Liebhaber des Möbeldesigns müssen sich ihre Lieblingsstücke nicht mehr kaufen sondern können sie bequem leasen.

Nicht nur bei dem Auto, der Schweizer Armbanduhr und unter Frauen mit der Handtasche, suggeriert man heutzutage dem Gegenüber gerne mehr als man sich eigentlich leisten kann. Zu Beginn wirkt der immer mehr in Mode gekommene Vergleich „mein Haus, mein Auto, mein Boot, mein Pferd…“ für manch einen Nachbar noch imposant und eben dieser kommt ins Grübeln, wie „der“ sich das denn so alles leisten kann, da man doch weiß, was er so ungefähr verdient. Nun gut, ganz Wenige hatten das Glück im Lotto gewonnen zu haben, bei ein paar mehr ist die Gnade der Geburt – also Papa und Mama mit prall gefülltem Geldbeutel oder ein schickes Erbe – ausschlaggebend für den opulenten Lebensstil. Bei vielen anderen ist es jemand ganz anderes, der einen Lifestyle ermöglicht, den er beziehungsweise sie sich eigentlich überhaupt nicht leisten kann – die Bank. Geld kostet dank der Niedrigzinspolitik der EZB fast nichts. Folglich bringen Banken eben dieses auch mit tatkräftiger Unterstützung von Unternehmen gerne unter die Leute. Selbst Kleinstbeträge können heute finanziert werden. Dieses Angebot wird von einem Großteil der Konsumgesellschaft gerne in Kauf genommen und es ist davon auszugehen, dass beispielsweise sehr viele Handys beim Kauf finanziert werden. Heute kaufen und irgendwann bezahlen lautet die Devise mehr denn je. Hauptsache es wird konsumiert.

Das läuft alles noch so einigermaßen, so lange man sich nicht komplett überschätzt. Wir sollten jedoch zu Kenntnis nehmen, dass Deutschland sich in einer Boomphase befindet und bekanntermaßen hat ein jeder Boom auch ein Ende. Und genau dann wird es spannend und dann kommt an das Licht, wer sich seinen ganzen Bohei tatsächlich leisten kann und wer nur ein armseliger Blender ist. Darum liebe Leute sollten wir uns folgendes Zitat des österreichischen Schauspielers Walter Slezak zu Herzen nehmen: „Viele Menschen benutzen das Geld, das sie nicht haben, für den Einkauf von Dingen, die sie nicht brauchen, um damit Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen.“

Also, wenn beim nächsten Mal wieder jemand in Ihrem persönlichen Umfeld „einen auf Dicke Hose macht“ und mit seinem „Reichtum“ protzt, dann lassen Sie sich nicht beeindrucken, sondern Fragen Sie ihn beziehungsweise sie zuerst mal nach seiner Schufa-Auskunft, denn dort steht oftmals so manch eine Überraschung drin, die aus manch einem großen Poser einen kleinen hochverschuldeten Schaumschläger macht.




Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 gemeinsam den Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. Im Jahr 2014 gelang ihnen mit „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ ein weiterer Bestseller. Das Buch wurde im Jahresranking ebenfalls zum erfolgreichsten seiner Gattung. 2016 ist ihr dritter Bestseller „Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ erschienen. Im April 2017 ist ihr viertes Buch „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“ das sie gemeinsam mit Götz Werner (Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt) geschrieben haben, erschienen. Das Buch schaffte es auf Anhieb auf die auf Platz 1 der manager magazin und Handelsblattbestsellerliste. Matthias Weik und Marc Friedrich sind Initiatoren von Deutschlands erstem offenem Sachwertfonds dem FRIEDRICH&WEIK WERTEFONDS. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de, bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/ und bei Twitter www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK.

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    Marko

    7. Mai 2018 17:16 at 17:16

    Dazu kann man eines sagen : Wer immer noch nicht verstanden hat, dass Lehman nicht vorbei ist (!) und dass die EZB die mit weitem (!!!) Abstand mächtigiste Notenbank der Welt ist, tja, dem kann man nur sagen : viel Spass in Eurer „Bärenhöhle“. Punkt !

  2. Avatar

    Marko

    7. Mai 2018 17:34 at 17:34

    Und was da auf die Amis zukommt, mein lieber Herr Gesangsverein !

    • Avatar

      Jesse

      7. Mai 2018 17:51 at 17:51

      @Marko
      ich halte mich nicht für sonderlich klug aber auch nicht für sonderlich unintelligent.
      Denn ich kann weder aus ihrem ersten Beitrag noch aus dem zweiten irgendeine sonderlich interessante Nachricht erkennen.
      Lassen Sie mich nicht dumm sterben und erklären Sie doch mal genau was Sie mit Ihren Beiträgen meinen.
      Nur irgendwelche Floskelbeiträge in den Raum werfen ist nicht so schwer.
      Vielen Dank im Voraus.

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    asyoulike

    7. Mai 2018 17:49 at 17:49

    Moin, moin,
    sehr gelungen die Darstellung der Posergesellschaft. Heiße Luft wo man geht und steht. Aber bitte, schauen wir uns hier oben im Norden die Urlaubsorte an Ost- und Nordsee an. Man tritt auf, kann aber seine Kinderstube nicht übertünchen. Hat man als Otto-Normalverbraucher da noch Lust irgendwo bei gutem Wetter in ein Straßencafe oder eine Eisdiele zu gehen? Überall die iPhones auf den Tischen, der geliehenen oder 15 Jahre alte Luxuskreuzer vor der Lokation und die (Friseusen-)Gabi dabei. Spätestens jetzt kommt mir persönlich immer Manta, Manta in den Sinn. Da bleibt nur sich einen ruhigen Platz an der Küste zu suchen, den Kaffee und Kuchen von zu Hause mitbringen und gut ist. Dabei ein Buch lesen und nicht auf den o.g. Blödsinn schauen zu müssen.
    Aber liebe Mitleser, eines muss man unseren Posern aber neidlos anerkennen, Selbstbewußtsein haben die ja für eine ganze Kompanie.

  4. Avatar

    Jesse

    7. Mai 2018 17:58 at 17:58

    sorry, aber ich bin wirklich erstaunt das sich die beiden ehrenwerten Autoren haben dazu hinreissen lassen sich über eine solche Minderheit ( die es nicht wert sind über sie zu sprechen ) einen ganzen Beitrag zu schreiben.
    Da fehlen heute wohl die entprechend wichtigen Themen.
    Ist es dann nicht besser nichts zu schreiben also solche wirklich belanglose Menschen hier zu beschreiben ?
    Ich wüsste jetzt nicht was mir dieser Bericht geben sollte um mich in Finanzfragen weiter zu bilden. Diese Menschen kennt jeder seit der Jugendzeit. Und die wird es auch immer geben. Aber das dies hier an einem Platz für professionelles Anlegen platziert wird, erstaunt mich schon sehr.

    • Avatar

      Dieter G.

      7. Mai 2018 19:39 at 19:39

      Moin,

      ganz einfach. Es wird hier die massive Verschuldung beschrieben. Und wenn Du Zeit hast, einfach warten, bis der ganze Schnickschnack bei eBay auftaucht, weil verkauft werden muss.

      Erstaunlicherweise haben wir massive Verschuldungen immer in der Nähe eines letzten Hochs. Getreu dem Motto: es geht doch immer aufwärts.

      Solange es noch irgendeinen gibt, der mit 20 Jahren noch nicht kreditiert wurde, stürzt sich die gesamte Branche der Raubritter auf diese Generation.

      Ob der Artikel nun wirklich einen Nutzen hat, sei dahingestellt. Auf jeden Fall gibt es in naher Zukunft günstige Immobilien, schicke Autos usw. usw. Ich freu mich drauf. :-)

      Liebe Grüße

      Dietr

      • Avatar

        tm

        8. Mai 2018 10:18 at 10:18

        „Es wird hier die massive Verschuldung beschrieben. “

        Das stimmt ja nicht. Die deutsche Staatsschuldenquote sinkt seit 2010, die Schuldenquopte der Privathaushalte sinkt seit 2001 und Schuldenquote der Unternehmen ist heute minimal höher als vor 10 Jahren.

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          8. Mai 2018 10:27 at 10:27

          @tm, bei Banken sind das, was seit ca. drei Jahren am Besten läuft, Konsumentenkredite – und das massiv. Da wird sich das neueste iPhone gekauft – auf Pump. Die Risiken der Konsumentenkredite aber sind häufig bilanziell ausgelagert in Tochterfirmen. Mir sagte kürzlich ein Banker: „Im Grunde wissen alle, dass vieles dieser Konsumentekredite schon beim kleinsten Abschwung nicht mehr zurück gezahlt werden können – aber alle wollen gute Zahlen schreiben, also werden weiter fleißig Konsumentenkredite vergeben“.
          Um die Risiken zu begrenzen, hängt man den Kunden dann eine Restschuldversicherung um den Hals, die diesen Kunden wiederum viel Geld kostet. Und dann bringt man die Kunden in Umschuldungen zu angeblich besseren Konditionen, wieder faktisch zu Lasten der ohnehin bonitätsschwachen Kunden. Daher, so der Banker zu mir, sind die am besten laufenden Filialen nicht diejenigen in wohlhabenden Gegenden, sondern in eher ärmeren Gegenden einer Großstadt..

          • Avatar

            tm

            8. Mai 2018 10:41 at 10:41

            Das stimmt doch einfach nicht. Die Verschuldung der Privathaushalte ist seit 2010 um lächerliche 1,7% pro Jahr gestiegen und damit weniger als das (nominale) BIP und die Einkommen der Haushalte.

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            8. Mai 2018 10:44 at 10:44

            @tm, Sie orientieren sich an der offiziellen Zahl, ich an der Praxis durch Leute, die sehen, was konkret abgeht. Der von mir angesprochene Banker hat bundesweit Einblick in die Zahlen aller Filialen der flächendeckent präsentesten Bank in Deutschland – das ist für mich jedenfalls aussagekräftiger als eine staatliche Statistik, von der ich nicht genau nachvollziehen kann, wie sie erstellt wurde..

          • Avatar

            tm

            8. Mai 2018 11:09 at 11:09

            @Markus Fugmann
            :-) achso, wenn die „offiziellen“ Zahlen Ihnen nicht gefallen, dann stimmen die nicht?

            Wenn Ihnen ein Banker etwas sagt, sollten Sie da eher misstrauisch sein. Also nichts für ungut, aber selbst wenn Sie einen (!) Banker kennen und der auch noch die Zahlen „seiner“ Bank genau kennen sollte, spricht wenig dafür, dass er die Gesamtzahlen aller Banken kennt.

            Was spricht denn aus Ihrer Sicht denn für die Behautung, dass die Konsumschulden stark steigen? Welche Anhaltspunkte haben Sie dafür, dass diese Behauptungen stimmen, alle Zahlen zum Thema aber nicht?

            Vielleicht mal nen Schritt zurück: Die Konsumkredite machen nur einen kleinen Teil der Gesamtschulden der Privathaushalte aus, den Löwenanteil stellen Baukredite dar. Selbst wenn also – entgegen aller Infos die uns vorliegen – die Konsumkredite deutlich steigen würden, wäre das für die Gesamtverschuldung der Privathaushalte nahezu irrelevant.

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            8. Mai 2018 11:35 at 11:35

            @tm, der Artikel, den wir hier alle kommentieren, schildert das Posertum vieler Menschen, die ihre Konsumgüter zur Schau stellen. Daher halte ich meinen Hinweis auf den Anstieg der Konsumentenkredite aus einer sehr direkten Quelle für sachbezogen, während Ihr Hinweis auf die gesamte Privatverschuldung inkl. Baukredite einen viel weiteren Rahmen setzt, der sich daher aber auch dem ursprünglichen Aussage im Artikel weiter entfernt..

  5. Avatar

    Beobachter

    7. Mai 2018 18:31 at 18:31

    Bis vor kurzem hatte ich grosse Achtung vor den Herren Weik u. Friedrich,seit sie aber kürzlich Bitcoin als Anlage empfohlen haben ( ein elektronisches SCHNEEBALLSYSTEM) sind sie für mich auch nicht mehr glaubwürdig..

    • Avatar

      Andreas

      7. Mai 2018 20:14 at 20:14

      Vor allem haben sie noch in ihrem ersten Buch ausdrücklich vor ETFs gewarnt, da diese nur „elektronische Nachbildungen“ seien. Und jetzt plötzlich Bitcoins empfehlen, ab hier waren die beiden Finanzexperten ebenfalls für mich unten durch.
      Wobei viele Texte von denen natürlich gut sind, aber so ganz geheuer sind mir die Herren nicht mehr.

    • Avatar

      Sabi

      7. Mai 2018 20:39 at 20:39

      @ Beobachter:

      Na, ja es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Herren mit ihrer Empfehlung in Bitcoin goldrichtig lagen. Ich habe auf die beiden gehört und bin bei 600 Euro pro Bitcoin eingestiegen und ärgere mich, dass ich nur einen BTC gekauft habe. Ich finde es auch gut, dass die beiden keine Dogmatiker sind und sich auch weiterentwickeln.

  6. Avatar

    Marko

    7. Mai 2018 18:34 at 18:34

    Es geht mir garantiert nicht darum, Menschen in Finanzfragen „weiterzubilden“, ich weiß, dass ich einiges weiß, Bärenhöhle 4.0, darf von mir aus machen was sie will. Es ist mir egal ! Schmeisst Euer Geld raus, der Marko freut sich.
    Das da, meine lieben Bären, sagt mir was, bei Euch höre ich nur „verkaufen“ ! Und genau das ist Euer Fehler !

  7. Avatar

    Columbo

    7. Mai 2018 18:41 at 18:41

    Neid ist das typische Verhalten der „Alten Welt“.
    Europäisches Denken: „Der fährt einen Porsche, so ein Angeber, was kann ich machen, um dem das Auto wegzunehmen“?
    Amerikanisches Denken: „Der fährt einen Porsche, toll, was kann ich machen, um auch so ein Auto zu fahren“?
    Verehrte Weik und Friedrich, laßt den jungen Leuten doch ihren Spaß. Viel Zeit bleibt den Armen eh nicht mehr, wie ich bei Euch (seit Jahren) lese.

  8. Avatar

    Beobachter

    7. Mai 2018 21:26 at 21:26

    @Sabi, wenn sie Bitcoin als Spielgeld oder Spekulation empfehlen wäre das eine Sache ,ABER DIE HABEN ES EINDEITIG ALS ANLAGE EMPFOHLEN ?????

    • Avatar

      Siggi

      8. Mai 2018 10:35 at 10:35

      @beobachter:
      Wo?
      Dem muss ich widersprechen:
      Sie haben immer gesagt und geschrieben das es als spekulative Wette zu sehen ist und man mit max. ein paar Prozent Einsatz Investieren soll.

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    Altbär

    7. Mai 2018 21:43 at 21:43

    @Marko, Sie meinen also sie wissen einiges, aber etwas was jeder Anfänger weiss, wissen sie nicht.
    Alles hat ein Ende ,nur die Wurst hat 2
    Jeder Trend geht einmal zu Ende.
    Sagen sie mir einen vernünftigen Grund, warum die Börsen weiter steigen sollten.
    Sie können Permabulle sein soviel sie wollen, sie sollten einfach 5 Minuten vor einer grossen Korrektur die 90% vernünftigen Leute nich immer verhöhnen. Bei einer Korrektur wie letztes Jahr hört man dann nichts mehr von Ihnen,NUR SCHON AUS DISEM GRUND WÜNSCHE ICH MIR EINE Korrektur.Wnn sie es noch nicht gemerkt haben, sind wir seit Anfang Jahr in einem Baissetrend, u.nur wenig fehlte letzte Woche für einen grossen Abverkauf.

    • Avatar

      Columbo

      8. Mai 2018 08:51 at 08:51

      @Altbär ?

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Europäische Zentralbank: Muss sie weiter lockern?

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Die Europäische Zentralbank gerät zunehmend unter Druck! Während es in Deutschland mit der Wirtschaft langsam nach oben geht und das Rezessionsjahr 2020 nicht die ganz große ökonomische Katastrophe bringen soll, kommen die südlichen Staaten nicht so recht voran. Schuld ist natürlich zu einem Gutteil die Entwicklung von Covid-19, die bereits vor den kalten Monaten zu einer zweite Welle generiert ist. Anlass für die Europäische Zentralbank weiter zu lockern, auch trotz der großen Geldflut? Am gestrigen Mittwoch hoffte man auf Hinweise bei einer Rede von EZB-Chefin Christine Lagarde.

Europäische Zentralbank: Höheres Inflationsziel trotz Deflation

Die Federal Reserve in den USA hat es vorgemacht. Man orientiert sich künftig an einem flexiblen Inflationsziel um und bei zwei Prozent – will heißen, dass man auch ein Überschießen über diese ehemalige Zielmarke über einen längeren Zeitraum akzeptieren wird. Jetzt sprach auch die Präsidentin der EZB in einer Rede auf der EZB-Watchers Konferenz in Frankfurt davon, dass man auch in Europa eine Strategieänderung vornehmen könnte. Wenn man die Inflationserwartung erhöhe, könnte dies beim Bürger zu Kaufneigung führen, angesichts der Erwartung künftiger Preissteigerungen. Dabei war es der Europäischen Zentralbank in einem ganzen Jahrzehnt noch gar nicht gelungen, die Zielmarke von zwei Prozent für längere Zeit zu erreichen. Die aktuelle Entwicklung zeigt auch eher das Gegenteil von Inflation. Den letzten Inflationsdaten des Statistischen Bundesamts zufolge gab es im September einen Preisrückgang von 0,2 Prozent. In Deutschland ist dies sicherlich auch der temporären Senkung der Mehrwertsteuer geschuldet, aber auch für den Euroraum als Ganzes rechnet man mit einem Rückgang der Inflation um 0,3 Prozent. Die aktuelle Pandemie sorgt in südeuropäischen Ländern dafür, dass dort eine hohe preisdämpfende Arbeitslosigkeit herrscht – die berühmte Phillipskurve.

Aber es gibt innerhalb der EZB auch Mahner vor einer zu laschen Haltung in punkto Inflation. Bundesbank-Präsident Weidmann warnte vor einer Nachahmung der amerikanischen Politik, ebenso wie der frühere EZB-Vizepräsident Christian Noyer. Man müsse auch an die Kosten für die Wirtschaft denken.

Der geheime Währungskrieg

Was steckt also hinter den Maßnahmen? Die Europäische Zentralbank darf nicht den Eindruck erwecken, weniger locker in ihrer Zinspolitik zu sein als ihr Pendant in den USA. Dies hat sofort Wirkung auf den Außenwert einer Währung zu Lasten der Exportwirtschaft. So hatte der Chefvolkswirt der EZB, Philip Lane, vor den Folgen eines starken Euro für Wachstum und Inflation gewarnt, just in dem Moment als sich EUR/USD der Schwelle von 1,20 genähert hatte. Die wirtschaftliche Erholung und die Preisentwicklung seien durch den zuletzt aufwertenden Euro deutlich gedämpft worden, schrieb Lane Anfang September in einem veröffentlichten Beitrag auf der Internetseite der EZB.

Was sind die nächsten Schritte?

Das klassische Instrument einer weiteren Zinssenkung entfällt wohl angesichts eines Zinssatzes von minus 0,5 Prozent und der fatalen Wirkung auf das Bankensystem. Denkbar wäre eine weitere Aufstockung des bereits auf 1,35 Billionen Euro aufgestockten schweren Anleihekaufprogramm, das Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP). Spekuliert wird um eine Ausweitung um nochmalige 500 Milliarden Euro.

Fazit

Nach meiner Wahrnehmung schiebt die Europäische Zentralbank das Ziel, für Preisstabilität zu sorgen, nur vor. Man will vermutlich der  „finanzielle Repression“ zum Erfolg verhelfen:  also den relativen Abbau von Staatsschulden über eine mittlere Inflationsrate bei gleichzeitig niedrigsten Zinsen am Geldmarkt für den Normalsparer. Eine zweite Motivation ist dabei auch die (unausgesprochene) indirekte Staatsfinanzierung mittels niedrigster Kapitalmarktzinsen, die es vor allem den hoch verschuldeten Südstaaten erlaubt, ihren Schuldendienst zu leisten. Und drittens ist die Europäische Zentralbank mittendrin im weltweiten Kampf um eine niedrige heimische Währung, die den Export der Länder unterstützen soll. Für all das braucht es eine lockere Geldpolitik.

It doesnˋt matter, until it matters!

Die Europäische Zentralbank ist unter Druck

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Beate Sander: „Ich werde in diesem Monat sterben!“ Das letzte Interview

Markus Fugmann

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Beate Sander ist bekanntlich in dieser Woche verstorben. Dass ihr Leben zu Ende geht, war ihr völlig klar: „Ich werde in diesem Monat sterben“, sagte sie in ihrem letzten Interview mit einer bewundernswerten Haltung. Trotzdem ist die „Börsen-Oma“ bis zum letzten Tag ihrer Leidenschaft für die Märkte treu geblieben – und es ist diese Leidenschaft, die sie die Schmerzen und die Aussicht auf den Tod hat ertragen lassen.

Man spürt: Beate Sander hatte eine Berufung – und diese Berufung machte sie glücklich. Und in der Tat: wer eine Berufung in sich spürt, der verspürt Sinn in seinem Leben. Beate Sander aber war eine „Berufene“. Und das obwohl die ehemalige Realschullehrerrin erst im Alter von 59 Jahren ihre erste Aktie kaufte.

Ihre letzte Botschaft lautete für diejenigen, die ähnlich wie sie vor dem Tode stehen:

„Nehmt das so mutig und gelassen hin wie es möglich ist“.

Und Sander mit ihrem letzten Appell:

„Ich möchte alle Anleger noch mal ganz herzlich bitten: Weg vom Sparbuch, hin zu Aktien! Spart vernünftig und baut euch ein schönes Vermögen auf!“

Wer am Ende so souverän sein kann wie Beate Sander, muß ein großer Mensch sein!

 

Beate Sander war eine Berufene

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Olaf Scholz und der große Steuer-Irrsinn – Bundesrat rettet die Bürger?

Claudio Kummerfeld

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Was Olaf Scholz da verzapft hatte gegen Privatpersonen in Deutschland, die an der Börse handeln, war unfassbar. Ja, es war sogar der reine Irrsinn. Man könnte glatt meinen, Olaf Scholz verstehe gar nicht, was er da macht – schließlich betont er immer wieder, dass das Sparbuch sein persönlicher Favorit ist. Kennt er sich mit Aktien, Derivaten und Verlustverrechnungen überhaupt aus? Geht es nach seinen Beschlüssen, dann werden Privatpersonen ab Januar 2021 in die absurde Lage kommen, dass sie Steuern auf Kapitalerträge zahlen müssen, obwohl sie in diesem Jahr insgesamt mehr Verluste als Gewinne gemacht haben!

Zahlreiche Medienpublikationen berichteten unlängst über dieses Thema (siehe beispielsweise hier oder hier), aber auch wir bei FMW hatten uns schon mehrfach darüber ausgelassen, was für ein Irrsinn da von Olaf Scholz in die Welt gesetzt wurde. Oder können Sie sich vorstellen zum Beispiel als kleiner Selbständiger Einkommensteuer zu zahlen, obwohl sie gar kein Geld verdient haben? Nein, denn das wäre ja völlig sinnfrei – genau wie es jetzt bei Steuern auf Kapitalerträge aus Derivategeschäften kommen soll.

Laut dem neuem Gesetz von Olaf Scholz (Erweiterung des Einkommensteuergesetz § 20 Absatz 6 Satz 4) dürfen ab Januar 2021 Verluste aus Termingeschäften nur noch mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden. Noch wichtiger: Pro Jahr dürfen nur noch 10.000 Euro Verluste mit Gewinnen verrechnet werden. Macht man 15.000 Euro Verlust, kann man im Folgejahr die überschüssigen 5.000 Euro gegen die Gewinne des nächsten Jahres verrechnen. Nur dumm, wenn man jahrelang in Folge mehr Verluste als Gewinne macht. Die praktische Folge: Es kann passieren, dass der Anleger Steuern auf Gewinn-Trades zahlt, obwohl man insgesamt in einem Jahr mehr Verluste als Gewinne gemacht hat.

Rettet der Bundesrat die Bürger vor dem Irrsinn des Olaf Scholz?

Jetzt kann der Steuerbürger und Privatanleger nur hoffen, dass der Bundesrat am 9. Oktober den Steuer-Irrsinn des Olaf Scholz stoppen wird. Denn ein aktuelles Papier (hier einsehbar) zeigt die Empfehlungen der Fachausschüsse an den Bundesrat für die Sitzung am 9. Oktober. Man darf vermuten und hoffen, dass der Bundesrat diese Empfehlungen umsetzen wird? Und siehe da, genau zu dieser angedachten Änderung im Einkommensteuergesetz, die das Ministerium von Olaf Scholz umgesetzt sehen will, sagt die Empfehlung der Ausschüsse Zitat „In Absatz 6 werden die Sätze 5 und 6 gestrichen„. Und eben jene Sätze betreffen diese angedachte Begrenzung der Verlustverrechnung. Wir wollen an dieser Stelle nur einen kurzen Teil der Begründung zitieren, warum die Fachausschüsse dem Bundesrat diese Empfehlung geben. Zitat:

Der Bundesrat spricht sich für die Streichung der 2019 (BGBl. I 2019, 2875) geschaffenen neuen Verlustverrechnungsbeschränkungen im Bereich der Einkünfte aus Kapitalvermögen aus. Die administrative Umsetzung dieser Vorschriften ist verfassungsrechtlich bedenklich und stellt die Finanzverwaltung zudem vor nahezu unlösbare Aufgaben.

Mit der Neuausrichtung der Besteuerung ab dem Jahr 2009 wurde – höchstrichterlich bestätigt – das Grundprinzip einer symmetrischen Berücksichtigung von Gewinnen und Verlusten innerhalb der Kapitaleinkünfte eingeführt. Die neuen Vorschriften brechen mit diesem Grundprinzip. Die Verlustverrechnungsbeschränkungen sind so restriktiv, dass sie in der Fachliteratur als ein klarer Verstoß gegen das verfassungsrechtlich maßgebende Nettoprinzip bewertet werden.

Zum Thema finden Sie hier ein aktuelles Video des Börsenexperten Andre Stagge, bitte anschauen!

Bundesfinanzminister Olaf Scholz
Olaf Scholz. Foto: Olaf Kosinsky CC BY-SA 3.0 de

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