Meinung

Meine lieben Stalker!

Haben Sie auch einen Stalker? Wenn nein, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich einen zuzulegen. Nicht einen, der mit Telefonanrufen belästigt oder sogar physisch aufdringlich wird – nein, einen Internet-Stalker. Das ist eine saubere Sache, richtet keinen Schaden an und hat hohen Unterhaltungswert!

Ich zum Beispiel habe sogar zwei Stalker, die sich regelmäßig per mail bei mir melden und natürlich alles sch..e finden, was ich sage oder schreibe. Und weil ich ein höflicher Mensch bin, antworte ich auf die mails von meinen Stalkern mit der Frage, warum sie denn mir immer wieder schreiben oder meine Texte lesen, wenn doch alles purer Unsinn ist, was ich zu sagen habe. Auf diese Frage haben meine Stalker nicht wirklich eine überzeugende Antwort, sinngemäß sagen sie, es wäre ja trotz des Unsinns, den ich verzapfe, irgendwie doch amüsant. Na wenn das kein schönes Kompliment ist! Wenn Unsinn amüsant ist, muss ja eigentlich dieser Unsinn eine gewisse Substanz haben, sonst würden mich meine Stalker ja völlig ignorieren.

Tun sie aber nicht. Vielmehr schreiben sie regelmäßig. Der eine heißt Gerit W., der andere Manfred E., dem ich schon einen liebevollen Artikel gewidmet habe („Nie wieder schlechte Nachrichten„). In einem sind sich beide einig: ich sei viel zu negativ, die Welt sei doch die Allerbeste derzeit – und überhaupt sei das ganze Crash-Gequatsche von mir doch völlig überflüssig etc. Was beide aber nicht daran hindert, mich immer wieder anzumailen und mich mit freundlichen Schmähungen zu überschütten.

Ich habe mich inzwischen derart an meine Stalker gewöhnt, dass jeder Tag, an dem sie sich nicht bei melden, fast ein verlorener Tag ist. Fakt ist: man muss sich seine Stalker erst verdienen, die kommen nämlich nicht einfach so von alleine. Ein echter Internet-Stalker hat wenig Zeit – so ist zum Beispiel mein Stalker Gerit W. im IT-Bereich eines österreichischen Logistikunternehmens tätig – und muss daher mit seinen Aktivitäten haushalten. Es ist also eigentlich ein großes Kompliment, dass der unter Zeitdruck stehende Stalker ausgerechnet mich ausgesucht hat, um seiner Neigung zu frönen.

Um Sie zum Abschluss richtig neidisch zu machen, hier die neueste Stalking-Mail von Gerit W. Sie werden sofort erkennen, dass Gerit ein verkappter Lyriker ist:

Guten Tag Herr Fugmann,

ein Gespenst geht um = finanzweltmarkt.de -))
Ihre Shortstellung und gewünschten Szenarien werden sich so schnell nicht erfüllen
Ist das Ihre berufliche Erfüllung solche Phantasien in die Welt zu setzen?

Leider sehr ärmlich …

Klar werden alle reicher, vor allem die Reichen

Ist das neu?

Banken tun was immer tun,

was soll der ganze Klamauk?

wir schwimmen auf einem hohen Niveau



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13 Kommentare

  1. Meiner Meinung ist das kein Stalking, sondern ein normaler, geistreicher Kommentar in Gedichtform. Aber ich bin der Meinung, die Analysen von Herrn Fugmann treffen meistens ins Schwarze. Ich finde seine Artikel sehr hilfreich. Und er verlangt nichts dafür! Also Danke!

  2. Zack auf Spam gesetzt und gut is.
    Alles andere ist Zeitverschwendgung.

  3. Lieber Herr Fugmann,

    ich möchte Ihrem Stalker folgendes Buch empfehlen Fahrenheit 451!

    Schade, dass Menschen immer noch trotz all der Technik und all dem Fortschritt nur nach Propheten suchen, und nicht im Stande sind aus verschieden Quellen sich ein eigenes Bild der Welt zu machen.

  4. Werter Herr Fugmann,

    vielen Dank für die zahlreichen Hintergrundinformationen der Vergangenheit.
    Jeder vernünftige Mensch sieht das herannahende Chaos, das durch eine aus dem Nichts durch die Notenbanken geschaffene künstlichenLiquidität entstanden ist, in der die Märkte vollkommen betrunken ersaufen. Und trotzdem kleben alle an den Lippen eines Herrn Draghi.
    Es grenzt schon an planwirtschaftliche Mentalität, wenn sich eine ganze Herrschar an immer steigenden inflationsgetriebenen Kursen erfreut.
    Man muss schon das geistige Niveau eines Schafes besitzen, wenn man in dieser Herde blind mittrottet. Bis zur Schlachtbank.

  5. Was, nur zwei Stalker? Master Retz und Bruder Popp haben bestimmt deutlich mehr „Fans“.

  6. Lieber Herr Fugmann,

    ach, was sind Sie doch für ein Glückspilz, zwei Stalker „sein Eigen“ zu nennen :)
    In der doch von kalten Zahlen, beherrschenden Finanzwelt; sicher eine Bereicherung und nettes Amüsement (BigSmile).
    Bezüglich Ihrer Kommentare unt Statements. Bitte weiter so !!! Endlich mal ein erfrischender Stil.

    Gruß, Johann Steinhaus

  7. Klingt nach Hauptschule

  8. Hallo Herr Fugmann,
    schade das ich nicht so „Einen“ mein Eigen nennen kann. :-)
    Ich finde Euren Hamburger Trupp einfach nur genial.Auch am Telefon immer super freundlich. Und wer kann schon alles genau vorraussagen? Macht Bitte Bitte weiter so. Keiner hat Euren Stil.
    Seit Stolz was Ihr geschafft habt.
    Gruß

  9. tja, f-welt ist eben der stachel im fleisch des meinstream ;)

    weiter so !!!

    1. rechtschreibung bitte verbessern, bildung ist eben in deutschland aus der mode gekommen, oder es war noch zu früh ;)

  10. Also ist immer so eine Sache. Über gefallen oder nicht gefallen scheiden sich die Geister bekanntlich. Ich finde auch nicht alles so toll bei den Videoformaten. zB. fehlt mir da eine kleine feine Chartanalyse bei den Charts. Das wär etwas feines zusätzliches. Deshalb heule ich aber nicht rum und belästige Leute die sich sichtlich mühe geben mit dem was sie tun. Herr Fugmann bekommt 4 von 5 Sterne, weiter so UND verbessern!

    Anstatt die Energien in was eigenes zu investieren „vergeuden“ diese Examplare es eben mit sinnlosem „Wortgeschmeisse“.

  11. Lieber Herr Fugmann,

    Dieser schöne Artikel nötigt mir jetzt doch endlich mal ab, Ihnen ein grosses Lob für Finanzmarktwelt und Ihre tolle Arbeit zu machen. Ich verfolge Sie – im positiven Sinne ;-) – bereits ein ganze Weile und weiss sowohl die Informationen, als auch die Art und Weise wie Sie diese vermitteln sehr zu schätzen. Bewahren Sie sich diesen Humor – und seien Sie stolz auf Ihre Stalker ;))

    Schöne Grüsse

  12. amüsant,lob und tadel freuen sich beidseitig
    vll doch auch viel spiessigkeit unter den kommentaren
    wer mit hartgeld spielt, kann sich schnell die finger verbrennen
    klar, ist unsere welt verrückt, ohne moral und vernunft, das ist kein neues rad, was zu erfinden wäre …
    schafe kaufen und halten, holzhütte und autark leben

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