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Merkel-Dax-Euro-Szenario für Montag: Wenig wahrscheinlich, aber durchaus möglich

Redaktion

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Alle festhalten bitte. Nach dem Debakel für CSU und SPD in Bayern steht übermorgen das nächste Debakel für CDU und SPD ins Haus. Die Wahlen in Hessen stehen an. Und ähnlich wie in Bayern und im Bundestrend deutet sich auch in Hessen an, dass die beiden ehemals großen „Volksparteien“ immer weiter schrumpfen. Verlieren werden Merkel und Nahles – die großen Gewinner werden wohl auch in Hessen die Grünen sein.

Die CDU soll laut aktueller Umfrage von „Forschungsgruppe Wahlen“ von 38,3% auf 28% sinken, die SPD von 30,7% auf 20%. Die Grünen sollen von 11,1% auf 20% ansteigen. Man kann also ganz vereinfacht sagen: Die SPD-Wähler wandern rüber zum Nachbarn, den Grünen. Die AfD soll sich verdreifachen auf 12%, die FDP soll von 5% auf 8% steigen, und die Linken von 5,2% auf 8%.

Die bisherige Koalition von CDU und Grünen wird dadurch zwar rechnerisch auch noch möglich sein mit ca 48% (Sitze im Parlament dann wohl knapp über 50%). Aber: SPD, Grüne und Linke werden zusammen wohl auf auch auf 48% kommen, und hätten somit auch eine knappe Mehrheit. Sollten die Linken in Hessen erträgliche Verhandlungspartner sein, wäre dieses Dreier-Bündnis der Linken als Regierungskoalition denkbar, womöglich sogar mit Herrn Al-Wazir als Ministerpräsidenten? Bislang war er ja nur Vize von Herr Bouffier.

Die SPD könnte auch in Hessen Fußabtreter für die CDU werden wie im Bund, und man hätte als Große Koalition in Hessen auch 48%. Aber die SPD könnte in Hessen auch noch unter 20% sinken. Nach dieser Wahl am Sonntag könnte sich die SPD auf Bundesebene gezwungen sehen die Große Koalition mit Frau Merkel zu beenden, sozusagen unter dem Druck der Wahl-Debakel in Bayern und Hessen. Das würde automatisch Neuwahlen bedeuten.

Und ob Angela Merkel bei Neuwahlen erneut für die CDU antreten würde? Dann würde die CDU wohl noch weiter ins Bodenlose fallen, so wie es die SPD gerade tut. Diese Kette von Ereignissen ab Sonntag Abend ist wenig wahrscheinlich, weil die liebe Angie wie immer die Wogen in Berlin glätten könnte. Hauptsache weiter regieren, egal wie… aber ausgeschlossen ist unser hier angeführtes Szenario nicht, dass in Neuwahlen endet.

Was wäre das für eine Nachricht für die europäischen Aktienmärkte und für den Euro im Verhältnis zum US-Dollar? Es wäre wohl keine gute Nachricht für diese Märkte, wenn Angela Merkel plötzlich die Brücke verlässt, als letzter „stabiler Anker“ in Europa. Dass es unter einer Annegret Kramp-Karrenbauer wohl genau so weitergehen würde wie unter Angela Merkel, das würden die Märkte wohl erst viel später merken. Kurzfristig könnte so eine Kette von Ereignissen mit dem Ende für Angela Merkel einen Schock für die Märkte bedeuten.

Die Linken liebäugeln bereits mit einer linken Dreier-Regierung in Hessen… ganz unrealistisch ist unser Szenario nicht. Die Chance für bundesweite Neuwahlen aufgrund der Hessen-Ergebnisse ist wie gesagt nicht groß, aber es ist möglich! Auch wenn die SPD in die Regierung rutschen könnte als Junior-Partner der Grünen – bei 10% Verlust oder mehr könnte auch dies zu Verwerfungen mit der CDU in Berlin führen. Nichts Genaues weiß man nicht zwei Tage vor der Wahl. Aber behalten wir diese Szenarien mal im Hinterkopf. Der europäische Kapitalmarkt jedenfalls guckt heute überhaupt nicht nach Hessen oder Berlin, sondern nur auf die US-Techaktien, die die Indizes runterziehen. Mal sehen, ob das ab Montag anders aussieht.

Merkel
Merkel und Co – die aktuellen Vertreter der Regierungsparteien in Berlin. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

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  1. Avatar

    Gixxer

    28. Oktober 2018 12:32 at 12:32

    Das Szenario ist durchaus möglich, da ich aber davon ausgehe, dass sich am Sonntag noch keine der Parteien festlegen wird, würden meiner Meinung nach die Folgen auch noch nicht sofort Montag eintreten. In den kommenden Tagen oder Wochen aber durchaus.

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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

Redaktion

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Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

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Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

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Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

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