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Fed-Zinsentscheid und Big-Tech Nasdaq: Entscheidung über die Fortsetzung der Bärenmarktrally steht an

Nasdaq: Entscheidung über die Fortsetzung der Bärenmarktrally steht an

Geht die Bärenmarktrally an den US-Börsen weiter? Die entscheidenden Impulse für den Nasdaq dürften von der Zinsentscheidung und Big-Tech kommen. Kurz vor dem Highlight heute Abend, der Zinsentscheidung der US-Notenbank, befindet sich der Nasdaq nach den jüngsten Kursverlusten auf Erholungskurs. Den gestrigen Handel beendete der Technologieindex mit einem Minus von 1,96 Prozent bei 12.086 Zählern. Im Vorfeld der Quartalszahlen der Big-Tech-Unternehmen sowie dem heutigen Fed-Event haben Anleger Gewinne mitgenommen.

Die nachbörslich veröffentlichten Zahlen von Alphabet und Microsoft sind bestenfalls durchschnittlich ausgefallen, dennoch griffen Anleger bei den Aktien zu und haben damit dem Nasdaq Aufwind verliehen. Die nächsten Unsicherheitsfaktoren stehen aber schon in den Startlöchern. Neben der Zinsentscheidung der Fed richtet sich der Blick der Marktteilnehmer ebenfalls auf die Quartalsberichte von Apple und Amazon am Donnerstag. Danach könnte die Frage beantwortet sein, ob die Bärenmarktrally beendet ist oder eine Fortsetzung der Erholung ansteht.

Fed-Zinsentscheidung und Zahlen von Big-Tech im Blick

Die Investoren an den US-Börsen blicken gespannt auf den Höhepunkt der Berichtssaison sowie die heutige Fed-Zinsentscheidung. Im Hinblick auf das Fed-Event stellt sich die Frage, ob die Fed einen Zinsschritt um 75 oder 100 vornimmt. Der Markt erwartet eine Anhebung um 75 Basispunkte. Es gibt aber auch eine geringe Wahrscheinlichkeit, laut FedWatch-Tool 23,7 Prozent, einer Zinserhöhung um 100 Basispunkten. Während ein Zinsschritt von 0,75 Prozentpunkte in die aktuellen Kurse eingepreist sein dürfte, wäre eine Erhöhung um einen vollen Prozentpunkt eine böse Überraschung für die US-Börsen.

Ungeachtet dessen gibt es immer noch die Sorge vor einer Rezession. Eine Rezession bedeutet ein negatives Wachstum der Wirtschaft, dies schließt folglich auch einen Rückgang der Unternehmensgewinne ein. Ein weiteres Warnsignal hat die gestrige Gewinnwarnung von Walmart geliefert. Der Grund für die gesenkten Gewinnprognosen ist die nachlassende Nachfrage wegen der hohen Inflation. Nicht nur Walmart ist von dem Verzicht der Konsumenten betroffen, sondern auch andere Einzelhandelsunternehmen wie Amazon könnten darunter leiden.

Amazon, Apple und BIP-Zahlen als Impulsgeber

Da passt es ins Bild, dass der Onlinehändler morgen seine Zahlen vorlegt. Die Berichtssaison hat in dieser Wochen seinen Höhepunkt erreicht. Am Donnerstag liegt der Fokus neben den Zahlen von Amazon ebenso auf dem Quartalsbericht von Apple. Da Apple mit Abstand die größte Gewichtung im Nasdaq hat und Amazon nach Microsoft die drittgrößte, dürfte es am Donnerstagabend im Technologieindex volatil zugehen . Zudem legt Meta Platforms (ex Facebook) heute Abend Quartalszahlen vor. In Anbetracht der hohen Gewichtung von Big-Tech haben die Firmenbilanzen einen starken Einfluss auf die Richtungsentscheidung im Nasdaq.

Darüber hinaus steht morgen die Veröffentlichung des US-Bruttoinlandsprodukts auf dem Terminplan. Sehen wir im zweiten Quartal das zweite Mal in Folge einen Wachstumsrückgang, dann wäre die US-Wirtschaft laut Definition in einer Rezession. Paradoxerweise könnten die Märkte die Meldung positiv aufnehmen, da einerseits der Inflationsdruck abnehmen würde. Ein nachlassender Preisdruck würde andererseits den Druck auf die Notenbank Fed verringern, die Zinsen weiter zu erhöhen. Schwache BIP-Zahlen könnten also helfen die Aktienmärkte zu stabilisieren.

Nasdaq: Fortsetzung der Bärenmarktrally?

Angetrieben durch die Erholung der Technologieaktien läuft die Bärenmarktrally an den US-Börsen schon seit ein paar Wochen. Nun haben sowohl der Nasdaq als auch der S&P 500 entscheidende Retracement-Level und Widerstände erreicht. Ausgehend vom Juni-Tief konnte der Nasdaq in der Spitze um fast 15 Prozent zulegen.

Der S&P 500 hat am Freitag bereits das 61,8 Prozent Retracement des letzten Abwärtsimpulses erreicht. Der Bereich ist interessant für die Verkäuferseite, um den Markt nochmals nach unten zu drücken. An dem wichtigen Retraement ist der Leitindex auch nach unten abgeprallt. Die Bären könnten hier also wieder Druck machen. Im Nasdaq wurde hingegen das 78,6% Retracement er letzten Abwärtsbewegung erreicht.

Übergeordnet befinden sich beide Indizes noch im intakten Abwärtstrend. Im Tageschart hat sich dagegen ein Aufwärtstrend etabliert. Im beigefügten Chart sehen wir den steigenden Aufwärtstrendkanal im Nasdaq. Nach drei Verlusttagen in Folge macht sich der Tech-Index wieder gen Norden auf. Nach der Zinsentscheidung und der anschließenden Pressekonferenz der Fed könnte sich eine Richtungsentscheidung andeuten. Auf der Oberseite wären die Hochs bei 12.670 Punkten ein erstes Ziel. Darüber ist mit einem Test der Hochs bei 12.940 zu rechnen. An dieser Stelle befindet sich eine massive horizontale Widerstandszone. Dort entscheidet sich dann, ob es im übergeordneten Bild eine Trendwende gibt.

Auf der Unterseite dürfte der Nasdaq hingegen die Tiefs bei 11.830 Punkten anpeilen. Ein Rutsch unter das Zwischentief bei 12.045 und der 20-Tage-Linie bei 12.000 Punkten könnte indessen der Trigger für weiter fallende Kurse sein. Unterschreitet der Nasdaq den Unterstützungsbereich bei 11.500 Zählern, dann könnte er seine Juni-Tiefs bei 11.040 Zählern anlaufen. Die Bärenmarktrally wäre damit auch beendet.

Die Volatilität an den US-Börsen dürfte nach der Zinsentscheidung und den Quartalszahlen von Big-Tech deutlich zunehmen, es ist also Vorsicht geboten.

US-Börsen: Fed-Zinsentscheidung und Big-Tech - Fortsetzung der Bärenmarktrally?

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2 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Wenn die Kapitelmarktrenditen der Tresories sinken und gleichzeitig die Aktienkurse steigen, dann spekulieren die Märkte, im Grunde, auf eine sehr dovishe FED.

    Heute dazu ein Analystenkommentar der BoA ,nachdem schon im nächsten Januar, die Zinsen wieder sinken und auch die Bilanzen, im Umkehrschluss wieder steigen.

    Niemand würde sich heute,mit einer amerikanischen Umlaufrendite von nur 2 Prozent begnügen , wenn er wüsste, dass die FED die Zinsen, bis Januar 23, auf 4 ,5 Prozent erhöht (angebliches Kursziel Bullard), da wäre er ja schön blöd.
    Nein man spekuliert auf eine dovishe FED. Andere Interpretationen sind unzureichend.
    Ob das Verhalten der FED nun von einer Rezession ausgelöst wird oder nicht.
    Die Geschichte könnte den Bullen recht geben, denn seien wir mal ehrlich, im Grunde ist die FED ein gebranntes Kind.
    Zweimal hat sie durch zu hohe Zinsen, einen Crash ausgelöst, ein Drittes mal wird es nicht geben. Zumindest ist die us- amerikanische Wirtschaft viel zu sehr schuldenbasiert und die jetzigen Zinserhöhungen konnte man sich nur leisten, weil die Inflation bei über 9 Prozent liegt.
    Somit ist die wahre Verzinsung weiter negativ. Und ein bisschen Show gehört immer dazu, also tut man so, als ob die Inflationsbekämpfung jetzt auf einmal oberste Priorität hätte .
    Im Grunde wissen wir doch alle, das die FED viel zu viel Angst vor höheren Zinsen hat, das merkt man ihr an.
    Es kann also gut sein, das im nächsten Jahr die Zinsen schon wieder sinken und im Anschluss auch die Bilanz wieder steigt.
    Das wäre nur logisch und läge im langfristigen Kontext der FED.

  2. @dr.s, ja natürlich,aber die FED hat trotzdem ,wie Oberst Fugmann auch immer erwähnt ,ein kleines Problemchen. In Wahrheit ist das Alles nur VOODOO (frei nach Greenspan) bzw. Psychologie. Die Zinsraten am langen Ende kann keine Zentralbank wirklich nennenswert verändern,das macht immer der Markt.Mit steigendem Zeitanteil
    und demzufolge steigendem Volumenanteil/Zeit akkumuliert ,wird der Einfluss auf die lange Rate immer unwahrscheinlicher.Und die Verwerfungen am kurzen Ende durch die Eingriffe immer wahrscheinlicher!!
    Wie wir Sep 2019 am Repomarkt eindrucksvoll erleben durften.Eine Shortage bei den besicherbaren Anleihenzetteln hat den Zins explodieren lassen und konnte mittelfristig nur mit neuen Anleihen durch die Coronaschulden gedeckt werden . Und dieses Damoklesschwert erzwingt fast diese Vola zwischen den Güterklassen.Das ist anscheinend die neue Idee. Ich behaupte ganz dreist,daß die FED dies Shortage auch garnicht beeinflussen kann ,sie muss hinterher die ganzen Scherben aber wieder von Strasse entsorgen.

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