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Nordex-Aktie verliert dank großer Kapitalerhöhung – hier alle Details

Windkraftanlage von Nordex

Die Nordex-Aktie notiert heute früh mit einem Minus von 4,5 Prozent bei 18,09 Euro, wobei das Tief bei 17,62 Euro lag. Grund dafür ist die gestern spät Abends veröffentlichte Mitteilung des Unternehmens, dass man eine große Kapitalerhöhung durchführt. Bevor wir zu den Details bei Nordex kommen: Aktien verlieren in der Regel nach so einer Veröffentlichung, da bei einer Kapitalerhöhung logischerweise die Anzahl der vorhandenen Aktien vergrößert wird.

Deswegen muss der Jahresgewinn eines Unternehmens durch mehr Aktien geteilt werden, und jeder Inhaber einer Aktie hat letztlich Anspruch auf weniger Gewinn. Dadurch sinkt der theoretische und letztlich auch reale Wert pro Aktie, was dann umgehend nach Bekanntgabe so einer Maßnahme im Aktienkurs eingepreist wird. Manchmal aber, wenn die Aktionäre von der Story einer Firma total überzeugt sind, blendet man diesen Verwässerungsfaktor auch aus, und die Aktie büßt nicht ein.

Nordex mit großer Kapitalerhöhung

Aber jetzt zu Nordex. Das Unternehmen gibt 42,67 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von 13,70 Euro aus. Das Bezugsverhältnis beträgt 4 neue Aktien für 11 Bestandsaktien mit einer Bezugsfrist vom 2. bis 15. Juli 2021. Insgesamt will man 584,6 Millionen Euro einnehmen. Die Transaktion besteht aus 388 Millionen Euro in bar, die vollständig von einem Bankenkonsortium gezeichnet ist, und einem Gegenwert von ca 196,6 Millionen Euro von der vom Großaktionär Acciona zu erbringenden Sacheinlage.

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Acciona, der größte Aktionär bei Nordex, habe sich verpflichtet die Bezugsrechte für seinen derzeitigen Anteil am Grundkapital von 33,63 Prozent auszuüben und anstelle von Bareinlagen Darlehensforderungen in Höhe von 196,6 Millionen Euro aus einem Gesellschafterdarlehen über insgesamt 232 Millionen Euro einzubringen. Mit dieser Kapitalerhöhung schaffe man in einem Schritt eine langfristig nachhaltige Kapitalstruktur, und es sei eine erheblichen Stärkung der Bilanz – man reduziere auch die laufenden Zinsaufwendungen, so Nordex in seiner Veröffentlichung.

Die neu geschaffenen Aktien sollen voraussichtlich am 19. Juli 2021 zum Börsenhandel zugelassen werden. Es ist geplant, dass die neu geschaffenen Aktien am 20. Juli 2021 in die bestehende Notierung von Nordex im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) einbezogen werden. Die neu geschaffenen Aktien sind ab dem 1. Januar 2021 mit voller Dividendenberechtigung ausgestattet (FMW: Thema „Verwässerung der Altaktien“ – Gewinn muss also schon für das gesamte Geschäftsjahr 2021 durch mehr Aktien geteilt werden).

Weitere Details

Der langjährige Anteilseigner SKion, der über seine Beteiligungsvehikel Ventus Venture Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG ca. 4,3% der Aktien der Gesellschaft hält, beabsichtigt die ihm im Rahmen der Bezugsrechtskapitalerhöhung zustehenden gesetzlichen Bezugsrechte vollumfänglich auszuüben. Ferner planen auch diejenigen Mitglieder des Vorstands (José Luis Blanco und Patxi Landa) und des Aufsichtsrats (Dr. Wolfgang Ziebart und Jan Klatten), die Aktien an der Gesellschaft halten (insgesamt etwa 0,43%), ihre Bezugsrechte auszuüben.

Nordex hat die Commerzbank, UniCredit Bank AG, Crédit Agricole Corporate and Investment Bank und Intesa Sanpaolo S.p.A. als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners für die Transaktion mandatiert. Wichtig: Diese Bankengruppe verpflichtet sich alle angebotenen Aktien, für die die Aktionäre ihr Bezugsrecht nicht ausgeübt haben, zum Bezugspreis zu erwerben. Die Kapitalerhöhung ist also noch vor der morgen beginnenden Bezugsfrist aus Sicht von Nordex bereits in trockenen Tüchern.

Parallel dazu hat Nordex mit dem Bankenkonsortium als Kreditgeber vereinbart, die bestehende und nach Nachhaltigkeitskriterien bewertete Garantiekreditlinie des Unternehmens durch die Ausübung einer Aufstockungsoption in Höhe von 171,25 Millionen Euro von 1,238 Milliarden Euro auf 1,41 Milliarden Euro zu erhöhen. Mit dem Bankenkonsortium wurde vereinbart, dass zudem ein Betrag von bis zu 100 Millionen Euro aus dieser Aufstockung auch in Form von zugesicherten Barkreditlinien zur Verfügung gestellt wird. Die Erhöhung der Garantielinien werde Nordex´ Strategie des profitablen Wachstums weiter unterstützen, und die Barkreditlinie wird dem Unternehmen zusätzliche Liquidität verschaffen. Die Aufstockung der Garantiekreditlinie und die damit zugesicherte Barkreditlinie ist an den Abschluss der Kapitalerhöhung geknüpft. Mit dem Vollzug dieser Transaktion werde die bestehende staatlich garantierte revolvierende Konsortialkreditlinie, die derzeit nicht in Anspruch genommen ist, aufgelöst.



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