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NordLB-Rettung: Löcher stopfen mit 3,6 Milliarden Euro von Sparkassen und Bundesländern

Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) wird in Finanzkreisen schon als „HSH Reloaded“ bezeichnet. Oder man könnte es auch als Mini HSH-Debakel bezeichnen? Bei der HSH Nordbank hatten die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein weit mehr als 10 Milliarden Euro in den Sand gesetzt.

Die NordLB hat mit der Misere bei Schiffskrediten ähnliche Probleme wie die HSH. Sie hat 2018 einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro erwirtschaftet, und brauchte dringend frisches Geld. Nach übereinstimmenden Berichten ist die Rettung der NordLB nun beschlossene Sache. Die Fakten waren schon letzte Woche offiziell publik geworden, aber jetzt haben die Entscheidungsträger von Ländern und Sparkassen (Dachverband DSGV) grünes Licht gegeben. Hier im Wortlaut von der NordLB selbst:

Die Stärkung der Kapitalquoten der NORD/LB erfolgt durch eine Barkapitalzufuhr in Höhe von 2.835 Mio. Euro, an der sich Niedersachsen mit rund 1,5 Mrd. Euro und Sachsen-Anhalt mit rund 200 Mio. Euro beteiligen. 1.135 Mio. Euro der Barkapitalzufuhr werden von Seiten der Sparkassen-Finanz¬gruppe zur Verfügung gestellt. Das Land Niedersachsen führt zudem zusätzliche kapitalentlastende Maßnahmen in Höhe von 800 Mio. Euro durch, so dass sich ein positiver Gesamtkapitaleffekt von rund 3,6 Mrd. Euro ergibt.

Aber das war es ja noch lange nicht. Genau wie einst bei der HSH Nordbank, wo die EU-Kommission aufgrund der staatlichen Beihilfen letztlich eine Privatisierung erzwang, muss auch bei der NordLB durch die Kommission geprüft werden, ob hier ein ähnlicher Fall vorliegt. Müssen die Eigentümer also auch hier nach frisch hinterher geschmissenem Steuerzahlergeld die Bank zwangsweise privatisieren? Das ist durchaus denkbar.

Die Bilanzsumme soll von 154 auf 95 Milliarden Euro verringert werden. Und natürlich, wie inzwischen alle Banken aus dem Bereich, will auch die NordLB mit Schiffskrediten bitte nichts mehr zu tun haben. Das „noch vorhandene“ Portfolio an Schiffskrediten sei inzwischen „komfortabel abgesichert“, so bereits letzte Woche NordLB-Chef Thomas Bürkle. Na, dann wird ja alles gut werden in Hannover? So hatte man sich das vor vielen Jahren in Hamburg auch mal vorgestellt… dazu an dieser Stelle nochmal ein Zitat der NordLB von letzter Woche:

Bis Jahresende 2018 konnte die NORD/LB das Gesamtportfolio bereits auf 10,3 Mrd. Euro reduzieren. Gegenüber Ende 2016, als das Portfolio noch bei 16,9 Mrd. Euro lag, ist dies ein Rückgang von 39 Prozent. Der Anteil problembehafteter Kredite (NPL) belief sich zum 31.12.2018 auf 7,5 Mrd. Euro. Dieses NPL-Portfolio soll zügig abgebaut werden. Im Rahmen einer Portfoliotransaktion wird als erster Schritt ein signifikanter Teil dieses Portfolios in Höhe von rund 2,6 Mrd. Euro an einen Finanzinvestor übertragen.

Wie hieß es nochmal nach der Finanzkrise aus der hohen Politik? Keine Steuerzahler-Gelder mehr für Bankenrettungen!

NordLB Zentrale Hannover
Die NordLB-Zentrale in Hannover. Foto: NordLB



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4 Kommentare

  1. War das jetzt ein Bail-In oder ein Bail-Out?

  2. Ein Bail-Out Gixxer. Das ist ja mal wieder ein ganz toller Deal für den Steuerzahler! Die privaten Sparkassen haben sich selbst faktisch aus der Haftung genommen in dem sie lächerliche 1,1 Mrd Euro an Kapital bereitstellen. Niedersachsen und Sachsen Anhalt zahlen zwar auch „nur“ 1,7 Mrd. Euro, aber Niedersachsen stellt noch Risikoabschirmungen in Höhe von 4-5 Mrd. Euro bereit!

    Wird wohl nichts mit Bail-In, Bail-Out bleibt die Nummer 1.

    1. Es war wohl etwas missverständlich mit der Frage. Ich hatte nicht unbedingt eine Antwort erwartet. Ich wollte eher darauf hindeuten, dass ein Bail-Out ja eigentlich ausgeschlossen sein sollte, aber das ja wieder mal egal ist.

  3. Pingback: Heute wird es mal wieder richtig bitter! Glück ist…… | das-bewegt-die-welt.de

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