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Nowotny (EZB): Bankenstresstest zu stressig

Bekommt die EZB Angst vor der eigenen Courage? Das jedenfalls lassen die jüngsten Äußerungen von EZB-Direktoriumsmitglied Nowotny gegenüber der Süddeutschen Zeitung vermuten: „Der Test wird sehr streng, vielleicht sogar zu streng. Meine Befürchtung ist, dass die EZB in dem Ehrgeiz es besonders gut machen zu wollen, sehr weit über das hinausgeht, was die USA gemacht haben. Das kann zu Übertreibungen führen“.

Hintergrund der Sorgen Nowotnys könnte sein, dass die EZB in den Bilanzen der Banken einige Minenfelder entdeckt hat. Fällt eine Bank durch den Stresstest, könnten andere Banken ihre Kreditvergabe an die „Durchfaller“ einstellen und so für Turbulenzen an den Märkten sorgen – ein Szenario, an dem die EZB nicht wirklich interessiert sein dürfte. Nowotny nimmt zudem das Argument der Lobby europäischer Banken auf, die sich mit dem Test gegenüber ihren amerikanischen Konkurrenten benachteiligt fühlen. Gleichwohl kommt Deflation in dem Stresstest der EZB nicht vor, was die Aussage Nowotnys relativiert, wonach der Test „sehr streng“ sei..

Bemerkenswert ist auch folgende Aussage Nowotnys über die Nullzinspolitik der EZB gegenüber der Sueddeutschen: „Die Menschen sitzen einer Illusion auf. Sie bekamen zwar früher höhere Einlagenzinsen, aber die Inflationsraten waren viel höher“. Mit anderen Worten: früher gab es mehr Zinsen, aber die höhere Inflation hat das damals aufgezehrt – sodass sich doch faktisch nichts geändert habe. So kann man das natürlich auch sehen, getreu dem Motto: die Sparer waren doch auch schon in der Vergangenheit die Dummen, warum regt ihr euch jetzt auf einmal deswegen auf?

Unterdessen hat sich Bundesbankchef Weidmann gegenüber dem Magazin Focus den Kauf von ABS ausgesprochen und vor der Entstehung einer Immobilienblase in Deutschland gewarnt: „In einigen Ländern – auch in Deutschland – sehen wir die Gefahr einer Immobilienblase – und dann sollen wir als Eurosystem niederländische Immobilienkredite kaufen?“



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