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Ölpreis haussiert dank guten Gründen – neues Szenario bedroht die Bullen

Öl-Bohrturm

Der Ölpreis steigt aktuell weiter an. WTI-Öl notiert jetzt bei 81,90 Dollar und damit 2 Dollar höher als noch Mittwoch. Damit liegt der Markt aktuell auch ziemlich genau auf dem höchsten Niveau seit sieben Jahren. Die gute Laune hat Gründe, aber im großen Bild droht Ungemach.

Lagerbestände wichtig für Ölpreis

Die Lagerbestände für Rohöl in den USA wurden gestern mit +6,1 Millionen Barrels zwar die dritte Woche in Folge ansteigend vermeldet. Aber die Internationale Energie-Agentur (IEA) bot gestern einen größeren Überblick. So lagen die Lagerbestände für Öl in den OECD-Staaten im August 162 Millionen Barrels unter dem 5-Jahresdurchschnitt vor der Corona-Pandemie, und im September sollen sie weiter gefallen sein auf den tiefsten Stand seit 6 Jahren. So eine Aussage wie gestern durch die IEA hilft dem Ölpreis natürlich beim weiteren Ansteigen.

IEA mit wichtigen Aussagen über Nachfrage und Angebot

Die gestrigen Aussagen der IEA gaben grundsätzlich weiteren Auftrieb für den Ölpreis. Denn die Prognose der IEA für die weltweite Nachfrage nach Öl in diesem Jahr wurde um 200.000 Barrels pro Tag nach oben revidiert auf +5,5 Millionen Barrels pro Tag. Aufgrund der aktuellen Energiekrise könne die Nachfrage sogar um bis zu 500.000 Barrels pro Tag höher ausfallen. Auch auf der Angebotsseite tut sich was. Die IEA revidierte das Angebot der Nicht-OPEC-Staaten im laufenden Quartal nach unten um 300.000 Barrels pro Tag. Daher steige der Bedarf nach Öl der OPEC.

Experten zum Switch von Gas und Kohle zu Öl

Wir haben es die letzten Tage mehrfach angesprochen auf FMW. Die globale Energiekrise bringt dank extrem stark gestiegener Preise für Kohle und Gas immer mehr Abnehmer dazu, als Ersatzbrennstoff nun auf das immer noch günstig wirkende Öl auszuweichen. Das heizt natürlich die Öl-Nachfrage an, und der Ölpreis erhält weiter Aufschub. Das sehen auch die Experten Stephen Stapczynski und Holger Zschaepitz so.

Noch gute Laune im Ölpreis, aber nicht mehr lange?

Noch haussiert der Ölpreis kräftig. Aber kann der Wind bald drehen, wenn sich nämlich bestätigen sollte, dass nächstes Jahr ein globales Überangebot an Öl entsteht? Man schaue dazu auf die folgende Grafik der Commerzbank.  Noch sieht man eine Unterversorgung mit Öl, was den steigenden Ölpreis unterstützt. Aber in 2022 könnte sich das Blatt wenden. Die derzeitige Unterversorgung des Ölmarktes dürfte laut den Experten der Commerzbank im nächsten Jahr nämlich einer Überversorgung weichen. Denn für 2022 implizieren die Prognosen der IEA ein beträchtliches Überangebot von fast 2 Millionen Barrels pro Tag.

Grafik zeigt Phasen von Über- und Unterversorgung am Ölmarkt

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf im WTI-Ölpreis in den letzten zehn Jahren.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten zehn Jahren



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1 Kommentar

  1. Der Schweinebaucheffekt spielt auch beim Rohö und Rohöl kann sehr schnell auch mehr gefördert werde.Dies hat man jeweils bei Unfällen gesehen.Russland und der gewiefte Putin spielen im Öl – und Gasmarkt eine wichtige Rolle. Er wird jetzt den naiven EU- Anfängern zeigen wo Bartli den Most holt und sich nachher als Retter aufspielen.Auch Länder wie Venezuela ( mit Landeswährung Bitcoin) und viele Coronaverschuldete Länder werden aus vollen Rohren produzieren.Dazu kommen stagnierende Wirtschaften in den grössten Ländern ,was für mich heisst, DAS SCHWARZE BODENGOLD WIRD BALD WIEDER FALLEN.

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