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Energiekrise voraus in Europa – Nachrichten aus dem Kuriositätenkabinett

Kohle-Bergbau mit Windrädern im Hintergrund

Die Energiekrise ist in Asien bereits viel stärker zu spüren als in Europa. In Deutschland kam sie zuletzt sogar an bei Hart aber fair, wo stark steigende Energiepreise besprochen wurden. Gestern meldete der brandenburgische Energieanbieter Otim Insolvenz an, und benannte als Gründe massiv gestiegene Großhandelspreise, einen massiven Anstieg der Vorauskasse- und Sicherheitsleistungen, starke Einschränkungen hinsichtlich der verfügbaren Mengen auf der Beschaffungsseite, und den Wegfall des Vorlieferanten für Strom. Jetzt gibt es zur Energiekrise kuriose Meldungen aus Indien und Großbritannien, die Folgen des Mangels aufzeigen.

Energiekrise sorgt für „Ausweichen“ auf Öl

Wir haben es auf FMW in den letzten Tagen mehrfach angesprochen. Weil vor allem Gas global so extrem im Preis explodiert ist, könnte der Drang der Einkäufer und Verbraucher groß sein, nun vermehrt Öl als Brennstoff zu kaufen, weil es in Relation zu anderen Brennstoffen noch relativ günstig ist. Dies würde folglich die Nachfrage nach Öl antreiben und damit auch den Ölpreis hochziehen. Die Anzeichen für dieses Szenario werden immer eindeutiger.

Knappe Kohle in Indien

Im „Kuriositätenkabinett“ der Energiekrise sehen wir jetzt, dass beim gigantischen Kohleproduzenten und Verbraucher Indien die geförderte Menge so knapp zu sein scheint, dass der größte Kohle-Förderer des Landes erstmal Industriekunden nicht mehr beliefert, damit die Lagerbestände bei Stromkraftwerken aufgefüllt werden können. Deswegen könnte die Warenproduktion in Indien sinken, oder die Hersteller könnten auf andere Brennstoffe ausweichen. Dies erhöht folglich den Druck bei Gas und Öl. Und noch etwas: Wenn die Industrie in Indien wegen fehlender Kohle-Lieferungen die Produktion drosselt, könnte das bei den globalen Lieferketten „mal wieder“ für neue Probleme sorgen.

Umstellen von Elektrifizierung auf Diesel

Und im „Kuriositätenkabinett“ findet man aktuell in Großbritannien eine neue Meldung, die die Energiekrise verdeutlicht. Das Unternehmen Freightliner ist ein britischer Betreiber von Güterzügen. Laut Berichten von der Insel ersetzt das Unternehmen gerade alle seine Elektrolokomotiven durch Diesellokomotiven, weil die Stromkosten um 200 Prozent gestiegen sind. Laut einer Sprecherin von Freightliner habe man aufgrund des beispiellosen Anstiegs der Strompreise die schwierige Entscheidung getroffen, seine elektrischen Gütertransporte vorübergehend durch Dieseltransporte zu ersetzen, um eine kosteneffiziente Lösung für den Transport von wichtigen Gütern und Lieferungen in Großbritannien zu erhalten. Das ist einmal mehr ein klares Anzeichen für eine massive Energiekrise! Ach ja, und auch dies bedeutet: Die Nachfrage nach Öl wird angeheizt, wenn so ein Transporteur folgerichtig mehr Diesel einkaufen muss.



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7 Kommentare

  1. Tja, so kann eine Klimapolitik auch enden. Es ist schlichtweg sinnlos Großes mit infantilem Intellekt voranzutreiben. Der Schaden für den grünen Hype könnte innerhalb der Weltbevölkerung (vor allem EU) immens werden.
    Es ist schon eine seltsame Zeit, klar zu denken ist ja mittlerweile verpönt, Parolen und Ideologien vorbehaltslos zu folgen ist in.
    Hatte da nicht letztens einer/eine gesagt Verbote sind innovationsfördernd? Dann lasst uns doch als nächstes Krebs verbieten, dann gibt’s bestimmt postwendend tolle Medikamente aus der Pharmaecke – oder wird schlichtweg die (Selbst-)Mordrate steigen. Soweit zum Spielmuster Energiewende.

    1. Bevor es hinsichtlich des Beispiels zu unsäglicher Kritik kommt hier noch ein Nachtrag. Gemeint ist obiges Beispiel als Kritik auf die Klimaanreiz- und Steuerungspolitik – eine Verunglimpfung Krebskranker liegt mir fern weil’s die meisten unverschuldet trifft.
      Schema:
      Ewig geraucht und nun krank, selbst schuld => Strafe
      Ewig unter’m Bräunungsstrahler gelegen und nun krank, selbst schuld => Strafe
      etc.

  2. Ich finde es ein bisschen verwunderlich das es welt weit so uhr plötzlich zu mangel bei Energieträgern kommt. Vor corona war alles ok, während corona wurde überall die Produktion gedrosselt. Folglich müsste ja ein überschuss an öl kohle und gas un den lagern vorhanden sein. Und jetzt so halb nach corona verbrauchen alle wiel mehr energie als vorher?? Da kann einfach was nicht stimmen. Das unsere verfehlte Umweltpolitik da nochmal zusätzlich einen schaden anrichtet war vermutlich in dem Ausmaß nicht geplant.
    Für mich sieht das eher nach einem perfekt orchestrierten Handelskrieg aus, es redet nur offen keiner drüber.

  3. Herbert Silbersiepe

    ein dreifaches „Hip hip Hurra“ auf die globale Klima Sekte :) „Kinder an die Macht“ !!!

  4. @ Herbert Silbersiepe, @Daxrabbit,

    China treibt die Weltmarktpreise in die Höhe, weil man alles irgendwie Verfügbare zu jedem Preis aufkauft. Russland kann oder will derzeit nicht mehr Gas liefern. Indien füllt die Kohle-Lagerbestände erst einmal für die Stromproduktion auf. Das ist alles kontraproduktiv für den Klimaschutz und zeigt im Gegenteil, dass global ein rasanter und massiver Ausbau regenerativer Energien vonnöten ist. Was haben Lieferprobleme, leere Speicher und rasant gestiegene Nachfrage mit Klimaschutz zu tun? Sie beide gehören sicher auch zu den Schlaumeiern, die Klimapolitik und Klimaschutz statt globaler Märkte für Chip- und Baustoffmangel verantwortlich machen.

    Bei der Frage, warum die Gasspeicher nicht rechtzeitig und noch dazu zu historisch günstigen Preisen aufgefüllt wurden, gibt es nur skurrile Inkompetenz als Antworten, etwa: „Warum in den Speichern derzeit weniger Gas ist als üblich, lässt sich nicht eindeutig sagen. Ausfälle und Wartungsarbeiten an der Gas-Infrastruktur in Europa hätten zur Folge gehabt, dass die Gasspeicher nicht so stark wie sonst üblich über den Sommer gefüllt werden konnten“. Mein Favorit: „So hätten »die Annahmen des Marktes zur weiteren Entwicklung der Preise dazu geführt, dass in der bisherigen Einspeisesaison weniger Gas eingelagert wurde«“. Hatte man im Allzeittief gehofft, es gehe noch billiger? Oder: „Gazprom Germania wiederum hält sich bei der Frage nach den Gründen für den weitgehend leeren Speicher Rehden bedeckt“. Stellt sich noch die Frage, warum Putin nicht über die „alten“ Transitpipelines liefert und die vollmundigen Versprechen von Mehrlieferungen ab Februar nicht eingehalten wurden:
    https://www.check24.de/gas/news/gas-gazprom-will-europas-gasspeicher-auffuellen-68126/
    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
    Oder sind da auch die bösen Klimaschützer verantwortlich?

    1. Sie haben das System einfach nur nicht verstanden.
      Es geht hier nicht darum das die ganze welt jetzt Nachhaltigkeit sein soll sondern das das nur in Deutschland so übertrieben wird.
      Es geht auch nicht darum das wir aufhören fossile energie zu verbrauchen, das können wir schlicht garnicht.

      Es geht eher darum das wir seit es Umweltpolitik gibt keine brauchbare alternative haben obwohl die technik dafür schon lange existiert. Es ist eben einfacher dem dummen Wahl volk eine Einschränkung als einfache Lösung zu verkaufen als kompliziertere technische lösungen zu erklären. Glücklicherweise ist die deutsche Bevölkerung wie eine horde dressierter Äffchen die einfach stumpf nachmachen was eine Leitmeinung vorgibt. So kann man den haufen der glaubt er hätte eine eigene meinung schön steuern..

  5. @ Ivan K.

    Es wird immer die Zukunft gehandelt. Da die Welt seit Jahren nicht mehr in Exploration investiert, weil fossile Energien verteufelt werden (gleich dazu gesagt, auch ich gehe davon aus, dass wir auf natürliche Weise zu sinnvolleren Technologien kommen werden, die auf Solarenergie beruhen werden – das wird aber noch sehr lange dauern), ist erkennbar, dass wir in einen Mangel an Öl und Kohle kommen, während beide zunehmend gefragt werden, weil billiger als Gas und Gas wiederum verstärkt nachgefragt wird, weil als einziger fossiler Energieträger noch „pc“.

    Dass die Lager nicht gefüllt worden sind, dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen:

    Entweder die Verschwörungstheorie, dass unsere Eliten uns in eine Krise stürzen, damit die Menschen mehr mit sich machen lassen, oder: man war einfach schreiend unfähig.

    Da wir das zweite ständig erleben, bietet sich das doch als Arbeitshypothese an, oder?

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