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Ölpreis fällt weiter – aktuell zwei Gründe – Achtung US-Wahlen

Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis fällt seit Tagen. Vorletzte Woche Freitag begann WTI-Öl seine Abwärtsfahrt bei über 40 Dollar, um heute Nacht bei 33,70 Dollar zu eröffnen. Bis jetzt hat sich der Ölpreis ein wenig erholt auf 34,91 Dollar, aber der Abwärtstrend der letzten Tage bleibt in Kraft. Endlich mal wieder Leben am Ölmarkt, möchte man meinen nach einem monatelangen komatösen Zustand. Schauen wir uns die aktuelle Lage an.

US-Dollar drückt weiter gegen den Ölpreis

Der US-Dollar gewinnt weiter an Stärke. Im Chart sehen wir seit dem 22. Oktober in rot-grün den fallenden WTI-Ölpreis gegenüber dem steigenden US-Dollar (Dollar-Index) in blau. Alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, tendiert zur Schwäche, wenn der Dollar steigt. So derzeit auch der Ölpreis. Auch übers Wochenende konnte der Dollar-Index weiter zulegen. Alleine seit letztem Mittwoch stieg er von 93 auf 94,16 Indexpunkte.

Neue Lockdowns in Europa belasten

Heute startet der neue softe Lockdown in Deutschland. Aber in zahlreichen anderen europäischen Ländern werden derzeit ebenfalls neue Lockdowns durchgeführt, und das deutlich härter als hierzulande. Das bedeutet weniger wirtschaftliche und private Aktivität, was natürlich direkt und indirekt die Nachfrage nach Öl sinken lässt. Dies preisen die Börsianer am Terminmarkt schon seit Tagen ein als fallenden Ölpreis, so auch jetzt übers Wochenende.

US-Wahlen

Morgen finden die US-Wahlen statt. Der Wahlausgang kann neben Aktienmärkten, Devisenmarkt und Goldpreis auch den Ölpreis in Bewegung bringen. Gewinnt Joe Biden, und holen die Demokraten dazu noch die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses, könnte es für die USA einen richtig fetten neuen Konjunktur-Stimulus geben, was wohl gut für die Aktienmärkte und den Ölpreis wäre.

Steigende Produktion schlecht für Ölpreis

Weltweit sieht man bei genauem Hinsehen eine steigende Ölproduktion. Eine höhere Angebotsmenge ist natürlich Gift für alle, die sich einen steigenden Ölpreis herbeisehnen. Deutschlands vielleicht anerkanntester Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank hat ganz aktuell zum Ölmarkt eine Analyse veröffentlicht. Hier auszugsweise im Wortlaut:

Außerdem scheinen einige OPEC-Länder, die ihre Produktionskürzungen zunächst nicht vollständig umgesetzt hatten, laut der aktuellen Reuters-Umfrage die von ihnen zugesagten kompensierenden Kürzungen nicht vorzunehmen. Gleichzeitig steigt insbesondere die Produktion in Libyen stark. Am Wochenende wurde vermeldet, dass diese schon jetzt 800 Tsd. Barrel täglich erreicht hat, sogar schneller als angekündigt. Zugleich wurde eine weitere Erhöhung auf 1,3 Mio. Barrel täglich in den kommenden Monaten in Aussicht gestellt. Auch außerhalb der OPEC steigt die Produktion. So soll das größte westeuropäische Ölfeld Johan Sverdrup in Norwegen im November eine rekordhohe Produktion von 470 Tsd. Barrel täglich erreichen. Russland hat die Produktion einschließlich Kondensate im Oktober ebenfalls etwas auf nunmehr umgerechnet 9,98 Mio. Barrel täglich ausgeweitet. In den USA ist die Zahl der aktiven Ölbohrungen laut Baker Hughes in der letzten Woche um 10 gestiegen.

Chart zeigt fallenden Ölpreis gegen steigenden US-Dollar



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1 Kommentar

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