Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis fällt weiter – aktuell zwei Gründe – Achtung US-Wahlen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis fällt seit Tagen. Vorletzte Woche Freitag begann WTI-Öl seine Abwärtsfahrt bei über 40 Dollar, um heute Nacht bei 33,70 Dollar zu eröffnen. Bis jetzt hat sich der Ölpreis ein wenig erholt auf 34,91 Dollar, aber der Abwärtstrend der letzten Tage bleibt in Kraft. Endlich mal wieder Leben am Ölmarkt, möchte man meinen nach einem monatelangen komatösen Zustand. Schauen wir uns die aktuelle Lage an.

US-Dollar drückt weiter gegen den Ölpreis

Der US-Dollar gewinnt weiter an Stärke. Im Chart sehen wir seit dem 22. Oktober in rot-grün den fallenden WTI-Ölpreis gegenüber dem steigenden US-Dollar (Dollar-Index) in blau. Alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, tendiert zur Schwäche, wenn der Dollar steigt. So derzeit auch der Ölpreis. Auch übers Wochenende konnte der Dollar-Index weiter zulegen. Alleine seit letztem Mittwoch stieg er von 93 auf 94,16 Indexpunkte.

Neue Lockdowns in Europa belasten

Heute startet der neue softe Lockdown in Deutschland. Aber in zahlreichen anderen europäischen Ländern werden derzeit ebenfalls neue Lockdowns durchgeführt, und das deutlich härter als hierzulande. Das bedeutet weniger wirtschaftliche und private Aktivität, was natürlich direkt und indirekt die Nachfrage nach Öl sinken lässt. Dies preisen die Börsianer am Terminmarkt schon seit Tagen ein als fallenden Ölpreis, so auch jetzt übers Wochenende.

US-Wahlen

Morgen finden die US-Wahlen statt. Der Wahlausgang kann neben Aktienmärkten, Devisenmarkt und Goldpreis auch den Ölpreis in Bewegung bringen. Gewinnt Joe Biden, und holen die Demokraten dazu noch die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses, könnte es für die USA einen richtig fetten neuen Konjunktur-Stimulus geben, was wohl gut für die Aktienmärkte und den Ölpreis wäre.

Steigende Produktion schlecht für Ölpreis

Weltweit sieht man bei genauem Hinsehen eine steigende Ölproduktion. Eine höhere Angebotsmenge ist natürlich Gift für alle, die sich einen steigenden Ölpreis herbeisehnen. Deutschlands vielleicht anerkanntester Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank hat ganz aktuell zum Ölmarkt eine Analyse veröffentlicht. Hier auszugsweise im Wortlaut:

Außerdem scheinen einige OPEC-Länder, die ihre Produktionskürzungen zunächst nicht vollständig umgesetzt hatten, laut der aktuellen Reuters-Umfrage die von ihnen zugesagten kompensierenden Kürzungen nicht vorzunehmen. Gleichzeitig steigt insbesondere die Produktion in Libyen stark. Am Wochenende wurde vermeldet, dass diese schon jetzt 800 Tsd. Barrel täglich erreicht hat, sogar schneller als angekündigt. Zugleich wurde eine weitere Erhöhung auf 1,3 Mio. Barrel täglich in den kommenden Monaten in Aussicht gestellt. Auch außerhalb der OPEC steigt die Produktion. So soll das größte westeuropäische Ölfeld Johan Sverdrup in Norwegen im November eine rekordhohe Produktion von 470 Tsd. Barrel täglich erreichen. Russland hat die Produktion einschließlich Kondensate im Oktober ebenfalls etwas auf nunmehr umgerechnet 9,98 Mio. Barrel täglich ausgeweitet. In den USA ist die Zahl der aktiven Ölbohrungen laut Baker Hughes in der letzten Woche um 10 gestiegen.

Chart zeigt fallenden Ölpreis gegen steigenden US-Dollar

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Pingback: Ölpreis fällt weiter – aktuell zwei Gründe – Achtung US-Wahlen – finanzmarktwelt.de – Money Office

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Trotz Impfstoff-Hoffnung Verluste – warum? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte heute trotz neuer Impfstoff-Hoffnungen im Minus – und das an einem Montag, dem Wochentag, an dem eigentlich Gewinne fast garantiert waren in den letzten Wochen. Warum also steigen die Aktienmärkte nicht mehr trotz guter Nachrichten? Dafür gibt es wohl zwei Antworten: die erste ist, dass alle schon drin sind – wer soll also noch kaufen? Und die zweite Antwort dürfte sein, dass Profi-Investoren (Pensionsfonds, Investmentfonds etc.) in Aktien übergewichtet und in Anleihen untergewichtet sind und nun ihre Portfolios adjustieren müssen (siehe den heutigen Videoausblick) – sie treten daher bis Jahresende tendentiell als Verkäufer und nicht als Käufer auf. Trotz guter Saisonalität für die Märkte besteht also weiteres Korrektur-Potential..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

weiterlesen

Märkte

Aktuell: OPEC-Meeting, wichtig für Ölpreis – LIVE-Blog – Update 19:18 Uhr

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Öl-Pumpe in der Wüste

Zwei Mal im Jahr veranstaltet die OPEC in ihrer Zentrale in Wien ihre Treffen. Dieses Mal findet es wegen der Coronakrise nur virtuell statt. Morgen dann folgt die Absprache mit den externen Partnern im Rahmen der „OPEC+“-Vereinbarungen (wichtig hier ist vor allem Russland). Für den Ölpreis ist sehr interessant, worauf man sich heute im Kartell einigt. Wird man wie bisher angedacht ab Januar die Fördermengen für Öl wieder ansteigen lassen, oder die Kürzungen erst einmal weiter aufrecht erhalten? Für die Erholung im Ölpreis könnte die Beibehaltung der bisherigen Fördermengenkürzungen durchaus wichtig sein. Denn die derzeitige zweite Corona-Welle schwächt weltweit die Öl-Nachfrage. Hier zeigen wir fortlaufend aktualisiert die wichtigsten Aussagen vom aktuellen OPEC-Meeting.

19:18 Uhr:

Das Meeting wurde offiziell auf morgen vertagt. Das wird wohl eine harte Nuss morgen, wenn man aktuelle Kommentare von Öl-Ministern (zum Beispiel aus dem Iran) liest.

17:42 Uhr:

Verschiebung der Entscheidung auf morgen wird immer wahrscheinlicher.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

17:17 Uhr:

Die vielleicht renommierteste Reporterin der OPEC-Szenerie Amena Bakr fasst die aktuelle Lage kurz und verständlich zusammen. Offenbar ist man sich bei der OPEC einig, dass man die Kürzungen 3 Monate verlängern will. Nur müssen alle externen Partner dem auch zustimmen, sich auch noch an diese Zusagen halten, und zuletzt zu viel produzierte Mengen kompensieren (und das wäre schon ein kleines Wunder). Bislang noch keine offizielle Mitteilung der OPEC.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

17:06 Uhr:

Gerüchteküche aktuell: Es gibt einige Aussagen von nicht genannten OPEC-Quellen an einige Reporter. Danach sieht es wohl so aus, dass man sich jetzt im Rahmen der OPEC relativ einig zu sein scheint, dass man die jetzigen Fördermengenkürzungen 3 Monate lang ab Januar beibehalten will. Aber man will dies womöglich heute noch nicht offiziell verkünden, sondern erst morgen mit den externen Partnern wie Russland abstimmen.

16:17 Uhr:

Gerüchteküche: Einige Korrespondenten melden aktuell Gerüchte, wonach erst morgen zusammen mit Russland und Co im Rahmen von OPEC+ echte Entscheidungen getroffen werden sollen. Man hört aber auch Stimmen, die aktuell von einer Einigung über 3 Monate Verlängerung der jetzigen Kürzungen sprechen. Alles unklar.

16:05 Uhr:

Das Dilemma der letzten Jahre auch heute? Wir behalten die Kürzungen nur aufrecht, wenn auch wirklich alle mitmachen?

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

14:33 Uhr:

Nach Eröffnungsrede geht man jetzt in die geschlossene Sitzung.

14:24 Uhr:

Das OPEC-Meeting beginnt. Es könnte aber möglicherweise stundenlang dauern bis Tendenzen über eine mögliche Einigung erkennbar werden. Erstmal wird eine Rede verlesen – hier beim Klick an dieser Stelle der Original-Redetext.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage