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Aktienmärkte: Wie gehen Anleger in die Woche der Wahrheit?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

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Die Aktienmärkte erlebten in der Vorwoche den größten Verlust seit dem Corona-Crash im März. Nun blickt die Welt an diesem Dienstag nach Washington: selten wurde eine US-Wahl mit einer solchen Spannung erwartet. Dabei ist es nicht einmal so sehr der Ausgang der Wahl, sondern eher die Furcht vor einem knappen Ergebnis, einer möglich wochenlangen Hängepartie, die die Anleger vorsichtig werden lässt. Die Folge für die Aktienmärkte war bereits eine Woche fallender Kurse und eine Strategie, die zwei Richtungsentscheidungen erwarten lässt.

Aktienmärkte: Die unübliche Vorwahlwoche

Verluste allerorten: Der Dow Jones beendete die Woche mit einem Rückgang von 6,5 Prozent, S&P 500 und Nasdaq gaben je 5,5 Prozent ab. Auch der Monat Oktober brachte bei allen drei Indizes rückläufige Notierungen – beim Dow Jones ein Minus von 4,6 Prozent, beim S&P 500 von 2,8 und bei der Nasdaq von 2,3 Prozent.

Normalerweise ist die Woche vor einer US-Wahl sehr positiv für die Aktienmärkte, mit regelmäßigen Gewinnen. Außer im Coronajahr 2020, einem besonderen Jahr, welches in keine Schablone passt.

Auch unser Dax ist diese Woche allein um über 1000 Punkte abgerutscht, ein Wochenminus von 8,6 Prozent. Es sind die größten Verluste im Leitindex seit dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle Mitte März.

Von besonderem Interesse sind die Kurverluste bei den großen Tech-Werten (Ausnahme Alphabet), eine Korrektur der exponentiellen Chartformationen scheint sich abzuzeichnen (siehe hierzu den Artikel „Nasdaq: Ist eine Korrektur der Tech-Werte unausweichlich?“).

Die Marke mit dem Apfel-Logo, die schon die unglaublichen Marktkapitalisierung von über zwei Billionen Dollar erreicht hat, ist bei der laufenden Korrektur bereits in einen Bärenmarkt gelaufen (über 20 Prozent Kursverlust vom Hoch).

Keine Reaktion auf die guten Q3-Zahlen der Staaten

Angesichts des Anstiegs der Corona-Infektionen in vielen Ländern und der bereits verhängten Lockdown-Maßnahmen war die Reaktion auf die guten Zahlen zum dritten Quartal in den Bruttoinlandsprodukten überaus verständlich. Was zählt da ein zurückliegender Anstieg des BIP in der Eurozone um 12,7 Prozent, in Deutschland um 8,2 Prozent oder in den USA von 7,4 Prozent? Beim US-typischen Jahresvergleich war es ein Plus von 33,1 Prozent, nach einem Minus von 31,4 Prozent in Q2, was Präsident Trump bereits zu Jubelausbrüchen veranlasste. Für einen Ausgleich hätte man aber 45,7 Prozent plus gebraucht.

Aber fürs „Gehabte gibts nichts“ – was für die Aktienmärkte zählt, ist die Zukunft und die hat sich gerade durch Covid-19 und die staatlichen Präventionsmaßnahmen eingetrübt. Viele Investoren gingen angesichts der Lage auf Nummer sicher, nahmen Gewinne mit, sicherten sich ab, um nicht am Wahltag auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Aus der Vorsicht der Anleger entstehen auf der anderen Seite sofort Chancen für die Optimisten – gesetzt den Fall das Negativszenario tritt nicht ein.

Das war der Rückblick auf die letzte Woche des Monats Oktober. Womit wird uns erst die nächste Woche überraschen?

Trump gegen Biden und die Volatilität

Wie eingangs erwähnt, hält der Ausgang der US-Wahlen die Welt in Atem. Zumal sich noch mit der zweiten Corona-Welle ein extrem wirtschaftsrelevantes Gewitter zusammengebraut hat. Donald Trump kann von Glück reden, dass die Wahlen nicht vier oder fünf Tage später stattfinden, denn dann dürften die USA die Infektionsmarke von 10 Millionen Amerikanern erreicht haben. Eine sehr symbolträchtige Ziffer und nicht gut für einen Macher, der sich selbst als großer Krisenbewältiger sieht. Der Ausgang der Wahlen ist dabei nicht mehr das große Thema, wenn es einen klaren Sieger gibt. Was von jedem Analysehaus betont wird, sind die Gefahren aus einem knappen oder auch noch nicht vorliegenden Wahlergebnis am 3. November. Mit all den möglichen Implikationen, wie gerichtlichen Anfechtungen, was aber noch eines der milden möglichen Szenarios wäre. Was die Bank of America schon zu der Prognose brachte, ein solcher Ausgang könnte für die amerikanischen Aktienmärkte einen Einbruch von 20 Prozent nach sich ziehen. Wie haben die großen Investoren auf das unsichere Umfeld reagiert? Nicht nur mit Sicherheitsverkäufen, sondern auch mit Absicherungsgeschäften.

Dies ist ablesbar am Volatilitätsindex VIX, der die Optionswetten auf den US-Leitindex, den S&P 500, abbildet. Jeder Marktanalyst betrachtet das Put-Call-Verhältnis, zur Feststellung der spekulativen Stimmung an den Märkten oder auch zur Bewertung der Absicherungsneigung.

Zum Wochenschluss notierte der VIX etwa bei 37 Punkten, in den letzten fünf Tagen ist er damit um mehr als 30 Prozent gestiegen. Ein großes Absicherungsbedürfnis – aber bei weitem nicht in der Region wie beim Corona-Crash, wo der Index am 16. März sagenhafte 82,69 Punkte erreicht hatte. Womit haben damals die Investoren für die nächsten 30 Tage eigentlich gerechnet?

Die VIX iat eine Art Angstbarometer der Aktienmärkte

Interessanterweise befinden sich die VIX-Futures zudem seit längerer Zeit in einer so genannten Backwardation. Dies bedeutet, dass die Kontrakte mit einer kurzen Restlaufzeit höher bepreist sind, als Kontrakte, die weiter in der Zukunft fällig werden. Der Normalfall ist das nicht, denn die Zukunft wird für gewöhnlich unsicherer eingeschätzt, als die Gegenwart.

Covid-19, die US-Präsidentschaftswahl sowie das Ausbleiben des notwendigen Stimulusprogramms für Millionen von Arbeitslosen treiben die kurzfristige Volatilität in die Höhe, während man langfristig mit einer Entspannung rechnet. Eine Backwardation tritt beim VIX nicht so häufig auf. Aber es gibt noch weitere Indizien dafür, dass große Anlegerkreise nicht unvorsichtig in die nahe Börsenzukunft marschieren.

Der Fear&Greed-Index, der sich aus sieben Einzelindizes zusammensetzt, ist auf „ängstliche“ 29 Punkte gefallen. Neben dem Volatilitätsindex VIX notieren auch das Market Momentum, Stock Price Strength (Aktienkurs-Stärke) im Bereich der Angst, Stock Price Breadth (Aktienkurs-Breite) und Safe Heaven Demand (Nachfrage nach sicheren Häfen) sogar auf extremer Angst.

Auch die „Insider Transaction Ratio“, das Verhältnis von Verkäufen zu Käufen, berechnet von Thomson Reuters ist auf unter 10 gefallen, einem Verhältnis, welches als bullish gewertet wird. Zur Verdeutlichung: Insider verkaufen immer mehr Aktien als sie kaufen. Das liegt daran, dass sie vertraglich Aktienoptionen und Bonusaktien erhalten, die sie im Laufe der Zeit verwerten.

Was werden die Anleger am heutigen Montag machen, dem letzten Tag vor dem Ereignis? Absicherungen weiter hochfahren?

Die möglichen Folgen nach dem Wahltag

Ein US-Wahltag bringt regelmäßig gewaltige Kursreaktionen der Aktienmärkte mit sich. Wer erinnert sich nicht an den 8. November 2016, der unerwarteten Wahlniederlage von Hillary Clinton und die gewaltige Kursreaktionen am Folgetag, vorbörslich? Man befürchtete das Schlimmste, aber dann erholten sich die Kurse im Präsenzhandel und schlossen nahezu unverändert. Anschließend gab es die beste Woche im Dow Jones seit fünf Jahren. Und 2020? Sollte sich das Negativszenario bestätigen, dürfte es zunächst zu weiteren Abschlägen kommen. Aber dann – laufen die Optionen nicht schon in kurzer Zeit aus? Wenn das „Unheil“ für die Aktienmärkte nicht eintritt, könnte es sogar unmittelbar zu einer Short Squeeze kommen, einer Eindeckungsrally, in der die Auflösung der Absicherungsgeschäfte zu Käufen auf der Gegenseite (dem so genannten Underlying) führen?

Fazit

Die Entwicklung in der abgelaufenen Woche mit den großen Kursverlusten der Aktienmärkte und den starken Absicherungsgeschäften deuten nicht nur auf große Vorsicht der Investoren hin, sondern auch auf eine mögliche und allgemein unverständliche Reaktion der Aktienmärkte.

Gewiss kann es durch ein unsicheres Wahlergebnis am 3. November, gepaart mit der Furcht vor einem Pandemie-bedingten Wirtschaftseinbruch im vierten Quartal, zu weiteren Kursverlusten der Aktienmärkte kommen. Dagegen versucht man sich abzusichern.

Aber was ist, wenn die Wahlen doch ein deutliches Ergebnis bringen? Werden dann die Put-Optionen bei manch großer Fondsgesellschaft nicht hinfällig, weil mit einem fallenden VIX stark verlustträchtig? Kann man bei der Auflösung der Kontrakte große Gewinne einstreichen oder muss man ein weiteres Mal so genannte Pain Trades durchführen und in den Markt einsteigen? Zur Erinnerung: Die aktive Fondsbranche läuft im Jahr 2020 weit hinter der Benchmark, zum Beispiel dem S&P 500 hinterher, so stark, wie seit mehreren Jahren nicht mehr.

Die Aktienmärkte vor der US-Wahl

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Aktienmärkte: Wichtige Botschaften! Videoausblick

Die Aktienmärkte heute aufgrund des US-Feiertags wohl eher ruhig. Aber es gibt heute dennoch sehr wichtige Botschaften für die Zukunft!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte dürften heute aufgrund des US-Feiertags Thanksgiving einen ruhigen Handelstag vor sich haben. Aber es gibt dennoch sehr wichtige Botschaften, die das größere Bild in den nächsten Tagen und Wochen prägen sollten: so dürfte die Fed Änderungen bei Anleihekäufen vornehmen (operation twist) und denkt bereits über Tapering (Reduzierung des Kaufvolumens) nach. China dagegen will bereits die Stimulus-Maßnahmen zurück fahren. Und Italien will von der EZB einen Schuldenerlass – das ist der Beginn von Forderungen, die ausufernden Schulden einfach zu streichen (aber wer hat dann den Schaden?). Kann der Dax ohne die US-Indizes heute Dynamik entwickeln? Ohne die Aktienmärkte der USA ist Europa aber wohl allein zu Haus – und langweilt sich..

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DAX dailx: Der Dax ist heute auf sich allein gestellt

Stefan Jäger

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Die US-Anleger beschäftigen sich heute eher mit ihrem Truthahn als mit den Märkten, daher dürfte es im Dax eher gemächlich zugehen. Im gestrigen Handel tat sich der deutsche Leitindex erneut schwer die 13.300er Marke nachhaltig zu bezwingen. Zwar gelang es dem Index zur Börseneröffnung kurzzeitig den Widerstand zu überwinden, aber für mehr als einen Fehlausbruch hat es dann doch nicht gereicht. Auch im weiteren Handelsverlauf konnte er die Hürde bei 13.300 nicht mehr überschreiten. Schließlich ist der deutsche Leitindex unverändert zum Vortag bei 13.289 aus dem Handel gegangen.

Von den sonst so euphorischen US-Börsen erhielt der Dax auch keine Unterstützung. Nachdem der Dow Jones am Dienstag erstmals über der Rekordmarke von 30.000 Punkten geschlossen hatte, legte dieser eine Verschnaufpause ein. Wahrscheinlich haben ein paar Anleger ihre Gewinne vor dem verlängerten Wochenende eingesammelt. Am heutigen Tag ist der US-Aktienhandel geschlossen, daher ist mit geringer Volatilität zu rechnen. Schauen wir mal wie sich der Dax heute ohne die Hilfe der US-Börsen schlägt, meist enden solche Handelstage in einer gähnenden Seitwärtsbewegung. Zudem dürfte sich die derzeitige Risikofreude hierzulande aufgrund der Corona-Situation in Grenzen halten.

News und fundamentale Daten

Aufgrund des Thanksgiving Feiertags sind die US-Börsen wie Dow Jones und Nasdaq heute geschlossen, somit können keine US-Aktien gehandelt werden. Die Terminbörsen laufen allerdings auch am Feiertag weiter. Der Handel findet jedoch unter dünnstem Volumen statt, daher ist der Dax heute auf sich allein gestellt.

Bei ein paar institutionellen Anlegern hat der gestern veröffentlichte Finanzstabilitätsbericht der Europäischen Zentralbank gegebenenfalls zu Gewinnmitnahmen geführt. In dem Bericht wurde zwar hervorgehoben, dass die Banken heute solider als noch zur Zeit der Finanzkrise aufgestellt seien, aber man dennoch von einer Welle an Firmenpleiten und Kreditausfällen infolge der Pandemie ausgeht. In dem aktuell hohen Kursniveau ist ein derartiges Szenario sicherlich nicht eingepreist.

Datenseitig steht heute auch nicht viel auf dem Programm. Aus Deutschland wurde vor wenigen Minuten der GfK-Konsumklimaindex veröffentlicht. Dieser gilt als Frühindikator für die Verbraucherausgaben und kann zudem konjunkturelle Wendepunkte anzeigen. Der Index notiert wie erwartet weiterhin im negativen Bereich, hat aber sogar die niedrigen Erwartungen mit einem Wert von -6,7 enttäuscht (Prognose -5,0; Vormonat -3,1). Zuletzt konnte der Index im April einen positiven Wert anzeigen. Zur Mittagszeit um 12:30 Uhr erscheint dann noch das EZB Sitzungsprotokoll sowie um 13:30 Uhr der Geldpolitische Begleittext.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Im frühen Handel notiert der Dax leicht über der 13.300er Marke. Auch heute stellt sich wieder die Frage, ob ihm der nachhaltige Ausbruch gelingt oder er wieder in die Range zurückfällt. Ein positives Signal wäre, wenn der Dax das gestrige Hoch bei 13.346 überwindet. Dann stehen die Chance gut, dass er auch das außerbörsliche Hoch bei 13.373 rausnimmt. Darüber wäre der Weg frei zur 13.460. Fällt der Dax unter die 13.300, dann befindet sich im Bereich von 13.275 eine erste Unterstützung. Die zweite folgt am gestrigen Tagestief bei 13.235. Weitere Unterstützungen befinden sich bei 13.200 und 13.140. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Dax um den Pivot Punkt bei 13.303 hin und her pendelt.

Der Börsen Jäger

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Dax daily: Tagesausblick 26.11. - H1-Chart - Thanksgiving-Handel

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.442 – Pivot Punkt R2

13.371 – Pivot Punkt R1

13.303 – Pivot Punkt

13.232 – Pivot Punk.t S1

13.163 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.270 – M15-Chart

13.192 – Tagestief 24.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.300 – neuralgischer Punkt

13.336 – Nachbörsliches Hoch

13.373 – Nachthoch

13.460 – September-Hoch

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktienmärkte: Überdosis an Rotation! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte zeigen in der Erwartung eines Impfstoff eine Art massive Überdosis an Rotation: man erwartet eine Erholung der Wirtschaft und damit vieler von der Coronakrise stark betroffener Unternehmen, die so sehr wahrscheinlich gar nicht stattfinden wird. Dementsprechend sind viele Aktien vor allem aus dem Energiesektor sowie viele „Small Caps“ hoffnungslos überbewertet, zumal deren Verschuldung in den letzten Monaten geradezu explodiert ist. Heute zeigen die Aktienmärkte erste kleine Gewinntmitnahmen vor allem gerade in jenen Sektoren, die zuletzt geradezu explodiert sind. Wie geht die Wall Street angesichts des morgigen Feiertags aus dem Handel? Die gehandeltne Volumina sind schon deutlich ausgedünnt..

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