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Märkte

Ölpreis schnell gefallen – zwei Gründe und aktuelle Ausrichtung

Claudio Kummerfeld

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am

Der WTI-Ölpreis ist gestern Abend von 60 auf 57,05 Dollar gefallen. Aktuell hat er sich wieder erholt auf über 58 Dollar. Der folgende Chart zeigt den WTI-Ölpreis seit dem 11. Juli. Es ging zügig bergab. Grund sind Äußerungen von Donald Trump und seinem Hardliner-Außenminister Pompeo. Von den beiden war zu hören, dass man im Iran keinen Regierungswechsel anstrebe. Man wolle den Iran aus dem Jemen raus haben. Und auch sagte man, dass der Iran offenbar zu Gesprächen bereit sei. Man werde sehen was passiert. Das klingt doch (für diesen einen Augenblick) eher versöhnlich nach dem Abschluss einer US-Drohne durch den Iran vor vier Wochen. Diese „Entspannung“ brachte den Ölpreis schnell runter.

Ölpreis WTI seit 11. Juli

API

Dann kamen gestern Abend die privat ermittelten API-Daten zu den Rohöl-Lagerbeständen in den USA. Mit -1,4 Millionen Barrels fiel der Rückgang nicht so groß aus wie erwartet (-3 Mio). Von daher gab es gestern Abend ab 22:30 Uhr im laufenden Handel einen weiteren Rückprall im WTI-Ölpreis von 58 auf 57,57 Dollar. Das waren zwei Argumente, die erstmal bis heute früh den Ölpreis runtergedrückt hielten.

Ölpreis leicht erholt vor EIA-Daten

Bis jetzt steigt der Ölpreis aber wieder leicht an auf 58,18 Dollar. Nach den gestrigen Richtung Iran sehr besänftigen Worten von Donald Trump (Entspannung der Lage am Golf) wendet man sich nun wieder den Lagerdaten zu. Um 16:30 Uhr deutscher Zeit schaut der Ölmarkt gebannt auf die offiziell ermittelten Lagerdaten der US-Energiebehörde EIA. Die Verkündung der Lagermenge sollte den Ölpreis heute im Handelsverlauf beeinflussen.

Schauen wir nochmal auf das große Bild im Ölpreis-Verlauf seit September 2018. Zuletzt war Öl eher in positiver Grundstimmung. Von den Tiefs vor vier Wochen bei knapp über 50 Dollar konnte er sich schnell nach oben bewegen. Die 50 Dollar-Marke (oder leicht darüber) bleibt auf der Abwärtsseite eine starke charttechnische Barriere. Und nach oben müsste der Ölpreis die erst vorgestern erreichte Zwischenhoch-Marke von 60,93 Dollar überschreiten, wenn mehr Platz nach oben sein soll. Im Augenblick scheint die Richtung nicht klar zu sein, wenn man auf den Chart schaut. Fundamental bleibt der Markt hin und her gerissen zwischen einer schwachen Nachfrageseite (globale Konjunktur), sowie den Produzenten (Frackern, OPEC etc). Und ja, man sieht es aktuell. Faktoren wie der Iran können dank Donald Trump plötzlich Bewegung in den Chart bringen! Aber heute Nachmittag schauen wir erst mal auf die US-Lagerbestände!

Ölpreis WTI seit September 2018
Ölpreis WTI seit September 2018.

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Anleihen

Aktienmärkte: Ist das das nächste große Ding? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte der Wall Street heute allesamt mit neuen Allzeithochs, während der Dax weiter stagniert und sogar einen leichten Wochenverlust ausweist – und das trotz neuem Optimismus in Sachen Brexit. Aber der Fokus richtet sich nun immer mehr auf die US-Anleihemärkte mit steigenden Renditen, die Zinskurve versteilt sich weiter (gut für Finanz-Aktien, nicht so gut für Tech, daher der Nasdaq heute nur mit kleinen Gewinnen). Sollten die Renditen weiter steigen, werden US-Anleihen wieder zunehmend zur Konkurrenz für die Aktienmärkte. Dort aber herrscht nach wie vor eine „Rundum-sorglos-Stimmung“, vor allem die „Corona-Verlierer“ werden wieder gekauft (der Sektor Energie daher wider mit den größten Gewinnen)..

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Allgemein

Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

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Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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Devisen

Rüdiger Born: Aktuelle Lage im Dow, mögliche Idee für den Yen

Rüdiger Born

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