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Märkte

Ölpreis steigt plötzlich – die aktuelle Lage kurz vor dem OPEC-Meeting

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild einer Öl-Pumpe

Der Ölpreis ist gestern Abend angesprungen, und konnte den Zugewinn über Nacht halten! WTI-Öl ist von unter 24 Dollar auf heute Nacht 26,46 Dollar gestiegen. Und genau an diesem Hoch hängt der Markt auch aktuell. Grund dafür ist ein kurzfristig erstarkter Optimismus, dass es heute wohl einen Deal geben wird.

Ölpreis berücksichtigt aktuellen Optimismus

Der Optimismus wird sozusagen eingepreist im nun gestiegenen Ölpreis. Und dieser Optimismus ist durchaus begründet. Es ist offensichtlich, dass es heute mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit einen Deal geben wird. Um 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit findet die Konferenz der OPEC online statt, an der neben Russland auch zahlreiche andere Förderländer teilnehmen werden. Offenbar werden die US-Regierung und Öl-Verbände aus den USA nicht am Treffen teilnehmen. Aber es verdichten sich die Anzeichen, dass die OPEC und ihre Partner die natürlich entstehende Fördermengenkürzung in den USA wohlwollend berücksichtigen werden. Die Lockerheit von Donald Trump, dass die USA automatisch weniger fördern, scheint womöglich zu reichen?

Denn die Fracker in den USA haben gegenüber Russland, Saudi-Arabien und Co dramatisch höhere Förderkosten, und machen daher aktuell Verlust. Alleine im Wochenvergleich die Öl-Fördermenge in den USA um 600.000 Barrels pro Tag, wie die Meldung der staatlichen US-Energiebehörde gestern zeigte. Man stelle sich mal vor, es gäbe heute gar keinen Deal, oder nur einen Mini-Deal mit ein paar Millionen Barrels pro Tag an Kürzungsmenge. Das wäre fatal für den Ölpreis, der dann wohl stark in den Keller rauschen würde. Das will niemand im Kreise der Förderländer. Aktuelle Berichte und Aussagen zeigen, dass man heute im Online-Meeting eine Größenordnung von zu kürzenden 10 Millionen Barrels pro Tag besprechen wird. Und Russland scheint bereit zu sein eine Menge von 1,6 Millionen Barrels pro Tag zur Gesamtkürzung beizutragen. Und ganz aktuell hört man Gerüchte, dass Russland sogar bis zu 2 Millionen Barrels pro Tag kürzen könnte. Das hört sich gut an.

Die große Gefahr

Es besteht die große Gefahr, dass eine Kürzung von der Hausnummer 10 Millionen Barrels pro Tag zu wenig ist, um den Ölpreis noch nennenswert weiter hochzupushen. Denn man bedenke, dass WTI-Öl noch vor einer Woche bei 20 Dollar notierte, und dieser bis jetzt geschaffte Anstieg hat wie gesagt die 10 Millionen Kürzungsmenge schon berücksichtigt. Aus den USA hört man aktuell Aussagen, dass es eine Kürzungsmenge von 20 Millionen Barrels pro Tag sein müsste. Werde jetzt nichts getan, seien alle Lagertanks in zwei Monaten voll, und weltweit müssten die Fördermengen eher um 30 Millionen Barrels pro Tag gekürzt werden. Also, heute ab 16 Uhr wird es hochinteressant. Der Ölpreis könnte heute Abend massiv schwanken!

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Kursverlauf im WTI Ölpreis seit Dezember 2019
Verlauf im Ölpreis seit Dezember.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Parker Schnabel

    9. April 2020 12:27 at 12:27

    Warum sollte Russland den USA nur einen Zentimeter entgegen kommen? Mit der US Fracking Industrie wird ein Wettbewerber aus den Markt gelöscht. Vorteile für Russland:

    1 OPEC+ kann danach einfacher den Markt „gestalten“.

    2 Man hat den USA die schönste Retourkutsche wegen Northstream 2 präsentiert.

    • Avatar

      frank

      9. April 2020 12:47 at 12:47

      sehr gute Frage. Außer es wurden im Hintergrund schon Sanktionen gegen Russland gelockert bzw. irgendein Entgegenkommen. Wenn nicht, wird Russland mit Sicherheit gar nichts tun.

    • Avatar

      Scheer

      9. April 2020 12:58 at 12:58

      Sehr gut, genau meine Worte

  2. Avatar

    frank

    9. April 2020 12:42 at 12:42

    Aktuell fördert die Opec ca. 29 Mio. Barrels pro Tag. Russland als nicht Opec Mitglied verzichtet bestensfalls auf 2 Mio. Barrel. Bei einer Gesamtkürzung von 10 Mio. Barrels müsste die Opec also auf 8 Mio. Barrels oder fast 1/3 verzichten. Das scheint doch unrealistisch oder übersehe ich da was?

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Gold im Crash! Aktuell geht der Kurs durch alle Unterstützungen: zunächst die 1850er Marke aus dem September, nun auch die 1800 der letzten Tage. Und das auch noch beschleunigt! Gibt es kein Halten mehr? Auf was man sich einstellen muss und wie man als Marktteilnehmer hier möglichst frühzeitig den nächsten Schritt erkennen kann, zeige ich in diesem Beitrag.

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Märkte

Ölpreis – wird er trotz Coronakrise demnächst expodieren?

Philipp Hopf

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am

Öl Pumpe

Der Ölpreis hat am Donnerstag im frühen Handel erst einmal wieder etwas abgegeben, bewegen sich jedoch weiterhin in der Nähe seines höchsten Stände seit März, bevor die erste Corona-Welle einen drastischen Preissturz verursacht hatte.

Die Hoffnung auf einen zeitnah verfügbaren Corona-Impfstoff, von der sich eine konjunkturelle Erholung erhofft wird, bleibt einer der hauptsächlichen Antriebe für den Ölpreis. Exxon Mobil sorgte jedoch für eine Dämpfung der Stimmung, änderte seine Prognose für den Ölpreis in den nächsten zehn Jahren und versicherte, dass die negativen Auswirkungen der Pandemie zumindest in den kommenden sieben Jahren stark zu spüren sein werden.

Ölpreis: Brent Öl

Der Ölpreis der Sorte Brent läuft das anvisierte Ziel zwischen $48.61 – $50.79 an und zeigt eine erste deutliche Reaktion. Wir schrieben hierzu im gestrigen Update: „Wir gehen hier im Bereich von $48.61 – $50.79 von einem Zwischenhoch aus, in dessen Anschluss der Markt noch einmal nach Süden abdreht, um in Welle 4 in Grün noch einmal tiefere Notierungen im Bereich von $46.50 – $45.00 anzulaufen.“ Solange sich der Markt nun unter $49.06 hält, sehen wir diesen die laufende Gegenbewegung ausbauen. Das Idealziel hierfür liegt nun jedoch im Bereich von $45.34 – $44.19. Drehen die Bullen direkt wieder nach Norden, ohne eine Gegenbewegung in Welle 4 in Grün abzuarbeiten, betrachten wir dies lediglich als Ausdehnung des laufenden Impulses bis $50.79, bevor sich dann auch hier eine Abwärtsbewegung durchsetzt, und gehen nicht von einem direkten Anlaufen von $55 aus:

Der Ölpreis der Sorte Brent

Zusammengefasst hält sich Brent an das hinterlegte Szenario. Setzt sich dieses weiter durch, werden wir hier einen weiteren Zielbereich zum Trading hinterlegen und sehen Brent anschließend weiter in Richtung Norden durchstarten.

West Texas Intermediate (WTI)

Nachdem auch die Bullen in WTI den anvisierten Bereich von $46.23 – $48.81 anlaufen, bauen auch diese eine deutliche Reaktion aus und drehen wieder nach Süden ab. Solange sich der Markt nun unter $46.26 hält, gehen wir im nächsten Schritt von einer Gegenbewegung in Richtung $42.75 – $41.66 aus, um Welle 4 in Grün abzuarbeiten.

Wir werden hier noch einmal einen Zielbereich hinterlegen, der genutzt werden kann, um Longpositionierungen aufzubauen. Unter 40.06 sollte WTI in der anstehenden Abwärtsbewegung nicht mehr fallen, um nicht deutlich tiefere Notierungen für den Ölpreis der Sorte WTI freizuschalten. Nach der hinterlegten Abwärtsbewegung sehen wir WTI dann wieder die Triebwerke starten und den Bereich von $50 und höher anlaufen.

Der Ölpreis der Sorte WTI

Zusammengefasst hat WTI das anvisierte Zwischenziel im Bereich von $46.23 – $48.41 abgearbeitet und befindet sich nun in der Gegenbewegung. Wichtig bleibt, dass sich der Markt unter $46.26 hält, um hier nicht doch noch mal einen Umweg zu starten, bevor die Abwärtsbewegung sich weiter fortsetzt. Anschließend sehen wir den Index dann auf Sicht der nächsten Wochen neue Zwischenhochs im Bereich von $50 und höher anlaufen.

Mehr von Philli Hopf unter https://hkcmanagement.de/

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