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Ölpreis wieder über 100 US-Dollar – droht der nächste Preisanstieg?

Ölpreis wieder über 100 US-Dollar - droht der nächste Preisanstieg?

Die Ölpreise für die US-Sorte WTI und der Nordseesorte Brent sind wieder über die Marke von 100 USD geklettert. Die nachlassende Hoffnung auf einen Verhandlungsfortschritt zwischen der Ukraine und Russland treibt die Preise zum Wochenschluss wieder in die Höhe. Zudem hat am Donnerstag eine Warnung der Internationalen Energieagentur IEA die Ölpreise befeuert. In der Folge stieg der Preis für Brent auf über 109 USD, während das US-Öl WTI 106 Dollar je Fass kostete. Damit hatten sich die Ölsorten in der Spitze um über neun bzw. acht Prozent verteuert.

Die Volatilität verweilt also auf einem hohen Niveau, was angesichts der weiterhin angespannten Lage im Ukraine-Konflikt nicht überraschen dürfte. Zieht sich der Krieg in die Länge, kann es zu Versorgungsengpässen und einer Verschärfung der Sanktionen gegen Russland kommen. Die Preissteigerung geht auch an den Aktienmärkten nicht unbemerkt vorbei. Seit gestern ist die Rally sowohl im Dax als auch in den US-Indizes ins Stocken geraten.

Die Risiken halten den Ölpreis auf hohem Niveau

Der Krieg in der Ukraine bleibt für die Ölpreise marktbestimmend, allerdings haben zuletzt auch andere Themen das Geschehen am Ölmarkt beeinflusst. Zum einen muss man die Null-Covid-Strategie Chinas nennen, die sich mittlerweile auf diverse Bereiche auswirkt. Die Abschottungen ganzer Städte und Schließungen von Produktionsstätten sowie die Einschränkung von Reisen sind konjunkturschädlich und wirken sich damit auch auf die Ölpreise aus.

Darüber hinaus hat die Internationale Energieagentur IEA eine Warnung ausgesprochen, man geht von Ausfällen russischer Lieferungen aus. Folglich könnten dem Markt wegen der Sanktionen des Westens gegen Russland ab kommenden Monat drei Millionen Barrel pro Tag weniger zur Verfügung stehen. Dies wäre dreimal so viel wie im Vorfeld erwartet. Laut der IEA handelt es sich dabei nicht nur um einen kurzfristigen Ausfall, der Engpass kann sich zum Jahresende hinziehen. Die Meldung hatte die Korrektur der Ölpreise für WTI und Brent schließlich ausgebremst.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Emirate könnten zwar einspringen, um die Lücke zu schließen. Damit würde man allerdings das Opec+ Abkommen gefährden. Der saudische Prinz soll deshalb schon betont haben, dass man das Abkommen nicht gefährden möchte. Somit dürfte der Ölmarkt weiterhin unter Druck bleiben. Sollte es also keine Fortschritte in den Friedensverhandlungen geben, besteht die Gefahr, dass die Preise für die Sorten Brent und WTI auf hohem Niveau verweilen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es dennoch, denn die US-Energieministerin hat die heimischen Produzenten aufgefordert, mehr Öl zu produzieren.

WTI: Blick auf den Chart

Die aufkommende Hoffnung auf eine baldige Waffenruhe hatte den Preis für die Ölsorte WTI von seinem Hoch bei 126 USD auf 93 USD um 26% korrigieren lassen. Lange haben sich die Preise für WTI und Brent aber nicht unter der psychologischen Marke von 100 USD gehalten, bereits im gestrigen Handel konnte diese wieder zurückerobert werden. Die Eroberung der Hürde dürfte neues Aufwärtspotenzial freisetzen.

Der Kurs ist optimal von der 50-Tage-Linie nach oben abgeprallt. Zuvor hatte sich der Kurs bereits sehr weit von seinen gleitenden Durchschnitten entfernt. Zudem war der Ölpreis deutlich überkauft. Nach dem kräftigen Rücksetzer weisen die Indikatoren keine Extrembereiche mehr auf, weshalb es zumindest zum Pullback gen Norden kommen kann. Anhand der Fibonacci Retracements können wir ungefähre Zielmarken bestimmen. Ein erstes Ziel liegt im Bereich der Marke von 105 USD. Dieses hat der Preis für WTI nur knapp verfehlt.

Kann sich der Kurs über der 100 USD-Marke stabilisieren, wären weitere Anstiege bis 109 und 113 USD denkbar. Oberhalb von dem 78er-Fib-Level steigt sogar die Chance auf einen Test bzw. Ausbruch über den Hochs bei 126 USD. Unterhalb der lokalen Tiefs bei knapp 93 USD droht allerdings die nächste Abwärtswelle. In diesem Fall könnte der Ölpreis die horizontale Unterstützung bei 84 USD anlaufen, aber auch die 200-Tage-Linie bei aktuell 78 USD anpeilen.

WTI-Brent: Weiter aufwärts nach der Korrektur?

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1 Kommentar

  1. Wenn es zu einener Mega-Rezession kommen dürfte, wovon leider auszugehen ist, so wird sich der Ölpreis hälften müssen, vom Hochpunkt ausgesehen.

    Nach dem Motto : „ohne Moos nix los“ ;)
    Punkt.

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