Europa

Auftragsbestand erstmals seit 2 Jahren rückläufig – warum das keine Trendwende ist

Werkbank in der Autoindustrie

Der Auftragsbestand der deutschen Industrie (Verarbeitendes Gewerbe) ist laut heutiger Meldung des Statistischen Bundesamts erstmals seit Mai 2020 rückläufig! Von Dezember auf Januar waren es -1,3 Prozent. Aber im Jahresvergleich zu Januar 2021 war es ein Zuwachs von 20,9 Prozent! Warum sehen wir jetzt erstmals diesen Rückgang im Monatsvergleich? Eine Trendwende? Mehr Produktion als neue Aufträge, und die Halde (Auftragsbestand) wird verringert? Nein. Die Statistiker weisen darauf hin, dass im Januar wie auch in den Monaten zuvor das Auftragseingangsvolumen größer war als das Umsatzvolumen! Von daher könnte der Rückgang im Auftragsbestand ihrer Meinung nach auf Bereinigungen älterer Auftragsbestände durch die Unternehmen zurückzuführen sein.

Grafik zeigt Auftragsbestand der Industrie seit 2015

Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Die offenen Aufträge aus dem Inland verringerten sich im Januar 2022 gegenüber Dezember 2021 um 1,2 % und die offenen Aufträge aus dem Ausland um 1,4 %. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragsbestand im Januar 2022 auf dem Niveau des Vormonats. Bei den Herstellern von Investitionsgütern fiel er um 1,7 %. Im Bereich der Konsumgüter lag der Auftragsbestand 0,2 % niedriger als im Vormonat.

Reichweite des Auftragsbestands auf 7,8 Monate gestiegen

Die (nicht kalender- und saisonbereinigte) Reichweite des Auftragsbestands im Verarbeitenden Gewerbe ist seit Juli 2021 stetig gestiegen. Im Januar 2022 betrug sie 7,8 Monate (Dezember 2021: 7,7 Monate) und erreichte damit einen neuen Höchststand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2015. Bei den Herstellern von Investitionsgütern betrug die Reichweite 11,1 Monate (Dezember 2021: 11,0 Monate), bei Vorleistungsgütern lag sie wie im Vormonat bei 4,0 Monaten und bei Konsumgütern ebenfalls wie im Vormonat bei 3,4 Monaten.



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