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Blick auf Brent und WTI Ölpreise im Aufwind, aber ist der aktuelle Anstieg nachhaltig?

Ölpreise im Aufwind, aber ist der aktuelle Anstieg nachhaltig?

Die Ölpreise befinden sich derzeit wieder im Aufwind. Der Preis für die Nordseesorte Brent kletterte deutlich über die 100-Dollar-Marke, WTI notiert indessen nahe der 95 Dollar-Marke. Von den Tiefs in der Vorwoche ging es für Brent 10 Prozent aufwärts, die amerikanische Sorte WTI konnte hingegen schon knapp 12 Prozent zulegen.

Der Ölpreis dient durchaus als Konjunkturindikator. Er kann Hinweise darauf geben, wie es um die Weltwirtschaft bestellt ist. Aktuell ist es jedoch eher so, dass der Ölpreis als Konjunkturindikator kaum Aussagekraft hat. Denn der jüngste Anstieg hat eher wenig mit den rosigen Aussichten der Wirtschaft zu tun. Vielmehr sind es die gestiegenen Energiekosten sowie eine mögliche Verknappung des Angebots, die den Ölpreis beflügeln.

Ölpreise: Mögliche Verknappung der Fördermenge gibt Auftrieb

Die Rohölpreise für Brent und WTI sind am Montag und Dienstag deutlich gestiegen. Vor allem die Aussagen des saudi-arabischen Energieministers Abdulaziz bin Salaman, der eine mögliche Verringerung der Fördermenge durch die OPEC+ angedeutet hatte, trieb die Preise an. Damit bremste er schließlich die Talfahrt bei den Ölpreisen aus. Dem saudischen Energieminister dürfte es wohl ein Dorn im Auge gewesen sein, dass der Ölpreis die große Rally bei Gas und Strom zuletzt nicht mitgemacht hat. Er begründete seine Aussagen damit, dass die Ölpreise die zugrunde liegenden Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage nicht widerspiegeln.

In den Wochen zuvor waren die Ölpreise für WTI und Brent noch unter Druck geraten, nachdem die Rezessionssorgen in den führenden Industriestaaten zugenommen hatten. Insbesondere China mutiert zum Sorgenkind der Weltwirtschaft. Im Reich der Mitte hat die Konjunktur vor allem wegen harter Corona-Maßnahmen nachgelassen, aber auch aufgrund der Immobilienkrise und willkürlichen Sanktionen gegen die heimischen Unternehmen. Der Einbruch der Weltwirtschaft stellt mittelfristig ein Risiko für die Ölpreise dar.

WTI und Brent: Charttechnische Einschätzung

Die Ölpreise für WTI als auch für Brent haben im frühen Handel charttechnische Widerstände erreicht. Der Preis für Brent prallte an der Marke von 103,25 USD ab, während die Sorte WTI an der Barriere von 95,43 USD scheiterte. Handelt es sich bei der jüngsten Erholung der Ölpreise nur um eine Gegenbewegung im Abwärtstrend – zum Beispiel eine ABC-Korrektur – dann könnte an den genannen Marken die Erholung zunächst auslaufen. Die Kurse sowohl für WTI als auch für Brent haben das 161,8 Prozent Extensionsziel erreicht. Die Extensionsmarken gehen einher mit einem horizontalen Widerstand.

Bei der Sorte Brent ist der Widerstand bei 103,00/103,33 entscheidend. Scheitert der Ölpreis an der Barriere, dann dürfte es zu einem Rücklauf an die Tiefs bei 103,30 USD kommen. Darunter würde sich das Chartbild weiter eintrüben. Ein nachhaltiger Ausbruch über 103,30 USD eröffnet dagegen Chancen bis 106,35 USD.

Ölpreis für Brent am Widerstand - möglicher Rücklauf

Der Preis für die Sorte WTI befindet sich aktuell auch in einem Rücklauf. Hier ist der Bereich bei 92,70 USD wichtig für die kurzfristige Richtung. Unterhalb der Unterstützung sollten sich Händler auf weiter fallende Notierungen einstellen. Auf der Oberseite muss der Widerstand bei 95,43 USD aus dem Weg geräumt werden, um die nächste Hürde bei 97,45 USD anzupeilen.

Amerikanische Ölsorte WTI prallt an der Marke von 95,4 USD ab

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1 Kommentar

  1. Das Königreich Saudi-Arabien spricht in Sachen Ölgeschäft/Ölindustrie/Ölfördermenge dankenswerterweise für die gesamte Öl-Allianz OPEC+. Für den Fall also, daß es hoffentlich zu einem JCPOA-Deal kommt, da die Islamische Republik Iran ja nunmal auch ein OPEC+-Mitgliedsland ist, würde das potentielle zusätzliche iranische Öl sicherlich im Rahmen der vorgesehenen OPEC+-Ölfördermenge(n) berücksichtigt werden. Staatspräsident Xi Jinping erklärt aktuell, daß zu seiner politischen Agenda gehört, den Bürgern der Volksrepublik China zu dienen. Letzteres am besten, indem er Deng Xiaoping weiterhin als sein wirtschaftspolitisches Vorbild ansieht. Somit ist Präsident Jinping aufgerufen, im Rahmen des anstehenden G20-Gipfels in Indonesien bereits im Vorfeld öffentlich Überlegungen zur Stimulierung der Weltwirtschaft zu verkünden.

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