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Offiziell: Anzahl der Insolvenzen deutlich rückläufig, und das mitten in der Krise!

Insolvenzen stark rückläufig

Tja, was dafür wohl der Grund ist? Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland ist deutlich rückläufig. Im Mai wurde den deutschen Amtsgerichten 1.504 Unternehmensinsolvenzen gemeldet, so das Statistische Bundesamt heute früh. Das waren 9,9 Prozent weniger Insolvenzen als im Mai 2019. Auch für den Juli 2020 zeigen die vorläufigen Angaben zu den eröffneten Regelinsolvenzen in Deutschland wie bereits in den vorangegangenen Monaten eine deutliche Abnahme an Verfahren. Im Vergleich zum Juli 2019, dem Monat mit den meisten Regelinsolvenzen im Jahr 2019, sank die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren um 29,1 Prozent. Warum dieses freudige Ergebnis mitten in der brutalen Coronakrise? Die Lösung ist ganz einfach. Es geht nach dem Motto „schaffe das Problem gesetzlich ab, dann gibt es kein Problem mehr“. Natürlich ist das Problem nicht weg, sondern nur optisch unsichtbar gemacht. Die Statistiker sagen selbst heute früh, Zitat:

Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist.

Das Thema Insolvenzen ignorieren und verschieben

Ja, so möchten wir anmerken. Je länger der Staat die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz aussetzt, desto größer wird der Stapel an längst pleite gegangenen Firmen, die einfach weiter machen. Ihre Geschäftsführer haben keine strafrechtliche Verfolgung zu befürchten, so lange diese Pflicht ausgesetzt ist. Dazu am besten noch fast zinslose Darlehen vom Staat und noch ein paar nette Zuschüsse, und so lebt es sich noch recht angenehm über diese schönen Sommermonate? Natürlich ist die Hoffnung der Politik nachvollziehbar.

Man gibt den Unternehmen „ein paar Monate“ Zeit um durch diese Krise zu kommen. Und wenn sie sich dann wieder erholt haben, wird man ja sehen, dass viele „wieder gesund“ sind, und dass nur ein kleiner Teil wirklich den Weg der Insolvenz gehen muss? Nein, so möchten wir anmerken. Der Berg an Insolvenzen türmt sich derzeit unsichtbar immer weiter auf. Und irgendwann kommt der Knall. Und zwar dann, wenn die Politik die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nicht weiter verlängert. Aber man muss auch anmerken: Nur die Pflicht zu Insolvenzanmeldung ist ausgesetzt. Natürlich gibt es daher auch weiterhin Insolvenzen von Unternehmen, die trotzdem den Ernst der Lage erkennen, und schließen. Hier weitere Details von den Statistikern im Wortlaut:

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Mai 2020 im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 247 Fällen (Mai 2019: 284). Unternehmen des Baugewerbes stellten 235 Insolvenzanträge (Mai 2019: 291). Im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wurden 168 (Mai 2019: 175) und im Gastgewerbe 164 (Mai 2019:185) Insolvenzanträge gemeldet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmens-insolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für Mai 2020 auf knapp 3,1 Milliarden Euro. Im Mai 2019 hatten sie bei rund 2,5 Milliarden Euro gelegen. Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im Mai 2020 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im Mai 2019.



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2 Kommentare

  1. Krise hin oder her. Fakt ist das die Gesetzgebung mehr als gebogen wird.
    Das gibt mir in einem Rechtsstaat schon arg zu denken……..

  2. Wieso das Ausrufezeichen im Titel?
    Insolvenzanmeldung ausgesetzt.
    Personal wird von der Arbeitsagentur bezahlt.
    Kredit- und Mietzahlungen ausgesetzt.
    Da wundert es eher das es überhaupt noch Insolvenzen gibt.

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