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Olaf Scholz und die Steuer-Abzocke!

Markus Fugmann

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Böse Zungen sagen: Wuhan schenkt der Welt den Coronavirus – und Hamburg schenkt Deutschland und Europa seinen ehemaligen Bürgermeister Olaf Scholz, der einst seinen Mitbügern im Vorfeld des G20-Gipfels zurief: „Es wird Leute geben, die sich am 9. Juli wundern werden, dass der Gipfel schon vorbei ist“.

Bekanntlich haben das Ende des G20-Gipfels dann doch einige Hamburger mitbekommen – als sie ihr von freundlichen G20-Gipfel-Besuchern in Brand gestecktes Auto an der Elbchaussee begutachten durften.

Nun also der kometenhafte Aufstieg von Olaf Scholz vom Hamburger Bürgermeister zum deutschen Finanzminister. Und seine Amtszeit steht zunächst unter dem Motto: rote Null setzt sich für schwarze Null des Bundeshaushalts ein – das ist in sich zwar löblich, macht aber übergeordnet vielleicht nicht so viel Sinn, wenn der Rest der Welt von Schuldenorgie zu Schuldenorgie wankt. Aber am deutschen Finanzwesen soll die Welt genesen, lautet wohl die Parole des Hamburgers in Berlin.

Bekanntlich ist die SPD derzeit leicht im Stimmungstief – und übt sich nun in der linken Vorwärtsverteidigung durch  die überraschende Mitgliederwahl von Bojans und Eskens. Daher muß die Gruundrente her – das macht ja auch durchaus Sinn angesichts der Tatsache, dass die Renten etwa in Österreich sehr viel höher sind als in Deutschland.

Aber wie soll die Grundrente finanziert werden? Durch das neue Einkommensteuergesetz, das faktisch jene Menschen bestraft, die versuchen, sich selbst eine Rente aufzubauen – jenseits der staatlichen Hunger-Rente. Und das ist schon ein Skandal: faktisch sorgt die Geldpolitik der EZB für finanzielle Repression durch Abschaffung der Zinsen, sodass Wertpapiere die einzige Fluchtmöglichkeiten bieten – weshalb ja der Dax nun auf Allzeithoch agiert und Dividenden die neuen Zinsen sind.

Aber nun wird faktisch auch diese Tür zugemacht durch die geplante Finanztransaktionssteuer in Kombination mit dem neuen Einkommenssteuergesetz. Olaf Scholz wird irgendwann völlig überrascht feststellen, dass die Einnahmen aus diesen neuen Gesetzen deutlich gringer sein werden als erwartet (siehe Frankreich) – aber dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen!

Was Olaf Scholz plant, ist die Fortsetzung der finanziellen Repression diesmal nicht durch eine Notenbank, sondern durch den Staat selbst. Das ist Sozialismus nach dem Motto: lieber alle gleich arm als unterschiedlich reich!

Sehen Sie zu dieser Thematik auch das Inside-Markets-Interview von Manuel Koch und Sissi Hajtmanek mit Alice Schwarzer!

6 Kommentare

6 Comments

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    Hans H.

    24. Januar 2020 17:09 at 17:09

    Wenn ich die rote Null (Minister Scholz) sehe, bekomme ich einen Brechreiz. Ich bin Rentner, bekomme eine kleine Rente und arbeite noch halbtags als Servicepersonal. Für diesen Halbtagsjob zahle ich Steuern (Stkl. 1, ledig, verwitwet). Auf diese Einkommen wird meine Altersrente aufgeschlagen und somit auch die Steuer kassiert. Zusätzlich wird mir die Witwenrente gestrichen, da ich ja in meinem Halbtagsjob zuviel verdiene. Rechne ich nun die Abzüge von meinem Bruttogehalt des Halbtagsjobs mit den Abzügen der Altersrente zusammen, zähle zu diesen Steuern die unterschlagene Witwenrente hinzu, dann habe ich eine prozentuale Abzugsquote von meinem Einkommen wie ein Großverdiener, ein Arzt oder ein Manager.

  2. Avatar

    Michael

    24. Januar 2020 17:58 at 17:58

    @Markus Fugmann, hättest du den Scholzomat seinerzeit beim Joggen tief im Gebüsch und abseits aller Kameras nur mal besser gegrätscht. Für einige dankbare Insider wärst du als die kleine Neuauflage des Mannes, der Liberty Valance erschoss, in die Geschichte eingegangen.

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    Burberg

    24. Januar 2020 19:00 at 19:00

    Was passiert, wenn ich in einem Jahr sagen wir 60000 Euro Verlust mache, weil z.B. die Börse abschmiert, dann aber in den darauf folgenden 3 Jahren den Verlust wieder wett mache?
    Dann kann ich nur 10000 Euro Verlust im ersten Jahr verrechnen, für die folgenden 2 Jahre zahle ich dann Steuer auf den Gewinn, der ja gar nicht vorhanden ist, oder hab ich da was falsch verstanden? Jeder, der als junger Mensch einen Sparplan verfolgt, ist damit der gekniffene, denn in 30-40 Jahren wird sicher ein Crash dabei sein.

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      Petkov

      24. Januar 2020 22:11 at 22:11

      Nein, den Verlustvortrag können Sie weiterhin machen. Wenn Sie in t 10K Verlust machen und in t+1 10K Gewinn (jeweils aus Termingeschäften), so zahlen Sie in beiden Jahren keine Steuern. Aber dieser Fall ist sehr unrealistisch konstruiert. Das Gesetz ist trotzdem hinterfotzig und schwächt den Finanzstandort Deutschland nachhaltig.

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      Michael

      25. Januar 2020 11:39 at 11:39

      @Burberg, soweit ich das verstanden habe, würde es in Ihrem Beispiel so ablaufen:
      1a) Im ersten Jahr (2021) können Sie gar nichts verrechnen, wenn die 60.000 Verlust, sagen wir mal, rein aus Long-Positionen im DOW entstanden sind, weil ja nichts vorhanden ist, das Sie unterjährig verrechnen könnten. Eine Verrechnung mit anderen Einkommensarten ist ja nicht möglich.
      1b) Hätten Sie aber zur Absicherung auch Longs in Gold, die z. B. 50.000 Gewinn einfahren, dann können Sie in 2021 maximal nur 10.000 aus den Verlusten mit den 50.000 aus den Gewinnen verrechnen und müssten somit 40.000 versteuern, obwohl Sie ja eigentlich einen Verlust von 10.000 zu Buche stehen haben.
      2) Weiter im Beispiel: In 2022 machen Sie 20.000 Gewinn mit Ihren noch immer vorhandenen oder auch neuen Long-Positionen aus 1a). Andere Trades sind nicht vorhanden. Von den 60.000 Verlustvortrag aus 2021 können Sie nur 10.000 mit den Gewinnen verrechnen und müssen 10.000 versteuern.
      3) Selbiges gilt für 2023 und 2024.

      Im ersten Jahr können Sie also gar nichts verrechnen (Fall 1a) und dürfen sich über 60.000 Verlust freuen. Oder Sie müssen Steuern berappen, obwohl Sie Verluste gemacht haben (Fall 1 b). In den folgenden drei Jahren müssen Sie jeweils 10.000 versteuern. Da Ihr Verlustvortrag noch immer nicht ganz aufgebraucht ist, können Sie auch noch in den Jahren 2025 bis 2027 (Fall 1a) bzw. 2025 und 2026 (Fall 1b) jeweils 10.000 evtl. Gewinnen gegenrechnen. Bei erneuten Verlusten verschiebt sich das Ganze entsprechend weiter in die Zukunft.

      Soviel zur seit Jahrzehnten diskutierten und versprochenen Vereinfachung des Steuerrechtes… Das Konstrukt erinnert ein wenig an die Änderung im Einkommenssteuerrecht, als es plötzlich nicht mehr möglich war, Verluste z. B. aus Vermietung und Verpachtung nur bis zum Steuerfreibetrag von anderen Einkommensarten abzuziehen, sondern immer bis auf Null. Hier wurde der Steuerzahler also jährlich um etwa 8.500 EUR Verlustvortrag für die weiteren Jahre betrogen. Dieses Mal ist die Tragweite natürlich eine ganz andere!

      In diesem Fall muss ich @Petkov leider recht geben: Das ist alles andere, als dumm, es ist sogar ziemlich schlau. Aber eben auch hinterfotzig. Würde man vergleichbar in der „freien“ Wirtschaft handeln, wäre das ein Verstoß gegen die guten Sitten, wenn nicht sogar Betrug.

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    Bundessuperminister für Steuern, Finanzen und inadäquate Allokation

    24. Januar 2020 23:06 at 23:06

    Das Wort zum Börsensonntag

    Zahlreiche Bedenken und berechtigte Fragen der geschätzten Wählerbasis haben uns diese Woche erreicht. Um diesen vorzubeugen, kann ich Ihnen versichern, dass eine gerechte und angemessene Vernichtung Ihrer Altersvorsorge zum Wohle aller in die Wege geleitet wurde. Kein Bürger und geschätzter Wähler muss sich weiterhin um potenzielle Anlageformen Sorgen und grüblerische Gedanken machen. In Zusammenarbei mit externen Experten sind wir nach langem Nachdenken, nächtelangen Diskussionen und anschließenden fundierten Analysen zu einem Kompromiss gelangt, der eine gerechte und gleichmäßige Besteuerung und Abschöpfung aller Vorsorgeprodukte für mindestens 85% der Steuerzahler berücksichtigt.

    Ständig älter werdende Säcke aus Arbeitnehmerverhältnissen und dem KMU-Sektor belasten zusehends hochleistungsfähige Beamte, Politiker und die restlichen Leistungsträger aus Wirtschaft, Kapital und Gesellschaft. Dazu gesellen sich aufmüpfige Kinder ohne Wahlberechtigung aus der anderen Seite irrelevanter Gesellschaftsschichten. Um den Bedenken dieser ständig wachsenden Bevölkerungsschicht Rechnung zu tragen, haben wir unsere Agenda 2050 verabschiedet, die evtl. mögliche oder erstrebenswerte Ziele bis 2050 in Aussicht stellt.

    Amerika möge uns aktuell ein leuchtendes Beispiel sein, dort soll seit heute wieder ungeborenes Leben geschützt werden. Eine sinnvolle Investition in die Zukunft, dazu pflanzen wir vielleicht ein paar Bäumchen und versorgen herabgefallene Leguane in Kältestarre in Florida mit Überlebensdecken.

    Wir, die GroKo, sind auf einem guten und erfolgreichen Weg, auch wenn die Mehrheit der Bürger und Wähler dies noch nicht begriffen hat. Als überzeugter Christ erinnert mich diese Einstellung an Johannes 3.19 „Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen“. In diesem Sinne, lasst uns zurückkehren zu den etablierten Werten und einem konservativen und demütigen Verhaltenskodex, wie es kürzlich ein türkischer Mitbürger so treffend empfohlen hat.

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Zinsen und Banken – „Verwahrentgeld“ auf dem Vormarsch

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Wer glaubt, sich der finanziellen Repression so leicht entziehen zu können, irrt vermutlich: Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen für Bankeinlagen, auch „Verwahrentgelt“ genannt. Hat man auch seine Reservegeldhaltung zurückgeschraubt, wird man von der Anhebung der Gebühren betroffen.

Negative Zinsen: Immer mehr Banken..

Still und leise erhöht sich die Zahl der Kreditinstitute, die von ihren Kunden Strafzinsen oder so genanntes Verwahrentgelt für ihre Einlagen verlangen. War bisher eine Summe von 100.000 Euro davon nicht betroffen, so ist das nicht mehr allzu oft der Fall. Allerdings dürfen die Banken nicht so einfach negative Zinsen erheben, sondern sie brauchen zunächst die Einwilligung ihrer Kunden. Ja wohin ausweichen, wenn es immer mehr Banken gibt, die aufgrund der Zinsssituation auf diese Einnahmequelle zurückgreifen?

Das Verbraucherportal Biallo (ebenso Verivox) hat 1300 Banken untersucht und festgestellt, dass 214 Kreditinstitute in bestimmten Fällen Verwahrentgelt verlangen – 20 mehr als vor Monatsfrist, seit Jahresanfang haben sich 150 Geldinstitute zu diesem Schritt entschieden.

Gab es zunächst überall den Freibetrag von 100.000 Euro, so wird dieser schrittweise abgesenkt, auf 50.000, 10.000 oder sogar auf 0 Euro, auch von Volksbanken. Bisher beläuft sich der Minuszins auf 0,5 Prozent, aber es gibt bereits eine Sparkasse, die bei minus 0,75 Prozent angekommen ist.

Die Ursache für das Verhalten der Banken ist schon ein paar Jahre alt.

Bereits im Jahre 2014 hat die Europäische Zentralbank begonnen Negativzinsen von den Geschäftsbanken zu verlangen und diesen Zinssatz für kurzfristige Einlagen im vergangenen Jahr auf minus 0,5 Prozent gesenkt. Aus den letzten Äußerungen seitens der Notenbanker ist nicht zu erwarten, dass die Zinsen angehoben, sondern die Geldpolitik eher noch gelockert wird. Damit dürfte der Trend zum Verwahrentgelt noch zunehmen.

Jetzt auch Direktbanken

Bisher lehnten sich manche Bankkunden locker zurück, angesichts der neuen Konkurrenz für die alten Geldinstitute – filiallose Direktbanken. Doch ausgerechnet die Handybank N26 verkündete jüngst, Strafzinsen für das Girokonto einführen zu wollen. Zunächst erst ab 50.000 Euro, aber dieses Vorhaben steht im krassen Widerspruch zu dem vor Jahresfrist geäußerten Versprechen auf Negativzinsen zu verzichten. Wird dies eine Welle auslösen, bei der Konkurrenz wie ING, DKB, Consorsbank, Flatex u.a., die als Ausweichsort gesehen wurden, um den Gebühren von Genossenschaftsbanken und Sparkassen zu entgehen? Ein bisschen Verwahrentgelt, was soll’s?

Eine ganze Menge, sollte sich dieser Trend durchsetzen. Schließlich liegen derzeit gigantische 2,489 Billionen Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Für diese Summe nur 0,5 Prozent einbehalten – und schon wäre man bei einer zweistelligen Milliardensumme.

Wie lautet seit Langem eine Empfehlung der Vermögensberater für die Reservegeldhaltung der Konsumenten? Man solle auf dem Girokonto eine Notreserve halten, die etwa drei Monatsgehälter beträgt. Und zwar nicht nur für ein paar Wochen, sondern länger und für etwaige größere Anschaffungen.

Die Neigung des Deutschen zur großen Geldhaltung mit ihrem obersten Befürworter, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, hat zu einem gewaltigen Depotvolumen geführt.

Die oben genannte Verfügungsmasse liegt im Wert höher als alle deutschen Aktien zusammen und sogar doppelt so hoch wie die Bewertung des deutschen Leitindex, Dax. Damit sieht man auch, dass ein Crash am deutschen Aktienmarkt wesentlich weniger Vermögensschäden hervorrufen würde, als bei den Amerikanern, wo allein die über 28 Billionen Dollar des S&P 500 einen weit höheren Wert repräsentieren, als das gesamte Bruttoinlandsprodukt der USA.

Fazit

Die finanzielle Repression schlägt hierzulande weiter zu. Nach und nach werden die Freibeträge für die Geldkonten abgesenkt.

Da die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik eher noch lockert – bei der Sitzung im Dezember? – aber bestimmt nicht die Zinsen erhöht, dürfte die Zahl der Banken, die negative Zinsen weiterreichen, noch größer werden.

Keine Zinsen mehr am Anleihemarkt, Strafzinsen auf dem Geldkonto, wozu führt das? Nicht schon wieder das Akronym „TINA“..

Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen auf Einlagen

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Gold, Dollar, Öl, Aktienmärkte: Was passiert nach der US-Wahl?

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Das Thema, wie sich die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen auf den Gold auswirken werden, wird viel diskutiert und ist mit Unsicherheit behaftet. Wenn die Ergebnisse zu einem stärkeren Dollar führen, bedeutet dies einen niedrigeren Preis für Gold, und ein schwächerer Dollar bedeutet (in der Regel) einen höheren Goldpreis. Das Wahljahr verursacht mit Sicherheit viel Volatilität, und die Anleger erwägen derzeit drei mögliche Szenarien für den Goldpreis nach dem Wahltag.

In einem dieser Szenarien muss der US-Wahltag für einen Anstieg des bei Gold dazu führen, dass Biden Präsident wird, da viele glauben, dass der Dollar dann fallen wird (aufgrund des größeren Stimulus). Und im Gegenteil, bei einem sinkenden Goldpreis wird der Wahltag mit der Wiederwahl von Trump enden müssen, was zu einem stärkeren Dollar führen sollte. Die Ergebnisse der Wahlen im Jahr 2020 könnten jedoch genau den gegenteiligen Effekt haben – und das ist es, was die Marktsituation noch spannender macht.

Der Ölpreis ist vom Wahlergebnis genauso abhängig wie so ziemlich alle anderen Rohstoffe. Und laut Goldman Sachs müssten die US-Wahlen Biden als neuen POTUS hervorbringen, damit wir einen Anstieg des Ölpreises erwarten können (weil dann die Produktions-Kosten für Öl steigen würden). Aber selbst wenn das Gegenteil der Fall sein sollte, drückte der Investmentbankgigant sein Vertrauen in einen steigenden Ölpreis aus – Wahlergebnisse beiseite.

Und wie wird sich die US-Wahl auf den Aktienmarkt auswirken? David Jones, chief market strategist bei capital.com, blickt auf den S&P 500, auf Gold, den Dollar (Euro-Dollar) und schließlich auf den Ölpreis – und analysiert, welche Auswirkungen ein Sieg von Biden oder von Trump haben würde:

 

 

 

 

Was passiert nach der US-Wahl mit Gold?

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Brexit: Wem schadet er mehr, der EU oder den Briten?

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Angesichts des Anschwellens der Coronazahlen und der großen Spannung vor den US-Wahlen, sind die Verhandlung um den Brexit der Briten ein wenig in den Hintergrund gerückt. In dieser Woche läuft wieder einmal ein Ultimatum aus. Kommt es noch zu einer Einigung vor dem endgültigen Datum, dem 31. Dezember? Und gibt es schon Fakten zu den Frühschäden des Austritts der Briten?

Brexit: Was für Folgen hätte ein No-Deal?

Darüber wird schon seit dem Referendum über den Brexit von 2016 gemutmaßt. Fakt ist bereits, dass bis zum Ende des letzten Jahres Ende 2019 die Investitionen bereits um mehr als 15 Prozent hinter dem Durchschnitt der Vorjahre zurückgeblieben sind. Doch sollte es bis zum 31. Dezember keinerlei Vereinbarung geben, wird dies in jedem Fall wirtschaftliche Auswirkungen auf beiden Seiten haben. Wie waren die bisherigen Wirtschaftsbeziehungen?

Der Export von Gütern und Dienstleistungen der Briten in die EU betrug bislang etwa 14 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes, im Falle der EU in Richtung GB betrug der Anteil nur ganze drei Prozent.

Von Seiten deutscher Unternehmen hat man die lange Zeit seit dem Referendum nicht untätig verstreichen lassen. So ist der Export von Deutschland auf die Insel von 2016 bis vor Kurzem von 7,5 auf 5,6 Prozent gefallen. Gerade in letzter Zeit haben die hiesigen Unternehmen registriert, mit welcher Verbissenheit Boris Johnson den harten, kompromisslosen Brexit vorantreibt. Es ist wie zumeist an der Börse: Was man lange hat kommen sehen, wird versucht zu antizipieren, um den schweren Folgen entgegenzuwirken. Schocks entstehen immer durch das Unerwartete aus heiterem Himmel oder gar durch den berühmten „Schwarzen Schwan“. Klar wird ein harter Brexit beide Seite treffen, mancher Ökonom rechnet für Großbritannien mit einem Rückgang des Trendwachstums um 1,5 Prozent.

Aber wird es keinerlei Vereinbarungen auf dem so bedeutsamen Finanzsektor oder im Güter- und Reiseverkehr geben oder gar beim Handel mit Medikamenten? Zu Zeiten von Corona, wo dem schwedisch-britischen Pharmakonzern AstraZeneca mit seiner Impfstoffentwicklung eine entscheidende Rolle zukommen könnte? Die Pandemie jedenfalls kommt für Großbritannien mit seinem Austrittsvorhaben praktisch zur Unzeit.

Die aktuelle Coronakrise

Was die Covid -19-Infektionen betrifft, hat Großbritannien bereits eine schwere Zeit hinter sich. Nachdem man es zunächst mit einer Herdenimmunisierung versuchte, rückte Boris Johnson entsetzt davon ab, als ihm Wissenschaftler die mögliche Zahl an Todesopfern nahegelegt hatte. Trotz der Wende steht die Nation mit 894.000 Infektionen und fast 45.000 Corona-Toten (an oder mit Corona), der höchsten Zahl an Opfern in Europa derzeit in den Statistiken. Dies findet auch in den Wirtschaftszahlen der zweitgrößten Ökonomie Europas seinen Widerhall.

In den Monaten April bis Juni brach die Wirtschaft Großbritanniens um -20,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Das war der schlimmste Absturz seit Beginn der britischen Quartalsstatistik im Jahr 1955. Das Land war damit das Schlusslicht Europas, noch vor Spanien, welches den Negativrekord mit einem Einbruch um 18,5 Prozent erleiden musste. Durch die Coronakrise wird Großbritannien wirtschaftlich auf den Stand von 2003 zurückgeworfen.

Das einst so stolze britische Pfund

Das Pfund Sterling, einst der Stolz der Briten und die älteste noch bestehende Währung, hat längerfristig schon eine Entwicklung erlebt, die durch den Brexit noch deutlich beschleunigt werden könnte. Bis in die Hälfte des letzten Jahrhunderts hinein, war das Pfund die globale Leitwährung, die Hälfte der weltweiten Währungsreserven bestand aus der britischen Währung und die Bank of England hatte weltweit sehr großen Einfluss. Dann begann der Abstieg, Mitte der 1970-er-Jahre hatte die britische Währung nur noch einen Anteil von vier Prozent an den globalen Währungsreserven, dabei ist es bis heute geblieben.

Und der Außenwert des GDP?

Das britische Pfund kostete vergangene Woche nur noch 1,10 Euro. Vor gut vier Jahren und dem überraschenden Brexit-Referendum im Juni 2016 musste man noch über 1,30 Euro dafür bezahlen. Auch eine Folge des ewigen Hickhacks um den Sonderweg der britischen Regierung.

Fazit

Aus den bisherigen Fakten ist zu schlussfolgern, dass der ungeregelte Brexit den Briten mehr schaden sollte, als der EU. Aber haben sich die Unternehmen in der langen Zeit der Austrittsverhandlungen nicht schon auf das Austrittsszenario vorbereitet, die Börsen das Ergebnis eingearbeitet? Wann hat denn je ein absehbares Ergebnis Investoren wirklich beim Eintritt noch geschockt – Einzelfälle ausgeschlossen? Aber will Boris Johnson wirklich auf Biegen und Brechen den No-Deal-Austritt Großbritanniens durchziehen, auch wenn sich die Pandemie in der zweiten Welle noch verstärken sollte? Wo Zusammenarbeit in Europa gefragt ist, weiland sich Chinas Aufschwung weiter fortsetzt und auch den USA mit ihrer „America-First-Politik“ ein geschwächtes Europa gar nicht so ungelegen käme?

Es sind für gewöhnlich immer die externen Schocks, die Gewitter aus heiterem Himmel, die für Ungemach sorgen. Aber das Pokern des Boris Johnson – wem hängt das mittlerweile nicht schon zum Halse heraus?

Wem wird der Brexit mehr schaden?

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