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Steuern: Der große Skandal zu Lasten der Privatanleger

Redaktion

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am

Das Thema Steuern wird den deutschen Privatanleger massiv beeinträchtigen

Nach monatelangen Spekulationen gibt es nun eine ziemlich klare Situation zum Thema Steuern für Privatanleger, die mit Derivaten spekulieren. Es kann zu einer unglaublichen Situation kommen beziehungsweise es wird zu dieser Situation kommen. Viele Anleger werden das Problem haben, dass sie in einem Börsenjahr mehr Verluste als Gewinne machen, und dennoch müssen sie Steuern zahlen. Aber das ist nur ein Szenario. Einfach unfassbar, ein echter Skandal! Ja, dass ein Gesetzgeber sowas überhaupt verabschieden kann, ist ein echter Skandal.

Man übertrage dieses Prinzip mal auf Steuern für Unternehmen, wie zum Beispiel die Gewerbesteuer. Ein Unternehmen macht in einem Geschäftsjahr netto (!) insgesamt gesehen einen Betriebsverlust, muss aber dennoch Gewerbesteuer zahlen. Das wäre undenkbar und würde den Wirtschaftsstandort Deutschland zerstören. Aber für die Börsenanleger wendet man dieses Prinzip nun an. Das deutsche Einkommensteuergesetz §20 können Sie beim Klick an dieser Stelle nachlesen. Ab Januar 2021 wird dieses Gesetz erweitert (§ 20 Absatz 6 Satz 4). Bevor wir unseren Kommentar abgeben, lesen Sie folgenden Wortlaut, um den das Gesetz erweitert wird.

„Verluste aus Kapitalvermögen im Sinne des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 3 dürfen nur in Höhe von 10.000 Euro mit Gewinnen im Sinne des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 3 und mit Einkünften im Sinne des § 20 Absatz 1 Nummer 11 ausgeglichen werden; die Sätze 2 und 3 gelten sinngemäß mit der Maßgabe, dass nicht verrechnete Verluste je Folgejahr nur bis zur Höhe von 10.000 Euro mit Gewinnen im Sinne des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 3 und mit Einkünften im Sinne des § 20 Absatz 1 Nummer 11 verrechnet werden dürfen.“

Mehr Steuern zahlen als man Gewinne gemacht hat

Sie haben das nicht verstanden? Kein Problem, das liegt wohl an der juristischen Formulierung dieses Gesetzeszusaztes, wo auf andere Gesetze und Paragraphen verwiesen wird – wodurch man gar nicht mehr genau versteht, was sich denn praktisch ändern wird. Also hier im Klartext: Ab Januar nächsten Jahres dürfen Verluste aus Termingeschäften nur noch mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden. Noch wichtiger: Pro Jahr dürfen nur noch 10.000 Euro Verluste mit Gewinnen verrechnet werden. Macht man 15.000 Euro Verlust, kann man im Folgejahr die überschüssigen 5.000 Euro gegen die Gewinne des nächsten Jahres verrechnen. Nur dumm, wenn man jahrelang in Folge mehr Verluste als Gewinne macht.

Die praktische Folge: Es kann passieren, dass sie Steuern auf Gewinn-Trades zahlen, obwohl sie insgesamt mehr Verluste als Gewinne gemacht haben. Was für ein Irrsinn. Aber er wird Realität. Machen Sie zum Beispiel 30.000 Gewinn in einem Jahr, und mit anderen Trades machen Sie 50.000 Euro Verlust, dann können sie von den 50.000 Verlust nur 10.000 gegen die Gewinne stellen. Sie müssen dann auf einen Gewinn von 20.000 Euro Steuern zahlen, obwohl sie unterm Strich insgesamt 20.000 Euro Verlust in diesem Börsenjahr gemacht haben. Von den 50.000 Euro Verlust können sie dann je 10.000 Euro auf die vier folgenden Jahre schieben. Wie gesagt… nur dumm, wenn sie in diesen Jahren auch weniger Gewinn als Verlust machen.

Und noch schlimmer: Wer hohe Gewinne einfährt und kleinere Gewinne, ist noch schlimmer dran. Nehmen wir an Sie machen 150.000 Euro Gewinn, und mit anderen Trades verlieren Sie im selben Jahr 130.000 Euro. Von diesen 130.000 Euro Verlust dürfen Sie nur 10.000 Euro gegen die Gewinne stellen. Sie zahlen also 25% Abgeltungssteuer auf einen Gewinn von 140.000 Euro. Sie zahlen 35.000 Euro Steuern. Sie haben aber nur 20.000 Euro Nettogewinn gemacht, müssen nun aber 35.000 Euro Steuern zahlen. 15.000 effektiver Verlust in einem Börsenjahr nach Steuern, obwohl sie vor Steuern netto 20.000 Euro Gewinn gemacht haben. Das ist ein Skandal, der jeglichem gesunden Menschenverstand widerspricht, und wo man sich fragt, welcher Staatssekretär oder Ministerialbeamte sich das ausgedacht hat.

CFDs, Hebelzertifikate etc betroffen

Wird dieses Gesetz einer gerichtlichen Klärung standhalten? Kaum vorstellbar. Man kann nur hoffen, dass dagegen geklagt wird, oder dass doch noch jemand in Berlin im Laufe dieses Jahres aufwacht. Die „ARD Börse“ hat auch schon über diese Neuerung zum Thema Steuern berichtet. Man betitelt das Thema aber eher harmlos mit der Headline „Verlustverrechnung für Termingeschäfte wird erschwert“. Erschwert? Wie nett ausgedrückt. Eine Katastrophe ist das. Wozu soll ein Trader da überhaupt noch traden? Will den Gesetzgeber den dummen unbeholfenen Bürger über solch eine Bestrafung vom ach so schlimmen Börsenhandel entwöhnen?

Eine jüngst veröffentlichte Presseanfrage an des Bundesfinanzministerium ergab, dass Termingeschäfte betroffen sind, womit „sämtliche als Options- oder Festgeschäft ausgestaltete Finanzinstrumente sowie Kombinationen zwischen Options- und Festgeschäften“ gemeint sind. Der Anleger darf also davon ausgehen: Neben Futures und Optionen fallen Optionsscheine, Hebelzertifikate und CFDs unter diese neue Steuergesetzgebung.

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    20. Januar 2020 10:22 at 10:22

    Ich habe das ja schon desöfteren geschrieben. Wir werden von Idioten regiert. Das bestätigt sich jeden Tag. Wer diese Dumm-Michl noch wählt,, spreche ich einen gesunden Menschenverstand ab. Es schlägt dem Fass den Boden aus, dass dieses Parlament Gesetze erlässt, die nach gesundem Menschenverstand nicht Verfassungskonform sind. Einfach Unglaublich! Aber ich befürchte Schlimmes, dass die damit noch durchkommen.

    • Avatar

      berti

      20. Januar 2020 10:42 at 10:42

      Da muss jemand klagen, dann können die damit doch nicht durchkommen, das ist doch verfassungswidrig.

      • Avatar

        Gerhard Stasch

        21. Januar 2020 10:29 at 10:29

        Ihr wart alle immer schön brav wählen und jetzt wirds gefressen

  2. Avatar

    centime

    20. Januar 2020 10:45 at 10:45

    Jetzt sind kreative Ideen gefragt, kein lamentieren, z.Bsp. wie wird man als professioneller Händler eingestuft oder was gibt es für Alternativen.
    Die Quittung gibt es in einem Jahr an der Wahlurne, ich werde es nicht vergessen.

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    Scheer

    20. Januar 2020 14:01 at 14:01

    Ich halte dagegen. Die Poltik macht schon seit jahrzenten Unfug – geändert hat sich dadurch nicht wirklich viel, weder bei der Wählerschaft noch in der Politik.
    In dieser Welt ist jeder in seinem frei gewählten Hamsterrad und trägt zu dem Unfug durch Handlungsverweigerung bei.
    Ich finde das Zitat von Boeing ganz treffend: „Diese wird von Clowns entworfen, die wiederum von Affen beaufsichtigt.“
    Da könnten wir von den Franzosen ein gutes Stück abschneiden.

  4. Avatar

    Gixxer

    20. Januar 2020 20:05 at 20:05

    Wenn ich das richtig sehe, werden größere Verluste ja auf mehrere Jahre verteilt. Also bei 100.000 Verlust kann ich 10 Jahre lang je 10.000 abschreiben. Es wird dann sicher argumentiert, dass man so ja nichts verloren hat. Man hat ja alles abschreiben können. Dumm wäre dann nur, wenn ich im ersten Jahr 100.000 Gewinn und auch 100.000 Verlust mache und in den folgenden Jahren keine Gewinne und Verluste. Dann muss ich nämlich in dem einen Jahr 90.000 versteuern, obwohl ich keinen Gewinn gemacht habe und in den Folgejahren habe ich nichts von den möglichen Abschreibungen. Sehe ich das so richtig?

  5. Avatar

    Gixxer

    20. Januar 2020 21:40 at 21:40

    Wenn ich das hier

    https://boerse.ard.de/anlagestrategie/steuern/verlustverrechnung-verbaende-laufen-sturm100.html

    richtig verstanden habe, gilt es nur bei Totalverlusten. Demnach wäre es zwar immer noch schlimm, aber nicht mehr ganz so oft der Fall. Man muss eben nur kurz vor dem Totalverlust verkaufen.

  6. Avatar

    Fynn

    26. Januar 2020 17:01 at 17:01

    Aber man kann trotz mit diesem Gesetz auch sehr profitabel sein. Es tut zwar weh, aber es geht.
    Beispielrechnung:

    Du machst 100k Gewinn und 10k Verlust in einem Jahr. Das sind 90k Nettogewinn. 10k vom Verlust kannst du den Gewinnen gegenrechnen. Also musst du auf 90k Steuern zahlen. 25% sind dann 22,5k. Bei 90k Nettogewinn und 22,5k Steuern sind das immer noch 65k nach Steuern.

    Falls ein Denkfehler drin ist, bitte ich um Antwort.

    • Avatar

      Torsten

      26. Januar 2020 18:56 at 18:56

      Falsch! Wenn du 100k mit Optionsscheinen Gewinn machst und 10k mit Aktien verlierst kannst du nix gegenrechnen und zahlst auf 100k die 25k Steuern, bleiben 75k Gewinn und 10k Verlust übrig, also 65k insgesamt. GGÜ jetzigem Zustand 2,5k weniger.

      PS: 90k minus 22,5k sind 67,5k :)

      Wenn du 30k mit Optionsscheinen Gewinn machst und 10k mit Aktien verlierst zahlst auf 30k die 7,5k Steuern, bleiben 22,5k Gewinn und 10k Verlust übrig, also 12,5k insgesamt. GGÜ jetzigem Zustand 10k weniger.

      Wenn du 10k mit Optionsscheinen Gewinn machst und 10k mit Aktien verlierst zahlst auf 10k die 2,5k Steuern, bleiben 7,5k Gewinn und 10k Verlust übrig, also 2,5k Verlust insgesamt. GGÜ jetzigem Zustand 2,5k weniger.

      Je kleiner der Abstand zwischen Gewinn und Verlust ist je ungünstiger wird es. Der Dumme ist der „Kleinzocker“.

      Es ist ganz einfach, KEINE VERLUSTE machen. :))

  7. Avatar

    Tim

    29. Januar 2020 09:42 at 09:42

    Hallo Herr Fugmann,

    vielleicht können Sie mal Ihre Leser/Zuseher auf folgendes Video hinweisen, das auf N-TV ausgestrahlt wurde, in der die ganze Problematik mal aus Sicht des Derivate-Verbands dargestellt wird – sehr informativ:

    https://www.n-tv.de/21538592

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      29. Januar 2020 09:43 at 09:43

      @Tim, danke für den Hinweis, das kucke ich mir an..

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Banken halten bei EZB 3,3 Billionen Euro – Daten zu Strafzinsen und Freibeträgen

Claudio Kummerfeld

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am

Türme von Banken in Frankfurt

Die einfache Sichtweise der „großen“ Experten in den Türmen der Notenbanken lautet: Je tiefer wir die Zinsen setzen, desto weniger attraktiv wird es für die Menschen Geld auf Bank- und Sparkonten zu parken. Sie werden dann immer mehr Geld in den Konsum pumpen. Aber egal wie viel sehr man auch an so einer Theorie festhält – die Realität sieht oft ganz anders aus. Die Bürger (vor allem die Deutschen) wollen gerade in Krisenzeiten offenkundig weiterhin Monat für Monat von ihrem Ersparten anständig was auf die hohe Kante packen – Vorsorgen für die schlechten Zeiten, sozusagen.

Und bei de facto Nullzinsen, die in den letzten Jahren in der Regel (nach Abzug der Inflation) reale Negativzinsen bedeuten, legen die Menschen einfach pro Monat noch mehr Geld auf die hohe Kante, sozusagen als Ausgleich für die fehlenden Zinsen. Und so steigen seit Jahren in der Eurozone die Bankguthaben immer weiter an. Das wird für die Banken immer mehr zu einem dramatischen Problem. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) wollte nicht nur, dass der (einfältige?) Bürger endlich sein Geld in den Konsum steckt. Nein, die EZB wollte auch erreichen, dass die (faulen?) Banken endlich mehr Geld als Kredit herausreichen an Privat- und Geschäftskunden, damit die Konjunktur angekurbelt wird – und dadurch letztlich die Inflation ansteigt – die letzten Jahre geschah aber letztlich das Gegenteil.

Banken vor immer größerem Problem

Aber egal wie fleißig die Banken auch sein mögen bei der Kreditvergabe – der Sparfleiß der Bürger ist stärker. Die Guthaben bei den Banken wachsen immer mehr. Und genau deswegen hatte sich die EZB eine Art Strafmechanismus ausgedacht, damit die Banken nun wirklich mal die Einlagen der Kunden vermehrt als Kredit rausreichen. Verrechnet man das von den Bankkunden eingezahlte Guthaben mit den ausgegebenen Krediten, dann haben praktisch alle Banken eine Überschussliquidität, die bei der EZB geparkt wird. Die EZB bestraft die Banken hierfür mit einem Negativzins von derzeit -0,5 Prozent (ab 2014 stufenweise eingeführt, damals noch bei -0,1 Prozent). Je mehr die Kunden sparen und je höher sich die Banken-Überschüsse auf ihren EZB-Konten auftürmten, desto mehr mussten sie als Strafzins an die EZB überweisen.

Dies wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem Problem für die Banken, die sowieso dank Nullzinsen ein ernsthaftes Problem mit ihrem wichtigsten Geschäft hatten, nämlich der Zinsmarge. Die EZB sah dieses Problem, und führte einen Freibetrag ein. Die Banken sollten für zu viel hinterlegte Einlagenüberschüsse also bestraft werden – aber nicht so sehr, dass sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Und so gibt es EZB-Strafzinsen für die Banken mit einem Freibetrag an Einlagen, der nicht mit einem Strafzins bedacht wird.

Gigantische Überschüsse, Strafzinsen und Freibetrag

Heute veröffentlichte Daten der Bundesbank zeigen die Dimension der Beträge. Demnach gab es im Dezember 2020 eine Überschussliquidität im Euroraum in Höhe von 3,35 Billionen Euro. Zwischen Einführung des Tiering-Systems (Freibeträge) im Oktober 2019 und Dezember 2020 betrug der Zinsaufwand der Banken im Euroraum für das Halten dieser Überschussliquidität bei der EZB 8,9 Milliarden Euro. Dieser Zinsaufwand (die Strafzinsen) fiel laut Bundesbank um 4,7 Milliarden Euro niedriger aus, als dies unter sonst gleichen Bedingungen ohne ein Tiering-System der Fall gewesen wäre. Gleichzeitig wurde mit zuletzt 2,498 Billionen Euro der größte Teil der Überschussliquidität weiterhin negativ verzinst.

Während die Überschussliquidität der Banken bei der EZB in den letzten Jahren immer weiter stieg (oberer Teil der Grafik), dachte die EZB wohl sie könnte dies verhindern, indem sie den Strafzins immer weiter anhebt. Es brachte aber nichts! Wer arg ins Detail gehen möchte, kann sich beim Klick an dieser Stelle in den Bundesbank-Bericht auf den Seiten 61-72 in das Thema vertiefen. Wer sich für die Rücklagen der Deutschen interessiert, der klicke bitte hier. Im Krisenjahr 2020 wurde von deutschen Haushalten 333,5 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt, nach 220,3 Milliarden Euro in 2019. Diese Summe steigerte sich in den letzten Jahren immer weiter, obwohl das Zinsniveau für die Sparer immer weiter abrutschte.

Grafik zeigt Bundesbank-Daten zu Strafzinsen und Überschussliquidität

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BlackRock, Wall Street – und China: Kampf der Giganten

Wolfgang Müller

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Wird BlackRock zu mächtig? Während BlackRock immer größer und wichtiger wird, scheinen die USA insgesamt abzusteigen (siehe hierzu das Interview mit der USA-Korrespondentin der „Zeit“, Heike Buchter).

Der Kampf der beiden Supermächte USA und China um die wirtschaftliche und technologische Vorherrschaft elektrisiert viele Marktbeobachter. Klar ist es fast unmöglich Chinas weiteren Aufstieg zu verhindern, schließlich hat China mit seiner riesigen Anzahl an Menschen – Vergleich zu den USA: 1439 Millionen zu 332 Millionen – einen Riesenvorteil. Aber die USA haben neben ihren großen Techfirmen auch noch weitere Riesen, einer davon ist der Finanzdienstleister BlackRock, der letzte Woche gigantische Zahlen abgeliefert hat.

BlackRock: Der schwarze Felsen wird immer größer

Der weltweite Aktienmarkt klettert, wie schon so oft dargestellt, auch infolge der Aktionen der Notenbanken nach oben, auf zuletzt 106 Billionen Dollar. Maßgeblich beteiligt daran ist die Wall Street, deren Aktienmärkte allein schon ein Gewicht von über 40 Billionen Dollar aufweisen. Angesichts des Anteils der USA an der Weltbevölkerung (4,3 Prozent) und der Wirtschaftsleistung (kaufkraftbeteinigt etwa 16 Prozent) eigentlich viel zu groß. Aber ebenso dominant ist der Anteil der Vermögensverwaltung in den USA, wie allein die letzten Donnerstag veröffentlichten Zahlen von BlackRock aufweisen.

BlackRock ist mit 8,68 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen (Stand: 31. Dezember 2020) der weltgrößte Vermögensverwalter. Die Kunden sind Privatanleger und Institutionen wie Banken, Pensionskassen, Stiftungen, Versicherer, Staatsfonds und Zentralbanken. So der zutreffende Eintrag bei Wikipedia.

Inmitten der Corona-Krise ist es der Firma von Larry Fink gelungen, einem sehr einflussreichen CEO, was demnächst auch die Regierung von Joe Biden erleben dürfte, das Volumen der verwalteten „Assets“ im Jahr 2020 um 17 Prozent oder 1,2 Billionen Dollar auf 8,68 Billionen Dollar zu steigern.

BlackRock profitierte nicht nur von der aktiven Fondsbranche, auch seine bekannte ETF-Sparte (iShares) ist um 185 Milliarden Dollar gewachsen.

Aus diesen ganzen Zahlen ergab sich ein Gewinn für das Jahr 2020 von 5,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von ebenfalls 17 Prozent. Dass die Fantasie der Investoren auch bei diesem Felsbrocken der Finanzwelt ins Kraut schießt, zeigt die Entwicklung der Aktie, die bis zur Veröffentlichung der Jahresbilanz um 44 Prozent gestiegen ist. Aufgrund der großen Marktmacht von BlackRock spürt der Gigant nicht einmal so sehr die Entwicklung in der Fondsbranche hin zu den kostengünstigen Exchange Traded Funds. Der Gewinn des Finanzdienstleisters war auch im vierten Quartal um 1,6 Milliarden Dollar angewachsen.

Noch ein paar Sätze zum Zweikampf zwischen den USA und China.

Liste der größten Firmen der Welt

Betrachtet man sich die aktuelle Liste der nach Marktkapitalisierung schwersten Unternehmen der Welt, so stellt man fest, dass sich unter den größten 20 Unternehmen allein 13 US-Unternehmen, unter ersten Zehn gleich deren sieben befinden. China ist mit Tencent, Alibaba vertreten.

Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Tesla, Facebook, Berkshire Hathaway, Visa, Walmart, Johnson &Johnson, JP Morgan, Procter&Gamble, MasterCard, von einem Finanzgiganten BlackRock ist dabei nichts zu sehen, nicht einmal unter den ersten Hundert.

Sicher wird es demnächst durch Regulation bei den Monopolfirmen einiges an Korrekturen geben. Auch befinden sich die Kurse einiger Firmen in Höhen, die nicht aufrechterhalten werden können – auch wenn einige glauben, Aktien könnten sich dauerhaft den Fundamentaldaten entziehen.

Was das Vermögen von Kundengeldern angeht, haben die USA noch weit die Nase vorn. Denn neben dem 8-Billionen-Dollar-Koloss BlackRock gibt es noch die Riesen Vanguard Group, State Street Global Advisors und Fidelity Investments, jedes Unternehmen verwaltet mehrere Billionen Dollar.

China hat ein großes Problem in seinem Aufwärtsstreben und das ist sein totalitäres System. Es wird sicherlich nicht das Vertrauen von Investoren steigern, wenn eine Regierung so rigoros an eine Firma wie Alibaba herangeht, kürzlich noch achtwertvollstes Unternehmen der Welt, dessen Gründer Jack Ma schon seit Wochen von der Bildfläche verschwunden ist. Da vertraut die westliche Welt schon eher auf einen ETF der Firma BlackRock, Sparte iShares, wie die jüngsten Zahlen beweisen. Der Produktionsstandort China boomt – aber der Finanzstandort?

BlackRock und die Wall Street

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Wirtschaft kommt laut Bundesbank recht gut durch den Lockdown, aber…

Claudio Kummerfeld

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Lockdown Schriftzug

Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für Januar veröffentlicht. Demnach kommt die deutsche Wirtschaft recht gut durch den Lockdown. Die Erholung der deutschen Wirtschaft ist laut Bundesbank im letzten Quartal 2020 durch das erhöhte Infektionsgeschehen und die wieder erheblich verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zwar ausgebremst worden. Aber es habe jedoch keinen größeren Rückschlag gegeben, da sich weniger durch die Maßnahmen betroffene Bereiche der Wirtschaft weiter erholten. Insbesondere die Industrie aber auch die Bauwirtschaft hätten nach den bis November vorliegenden Zahlen kräftig zugelegt.

Die Auftragseingänge in der Industrie hätten im November das Vorkrisenniveau vom Schlussquartal 2019 sogar deutlich überstiegen. Zudem seien die Einzelhandelsumsätze bis November noch erheblich gewachsen. Dies hätte ein Gegengewicht zu den Einbußen gebildet, die aufgrund der im Dezember angeordneten Schließungen im stationären Einzelhandel entstanden sein dürften. Die Unternehmensstimmung hellte sich im Dezember laut ifo Geschäftsklimaindex trotz des Wiederaufflammens der Pandemie auf. Diese ermutigenden Signale lassen laut aktueller Bundesbank-Aussage darauf hoffen, dass auch die zu Beginn des neuen Jahres verlängerten und weiter verschärften Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung nicht allzu weit zurückwerfen.

Aber die Bundesbank versieht diese rosigen Aussagen mit einer kleinen Warnung, wie es nicht anders zu erwarten wäre. Bei dieser Krise sind ja „Risiko-Disclaimer“ fast schon unverzichtbar, da niemand eine Glaskugel hat und unzählige Variablen vorhersehen kann. Sollte das Infektionsgeschehen jedoch nicht erheblich nachlassen und die gegenwärtigen Beschränkungen der Wirtschaftstätigkeit länger anhalten oder noch weiter verschärft werden, so könne es gleichwohl noch zu einem spürbaren Rückschlag (für die Wirtschaftsleistung) kommen, so die Bundesbank.

Auch beim Thema Arbeitslosigkeit sieht die Bundesbank offenbar keine ernsthaften Probleme. So blieb der Arbeitsmarkt laut Aussage der Bundesbank trotz der wieder strikteren Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung bemerkenswert stabil. Zwar seien im November und Dezember vermehrt Anmeldungen zur Kurzarbeit eingegangen, diese entsprächen jedoch nur einem Bruchteil der Anzeigen aus dem vergangenen Frühjahr. Die aktuellen Anzeigen würden sich vor allem auf den von den angeordneten Schließungen betroffenen Hotel- und Gaststättenbereich sowie Teile des Handels beschränken. Die registrierte Arbeitslosigkeit sei im Dezember wie schon in den beiden Monaten zuvor spürbar zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen sei um saisonbereinigt 37.000 gegenüber dem Vormonat gesunken, die entsprechende Arbeitslosenquote läge damit bei 6,1 Prozent.

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