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OPEC-Monatsbericht: Saudis kürzen Angebot stärker als angekündigt

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Die OPEC hat laut ganz frisch veröffentlichtem Monatsbericht im Dezember ihre Fördermenge um 751.000 Barrels pro Tag gekürzt auf 31,58 Millionen Barrels pro Tag. Entscheidend dabei ist die Fördermenge von Saudi-Arabien. Wie immer geben die Saudis die Marschrichtung vor, und sind nach oben wie nach unten mit großer Flexibilität und technisch hochmodernen Anlagen der Anführer der Gruppe.

Saudis dominieren OPEC als Alleinunterhalter

Saudi-Arabien hatte noch Ende November bei der Verkündung der OPEC-Kürzung (-1,2 Mio Barrels pro Tag ab Januar) gesagt, man werde im Dezember vor Start der gemeinsamen Kürzungen seine eigene Förderung wohl auf 10,7 Mio kürzen. Heute zeigt sich, dass die Saudis im letzten Monat um 468.000 Barrels pro Tag auf 10,55 Mio gekürzt haben. Also noch mehr Kürzung als selbst angekündigt!

Das ist ein starkes Signal für den globalen Ölmarkt, dass die Saudis sehr schnell mit der globalen Angebotsmenge runter wollen, damit der Ölpreis zügig steigen kann. Das sollte/könnte/müsste dem Ölpreis weiteren Auftrieb geben.

Wie wir es in den letzten Wochen vermutet hatten, deutet es sich schon vor dem offiziellen Beginn der Kürzungen ab  Januar an. Im Dezember haben zum Beispiel Mitglieder wie Kuwait und Irak ihre Fördermengen leicht erhöht. Wird es also so kommen, wie wir es annehmen? Nämlich dass der große Klotz der Kürzungen durch die Saudis erbracht wird, weil die meisten anderen Mitglieder kaum Lust auf Mengenkürzungen haben?

Venezuela verliert wie jeden Monat mit -33.000 Barrels von November auf Dezember ein kleines Stück seiner Fördermenge. Der jahrelange Rückgang der Förderung ist desaströs für das Land. Die Arbeiter bekommen kein Geld mehr. Technik ist veraltet oder kaputt, kann nicht ersetzt werden, und so weiter, und so weiter. Präsident Maduro tönte zwar gerade erst diese Woche, dass man die Produktion drastisch hochfahren wolle – aber daran glaubt schon lange niemand mehr.

Unterstützung für den aktuellen Ölpreis-Trend

Also: Schon vor dem offiziellen Start der Kürzungen ab Januar (-1,2 Mio pro Tag) haben die Saudis vorgelegt. Und es sieht doch recht gut aus, dass die OPEC den Trend für steigende Ölpreise unterstützen kann. Das soll aber nicht heißen, dass es somit eine Garantie für steigende Ölpreise gibt. Wir können es nicht oft genug betonen: Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar!

OPEC

OPEC - Ölquellen Beispielfoto
Beispielfoto für Ölquellen. Foto: Arne Hückelheim / Wikipedia (CC BY-SA 3.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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Finanznews

Ohne Abverkauf kein Deal USA-China! Marktgeflüster (Video)

Die Märkte sind in einem Paradox gefangen: einen Deal kann es nur geben, wenn auch der Schmerz für die USA sehr groß ist, wenn die Wall Street abverkauft

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Ein substanzlos optimistischer Tweet von Donald Trump reicht am „magic risk free-Freitag“, um die Aktienmärktre nach oben zu bringen. Nach nichts sehnen sich die Aktienmärkte mehr als diesen angeblich immer wieder kurz vor dem Abschluß stehenden Deal zwischen den USA und China, der derzeit so weit wie noch nie entfernt ist! Und dabei sind die Märkte in einem Paradox gefangen: einen Deal kann es nur dann geben, wenn auch der Schmerz für die USA sehr groß ist, sprich wenn die Wall Street abverkauft – sonst hat Trump keinerlei Grund, seine harte Haltung gegenüber China aufzugeben (zumal die oppositionellen US-Demokraten Trumps harte Haltung teilen!). China aber wird Gespräche nur dann aufnehmen, wenn Trump bei Huawei einen Rückzieher macht..

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Aktienrückkäufe: Kontroverses Thema im Detail besprochen

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Der Börsen-YouTuber Jens Rabe bespricht aktuell ausführlich das Thema Aktienrückkäufe. Und er sagt es ganz zu recht. Es ist ein kontroverses Thema! Im Video spricht er die Grundthematik an wie auch das Pro und Contra. Wir meinen: Kurzfristig und vordergründig mögen Aktienrückkäufe für die Aktionäre vielleicht reizvoll sein. Aber langfristig entziehen sie dem Unternehmen Cash, das man besser für Zukunftsinvestitionen nutzen sollte. Auch haben viele US-Konzerne in den letzten Jahren auf Pump (die tollen Niedrigzinsen) eigene Aktien zurückgekauft. Was für ein Wahnsinn. Und dann am Ende landen einige dieser Unternehmen im Voll-Desaster, siehe General Electric. Aber schauen Sie selbst das folgende Video (bitte erst ab Minute 3 gucken, dann ersparen Sie sich das Intro-Gelaber).

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Anleihen

Griechenland-Anleihen: Laut EuGH Enteignung zum Wohle des Finanzsystems

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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat gestern ein in der medialen Öffentlichkeit wenig beachtetes Urteil gesprochen. Es geht um die Griechenland-Krise. Auf den zweiten und dritten Blick fördert der offiziell vom Gericht veröffentlichte Urteilstext Interessantes zu Tage. Aber nun erstmal zum ersten Blick auf das Urteil.

EZB gibt Meinung ab

Es geht um die schon Jahre zurückliegende Umschuldung von Anleihen des griechischen Staates. Mit dem überwiegenden Teil der privaten Gläubiger einigte sich Griechenland bestehende Anleihen quasi wertlos zu machen und den Gläubigern dafür neue Anleihen zu geben. Dabei kam es unter dem Strich zu Verlusten für die Gläubiger. Aber diejenigen Gläubiger, mit denen sich Griechenland nicht auf diese Art der Umschuldung einigte, sprachen von Enteignung. Und da Athen die EZB um Rat fragte, ob man für diesen Zweck extra ein Gesetz verabschieden könne, gab die EZB ihren Ratschlag, dass das in ihren Augen kein Problem sei.

Daher klagten diejenigen Gläubiger, die einer Umschuldung nicht zustimmen, gegen die EZB. Von ihr wollten sie Schadenersatz. Aber der EuGH lehnte einen Anspruch gegen die EZB ab. Vereinfacht ausgedrückt: Die EZB hat ja nur ihre Meinung kund getan, nach der sie gefragt wurde. Ansprechpartner für Ansprüche wäre hier wohl der griechische Staat. Tja, dass das EuGH der EZB eine Zahlungspflicht aufdrücken würde für die reine Preisgabe einer Meinung, das war eh unwahrscheinlich. Interessant aber ist wie gesagt der weiterführende Text des EuGH zur Gesamtthematik dieser Enteignung.

Griechenland hat enteignet, aber zum Wohle des Finanzsystems

Denn der EuGH stellt fest, dass es sich in der Tat um eine Enteignung durch Griechenland gehandelt habe! Aber dies sei geschehen zum Wohle des Finanzsystems, so darf man es vereinfacht ausdrücken. Da dieses hohe Gut (das Finanzsystem und Staatsgebilde) über dem Wohl der Investoren stehe, sei eine Enteignung halt in Ordnung gewesen. Der Eingriff in das Eigentumsrecht der Gläubiger sei nicht unverhältnismäßig gewesen, so der EuGH. Gut, sagen wir da. Es mag ok sein, dass sich vor allem auch Banken mal an den Kosten so einer Staatenrettung beteiligen. Doch bei so einer Argumentation könnten ja auch Privatpersonen mal eben so enteignet werden, wenn es der Schutz des Finanzsystems gebietet? Hier der EuGH im Wortlaut:

Insoweit stellt das Gericht fest, dass die in den Verträgen, die den fraglichen Schuldtiteln zugrunde lagen, nicht vorgesehene Ausweitung der Wirkung der mit bestimmten Gläubigern geschlossenen Vereinbarung über die Herabsetzung des Nominalwerts dieser Titel auf Gläubiger, die der Vereinbarung nicht zugestimmt hatten, zu einem Eingriff in das Eigentumsrecht der Gläubiger geführt hat. Jedoch entspricht eine solche Ausweitung der dem Gemeinwohl dienenden Zielsetzung, die Stabilität des Bankensystems des EuroWährungsgebiets in seiner Gesamtheit sicherzustellen, und stellt keinen unverhältnismäßigen und untragbaren Eingriff in das Eigentumsrecht dar.

Explizit weist der EuGH in seinem Text auch auf das Eigentumsrecht hin, welches in Artikel 17 Abs. 1 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union niedergeschrieben ist. Die Ausübung dieses Rechts (also auf den Schutz des Eigentums bestehen) könne beschränkt werden um dem Gemeinwohl dienende Ziele zu erreichen. Nochmal. Es mag ja gut sein, dass Banken hierdurch auch zur Kasse gebeten werden. Doch mit so einer Argumentation könnten auch einfache Privatpersonen enteignet oder teil-enteignet werden, wenn sie Forderungen gegen staatliche Schuldner haben.

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