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Ölpreis rutscht – OPEC morgen mit Manöver?

Wird Russland aus der OPEC+ ausgeschlossen? Wird die OPEC dies morgen verkünden? Der Ölpreis hat sich wegen diesem Szenario deutlich bewegt.

Öl-Förderpumpe

Der Ölpreis ist plötzlich abgerutscht. Gestern Abend fiel WTI-Öl von über 119 Dollar auf unter 115 Dollar, und aktuell sehen wir einen Kurs von 115,92 Dollar. Parallel dazu lief der Absturz bei Brent-Öl von 123,35 Dollar auf aktuell 116,89 Dollar. Dies hat mit der morgen Nachmittag anstehenden OPEC-Entscheidung und aktuellen Presseberichten zu tun.

Ölpreis rutscht ab wegen Bericht über mögliches OPEC-Manöver

Laut einem Bericht des Wall Street Journal wird in Kreisen der OPEC überlegt, ob man Russland aus dem erweiterten Kreis der namens OPEC+ ausschließen soll. Die westlichen Sanktionen würden die Fähigkeiten Russland beeinträchtigen mehr Öl zu produzieren. Fällt Russland als Teil des erweiterten Kartells weg, könnten die wichtigen OPEC-Mitglieder Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate mehr Öl produzieren. Diese Aussicht sorgte gestern Abend für diesen ruckartigen Rückgang im Ölpreis.

Am morgigen Donnerstag wohl am frühen Nachmittag wird die OPEC zusammen mit ihren externen Partnern (OPEC+) die Fördermenge für Juli bekanntgeben. Wird in diesem Zusammenhang auch dieser Ausschluss Russlands aus dem Kartell verkündet? Und wäre dies nicht ohnehin das Ende der OPEC+, weil Russland im erweiterten Kreis das wichtigste Mitglied ist? Dann würde man zurückkehren zur alten Kern-OPEC, wo Saudi-Arabien der de facto Anführer ist. Aber kommt es wirklich zu einem Ausschluss Russlands? Gerade heute istAußenministser Lavrov zu Besuch in Saudi-Arabien, und betont die gute Zusammenarbeit der beiden Länder bei der Stabilisierung des Marktes.

Gründe für steigenden Ölpreis sind nicht aus der Welt

Der Bericht des WSJ könnte sich auch als Ente erweisen, und Russland bleibt weiterhin Mitglied der OPEC+. Steigt der Ölpreis dann morgen Nachmittag wieder an? In den letzten Tagen und auch gestern stieg Öl deutlich. Denn gestern wurde das seit Wochen erwartete Ölembargo der EU gegen Russland verkündet, auch wenn es erst einmal „nur“ 75 Prozent der Lieferungen umfasst, und bis Jahresende 90 Prozent. Dennoch wirkt diese Verkündung im Sinne einer Verknappungsangst. Die europäischen Abnehmer müssen sich auf dem Weltmarkt Ersatz beschaffen, was für Aufwärtsdruck im Ölpreis sorgt. Wird die OPEC+ morgen keinen Ausschluss Russlands verkünden, und wird die monatliche Fördermengenausweitung wie üblich mit +400.000 Barrels pro Tag verkündet, könnte die Rally im Ölpreis womöglich weiter gehen.

Chart zeigt Verlauf im WTI-Ölpreis in den letzten zehn Tagen Verlauf im WTI-Ölpreis in den letzten zehn Tagen.



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3 Kommentare

  1. Ich spekuliere auf „Finte“. Auch der arabische Raum will sich von dne USA emanzipieren. Doch aktuell darf keineOption außer Achtr gelassen werden.

  2. Der Ölpreis wird schon wieder steigen nur keine Angst. Das WSJ haut eigentlich nicht irgendwelche halbgaren Meldungen raus.

    Ich hatte bereits vor Wochen diese Situation schon einmal als mögliches Szenario vorhergesagt. Für Saudi Arabien und die anderen Ölproduzenten ergeben sich faktisch nur Vorteile: Russland ist von den Märkten im Prinzip abgeschnitten und kriegt sein Öl nur zu „Discountpreisen“ verkauft. Somit könnten die anderen OPEC-Länder Russland die Marktanteile abnehmen, und das Kartell noch stärker verankern als es bisher der Fall war.

  3. Außenminister Sergej Lawrow besuchte vor seinem Besuch des Königreich Saudi-Arabien das Königreich Bahrain, welches zwar nicht der OPEC+ angehört, aber trotzdem eine bedeutende Ölindustrie besitzt. Die Tatsache, daß zu dem russischen Öl-Embargo der EU auch gehört, das der Transport/Export von russischem Öl zunehmend schlechter versichert werden kann, könnte die Entscheidungsfindung der OPEC+ über einen Verbleib der Russische Föderation in der Öl-Allianz beeinflussen. Wenn russisches Öl dem Weltmarkt nicht mehr entsprechend zur Verfügung stehen kann, wird dies sicherlich zu einem höheren Ölpreis führen. Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte in der aktuellen Generaldebatte im Deutscher Bundestag einen runden Tisch, u.a. bestehend aus Industrie und Gewerkschaften zum Thema Energiepreise an. In diesem Zusammenhang unterstütze ich die Position von 1. Bürgermeister a.D. Klaus von Donahny (Schreibweise?), Länder ggf. politisch zu kritisieren, jedoch nicht zu sanktionieren. Oppositionsführer Friedrich Merz kritisierte letzteres in der genannten Generaldebatte. Der ehemalige Hamburger Bürgermeister sollte sich davon jedoch nicht irritieren lassen.

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