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Rentenversicherung: Mit Plan, aber völlig planlos ins Desaster

Claudio Kummerfeld

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am

Ein älteres Paar - Rentenversicherung mit Plan planlos ins Chaos?

Mit Plan, aber völlig planlos? Ja, das geht. Aber lesen Sie dazu bitte diesen Artikel komplett! Die deutsche Rentenversicherung hat ein Problem. Sie ist aber relativ hilflos, denn aktuell wird ihr zum Beispiel das Thema Grundrente aufs Auge gedrückt durch Bundesarbeitsminister Heil. Mal eben 1,4 Milliarden Euro soll sie zusätzlich kosten. Woher das Geld kommen soll?

Die Grundrente als Chaos mit Ansage für die Rentenversicherung

Die Grundrente mit mehr als 1,4 Milliarden Euro Zusatzkosten für die Rentenversicherung soll nicht über Beiträge, sondern über noch zukünftig zu erzielende Einnahmen aus einer Aktiensteuer refinanziert werden. Die soll nämlich bei jedem Kauf und Verkauf von Aktien erhoben werden. Die Farce dabei ist: Der Staat wünscht sich ja, dass der „mündige Bürger“ möglichst auch privat vorsorgen soll. Da die „Riester-Rente“ derzeit mehr denn je ein Debakel ist, drängt derzeit so ziemlich jeder „Experte“ und „Ökonom“ den deutschen Michel dazu es doch auch endlich mal mit der Geldanlage in Aktien zu versuchen. Und genau dort will die Bundesregierung den Anleger nun zusätzlich besteuern, und zwar bei jeder Transaktion.

Also entzieht man dem heutigen Rentensparer (über seine Aktienkäufe) Geld, was man den aktuellen Rentnern als Grundrente zuschanzen möchte. By the way… Menschen, die lebenslang gearbeitet haben, die aber aufgrund viel zu geringer Verdienste in die Altersarmut rutschen würden, ein paar Euro mehr geben zu wollen, ist grundsätzlich lobenswert. Nur hat das mit dem Prinzip der Rentenversicherung (entsprechend der eigenen Einzahlungen einen bestimmten Anspruch erwerben) nichts mehr zu tun. Wir hatten jüngst schon von einer planwirtschaftlichen Gulaschkanone gesprochen.

Mit Plan, dennoch völlig planlos ins Desaster? Beim Thema Rentenversicherung kann man das exemplarisch am Thema Grundrente nur zu gut sehen. Hatten wir übrigens schon erwähnt, dass alleine letztes Jahr 68,5 Milliarden Euro aus dem Steuerhaushalt in die Rentenkasse umgebucht wurden, da ihre Einnahmen viel zu gering sind um die laufenden Rentenzahlungen garantieren zu können? Dieser Steuerzuschuss steigt tendenziell immer weiter an, Jahr für Jahr. Und mit der Grundrente kommt noch ein weiterer Baustein hinzu, der den Steuerzuschuss zur Rentenversicherung nur noch weiter in die Höhe treibt. Jüngst sprach die Rentenversicherung von positiven Rekordzahlen (Rücklagen, Einnahmen etc). Was für ein Witz.

Aber zurück zum Thema Grundrente. Die Rentenversicherung selbst kritisiert Minister Heil aktuell extrem deutlich. Der Termin zu Anfang 2021 sei nicht mal ansatzweise zu schaffen. Bei den Berechnungen gäbe es substanzielle Probleme (mal vereinfacht ausgedrückt). So schnell sei für die Abwicklung dieses Themas gar kein neues Personal rekrutierbar. Die Bürokratiekosten von mehreren hundert Millionen Euro seien extrem hoch, und es gäbe ernsthafte zeitliche Probleme beim Aufbau eines Datenabgleichs mit anderen Behörden, was für die Berechnung der Grundrente wichtig ist. Und ja, die Gegenfinanzierung durch eine Aktiensteuer ist auch noch nicht geklärt. Was für ein planmäßiges Desaster!

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„Beschleunigter Kollaps“ für die Rentenversicherung?

By the way… wie mies die Auszahlungsquote der Rentenversicherung in Relation zu den Gehältern der Arbeitnehmer jetzt schon aussieht, zeigt ein Vergleich, den sogar jüngst die „ARD Börse“ präsentiert hat. Deutschland liege laut OECD bei 51,9% Rentenquote, Italien bei 91,8% und Frankreich bei 73,6%. Und hierzulande wird die Quote weiter deutlich sinken, wenn die Beiträge der Arbeitnehmer nicht durch die Decke schießen sollen! Eine miese Quote hierzulande, und das obwohl jetzt schon so gigantische Steuersummen als Quersubventionierung zur Rentenversicherung rübergeschoben werden, Jahr für Jahr! Macht es da überhaupt noch Sinn dieses System am Leben zu halten? Sollte man bei der Organisation der staatlichen Rente in Deutschland nicht besser den Reset-Knopf drücken, und sich eine ganz neue Organisationsstruktur einfallen lassen? Aber nein, die Politik drückt nur hier und da ein Pflaster drauf, obwohl der Patient mit ein paar Pflastern nicht geheilt werden kann.

Wie dramatisch die Lage rund um die Rentenversicherung längst ist, zeigen aktuell die folgenden Worte des „Bundesverbands mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband Deutschlands e.V.“. Hier äußert man sich wegen der Grundrente auch gleich grundsätzlich zur desaströsen Lage in der Rentenkasse, und betitelt seinen Kommentar mit „Grundrente beschleunigt drohenden Kollaps der Rentenversicherung“. Hier der Kommentar im Wortlaut:

„Die Grundrente ist nur durch einen Griff in die Rentenkasse zu finanzieren und verschärft so die Finanzierungsprobleme der Rentenversicherung, ohne das Problem der Altersarmut zu lösen. Der jährliche Bundeszuschuss zur Rente überschreitet bereits in diesem Jahr die Schwelle von 100 Milliarden Euro und steigt bis 2023 auf fast 114 Milliarden Euro an. Damit finanziert der Steuerzahler rund ein Drittel der Einnahmen der Rentenversicherung. Um Altersarmut entgegenzuwirken und einen Kollaps der Rentenversicherung zu verhindern, bedarf es einer grundlegenden Reform des Rentensystems. Der Staat sollte zum einen die private Vorsorge durch steuerliche Anreize weit über die Riesterrente hinaus fördern. Zum anderen muss die betriebliche Altersvorsorge als dritte Säule der Absicherung ausgebaut werden. Dazu sollte das mittelstandsfeindliche Betriebsrentenstärkungsgesetz schleunigst reformiert werden.“

12 Kommentare

12 Comments

  1. Pingback: Grundrente: „Beschleunigter Kollaps“ für die Rentenversicherung? - einfachst.de

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    foxxly

    22. Januar 2020 10:10 at 10:10

    Bitte berichtigen: der staat gibt runde 100 Mrd€ in die RV und holt über die versicherungsfremde leistungen rund 140Mrd € wieder raus! ergo: der staat betrügt die rentner!

  3. Pingback: Meldungen vom 22. Jnauar 2020 | das-bewegt-die-welt.de

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    Wütbürger

    22. Januar 2020 10:15 at 10:15

    Diese Finanztransaktionssteuer, wie das Vehikel korrekt heißt, wurde doch erfunden mit der Begründung „Die Verursacher der Finanzkrise müssen zur Kasse gebeten werden“.
    Was hat der deutsche Aktiensparer damit zu tun? Natürlich nichts. Gesetze müssen für den Bürger nachvollziehbar sein, sonst sind sie unwirksam. Und dieses verlogene Gesetz ist nicht nachvollziehbar und damit unwirksam. Basta!

    Ich schlage vor, dieser Bürgerplündererminister erfindet, wenn er schon dabei ist, gleich noch ein Gesetz zur Besteuerung von Katzen mit der Begründung, diese würden den ganzen Tag bellen!

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    jan

    22. Januar 2020 11:27 at 11:27

    Aus alle gesammelte etwas bärisch orientierte Berichte in FMW leite ich ab:
    1. Das Desaster steht bevor. Es kommt vielleicht nur nicht perse mit Börsen crash.
    Weil FMW das nicht alleine bedenken kann, (siehe einige Bücher und Beiträge über Crash und Krise usw.) kann man bedenken, dass anderen das auch bereits vorhersehen: die Sammlung der Reichen in Davos z.B.
    Lösung aus der Weltweiten Schuldenklemme: Entweder landet ein Raumschiff mit Reichtum für alle aus dem All oder es gibt inflation bis die Schulden nur noch mit einer geringer Wert getilgt werden können. Dem zufolge werden die Aktien meiner Vermutung noch stark steigen.
    Dabei gibt es eins zu bedenken: diesen Richtungsweisenden mit viel Vermögen, ist das Wohl oder Unwohl der Otto oder Michel Normalverbraucher total egal, die Mauer um deren Grundstücke ist hoch genug. Den geht es nur darum, weiterhin reich aus dem Umschwung zu kommen.
    2. Ein Teil der Reichtum schlummert bei den Bürgern in Form ungenütztes Spargeld. Wie holen wir das? Ganz einfach: Negativzinsen (Michel wird wach und sieht, das bringt nichts oder pennt weiter und es kommt von alleine), verlockende Aktienmärkte (Michel überlegt sich da ein zu steigen) und dann Absahnemechanismen um das Kapital ein zu fangen. Alle mögliche Steuertricks die wenn umgesetzt, das Einsteigen für Michel in den Aktienmärkte eher unrentabel machen (aber das sagen wir ihm nicht). Hätte er die Tage hier bei FMW lesen können.
    3. Nachdem der Michel dann eingestiegen ist, der Riseninflation, Michel träumt sich reich weil die Aktien auch noch mal Faktor 100 drauflegen, allerdings kann er davon nur noch ein halbes Brot kaufen.
    4. Gulasch-Kanone, Unruhen und Elend, die Reichen bleiben hinter ihren Mauern, es beruhigt sich wieder (weil Essen und Trinken irgendwann so viel Energie kosten, dass nichts mehr überig bleibt für’s Steine werfen und dann bauen wir wieder auf.

    Fazit: Fürs vorhandene Bargeld Wertsachen kaufen, Keller vol, sich eine Umgebung aufbauen mit „ich helfe dir, du hilfst mir“ vielleicht Bitcoins oder Ähnlich als Zahlmittel am Steuervorbei, vorhandene Aktien verkaufen und besser Kleidung, Photovotaik, Wasserfilter und ähnliches einrichten, damit man beim Zusammenbrechen der Systeme einigermaßen über Wasser bleibt. Auto verkaufen, nachdem das letzte mal der Tank leer ging eh nutzlos. Besser ein stabiles Fahrad mit Anhänger, der tuts immer.
    Das Rentensystem und das Lamentieren darüber interessiert doch kaum jemanden. Der Bürger schaut nur aufs jetzt bis was heute Abend im Fernsehen läuft und die Politikern oben brauchen es deswegen nicht als Wiederwahlargument und die Kassen versuchen Löcher zu stopfen oder verursachen Schulden, wer kummert sich drum? Die Lösung ist bereits erwähnt, Gulaschkanone. Wer bei drauf geht, bleibt liegen.
    Zur Ablenkung tun wir als ob uns die Umwelt interessiert, so lange das nicht das Luxusleben beeinflüsst und bedenken noch ein paar zusatzliche Steuertricks um auch damit Geld vom Bürgern zu holen.
    Solange unsere Regierungen vom Geld und den Mächtigen dieser Welt dirigiert werden und nicht vom Interesse für den Menschen zu sorgen, (und ich finde kein Beispiel was in die richtige Richtung zeigt) und wir als Bürger das uns gefallen lassen (letzte Fettgedruckt), kann es nur so ausgehen. (Diese Wuttbürger usw. die passende Schlussfolgerungen ziehen und schreiben was getan werden müsste, helfen auch nicht weiter. Es steht schon in Konjuktiv, also, bleibt so stehen und es passiert nichts.)
    Wir sehen uns bei der Gulaschkanone, und wenn ich den letzten Teller kriege, passen Sie auf meine linken Ellenbogen auf.

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    Kinski

    22. Januar 2020 12:35 at 12:35

    Ich sehe keine Inflation kommen dann sollte man locker gegen Sachwert-Preissteigerungen ansparen können ist aber nicht möglich. Die zz. riesigen Gewinne wandern dafür einfach in die falschen Taschen. Immobilien durchschnittliche Darlehenssumme +13,7% zum letzten Jahr bei 85% Fremdfinanzierung. Schaue ich links > Blase schaue ich rechts Blase überall nur Blasen…

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    Realist

    22. Januar 2020 14:35 at 14:35

    In nur 10 Jahren wuchs der globale Schuldenberg von 150.000 Mrd USD auf 250.000 Mrd USD. Bei einem Welt-Bip von um 100.000 Mrd USD also 250% Verschuldung, und das bei einem Durchschnitts-Zinssatz von derzeit 2,5%. Woher sollen die 6,25% Zins auf das Bip kommen angesichts fast Stagnation? Vielleicht aus den angekündigten grünen „von der Leyen Projekten“. Das sind bestimmt politisch korrekte, dafür ohne jegliche Wertschöpfung. Wird bestimmt eine tolle Zeit, die vor uns. Eine Zeit der Frauenherrschaft, bei der 3 sich die kommenden großen Erfolge der grünen Planwirtschaft an die Brust heften wollen.
    Zieht Euch bloss warm an! Immer! Egal was das Thermometer sagt!

    • Avatar

      Michael

      22. Januar 2020 17:17 at 17:17

      Und warum genau sollten grüne Projekte ohne jegliche Wertschöpfung sein?

      • Avatar

        Irina Trappe-Hanel

        23. Januar 2020 07:06 at 07:06

        Wertschöpfung und Wertschöpfung sind eben auch zwei paar Schuhe. Die einen laufen scheinbar lieber nur in ihren alten Tretern herum oder kaufen sich immer wieder gleiche Modelle, der ewig gleichen Werte wegen. Nur monetäre Werte und rein materieller Wohlstand, sind eben nicht für Menschen gemacht, Maschinen kann man da schon eher dauerhaft zufriedenstellen, außer Ersatzteile, Stom und sonstige Zuwendung aus dieser Richtung brauchen sie nicht.
        Gestern im Supermarkt, ich war ein Weilchen dort, hab lange auf eine Maschine als Kunden gewartet, es kam und kam keine. (zwinker)
        Damit wären wir dann auch wieder bei der Wertschöpfung und bei den Rentnern und wir müssen verdammt aufpassen das uns nicht wieder Zeiten a la 1930 bis 1945 ins Haus flattern was den Umgang mit Menschen betrifft!!! Unnütze Esser, das hatten wir schon Mal! Wenn Geld das Elexier des Lebens ist und wir Menschen diesem Diktat unterworfen sind, nur um unser Leben zu erhalten, muss es auch für jeden in ausreichender Menge vorhanden sein, da es zu den lebenserhaltenden Maßnahmen in unserer Zeit gehört! Wertschöpfung der Zukunft sollte bitte auch grün und humanistisch werden, denn das sind wichtige Werte um nicht n u r die Industrie, sondern vorallem die Menschen zu erhalten! Ich glaube nicht, dass dieses System mit schrumpfenden Menschenmassen überhaupt funktioniert! Genau deshalb sollte dieses System eigentlich auf seine Leute achten und sie entsprechend behandeln und nicht wie Abfall am Ende ihres Lebens oder bei geringer Leistungsfähigkeit. Wir sind keine Autos aus denen man mehr und mehr PS herausholen kann. Genau so wie der Mensch g-Kräfte nur bis zu einem bestimmten Grad aushalten kann, sind das Tatsachen, deren weitere Leugnung und Nichtbeachtung fatale Folgen auch auf die Wirtschaft haben wird! Wir Normalbürger werden es tatsächlich schon bald an steigenden Krankenkassen- und Rentenbeiträgen merken. Denn auch kaputtgespielte Menschen haben ein Recht auf Leben. Wenn es im westlichen Teil dieses Landes noch nicht so aussieht, dann ist dies ein Gruß aus dem Osten. Früher machten wir hier mehr aus weniger Material und Energie (Devise in der DDR wegen ständiger Resourcenknappheit) und heute wird eben aus dem einzelnen Menschen mehr und mehr herausgeholt.

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    Irina Trappe-Hanel

    22. Januar 2020 15:22 at 15:22

    Wer da immer noch glaubt die DDR ging wegen Faulheit oder maroder Betriebe in die Knie, denkt auch das ein Zitronenfalter, Zitronen faltet. Falsche Entscheidungen und Haudraufmentalität von oben waren wohl eher das Zünglein an der Waage! Manchmal denke ich, ich habe eine Zeitreise gemacht, zurück in die Vergangenheit! Was sich im Moment anbahnt und abzuzeichnen scheint kommt mir so seltsam bekannt vor! Märchen, nichts als Märchen jeden Tag! Hab schon Zangen, Klammersäcke hingelegt, alle meine Taschen zugenäht, vorsorglich!
    Zu den neuesten Vorkommnissen! Ein hoch auf die Viren, die scheinen schneller zu kapieren! Wir die ewig gestrigen Menschen können da nicht mithalten! Resetknopf bitte! Es betrifft ja nicht nur die Rentenversicherung, sondern das ganze System fliegt uns um die Ohren, wenn die Menschen kein Geld mehr haben um den ganzen Krempel zu kaufen, da werden auch keine Aktien was richten.

  9. Avatar

    caesar

    22. Januar 2020 18:52 at 18:52

    Machen Sie sich keine Sorgen.Es ist alles sauber geplant.Allerdings ist die Planung und das geplante Ergebnis nicht bürgerfreundlich.Aber wen interessiert der Bürger schon?

  10. Avatar

    Michael

    22. Januar 2020 20:36 at 20:36

    @Claudio Kummerfeld, im Gegensatz zu Ihren Kollegen bei FMW schreiben Sie ständig von „Wir“ anstelle von „Ich“. Sind Sie sicher, dass alle FMW-Journalisten Ihre provokativ-wackeligen Meinungen teilen, die für manchen Leser doch schon sehr paranoid-verschwörungstechnisch-spekulativ-populistisch wirken könnten?

    Mit Plan, aber völlig planlos? Ja, das geht. Gut, über Worte und Formulierungen lässt sich ja streiten. Egal. Aber zur Sache (sinnbildlich gesprochen) kommen wir zu Ihrer ganz eigenen Sprache (Wahnsinn) seit einiger Zeit. By the way…

    Wir Kleingläubigen schweifen ab, aber was wissen wir schon? Kommen wir zur Aktualität. Also, da kann kommen was will? Aber wie oft hat man das schon gehört in den letzten Jahren?

    Hatten wir übrigens schon erwähnt, dass sich über Worte und Formulierungen trefflich streiten lässt?

    Aber zurück zum Thema eigene Sprache und völlig planlos mit Plan. By the way… was wissen schon wir Kleingläubigen?

    Sind das rhetorische Fragen, suggestive Fragen oder einfach schlechter Journalismus, der uns treibt?

    Entscheiden Sie selbst!

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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