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Rentenversicherung: Mit Plan, aber völlig planlos ins Desaster

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Ein älteres Paar - Rentenversicherung mit Plan planlos ins Chaos?

Mit Plan, aber völlig planlos? Ja, das geht. Aber lesen Sie dazu bitte diesen Artikel komplett! Die deutsche Rentenversicherung hat ein Problem. Sie ist aber relativ hilflos, denn aktuell wird ihr zum Beispiel das Thema Grundrente aufs Auge gedrückt durch Bundesarbeitsminister Heil. Mal eben 1,4 Milliarden Euro soll sie zusätzlich kosten. Woher das Geld kommen soll?

Die Grundrente als Chaos mit Ansage für die Rentenversicherung

Die Grundrente mit mehr als 1,4 Milliarden Euro Zusatzkosten für die Rentenversicherung soll nicht über Beiträge, sondern über noch zukünftig zu erzielende Einnahmen aus einer Aktiensteuer refinanziert werden. Die soll nämlich bei jedem Kauf und Verkauf von Aktien erhoben werden. Die Farce dabei ist: Der Staat wünscht sich ja, dass der „mündige Bürger“ möglichst auch privat vorsorgen soll. Da die „Riester-Rente“ derzeit mehr denn je ein Debakel ist, drängt derzeit so ziemlich jeder „Experte“ und „Ökonom“ den deutschen Michel dazu es doch auch endlich mal mit der Geldanlage in Aktien zu versuchen. Und genau dort will die Bundesregierung den Anleger nun zusätzlich besteuern, und zwar bei jeder Transaktion.

Also entzieht man dem heutigen Rentensparer (über seine Aktienkäufe) Geld, was man den aktuellen Rentnern als Grundrente zuschanzen möchte. By the way… Menschen, die lebenslang gearbeitet haben, die aber aufgrund viel zu geringer Verdienste in die Altersarmut rutschen würden, ein paar Euro mehr geben zu wollen, ist grundsätzlich lobenswert. Nur hat das mit dem Prinzip der Rentenversicherung (entsprechend der eigenen Einzahlungen einen bestimmten Anspruch erwerben) nichts mehr zu tun. Wir hatten jüngst schon von einer planwirtschaftlichen Gulaschkanone gesprochen.

Mit Plan, dennoch völlig planlos ins Desaster? Beim Thema Rentenversicherung kann man das exemplarisch am Thema Grundrente nur zu gut sehen. Hatten wir übrigens schon erwähnt, dass alleine letztes Jahr 68,5 Milliarden Euro aus dem Steuerhaushalt in die Rentenkasse umgebucht wurden, da ihre Einnahmen viel zu gering sind um die laufenden Rentenzahlungen garantieren zu können? Dieser Steuerzuschuss steigt tendenziell immer weiter an, Jahr für Jahr. Und mit der Grundrente kommt noch ein weiterer Baustein hinzu, der den Steuerzuschuss zur Rentenversicherung nur noch weiter in die Höhe treibt. Jüngst sprach die Rentenversicherung von positiven Rekordzahlen (Rücklagen, Einnahmen etc). Was für ein Witz.

Aber zurück zum Thema Grundrente. Die Rentenversicherung selbst kritisiert Minister Heil aktuell extrem deutlich. Der Termin zu Anfang 2021 sei nicht mal ansatzweise zu schaffen. Bei den Berechnungen gäbe es substanzielle Probleme (mal vereinfacht ausgedrückt). So schnell sei für die Abwicklung dieses Themas gar kein neues Personal rekrutierbar. Die Bürokratiekosten von mehreren hundert Millionen Euro seien extrem hoch, und es gäbe ernsthafte zeitliche Probleme beim Aufbau eines Datenabgleichs mit anderen Behörden, was für die Berechnung der Grundrente wichtig ist. Und ja, die Gegenfinanzierung durch eine Aktiensteuer ist auch noch nicht geklärt. Was für ein planmäßiges Desaster!

„Beschleunigter Kollaps“ für die Rentenversicherung?

By the way… wie mies die Auszahlungsquote der Rentenversicherung in Relation zu den Gehältern der Arbeitnehmer jetzt schon aussieht, zeigt ein Vergleich, den sogar jüngst die „ARD Börse“ präsentiert hat. Deutschland liege laut OECD bei 51,9% Rentenquote, Italien bei 91,8% und Frankreich bei 73,6%. Und hierzulande wird die Quote weiter deutlich sinken, wenn die Beiträge der Arbeitnehmer nicht durch die Decke schießen sollen! Eine miese Quote hierzulande, und das obwohl jetzt schon so gigantische Steuersummen als Quersubventionierung zur Rentenversicherung rübergeschoben werden, Jahr für Jahr! Macht es da überhaupt noch Sinn dieses System am Leben zu halten? Sollte man bei der Organisation der staatlichen Rente in Deutschland nicht besser den Reset-Knopf drücken, und sich eine ganz neue Organisationsstruktur einfallen lassen? Aber nein, die Politik drückt nur hier und da ein Pflaster drauf, obwohl der Patient mit ein paar Pflastern nicht geheilt werden kann.

Wie dramatisch die Lage rund um die Rentenversicherung längst ist, zeigen aktuell die folgenden Worte des „Bundesverbands mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband Deutschlands e.V.“. Hier äußert man sich wegen der Grundrente auch gleich grundsätzlich zur desaströsen Lage in der Rentenkasse, und betitelt seinen Kommentar mit „Grundrente beschleunigt drohenden Kollaps der Rentenversicherung“. Hier der Kommentar im Wortlaut:

„Die Grundrente ist nur durch einen Griff in die Rentenkasse zu finanzieren und verschärft so die Finanzierungsprobleme der Rentenversicherung, ohne das Problem der Altersarmut zu lösen. Der jährliche Bundeszuschuss zur Rente überschreitet bereits in diesem Jahr die Schwelle von 100 Milliarden Euro und steigt bis 2023 auf fast 114 Milliarden Euro an. Damit finanziert der Steuerzahler rund ein Drittel der Einnahmen der Rentenversicherung. Um Altersarmut entgegenzuwirken und einen Kollaps der Rentenversicherung zu verhindern, bedarf es einer grundlegenden Reform des Rentensystems. Der Staat sollte zum einen die private Vorsorge durch steuerliche Anreize weit über die Riesterrente hinaus fördern. Zum anderen muss die betriebliche Altersvorsorge als dritte Säule der Absicherung ausgebaut werden. Dazu sollte das mittelstandsfeindliche Betriebsrentenstärkungsgesetz schleunigst reformiert werden.“

12 Kommentare

12 Comments

  1. Pingback: Grundrente: „Beschleunigter Kollaps“ für die Rentenversicherung? - einfachst.de

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    foxxly

    22. Januar 2020 10:10 at 10:10

    Bitte berichtigen: der staat gibt runde 100 Mrd€ in die RV und holt über die versicherungsfremde leistungen rund 140Mrd € wieder raus! ergo: der staat betrügt die rentner!

  3. Pingback: Meldungen vom 22. Jnauar 2020 | das-bewegt-die-welt.de

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    Wütbürger

    22. Januar 2020 10:15 at 10:15

    Diese Finanztransaktionssteuer, wie das Vehikel korrekt heißt, wurde doch erfunden mit der Begründung „Die Verursacher der Finanzkrise müssen zur Kasse gebeten werden“.
    Was hat der deutsche Aktiensparer damit zu tun? Natürlich nichts. Gesetze müssen für den Bürger nachvollziehbar sein, sonst sind sie unwirksam. Und dieses verlogene Gesetz ist nicht nachvollziehbar und damit unwirksam. Basta!

    Ich schlage vor, dieser Bürgerplündererminister erfindet, wenn er schon dabei ist, gleich noch ein Gesetz zur Besteuerung von Katzen mit der Begründung, diese würden den ganzen Tag bellen!

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    jan

    22. Januar 2020 11:27 at 11:27

    Aus alle gesammelte etwas bärisch orientierte Berichte in FMW leite ich ab:
    1. Das Desaster steht bevor. Es kommt vielleicht nur nicht perse mit Börsen crash.
    Weil FMW das nicht alleine bedenken kann, (siehe einige Bücher und Beiträge über Crash und Krise usw.) kann man bedenken, dass anderen das auch bereits vorhersehen: die Sammlung der Reichen in Davos z.B.
    Lösung aus der Weltweiten Schuldenklemme: Entweder landet ein Raumschiff mit Reichtum für alle aus dem All oder es gibt inflation bis die Schulden nur noch mit einer geringer Wert getilgt werden können. Dem zufolge werden die Aktien meiner Vermutung noch stark steigen.
    Dabei gibt es eins zu bedenken: diesen Richtungsweisenden mit viel Vermögen, ist das Wohl oder Unwohl der Otto oder Michel Normalverbraucher total egal, die Mauer um deren Grundstücke ist hoch genug. Den geht es nur darum, weiterhin reich aus dem Umschwung zu kommen.
    2. Ein Teil der Reichtum schlummert bei den Bürgern in Form ungenütztes Spargeld. Wie holen wir das? Ganz einfach: Negativzinsen (Michel wird wach und sieht, das bringt nichts oder pennt weiter und es kommt von alleine), verlockende Aktienmärkte (Michel überlegt sich da ein zu steigen) und dann Absahnemechanismen um das Kapital ein zu fangen. Alle mögliche Steuertricks die wenn umgesetzt, das Einsteigen für Michel in den Aktienmärkte eher unrentabel machen (aber das sagen wir ihm nicht). Hätte er die Tage hier bei FMW lesen können.
    3. Nachdem der Michel dann eingestiegen ist, der Riseninflation, Michel träumt sich reich weil die Aktien auch noch mal Faktor 100 drauflegen, allerdings kann er davon nur noch ein halbes Brot kaufen.
    4. Gulasch-Kanone, Unruhen und Elend, die Reichen bleiben hinter ihren Mauern, es beruhigt sich wieder (weil Essen und Trinken irgendwann so viel Energie kosten, dass nichts mehr überig bleibt für’s Steine werfen und dann bauen wir wieder auf.

    Fazit: Fürs vorhandene Bargeld Wertsachen kaufen, Keller vol, sich eine Umgebung aufbauen mit „ich helfe dir, du hilfst mir“ vielleicht Bitcoins oder Ähnlich als Zahlmittel am Steuervorbei, vorhandene Aktien verkaufen und besser Kleidung, Photovotaik, Wasserfilter und ähnliches einrichten, damit man beim Zusammenbrechen der Systeme einigermaßen über Wasser bleibt. Auto verkaufen, nachdem das letzte mal der Tank leer ging eh nutzlos. Besser ein stabiles Fahrad mit Anhänger, der tuts immer.
    Das Rentensystem und das Lamentieren darüber interessiert doch kaum jemanden. Der Bürger schaut nur aufs jetzt bis was heute Abend im Fernsehen läuft und die Politikern oben brauchen es deswegen nicht als Wiederwahlargument und die Kassen versuchen Löcher zu stopfen oder verursachen Schulden, wer kummert sich drum? Die Lösung ist bereits erwähnt, Gulaschkanone. Wer bei drauf geht, bleibt liegen.
    Zur Ablenkung tun wir als ob uns die Umwelt interessiert, so lange das nicht das Luxusleben beeinflüsst und bedenken noch ein paar zusatzliche Steuertricks um auch damit Geld vom Bürgern zu holen.
    Solange unsere Regierungen vom Geld und den Mächtigen dieser Welt dirigiert werden und nicht vom Interesse für den Menschen zu sorgen, (und ich finde kein Beispiel was in die richtige Richtung zeigt) und wir als Bürger das uns gefallen lassen (letzte Fettgedruckt), kann es nur so ausgehen. (Diese Wuttbürger usw. die passende Schlussfolgerungen ziehen und schreiben was getan werden müsste, helfen auch nicht weiter. Es steht schon in Konjuktiv, also, bleibt so stehen und es passiert nichts.)
    Wir sehen uns bei der Gulaschkanone, und wenn ich den letzten Teller kriege, passen Sie auf meine linken Ellenbogen auf.

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    Kinski

    22. Januar 2020 12:35 at 12:35

    Ich sehe keine Inflation kommen dann sollte man locker gegen Sachwert-Preissteigerungen ansparen können ist aber nicht möglich. Die zz. riesigen Gewinne wandern dafür einfach in die falschen Taschen. Immobilien durchschnittliche Darlehenssumme +13,7% zum letzten Jahr bei 85% Fremdfinanzierung. Schaue ich links > Blase schaue ich rechts Blase überall nur Blasen…

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    Realist

    22. Januar 2020 14:35 at 14:35

    In nur 10 Jahren wuchs der globale Schuldenberg von 150.000 Mrd USD auf 250.000 Mrd USD. Bei einem Welt-Bip von um 100.000 Mrd USD also 250% Verschuldung, und das bei einem Durchschnitts-Zinssatz von derzeit 2,5%. Woher sollen die 6,25% Zins auf das Bip kommen angesichts fast Stagnation? Vielleicht aus den angekündigten grünen „von der Leyen Projekten“. Das sind bestimmt politisch korrekte, dafür ohne jegliche Wertschöpfung. Wird bestimmt eine tolle Zeit, die vor uns. Eine Zeit der Frauenherrschaft, bei der 3 sich die kommenden großen Erfolge der grünen Planwirtschaft an die Brust heften wollen.
    Zieht Euch bloss warm an! Immer! Egal was das Thermometer sagt!

    • Avatar

      Michael

      22. Januar 2020 17:17 at 17:17

      Und warum genau sollten grüne Projekte ohne jegliche Wertschöpfung sein?

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        Irina Trappe-Hanel

        23. Januar 2020 07:06 at 07:06

        Wertschöpfung und Wertschöpfung sind eben auch zwei paar Schuhe. Die einen laufen scheinbar lieber nur in ihren alten Tretern herum oder kaufen sich immer wieder gleiche Modelle, der ewig gleichen Werte wegen. Nur monetäre Werte und rein materieller Wohlstand, sind eben nicht für Menschen gemacht, Maschinen kann man da schon eher dauerhaft zufriedenstellen, außer Ersatzteile, Stom und sonstige Zuwendung aus dieser Richtung brauchen sie nicht.
        Gestern im Supermarkt, ich war ein Weilchen dort, hab lange auf eine Maschine als Kunden gewartet, es kam und kam keine. (zwinker)
        Damit wären wir dann auch wieder bei der Wertschöpfung und bei den Rentnern und wir müssen verdammt aufpassen das uns nicht wieder Zeiten a la 1930 bis 1945 ins Haus flattern was den Umgang mit Menschen betrifft!!! Unnütze Esser, das hatten wir schon Mal! Wenn Geld das Elexier des Lebens ist und wir Menschen diesem Diktat unterworfen sind, nur um unser Leben zu erhalten, muss es auch für jeden in ausreichender Menge vorhanden sein, da es zu den lebenserhaltenden Maßnahmen in unserer Zeit gehört! Wertschöpfung der Zukunft sollte bitte auch grün und humanistisch werden, denn das sind wichtige Werte um nicht n u r die Industrie, sondern vorallem die Menschen zu erhalten! Ich glaube nicht, dass dieses System mit schrumpfenden Menschenmassen überhaupt funktioniert! Genau deshalb sollte dieses System eigentlich auf seine Leute achten und sie entsprechend behandeln und nicht wie Abfall am Ende ihres Lebens oder bei geringer Leistungsfähigkeit. Wir sind keine Autos aus denen man mehr und mehr PS herausholen kann. Genau so wie der Mensch g-Kräfte nur bis zu einem bestimmten Grad aushalten kann, sind das Tatsachen, deren weitere Leugnung und Nichtbeachtung fatale Folgen auch auf die Wirtschaft haben wird! Wir Normalbürger werden es tatsächlich schon bald an steigenden Krankenkassen- und Rentenbeiträgen merken. Denn auch kaputtgespielte Menschen haben ein Recht auf Leben. Wenn es im westlichen Teil dieses Landes noch nicht so aussieht, dann ist dies ein Gruß aus dem Osten. Früher machten wir hier mehr aus weniger Material und Energie (Devise in der DDR wegen ständiger Resourcenknappheit) und heute wird eben aus dem einzelnen Menschen mehr und mehr herausgeholt.

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    Irina Trappe-Hanel

    22. Januar 2020 15:22 at 15:22

    Wer da immer noch glaubt die DDR ging wegen Faulheit oder maroder Betriebe in die Knie, denkt auch das ein Zitronenfalter, Zitronen faltet. Falsche Entscheidungen und Haudraufmentalität von oben waren wohl eher das Zünglein an der Waage! Manchmal denke ich, ich habe eine Zeitreise gemacht, zurück in die Vergangenheit! Was sich im Moment anbahnt und abzuzeichnen scheint kommt mir so seltsam bekannt vor! Märchen, nichts als Märchen jeden Tag! Hab schon Zangen, Klammersäcke hingelegt, alle meine Taschen zugenäht, vorsorglich!
    Zu den neuesten Vorkommnissen! Ein hoch auf die Viren, die scheinen schneller zu kapieren! Wir die ewig gestrigen Menschen können da nicht mithalten! Resetknopf bitte! Es betrifft ja nicht nur die Rentenversicherung, sondern das ganze System fliegt uns um die Ohren, wenn die Menschen kein Geld mehr haben um den ganzen Krempel zu kaufen, da werden auch keine Aktien was richten.

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    caesar

    22. Januar 2020 18:52 at 18:52

    Machen Sie sich keine Sorgen.Es ist alles sauber geplant.Allerdings ist die Planung und das geplante Ergebnis nicht bürgerfreundlich.Aber wen interessiert der Bürger schon?

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    Michael

    22. Januar 2020 20:36 at 20:36

    @Claudio Kummerfeld, im Gegensatz zu Ihren Kollegen bei FMW schreiben Sie ständig von „Wir“ anstelle von „Ich“. Sind Sie sicher, dass alle FMW-Journalisten Ihre provokativ-wackeligen Meinungen teilen, die für manchen Leser doch schon sehr paranoid-verschwörungstechnisch-spekulativ-populistisch wirken könnten?

    Mit Plan, aber völlig planlos? Ja, das geht. Gut, über Worte und Formulierungen lässt sich ja streiten. Egal. Aber zur Sache (sinnbildlich gesprochen) kommen wir zu Ihrer ganz eigenen Sprache (Wahnsinn) seit einiger Zeit. By the way…

    Wir Kleingläubigen schweifen ab, aber was wissen wir schon? Kommen wir zur Aktualität. Also, da kann kommen was will? Aber wie oft hat man das schon gehört in den letzten Jahren?

    Hatten wir übrigens schon erwähnt, dass sich über Worte und Formulierungen trefflich streiten lässt?

    Aber zurück zum Thema eigene Sprache und völlig planlos mit Plan. By the way… was wissen schon wir Kleingläubigen?

    Sind das rhetorische Fragen, suggestive Fragen oder einfach schlechter Journalismus, der uns treibt?

    Entscheiden Sie selbst!

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Coronavirus könnte die Chip-Industrie hart treffen!

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Was das Coronavirus mit der Chip-Industrie zu tun hat? Die Hersteller von Computer-Chips übertrumpften sich in der jüngeren Vergangenheit gegenseitig mit Investitionszusagen in neue Fertigungsanlagen. 104 Milliarden Euro hier, 20 Milliarden US-Dollar dort… Die Aktienkurse von Herstellern der Fertigungsanlagen wie Applied Materials schossen natürlich nach oben. Doch das Corona-Virus könnte den Investitionsplänen der Chiphersteller ein jähes Ende bereiten. Vorsicht ist daher vor allem bei Aktien der Zulieferindustrie geboten, wie eben bei Applied Materials.

So schnell die Innovationszyklen der IT-Industrie auch sind, so langfristig angelegt sind die Investitionsplanungen der Hersteller. Zwar kommen ständig, in der Regel im Jahresrhythmus, neue und schnellere Produktgenerationen auf den Markt. Doch Planung, Bau und Betrieb einer neuen Fertigungsanlage werden eher in Jahrzehnten bemessen. So investierte Intel im Jahr 2007 1,5 Milliarden US-Dollar in die Fab 11X in New Mexico, um sie auf die damals neue 45nm-Technologie umzurüsten. Diese Technik läuft dort bis heute und stellt Chips her, die nicht die neuste Fertigungstechnologie benötigen.

Bei einer so langen Betriebszeit liegt es auf der Hand, dass Investitionsplanungen nicht aufgrund einer kurzfristigen Nachfrageschwäche komplett umgekrempelt werden. Und doch gibt es ein Problem, das die Investitionsplanungen jetzt über den Haufen werfen könnte: das Coronavirus!

50% der Investitionen plante die Chip-Industrie in China – Coronavirus wird zum Problem

In den vergangenen Jahren übertrafen sich die Hersteller mit Investitionszusagen. Tsinghua: 70 Milliarden US-Dollar in drei Fabriken, davon eine in Wuhan, TSMC: 20 Milliarden US-Dollar in eine neue Fabrik, Samsung: 104 Milliarden Euro verteilt über zwölf Jahre, Intel: 20% des Umsatzes, also 20 bis 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr und noch viele andere mehr. Die für 2020 geplanten Investitionen betragen 50 Milliarden US-Dollar.

Das Problem dabei: 50% der für dieses Jahr geplanten Investitionen entfallen auf China. Die Tatsache, dass dort derzeit nur wenig gearbeitet wird, macht die Investitionsplanungen bereits zur Makulatur. Schlimmer aber noch sind die potenziellen weltwirtschaftlichen Folgen des Coronavirus. Kommt es zu einem globalen Wirtschaftsabschwung, werden zahllose Unternehmen und Privatpersonen ihre Investitions- und Konsumentscheidungen überdenken. Muss es wirklich ein neuer Computer sein, ein neues Handy, ein neuer Fernseher, wenn es der alte eigentlich auch noch tut?

Dazu kommt, dass die Chiphersteller in den Vorjahren Unsummen in die Erweiterung ihrer Fabriken steckten. Die Fabriken für die Herstellung von z.B. Flashspeicher-Chips konnten nicht groß genug sein. Die Erwartung einer weitgehenden Verdrängung der klassischen Festplatte durch SSD-Laufwerke auf Basis von Flashspeicher versprach üppige Umsätze. Die stehen jedoch auf der Kippe, wenn weniger Computer gekauft werden. Die Folge wäre ein Rückfall in den Schweinezyklus der Speicherindustrie: Hohe Preise führen zu umfangreichen Investitionen in neue Fabriken (bereits gebaut), die Überkapazitäten schaffen (die drohen), die die Preise in den Keller und Unternehmen aus den Markt drücken, auf dass die Preise wieder steigen. Gehofft hatten die Hersteller in diesem Jahr auf steigende Preise durch wachsende Nachfrage.

Kommt der nächste Schweinezyklus der Chip-Industrie?

Nun steigen die Preise für Speicher zwar. Doch vor allem deshalb, weil aus Asien weniger Nachschub kommt. Doch an hohen Preisen bei kleinem Volumen verdienen die Hersteller nichts, während die Kosten der stillstehenden Fabriken weiter laufen werden. Es gibt also guten Grund anzunehmen, dass die Investitionspläne der Chiphersteller nicht in vollem Umfange ausgeführt werden. Der Aktienkurs von Applied Materials reflektiert diese Möglichkeit noch nicht. Analysten erwarten einen Gewinn von 4,17 US-Dollar pro Aktie in diesem Geschäftsjahr, deutlich mehr als im vorherigen Jahr.

Auf Basis dieses erwarteten Gewinns ist die Unternehmensbewertung sogar für US-Verhältnisse konservativ mit einem KGV von nur 15,4. Sollte der Gewinn jedoch nur auf Vorjahresniveau liegen, wären wir schon bei einem KGV von mehr als 21. Beim Beginn eines neuen Schweinezyklus‘ in der Industrie dürfte sich die aktuelle Bewertung von Applied Materials als zu hoch erweisen. Übrigens: Der Börsengang des deutschen Ausstatters von Chipfabriken, Exyte, wurde schon 2018 abgesagt, weil das Marktumfeld nicht positiv genug war für eine Platzierung an der Börse.

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Coronavirus: Stehen wir an der Schwelle zur Pandemie?

Die zuletzt pandemische Ausbreitung des Coronavirus macht nun auch die Gesundheitsbehörden immer nervöser

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Das Coronavirus verbreitet sich in immer mehr Ländern – stehen wir nun an der Schwelle zur Ausbreitung einer Pandemie? Laut der Definition, was eine Pandemie kennzeichnet, ist das wohl bereits der Fall:

„Unter Pandemie versteht man eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit beim Menschen, im engeren Sinn die Ausbreitung einer Infektionskrankheit. Im Unterschied zur Epidemie ist eine Pandemie somit örtlich nicht beschränkt.“

Vor allem Südkorea gerät nun immer stärker in den Fokus: das Land berichtet 142 neue Infizierte an einem einzigen Tag – das ist ein Anstieg von 70% zum Vortag (und zwei Tote). In Italien sind es 15 neue Infizierte bei einem Toten – zehn Städte in der norditalienischen Lomardei sind unter Quarantäne. China selbst meldete offiziell 397 neue Infizierte (damit in China insgesamt 76288) bei 109 neuen Toten (insgesamt 2345).

Chinas hat nun bereits fünfmal die Kriterien verändert, nach denen neu Infizierte erfasst werden – das sagt alles über die Verläßlichkeit der Zahlen von durch das Coronavirus Infizierten im Reich der Mitte (siehe hierzu: „Chinas Lügen mit Zahlen“). Die Stadt Peking hat unterdessen ihre Maßnahmen weiter verstärkt – pro Wohnung werden drei „Pässe“ vergeben“, die es erlauben, den Wohungskomplex zwischenzeitlich zu verlassen – leben aber in einer Wohung vier Personen, kann eine Person nicht mehr hinaus (siehe hierzu den Bericht der CNBC-Korrespondentin Eunice Yoon aus Peking).

Coronavirus: Die Behörden werden immer nervöser

Die zuletzt pandemische Ausbreitung des Coronavirus macht nun auch die Gesundheitsbehörden immer nervöser. Bei der gestrigen Pressekonferenz der WHO sagte der Generaldirektor der Behörde Dr. Tetros, dass die Zeit davonlaufe, um eine weltweite Pandemie zu stoppen („The window of opportunity is narrowing“). Die US-Behörde für Seuchenbkämpfung CDC hält eine weitere Ausbreitung in den USA inzwischen für wahrscheinlich, wie es auf der Homepage der Behörde heißt:

„More cases are likely to be identified in the coming days, including more cases in the United States. It’s also likely that person-to-person spread will continue to occur, including in the United States.“

In Deutschland hat das „Bundesministerium für gesundheitliche Aufklärung“ (BZgA) bundesweit eine Zeitungsanzeige lanciert, wie man sich selbst und andere vor der Infektionskrankheit schützen könne.

Inzwischen wird immer wahrscheinlicher, dass das Coronavirus nicht nur sich viele Tage an Gegenständen halten kann (Bargeld, technische Geräte etc.) – sondern auch bereits genesene Patienten sich erneut infizieren können (so aktuell ein Fall in der chinesischen Provinz Sichuan).

Folgendes Video von „China in Focus“ faßt die Lage kompakt zusammen – und macht dabei auch auf die sich widersprechenden Aussagen von Behörden aufmerksam:

Das Coronavirus verbreitet sich in immer mehr Ländern

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Coronavirus und die Folgen für die Wirtschaft – Interview mit Markus Fugmann

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Welche Folgen hat das Coronavirus und der de facto-Stillstand der chinesischen Wirtschaft? Vor allem die Wall Street handelte nach dem Motto: das sei vergleichbar wie 2003 mit dem SARS-Virus – und wenn nicht, werde es die Fed schon richten. Aber die US-Indizes beginnen nun zu reagieren – zumal nach den extrem schwachen US-Einkaufsmangerindex heute.

Im Interview mit cryptowelt.ch geht es um das Coronavirus, um Inflation – und um Bitcoin:

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