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Rentenversicherung: Mit Plan, aber völlig planlos ins Desaster

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Ein älteres Paar - Rentenversicherung mit Plan planlos ins Chaos?

Mit Plan, aber völlig planlos? Ja, das geht. Aber lesen Sie dazu bitte diesen Artikel komplett! Die deutsche Rentenversicherung hat ein Problem. Sie ist aber relativ hilflos, denn aktuell wird ihr zum Beispiel das Thema Grundrente aufs Auge gedrückt durch Bundesarbeitsminister Heil. Mal eben 1,4 Milliarden Euro soll sie zusätzlich kosten. Woher das Geld kommen soll?

Die Grundrente als Chaos mit Ansage für die Rentenversicherung

Die Grundrente mit mehr als 1,4 Milliarden Euro Zusatzkosten für die Rentenversicherung soll nicht über Beiträge, sondern über noch zukünftig zu erzielende Einnahmen aus einer Aktiensteuer refinanziert werden. Die soll nämlich bei jedem Kauf und Verkauf von Aktien erhoben werden. Die Farce dabei ist: Der Staat wünscht sich ja, dass der „mündige Bürger“ möglichst auch privat vorsorgen soll. Da die „Riester-Rente“ derzeit mehr denn je ein Debakel ist, drängt derzeit so ziemlich jeder „Experte“ und „Ökonom“ den deutschen Michel dazu es doch auch endlich mal mit der Geldanlage in Aktien zu versuchen. Und genau dort will die Bundesregierung den Anleger nun zusätzlich besteuern, und zwar bei jeder Transaktion.

Also entzieht man dem heutigen Rentensparer (über seine Aktienkäufe) Geld, was man den aktuellen Rentnern als Grundrente zuschanzen möchte. By the way… Menschen, die lebenslang gearbeitet haben, die aber aufgrund viel zu geringer Verdienste in die Altersarmut rutschen würden, ein paar Euro mehr geben zu wollen, ist grundsätzlich lobenswert. Nur hat das mit dem Prinzip der Rentenversicherung (entsprechend der eigenen Einzahlungen einen bestimmten Anspruch erwerben) nichts mehr zu tun. Wir hatten jüngst schon von einer planwirtschaftlichen Gulaschkanone gesprochen.

Mit Plan, dennoch völlig planlos ins Desaster? Beim Thema Rentenversicherung kann man das exemplarisch am Thema Grundrente nur zu gut sehen. Hatten wir übrigens schon erwähnt, dass alleine letztes Jahr 68,5 Milliarden Euro aus dem Steuerhaushalt in die Rentenkasse umgebucht wurden, da ihre Einnahmen viel zu gering sind um die laufenden Rentenzahlungen garantieren zu können? Dieser Steuerzuschuss steigt tendenziell immer weiter an, Jahr für Jahr. Und mit der Grundrente kommt noch ein weiterer Baustein hinzu, der den Steuerzuschuss zur Rentenversicherung nur noch weiter in die Höhe treibt. Jüngst sprach die Rentenversicherung von positiven Rekordzahlen (Rücklagen, Einnahmen etc). Was für ein Witz.

Aber zurück zum Thema Grundrente. Die Rentenversicherung selbst kritisiert Minister Heil aktuell extrem deutlich. Der Termin zu Anfang 2021 sei nicht mal ansatzweise zu schaffen. Bei den Berechnungen gäbe es substanzielle Probleme (mal vereinfacht ausgedrückt). So schnell sei für die Abwicklung dieses Themas gar kein neues Personal rekrutierbar. Die Bürokratiekosten von mehreren hundert Millionen Euro seien extrem hoch, und es gäbe ernsthafte zeitliche Probleme beim Aufbau eines Datenabgleichs mit anderen Behörden, was für die Berechnung der Grundrente wichtig ist. Und ja, die Gegenfinanzierung durch eine Aktiensteuer ist auch noch nicht geklärt. Was für ein planmäßiges Desaster!

„Beschleunigter Kollaps“ für die Rentenversicherung?

By the way… wie mies die Auszahlungsquote der Rentenversicherung in Relation zu den Gehältern der Arbeitnehmer jetzt schon aussieht, zeigt ein Vergleich, den sogar jüngst die „ARD Börse“ präsentiert hat. Deutschland liege laut OECD bei 51,9% Rentenquote, Italien bei 91,8% und Frankreich bei 73,6%. Und hierzulande wird die Quote weiter deutlich sinken, wenn die Beiträge der Arbeitnehmer nicht durch die Decke schießen sollen! Eine miese Quote hierzulande, und das obwohl jetzt schon so gigantische Steuersummen als Quersubventionierung zur Rentenversicherung rübergeschoben werden, Jahr für Jahr! Macht es da überhaupt noch Sinn dieses System am Leben zu halten? Sollte man bei der Organisation der staatlichen Rente in Deutschland nicht besser den Reset-Knopf drücken, und sich eine ganz neue Organisationsstruktur einfallen lassen? Aber nein, die Politik drückt nur hier und da ein Pflaster drauf, obwohl der Patient mit ein paar Pflastern nicht geheilt werden kann.

Wie dramatisch die Lage rund um die Rentenversicherung längst ist, zeigen aktuell die folgenden Worte des „Bundesverbands mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband Deutschlands e.V.“. Hier äußert man sich wegen der Grundrente auch gleich grundsätzlich zur desaströsen Lage in der Rentenkasse, und betitelt seinen Kommentar mit „Grundrente beschleunigt drohenden Kollaps der Rentenversicherung“. Hier der Kommentar im Wortlaut:

„Die Grundrente ist nur durch einen Griff in die Rentenkasse zu finanzieren und verschärft so die Finanzierungsprobleme der Rentenversicherung, ohne das Problem der Altersarmut zu lösen. Der jährliche Bundeszuschuss zur Rente überschreitet bereits in diesem Jahr die Schwelle von 100 Milliarden Euro und steigt bis 2023 auf fast 114 Milliarden Euro an. Damit finanziert der Steuerzahler rund ein Drittel der Einnahmen der Rentenversicherung. Um Altersarmut entgegenzuwirken und einen Kollaps der Rentenversicherung zu verhindern, bedarf es einer grundlegenden Reform des Rentensystems. Der Staat sollte zum einen die private Vorsorge durch steuerliche Anreize weit über die Riesterrente hinaus fördern. Zum anderen muss die betriebliche Altersvorsorge als dritte Säule der Absicherung ausgebaut werden. Dazu sollte das mittelstandsfeindliche Betriebsrentenstärkungsgesetz schleunigst reformiert werden.“

12 Kommentare

12 Comments

  1. Pingback: Grundrente: „Beschleunigter Kollaps“ für die Rentenversicherung? - einfachst.de

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    foxxly

    22. Januar 2020 10:10 at 10:10

    Bitte berichtigen: der staat gibt runde 100 Mrd€ in die RV und holt über die versicherungsfremde leistungen rund 140Mrd € wieder raus! ergo: der staat betrügt die rentner!

  3. Pingback: Meldungen vom 22. Jnauar 2020 | das-bewegt-die-welt.de

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    Wütbürger

    22. Januar 2020 10:15 at 10:15

    Diese Finanztransaktionssteuer, wie das Vehikel korrekt heißt, wurde doch erfunden mit der Begründung „Die Verursacher der Finanzkrise müssen zur Kasse gebeten werden“.
    Was hat der deutsche Aktiensparer damit zu tun? Natürlich nichts. Gesetze müssen für den Bürger nachvollziehbar sein, sonst sind sie unwirksam. Und dieses verlogene Gesetz ist nicht nachvollziehbar und damit unwirksam. Basta!

    Ich schlage vor, dieser Bürgerplündererminister erfindet, wenn er schon dabei ist, gleich noch ein Gesetz zur Besteuerung von Katzen mit der Begründung, diese würden den ganzen Tag bellen!

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    jan

    22. Januar 2020 11:27 at 11:27

    Aus alle gesammelte etwas bärisch orientierte Berichte in FMW leite ich ab:
    1. Das Desaster steht bevor. Es kommt vielleicht nur nicht perse mit Börsen crash.
    Weil FMW das nicht alleine bedenken kann, (siehe einige Bücher und Beiträge über Crash und Krise usw.) kann man bedenken, dass anderen das auch bereits vorhersehen: die Sammlung der Reichen in Davos z.B.
    Lösung aus der Weltweiten Schuldenklemme: Entweder landet ein Raumschiff mit Reichtum für alle aus dem All oder es gibt inflation bis die Schulden nur noch mit einer geringer Wert getilgt werden können. Dem zufolge werden die Aktien meiner Vermutung noch stark steigen.
    Dabei gibt es eins zu bedenken: diesen Richtungsweisenden mit viel Vermögen, ist das Wohl oder Unwohl der Otto oder Michel Normalverbraucher total egal, die Mauer um deren Grundstücke ist hoch genug. Den geht es nur darum, weiterhin reich aus dem Umschwung zu kommen.
    2. Ein Teil der Reichtum schlummert bei den Bürgern in Form ungenütztes Spargeld. Wie holen wir das? Ganz einfach: Negativzinsen (Michel wird wach und sieht, das bringt nichts oder pennt weiter und es kommt von alleine), verlockende Aktienmärkte (Michel überlegt sich da ein zu steigen) und dann Absahnemechanismen um das Kapital ein zu fangen. Alle mögliche Steuertricks die wenn umgesetzt, das Einsteigen für Michel in den Aktienmärkte eher unrentabel machen (aber das sagen wir ihm nicht). Hätte er die Tage hier bei FMW lesen können.
    3. Nachdem der Michel dann eingestiegen ist, der Riseninflation, Michel träumt sich reich weil die Aktien auch noch mal Faktor 100 drauflegen, allerdings kann er davon nur noch ein halbes Brot kaufen.
    4. Gulasch-Kanone, Unruhen und Elend, die Reichen bleiben hinter ihren Mauern, es beruhigt sich wieder (weil Essen und Trinken irgendwann so viel Energie kosten, dass nichts mehr überig bleibt für’s Steine werfen und dann bauen wir wieder auf.

    Fazit: Fürs vorhandene Bargeld Wertsachen kaufen, Keller vol, sich eine Umgebung aufbauen mit „ich helfe dir, du hilfst mir“ vielleicht Bitcoins oder Ähnlich als Zahlmittel am Steuervorbei, vorhandene Aktien verkaufen und besser Kleidung, Photovotaik, Wasserfilter und ähnliches einrichten, damit man beim Zusammenbrechen der Systeme einigermaßen über Wasser bleibt. Auto verkaufen, nachdem das letzte mal der Tank leer ging eh nutzlos. Besser ein stabiles Fahrad mit Anhänger, der tuts immer.
    Das Rentensystem und das Lamentieren darüber interessiert doch kaum jemanden. Der Bürger schaut nur aufs jetzt bis was heute Abend im Fernsehen läuft und die Politikern oben brauchen es deswegen nicht als Wiederwahlargument und die Kassen versuchen Löcher zu stopfen oder verursachen Schulden, wer kummert sich drum? Die Lösung ist bereits erwähnt, Gulaschkanone. Wer bei drauf geht, bleibt liegen.
    Zur Ablenkung tun wir als ob uns die Umwelt interessiert, so lange das nicht das Luxusleben beeinflüsst und bedenken noch ein paar zusatzliche Steuertricks um auch damit Geld vom Bürgern zu holen.
    Solange unsere Regierungen vom Geld und den Mächtigen dieser Welt dirigiert werden und nicht vom Interesse für den Menschen zu sorgen, (und ich finde kein Beispiel was in die richtige Richtung zeigt) und wir als Bürger das uns gefallen lassen (letzte Fettgedruckt), kann es nur so ausgehen. (Diese Wuttbürger usw. die passende Schlussfolgerungen ziehen und schreiben was getan werden müsste, helfen auch nicht weiter. Es steht schon in Konjuktiv, also, bleibt so stehen und es passiert nichts.)
    Wir sehen uns bei der Gulaschkanone, und wenn ich den letzten Teller kriege, passen Sie auf meine linken Ellenbogen auf.

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    Kinski

    22. Januar 2020 12:35 at 12:35

    Ich sehe keine Inflation kommen dann sollte man locker gegen Sachwert-Preissteigerungen ansparen können ist aber nicht möglich. Die zz. riesigen Gewinne wandern dafür einfach in die falschen Taschen. Immobilien durchschnittliche Darlehenssumme +13,7% zum letzten Jahr bei 85% Fremdfinanzierung. Schaue ich links > Blase schaue ich rechts Blase überall nur Blasen…

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    Realist

    22. Januar 2020 14:35 at 14:35

    In nur 10 Jahren wuchs der globale Schuldenberg von 150.000 Mrd USD auf 250.000 Mrd USD. Bei einem Welt-Bip von um 100.000 Mrd USD also 250% Verschuldung, und das bei einem Durchschnitts-Zinssatz von derzeit 2,5%. Woher sollen die 6,25% Zins auf das Bip kommen angesichts fast Stagnation? Vielleicht aus den angekündigten grünen „von der Leyen Projekten“. Das sind bestimmt politisch korrekte, dafür ohne jegliche Wertschöpfung. Wird bestimmt eine tolle Zeit, die vor uns. Eine Zeit der Frauenherrschaft, bei der 3 sich die kommenden großen Erfolge der grünen Planwirtschaft an die Brust heften wollen.
    Zieht Euch bloss warm an! Immer! Egal was das Thermometer sagt!

    • Avatar

      Michael

      22. Januar 2020 17:17 at 17:17

      Und warum genau sollten grüne Projekte ohne jegliche Wertschöpfung sein?

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        Irina Trappe-Hanel

        23. Januar 2020 07:06 at 07:06

        Wertschöpfung und Wertschöpfung sind eben auch zwei paar Schuhe. Die einen laufen scheinbar lieber nur in ihren alten Tretern herum oder kaufen sich immer wieder gleiche Modelle, der ewig gleichen Werte wegen. Nur monetäre Werte und rein materieller Wohlstand, sind eben nicht für Menschen gemacht, Maschinen kann man da schon eher dauerhaft zufriedenstellen, außer Ersatzteile, Stom und sonstige Zuwendung aus dieser Richtung brauchen sie nicht.
        Gestern im Supermarkt, ich war ein Weilchen dort, hab lange auf eine Maschine als Kunden gewartet, es kam und kam keine. (zwinker)
        Damit wären wir dann auch wieder bei der Wertschöpfung und bei den Rentnern und wir müssen verdammt aufpassen das uns nicht wieder Zeiten a la 1930 bis 1945 ins Haus flattern was den Umgang mit Menschen betrifft!!! Unnütze Esser, das hatten wir schon Mal! Wenn Geld das Elexier des Lebens ist und wir Menschen diesem Diktat unterworfen sind, nur um unser Leben zu erhalten, muss es auch für jeden in ausreichender Menge vorhanden sein, da es zu den lebenserhaltenden Maßnahmen in unserer Zeit gehört! Wertschöpfung der Zukunft sollte bitte auch grün und humanistisch werden, denn das sind wichtige Werte um nicht n u r die Industrie, sondern vorallem die Menschen zu erhalten! Ich glaube nicht, dass dieses System mit schrumpfenden Menschenmassen überhaupt funktioniert! Genau deshalb sollte dieses System eigentlich auf seine Leute achten und sie entsprechend behandeln und nicht wie Abfall am Ende ihres Lebens oder bei geringer Leistungsfähigkeit. Wir sind keine Autos aus denen man mehr und mehr PS herausholen kann. Genau so wie der Mensch g-Kräfte nur bis zu einem bestimmten Grad aushalten kann, sind das Tatsachen, deren weitere Leugnung und Nichtbeachtung fatale Folgen auch auf die Wirtschaft haben wird! Wir Normalbürger werden es tatsächlich schon bald an steigenden Krankenkassen- und Rentenbeiträgen merken. Denn auch kaputtgespielte Menschen haben ein Recht auf Leben. Wenn es im westlichen Teil dieses Landes noch nicht so aussieht, dann ist dies ein Gruß aus dem Osten. Früher machten wir hier mehr aus weniger Material und Energie (Devise in der DDR wegen ständiger Resourcenknappheit) und heute wird eben aus dem einzelnen Menschen mehr und mehr herausgeholt.

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    Irina Trappe-Hanel

    22. Januar 2020 15:22 at 15:22

    Wer da immer noch glaubt die DDR ging wegen Faulheit oder maroder Betriebe in die Knie, denkt auch das ein Zitronenfalter, Zitronen faltet. Falsche Entscheidungen und Haudraufmentalität von oben waren wohl eher das Zünglein an der Waage! Manchmal denke ich, ich habe eine Zeitreise gemacht, zurück in die Vergangenheit! Was sich im Moment anbahnt und abzuzeichnen scheint kommt mir so seltsam bekannt vor! Märchen, nichts als Märchen jeden Tag! Hab schon Zangen, Klammersäcke hingelegt, alle meine Taschen zugenäht, vorsorglich!
    Zu den neuesten Vorkommnissen! Ein hoch auf die Viren, die scheinen schneller zu kapieren! Wir die ewig gestrigen Menschen können da nicht mithalten! Resetknopf bitte! Es betrifft ja nicht nur die Rentenversicherung, sondern das ganze System fliegt uns um die Ohren, wenn die Menschen kein Geld mehr haben um den ganzen Krempel zu kaufen, da werden auch keine Aktien was richten.

  9. Avatar

    caesar

    22. Januar 2020 18:52 at 18:52

    Machen Sie sich keine Sorgen.Es ist alles sauber geplant.Allerdings ist die Planung und das geplante Ergebnis nicht bürgerfreundlich.Aber wen interessiert der Bürger schon?

  10. Avatar

    Michael

    22. Januar 2020 20:36 at 20:36

    @Claudio Kummerfeld, im Gegensatz zu Ihren Kollegen bei FMW schreiben Sie ständig von „Wir“ anstelle von „Ich“. Sind Sie sicher, dass alle FMW-Journalisten Ihre provokativ-wackeligen Meinungen teilen, die für manchen Leser doch schon sehr paranoid-verschwörungstechnisch-spekulativ-populistisch wirken könnten?

    Mit Plan, aber völlig planlos? Ja, das geht. Gut, über Worte und Formulierungen lässt sich ja streiten. Egal. Aber zur Sache (sinnbildlich gesprochen) kommen wir zu Ihrer ganz eigenen Sprache (Wahnsinn) seit einiger Zeit. By the way…

    Wir Kleingläubigen schweifen ab, aber was wissen wir schon? Kommen wir zur Aktualität. Also, da kann kommen was will? Aber wie oft hat man das schon gehört in den letzten Jahren?

    Hatten wir übrigens schon erwähnt, dass sich über Worte und Formulierungen trefflich streiten lässt?

    Aber zurück zum Thema eigene Sprache und völlig planlos mit Plan. By the way… was wissen schon wir Kleingläubigen?

    Sind das rhetorische Fragen, suggestive Fragen oder einfach schlechter Journalismus, der uns treibt?

    Entscheiden Sie selbst!

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Heiko Thieme und der Tiefpunkt im Dax bei 8.250 Punkten

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Das Coronavirus schüttelt die Börsen durcheinander - Dax Tief bei 8.250?

Über 10 Millionen Amerikaner haben sich binnen 2 Wochen arbeitslos gemeldet! Das ist eine extrem schnelle Entwicklung, die gestern sogar die schlimmsten Analystenerwartungen übertroffen hat. Manuel Koch hat im folgenden Video auch mit Marcel Fratzscher vom DIW gesprochen. Man müsse ehrlich sagen, dass die Wirtschaftsforscher Szenarien vorrechnen und keine verlässlichen Prognosen abgeben könnten, so Fratzscher. Drei Varianten für den Verlauf der aktuelle Krise gäbe es.

Auch interviewt Manuel Koch im Video den als gnadenlosen Optimisten bekannten Börsianer Heike Thieme. 8.250 Punkte sei der Tiefpunkt im Dax in diesem Crash, so Thieme. Beim Dow läge das Tief bei 18.200 Punkten. Gehe man nach dem Buchwert, dann sei der Dax jetzt sehr preiswert. Setze nicht Mitte des Jahres ein Erholungstrend ein, dann müsse man umdenken – so lässt Heiko Thieme sich also noch eine Option offen, falls es doch noch tiefere Tiefs gibt? Denn, so sagt er auch, dies sei derzeit eine völlig neue und unbekannte Phase in der Börsenwelt.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei konkrete Tradingideen. Es sind die Top-Empfehlungen der trading-house Börsenakademie. So wird die Aktie von Adidas zum Kauf empfohlen mit dem Instrument einer Stop Buy Order. Ebenso ist man für Gold optimistisch. Auch hier wird ein Kauf mit einer Stop Buy Order angeraten.

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Vapiano, Maredo, Esprit, Kaufhof-Karstadt – die Lawine beginnt zu rollen

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Vapiano, Esprit, Maredo - bei vielen Unternehmen sieht es düster aus

Ob man es nun Insolvenz nennt, oder ob es das Schutzschirmverfahren ist, welches auch vor den Gläubigern schützt. Die Lawine der kaputten Unternehmen beginnt nun zu rollen. Sie bringt wohl Arbeitsplatzverluste und auch ausgefallene Kredite zwangsläufig mit sich – ob nun ganz oder teilweise, wird man sehen. Auffallend ist, dass man jetzt gerade von den Unternehmen hört, die schon vor der Krise auf wackligen Füßen standen. Man kann also sagen: Wem es eh schon schlecht ging, der hat in Sachen neue Bankkredite in der Coronakrise ganz schlechte Karten. Dazu zählen Namen wie Vapiano, Esprit etc.

Aber halt. Sogenannte Zombieunternehmen müssten doch gerade jetzt gute Chancen haben an Geld zu kommen, wo die Staatsbank KfW doch jetzt gigantische Milliardenbeträge verteilt? Tja, Voraussetzung für diese Kredite ist aber, dass man vor der Krise als Unternehmen gesund war. Und außerdem verbleiben 10 Prozent des Kreditausfallrisikos bei der Hausbank, wo man diese KfW-Kredite als Kunde beantragen muss. Und genau das wird der Grund sein, warum einige Unternehmen gerade jetzt pleite gehen. Sie waren vorher schon angeschlagen, und an diese tollen Coronakrisen-Rettungsgelder der KfW kommen sie nicht ran, weil die Banken mit haften müssten. Würde der Staat auf 100 Prozent Haftung raufgehen, könnten womöglich auch die Zombieunternehmen weiterhin Kredite erhalten?

Vapiano

Nun sehen wir binnen weniger Tage viele bekannte Marken den Bach runtergehen. Die Restaurantkette Vapiano hat gestern Insolvenz angemeldet (Details siehe hier). Man habe keine Lösung für den zuletzt aufgrund der COVID-19 Krise nochmals signifikant gestiegenen Liquiditätsbedarf von 36,7 Millionen Euro finden können. Auch konnte man keine Einigung mit Banken und wesentlichen Aktionären über die Beiträge zur angestrebten umfassenden Finanzierungslösung erzielt werden. Mangels Einigung über eine solche Finanzierungslösung können auch die in Aussicht stehenden Finanzmittel aus staatlichen COVID-19 Unterstützungsprogrammen nicht beantragt werden, so die Mitteilung.

Esprit

Das Modeunternehmen Esprit verkündete am letzten Wochenende für mehrere deutsche Tochtergesellschaften das sogenannte Schutzschirmverfahren. Gläubigerschutz ja, aber noch keine offizielle Insolvenz! Man wolle einer Zahlungsunfähigkeit aktiv zuvorzukommen, so Esprit. Wie auch Vapiano kränkelt Esprit schon einige Zeit vor sich hin. Auszugsweise hier Wortlaut von Esprit: Im Rahmen des Schutzschirmverfahrens, das mit dem Verfahren nach Chapter-11 in den USA vergleichbar ist, wird Esprit Verbindlichkeiten und langfristige Mietverträge neu strukturieren. Das Management Team der deutschen Esprit Gesellschaften, die aktuell zahlungsfähig sind und freiwillig die Schutzschirme beantragen, wir die Finanzierung der Gehälter für seine in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter durch staatliche Beihilfe absichern.

Galeria Kaufhof Karstadt

Über Galeria Kaufhof Karstadt berichteten wir bereits gestern. Das Unternehmen geht wie Esprit in das Schutzschirmverfahren. Und auch hier das selbe. Der Kaufhausbranche geht es seit Jahren schlecht. Man versucht sich immer weiter gesund zu schrumpfen mit Standortschließungen, Mitarbeiter mussten jahrelang verzichten. Aber nie trat eine wirkliche Gesundung ein. Zwar habe man sich in den vergangenen Wochen bereits um staatliche Hilfen bemüht. Doch habe sich eine Einigung mit den Banken schwieriger als erhofft erwiesen, so das Unternehmen. Der Prozess, in dem die Banken eine entscheidende Rolle spielen (Ausfallgarantie nur zu 90% von KfW), sei bürokratisch und koste wertvolle Zeit.

Maredo

Die Steakhauskette Maredo hat am 23. März die Insolvenz verkündet. Es werde geprüft, ob die Geschäftsführung Staatshilfe erhalten könne. Aktuell hört man auszugsweise aus einer Pressemitteilung zur Bestellung des vorläufigen Sachwalters: Die eigenverwaltende Geschäftsführung sowie der vorläufige Sachwalter sind sich darüber einig, dass diese Vorgehensweise derzeit den bestmöglichen Rahmen für eine Sanierung von Maredo abbildet. „Maredo ist sichersanierungswürdig“, erklärt Klaus Farrenkopf, seit Juli 2017 Geschäftsführer der Maredo Holding GmbH. „Sobald die Situation es zulässt, werden wir die Restaurants wieder öffnen. Aufgrund der aktuellen Informationslage hoffen wir, dass dies ab Mai 2020 wieder der Fall sein kann. Für die Phase, in denen die Restaurants geschlossen sind, können die Leistungen des Kurzarbeitergeldes in Anspruch nehmen“.

Alitalia

Und noch ein Paradebeispiel eines Zombieunternehmens! Schauen wir nach Italien. Seit Jahren ist die italienische Fluggesellschaft Alitalia ein Zombie. Nur Verluste, Verluste, Verluste. Mit privaten Kaufinteressenten konnte man sich nie einigen, also musste die Alitalia seit Jahren mit immer neuen Notkonstruktionen und Notkrediten versorgt werden. Die Gewerkschaften blockierten Sanierungspläne. Die Regierung in Rom Mitte verkündete am 17. März Alitalia verstaatlichen zu wollen. Dazu wird es frische 500 Millionen Euro an Cash geben. Laut airliners.de hat der italienische Steuerzahler in den letzten zwölf Jahren bereits 12 Milliarden Euro in die Airline gepumpt. Und nun, wo sie in Staatsbesitz übergeht, dürfte diese Subvention ein Dauerzustand werden. Es wird also nun konstant neues Steuergeld fließen müssen um die Defizite auszugleichen. Denn von nun an wird bei Alitalia der Drang nach Kosteneffizienz, Innovation etc noch deutlich geringer sein als vorher, wo wenigstens noch ein Hauch von privatwirtschaftlichem Betrieb vorhanden war.

Es blieb in der aktuellen Krise wohl nichts mehr anderes übrig als Verstaatlichung. Die Alternative wäre wohl, den Laden pleite gehen zu lassen. Aber jedes Land hat ja hier und da Unternehmen, die zur Staatsraison gehören. Und die Alitalia, die gehört wohl zur italienischen Staatsraison. Sie muss weiter fliegen. Aber halt. Kommt es doch anders als gedacht? Wird gerade der Staat als Eigentümer der harte Sanierer, den die Gewerkschaften vorher nie haben wollten? Denn jüngere Berichte zeigen, dass die Regierung über radikale Einschnitte bei Alitalia nachdenkt, jetzt wo sie zu einer Staatsairline wird. Statt wie heute 11.500 soll es womöglich weniger als 4.000 Mitarbeiter und statt 113 Flugzeugen nur noch 25 bis 30 geben. Aber ganz klar ist das offenbar noch nicht. Werden die Gewerkschaften mal wieder dagegen halten?

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Aktuell: Galeria Karstadt Kaufhof schützt sich vor Gläubigern – was sagt uns das?

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Galeria Kaufhof Karstadt ist noch nicht offiziell insolvent

Galeria Karstadt Kaufhof war auch vor der Coronakrise seit Jahren nicht gerade auf Rosen gebettet. Und nun machte man das, was H&M, Adidas und Co auch gemacht haben – nämlich erst mal die Mieten aussetzen. Und nun? Der nächste logische Schritt wäre es eine der Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung zu nutzen, um mit dieser bereitgestellten Liquidität durch die Krise zu kommen.

Aber wie Aussagen von Galeria Karstadt Kaufhof in aktuellen Berichten (siehe SPON) nahe legen, scheint es für das Unternehmen gar nicht so einfach zu sein an Staatskredite zu kommen. Zwar habe man sich in den vergangenen Wochen bereits um staatliche Hilfen bemüht. Doch habe sich eine Einigung mit den Banken schwieriger als erhofft erwiesen. Der Prozess, in dem die Banken eine entscheidende Rolle spielen (Ausfallgarantie nur zu 90% von KfW), sei bürokratisch und koste wertvolle Zeit. Nun habe man nicht mehr länger warten können, und hat jetzt beim Amtsgericht Essen ein sogenanntes „Schutzschirmverfahren“ beantragt, was auch genehmigt wurde.

Damit kann Galeria Karstadt Kaufhof sich vor dem Zugriff von Gläubigern schützen, muss aber offiziell noch keine Insolvenz anmelden. Aber es riecht doch verdammt stark nach einer dramatischen Situation. Die Geschäftsführung des Unternehmens kann weiter arbeiten und selbst versuchen zu sanieren. Ob die Banken nach der Eröffnung dieses Schutzschirmverfahrens eher geneigt sind Kredit zu geben? Natürlich nicht. Die Rettung könnte wohl darin bestehen, dass die KfW-Kredite von 90 Prozent Staatshaftung auf 100 Prozent Staatshaftung erhöht werden. Dann könnten die Banken natürlich zügig Gelder freimachen, so darf man es wohl annehmen.

Oder käme das Unternehmen für den neuen Staatsfonds von Olaf Scholz in Frage, wo der Bund sich nun vorübergehend in der Krise an Unternehmen beteiligen kann? Man wird sehen. Was sagt uns das? Galeria Karstadt Kaufhof könnte recht haben mit seiner Kritik am wohl problematischen Vergabeverfahren. Wir teilen diese Kritik, was wir in einigen Artikeln schon zum Ausdruck gebracht haben. Aber natürlich könnte man gerade in diesem Fall auch sagen: Bloß kein gutes frisches Geld dem schlechten Geld hinterher werfen, bloß keine Steuerzahlerkohle für ein quasi gescheitertes Unternehmen, dass schon vor der Krise seit Jahren in einer Dauerkrise war.

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