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Rentenversicherung mit Rekorddaten – Achtung, hier die ganze Wahrheit

Redaktion

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Beispielbild für Rentner - Rentenversicherung solide aufgestellt?

„Die Rente ist sicher“, so sagte es einst Norbert Blüm. Oder ist es vielmehr die große Rentenlüge, wie wir es schon mal betitelt haben? Bilden Sie sich gerne Ihre eigene Meinung bei dem, was Sie jetzt lesen werden! Die Deutsche Rentenversicherung wie auch die deutsche Presselandschaft vermelden aktuell Jubelmeldungen. Das System ist also total solide? Falsch! Aber lesen Sie selbst.

Jubelmeldungen zur gesetzlichen Rentenversicherung – System total solide?

So meldet die Rentenversicherung aktuell, dass man Zitat „finanziell gut aufgestellt“ sei. Lesen Sie bitte den folgenden Wortlaut der staatlichen Institution, die ihre Altersvorsorge garantieren soll. Haben Sie diese Worte gelesen, wird es Ihnen sicher gleich besser gehen. Aber lesen Sie danach bitte unsere Anmerkungen! Hier die Rentenversicherung im Zitat in kursiver Schrift:

Im vergangenen Jahr sind die Beitragseinnahmen erneut deutlich gestiegen. Die Einnahmen aus Pflichtbeiträgen aus Erwerbstätigkeit belaufen sich nach vorläufigen Ergebnissen im Jahr 2019 auf rund 222 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um 4,5 Prozent. „Die positive Entwicklung bei den Beitragseinnahmen ist darauf zurückzuführen, dass die Löhne deutlich gestiegen sind und gleichzeitig die Beschäftigung zugenommen hat“, so Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund. Betrachtet man nur das letzte Quartal, dann liegt der Zuwachs der Pflichtbeiträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 3,8 Prozent auf dem Niveau der Vorjahre. In absoluten Zahlen gerechnet, ist die Nachhaltigkeitsrücklage der gesetzlichen Rentenversicherung zum Ende des vergangenen Jahres auf einen neuen Höchststand gestiegen. Lag sie Ende 2018 noch bei 38,2 Milliarden Euro, so waren es Ende 2019 nach den vorläufigen Daten 40,5 Milliarden Euro. Dies entspricht wie im Vorjahr 1,79 Monatsausgaben. Die Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung wird in den kommenden Jahren allerdings planmäßig abgebaut. Nach Schätzungen kann dadurch der Beitragssatz bis zum Jahr 2024 stabil bei 18,6 Prozent gehalten werden.

Soweit die Rentenversicherung mit ihrer Aussage. Die deutschen „Leitmedien“ übernehmen diese Meldung unkommentiert, so zum Beispiel der Spiegel. Dort wird daraus die Headline Rentenversicherung hortet so viel Geld wie nie. Auch im gesamten Text beim Spiegel gibt es keine kritische Anmerkung. Genau so sieht es aus bei der Meldung von n-tv, wo die Headline lautet Deutsche Rentenversicherung mit Rekordreserve.

Wo ist das Problem?

Also, was sind denn die wichtigsten Aussagen der Veröffentlichung? Die Beitragseinnahmen der Rentenversicherung sind im letzten Jahr auf 222 Milliarden Euro angewachsen, ein Plus von 4,5% gegenüber 2018. Wow, super, löblich, phantastisch. Und die „Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung sei auf einen Höchststand geklettert, auf nunmehr 40,5 Milliarden Euro nach 38,2 Milliarden Euro Ende 2018. Mit dieser Reserve könnte die Rentenkasse 1,79 Monatsausgaben finanzieren. Das Problem mit dieser Reserve lautet: Wäre sie verfeuert, gäbe es auch keine sonstige Reserve. Denn alles was die Rentenversicherung jeden Monat neu als Beitragseinnahmen reinholt, wird sofort wieder an die aktuellen Rentner ausgeschüttet. Und das eigentliche Problem, beziehungsweise der Skandal an dieser Meldung ist: Die Rentenversicherung erwähnt zwar die toll gestiegenen Einnahmen auf jetzt 222 Milliarden Euro. Sie verschweigt aber die Ausgabenseite völlig. Und anhand der Erfahrungswerte der letzten Jahre und den zukünftig immer weiter zunehmenden Ausgaben der Rentenkasse weiß man, dass die Ausgaben für 2019 wohl um oder über 300 Milliarden Euro liegen werden.

Alleine in 2018 hat die Deutsche Rentenversicherung nur deswegen die Ansprüche der aktuellen Rentner zahlen können, weil der Bundeshaushalt aus Steuergeldern 68,5 Milliarden Euro in die Rentenkasse überwiesen hat, zur Deckung des gigantischen Lochs. Die Rentenversicherung ist also extremst defizitär, oder auch pleite, wenn man es einfach und klar formulieren will. Aber die Rentenkasse betrachtet diese Subvention aus Steuermitteln inzwischen offenbar schon als normale Einnahme. Jüngst sprach man sogar offiziell davon, dass man 2019 wohl 2,1 Milliarden Euro Gewinn in der Rentenkasse erreichen werde. Das zeigt, dass man die Steuerzuschüsse längst als normale Einnahme betrachtet. Ein Skandal!

Und an der aktuellen Meldung der Rentenkasse ist mehr als zu kritisieren (sogar skandalös?), dass man zwar die tollen Einnahmezuwächse auf 222 Milliarden Euro erwähnt – dass man aber die Ausgabenseite einfach gar nicht anspricht. Dann hätte man nämlich erwähnen müssen, dass wie gesagt diese Summe wohl irgendwo um oder über 300 Milliarden Euro liegen wird, und dass man die Differenz aus Zuschüssen des Steuerhaushalts erhalten wird. Sonst könnte man den derzeitigen Rentnern ihre Ansprüche gar nicht bezahlen. Aber wie gesagt, dazu kein Wort von der Rentenversicherung. Wer nur die offizielle Meldung liest, denkt dass alles bestens ist! Die Rente ist sicher? Von wegen. Das System ist längst pleite, und wird nur durch gigantische Subventionen am Leben gehalten. Auch wenn man alle Fremdleistungen herausrechnet, die die Rentenkasse mit bezahlen muss, bleibt sie defizitär.

Lesen Sie beim Klick an dieser Stelle auch gerne unseren vorigen Artikel zum Theme Rente mit dem Titel „Rentenversicherung: Auf dem Weg zur planwirtschaftlichen Gulaschkanone“.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    15. Januar 2020 10:00 at 10:00

    Wenn ganze Staaten in Europa pleite sind, warum nicht die Rentenkassen? Das ist laut MMT überhaupt kein Problem mehr,
    „pleite“ gibts nicht mehr. Die Rente ist sicher, nominal halt, wie in Japan seit n-Jahren. Solange die Inflation nicht aufwacht, kein Problem. Aber wenn sie aufwacht…dann Gute Nacht Rentner.

  2. Avatar

    Zimmermann

    15. Januar 2020 10:24 at 10:24

    Der deutsche Michel laesst sich all zu gerne hinter die Fichte fuehren. Aber auch kein Wunder. Das Bildungsniveau eruiert auch staendig. Wobei in Finanzfragen die Deutschen schon immer unterbelichtet waren. Aber auch kein Wunder, wenn man einen Finanzminister hat, der sein Geld auf dem Girokonto liegen laesst. Was kann man da noch erwarten?

  3. Avatar

    foxxly

    15. Januar 2020 10:38 at 10:38

    laut Auskunft eines Sozialverbandes, auf nachfrage, – bekommt die Rentenversicherung etwa 100Mrd €; – aber, aber, der Staat holt 140 Mrd € wieder raus, als versicherungsfremde Leistungen; – eine Unterdeckung zu Lasten der Beitragszahler. Der Staat ist hierzu absolut kein Wohltäter, sondern Täter!

  4. Pingback: das-bewegt-die-welt.de

  5. Avatar

    Manfred Weking

    15. Januar 2020 21:41 at 21:41

    Staat bereichert sich und lügt wie gewohnt.
    1. Ein Vergleich zeigt, daß meine private Altersvorsorge pro 1000€ eingezahlter Beträge eine um ca. 40% höhere Zahlung leistet. Vergleich schwierig, weil auf der einen Seite Witwenrente, auf der anderen Seite Auszahlung des Restwertes an die Erben, also etwas geschätzt. Deshalb leichter ist

    2. Berufsständige Versorgungswerke für Personengruppen wie Ärzte, Apotheker, Ingenieure, Anwälte usw.
    Die haben die gleichen Beiträge und Leistungen wie RV-Bund, können aber auch pro 1000€ eingezahlter Beiträge eine wesentlich höhere Rente zahlen. Und das ohne Staatszuschüsse. Wie ist das möglich?

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Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

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Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

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Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

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Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

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Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

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Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

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