Folgen Sie uns

Allgemein

Rundfunkbeitrag Erhöhung auf 18,36 Euro – für Journalistenverband viel zu wenig!

Avatar

Veröffentlicht

am

Läuft nichts? Sie gucken nichts? Rundfunkbeitrag zahlen müssen Sie trotzdem

Hat der Journalistenverband „DJV“ jemals die Werbekunden dazu aufgefordert, den privatwirtschaftlich organisierten Medien mehr Geld für Werbebanner auf Webseiten zu überweisen, damit die Onlinemedien ihren Redakteuren höhere Gehälter zahlen können? Davon haben wir bisher nichts gehört. Aber für die Redakteure der Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten (ARD, Dritte Programme, ZDF, Deutschlandfunk) reißt sich der DJV offenbar Arme und Beine aus. Aber worum geht es? Seit Kurzem ist bekannt, dass das Aufsichtsgremium KEF, welches den Bundesländern Empfehlungen gibt wo der Rundfunkbeitrag festgesetzt werden sollte, demnächst eine Empfehlung für eine Gebühr von monatlich 18,36 Euro geben wird (bisher 17,50 Euro). Also wäre das eine Erhöhung um 86 Cents pro Monat.

Für den Journalistenverband, der sich hier offenkundig für die kleinen Angestellten bei ARD, ZDF und Co einsetzt (das ist aller Ehren wert), ist das viel zu wenig. Kein Witz… der Verband spricht sogar davon, dass dies für die Bürger zwar eine Erhöhung im Rundfunkbeitrag darstellt, aber für die Sender wäre diese Erhöhung sogar ein Rückschritt. Ja, kein Witz. Warum kann eine Erhöhung von 86 Cent pro Monat ein Rückschritt sein? Da lassen wir der Verband mal lieber mit seinen eigenen Worten sprechen. Zitat:

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert eine angemessene Erhöhung des Rundfunkbeitrags für die öffentlich-rechtlichen Sender. Die Steigerung müsse deutlich über der von der KEF offenbar geplanten Erhöhung um 86 Cent pro Monat liegen, fordert DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. „86 Cent sind nur für den Verbraucher mehr, nicht jedoch für die Sender. Die angebliche Steigerung ist nichts anderes als die Festschreibung des Status quo, was unter dem Strich wegen der Kostensteigerungen ein Minus ist.“ Die Sender finanzierten sich derzeit aus dem monatlichen Beitrag in Höhe von 17,50 Euro und weiteren 85 Cent aus Rücklagen, die nach der Umstellung auf den Rundfunkbeitrag entstanden seien. „Unter dem Strich bedeutet die KEF-Empfehlung einen Cent mehr pro Monat – das ist ein Witz.“ Von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der öffentlich-rechtlichen Sender sei zu erwarten, dass sie unabwendbare Kostensteigerungen berücksichtige, die die Erfüllung des Rundfunkauftrags mit sich bringe. „Die Redaktionen wie die Sender insgesamt arbeiten bereits am Limit, zum Beispiel über prekäre Beschäftigungsverhältnisse“, so der DJV-Vorsitzende. „Ein Einfrieren des Finanzaufkommens auf weitere Jahre würde sich negativ auf die Programme auswirken.“

Man sieht es in den Worten des DJV, die fast klingen wie die Worte der ARD-Offiziellen. Gibt es nicht genug Geld, muss wohl die Programmqualität eingeschränkt werden. Unser Kommentar zu den prekären Beschäftigungsverhältnissen in den Redaktionen: Wenn ARD und ZDF es mit mehr als 8 Milliarden Euro Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag pro Jahr nicht schaffen anständige Gehälter zu zahlen, werden sie dies auch nicht hinbekommen, wenn der Rundfunkbeitrag auf 19 oder 20 Euro steigt. Wir meinen: Diese Drohkulissen und vor allem Jammerei (Ausspruch ARD-Chef „Wir drehen schon jeden Cent um“) sollen nur bewirken, dass immer mehr Geld fließt. Mehr, mehr, mehr. Ach übrigens: Die Tagesschau hat sich gerade erst für 15,7 Millionen Euro ein eigenes Gebäude hinstellen lassen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    22. November 2019 16:59 at 16:59

    Ja, ich mag den öffentlichen Rundfunk und Fernsehen.

    Aber ich mag nicht das sich der öffentliche Rundfunk und Fernsehen ständig erweitert. Wir brauchen weniger aber qualitativ gutes Programm und am besten komplett ohne Werbung. ARD und ZDF haben sich nicht an den privaten zu orientieren sondern an den Bildubgsauftrag. Die täglichen Quizsendungen sind kein Bildungsauftrag.

    Ein Beitrag von 15€ reicht völlig aus!

    Folgende Programmstruktur 7 Sender wäre mein Vorschlag:
    ARD 1
    ARD 2 ( Programmgestaltung durch Landesmedien )
    ZDF
    3SAT
    ARTE
    KIKA
    DOKU ( PHOENIX, Tagesschau24 u.ä.)

    Starke Reduzierung der Landesmedienanstalten der ARD auf kleine Büros.

    Und das ein Chef von MDR, WDR, NDR mehr verdient als die Bundeskanzlerin ist doch ein Witz und völlig abgehoben!

    Wenn es keine echte Reform gibt werden irgendwann die Kräfte gewinnen die den Öffentlichen TV/Rundfunk komplett abschaffen wollen.

    • Avatar

      Shong09

      22. November 2019 18:51 at 18:51

      15€, sind Sie verrückt?
      Wo wollen Sie denn das ganze Geld verbrennen oder vergraben, wenn Sie die Senderanzahl auf 7, das Programm auf Qualität und die Gehälter auf Normalniveau stutzen wollen?

  2. Avatar

    Macwoiferl

    22. November 2019 17:02 at 17:02

    DJV eben.
    Der ist ohnehin ein willfähriger Steigbügelhalter des Systems.
    Merkels Wauzitruppe ist hier organisiert: Schönschreiberlinge, Berliner Zeilendirnen und Silbenknechte.
    Vor vielen Jahren schon ausgetreten aus diesem „Club“
    Ich bereue seither nicht eine Minute!

    • Avatar

      Torsten

      22. November 2019 17:30 at 17:30

      Ja ja das „System“ bla bla bla – andere Ländern würden sich freuen soetwas zu haben

  3. Avatar

    Michael

    22. November 2019 22:45 at 22:45

    Jeder glotzt fleißig die Öffentlichen und regt sich gleichzeitig und regelmäßig über 17,50 pro Monat und die zusätzlichen 86 Cent auf. Man fordert Rundfunkdeckel und Rundfunk-Preisbremse.

    86 EUR Erhöhung pro Monat, also das 100fache, an Mieterhöhung sind gleichzeitig ok und wünschenswert. Bei Neuvermietung gerne das 400fache. Monster-SUV als Erstwagen, normaler SUV als Zweitwagen, Audi A6 Sportback für den Sprössling, der erfolgreich das Abitur mit 3 Minus bestanden hat. Drei Urlaube pro Jahr per Flugzeug oder Wohnmobil, da muss man schon mal an den richtigen Stellen sparen und auf Revoluzzer machen.

    • Avatar

      Petkov

      23. November 2019 13:22 at 13:22

      Wie kommst du denn darauf, dass jeder die ÖRs guckt? Das ist wieder mal so typisch für dich: auf einer „stabilen“ Schleierwolkenbasis eine Argumentationskette aufbauen, die nur darauf abzielt, deine durch Trägheit geprägte Lebensphilosophie hervorzuheben und alles andere zu diffamieren.

      Wenn du deine diffuse, schädelfüllende Substanz mal ausnahmsweise unter Strom setzen würdest, könntest du vielleicht erkennen, dass es den Leuten nicht um die 0,85€ geht, sondern um die Verwendung: nämlich für höchst politisch manipulierten, suggestiven Journalismus nach Sowjet-Vorbild, allerdings viel laienhafter und extrem viel teurer umgesetzt.

      Übrigens: ich kann dir garantieren, dass ich mein Monster-Suv ausschließlich als Zweitwagen für genussvolle Langstrecken nutze… Und dass Heuchler wie du im Winter die ersten sind, die mich kleinlaut um Hilfe beim Rausziehen ihrer eingeschneiten Karren bitten 😁

    • Avatar

      Michael

      24. November 2019 19:24 at 19:24

      Ach Pestkov, nach den vielen Jahren, die ich nun schon die FMW verfolge, lässt sich vor allem eines konstatieren: Sie zeichnen sich in erster Linie dadurch aus, dass Sie auf Basis rudimentärer und lückenhafter Informationen und viel Spekulation irgendwelche laienhaften psychologischen Pseudo-Profile erstellen, die am Ende nichts anderes sind, als diffamierende Feindbilder, garniert mit blumiger Sprache und reichlich Beleidigungen.

      Argumente und Fakten sind dagegen nicht so Ihre Domäne. Genuss, Gemütlichkeit und Lawinenrettung sind zumindest mal ein Versuch. Hmmm, was haben die Leute eigentlich damals gemacht, als es noch Schnee gab, aber keine SUV? Nicht, dass ich da eine Korrelation unterstellen möchte… 😉

      Dem aufmerksamen Leser dürfte schon wiederholt aufgefallen sein, dass viele der GEZ-Gegner gerne auf Quellen von YouTube verweisen, die zum Online-Angebot der ÖR gehören. Nächstes Mal speichere ich ein paar dieser Links ab, falls ich gerade an diese Banalitäten denke.

  4. Avatar

    T-ShirtVerkäufer

    23. November 2019 13:46 at 13:46

    Bonzen der Maulkorb- und Erziehungs-TV werden nie satt.
    Bild dir deine Meinung a la GEZ, Entschuldigung-Qualitätsjournalismus!
    Verehrte Genossen, es lebe unsere DDR!
    Schönes Wochenende und grüße aus der Karl-Marx-Anstalt!

  5. Avatar

    Kästner

    23. November 2019 16:10 at 16:10

    Ich bin für die Abschaffung des Rundfunkbeitrag , die finanzieren sich auf Kosten der Bürger ihre Häuser und Gehälter und die Bürger haben für den Beitrag den sie zahlen müssen nur ein so dürftiges Programm das es sich nicht lohnt da reinzuschauen . Ich finde diese Erhöhung eine Frechheit .

  6. Avatar

    Torsten

    24. November 2019 14:29 at 14:29

    Rundfunkbeitrag ist wie Semesterticket ( für die studiert haben ) , man zahlt auch für die günstige Nutzung mit Bus und Bahn auch wenn man als Student mit SUV anreist. Das nennt sich Solidarprinzip.

    Jeder der schonmal schwer erkrankt ist oder noch erkrankt wird froh sein das er nicht 50000€ oder mehr bezahlen muss. Die Beiträge reichen dazu nicht, die Beiträge der „noch“ gesunden Beitragszahler gleichen das aus.

    Heute Abend mal in den Weltspiegel gucken 19:20 ARD oder Terra X 19:30 ZDF ; Tatort aus Österreich 20:15 ARD – da kann man doch nicht meckern
    und besonders zu empfehlen – We want Sex SWR 22:50 ( ist kein Schmuddelfilm sondern politisch )
    Alternativ- die Insel der besonderen Kinder Pro 7 20:15

    eine Kinokarte 10€ für 2,5 Std mit 35 min Werbung und nervigen Eisverkäufern :))

    • Avatar

      Chris

      24. November 2019 19:43 at 19:43

      @Torsten
      Wenn man 180 Jahre alt ist, mag es OK zu sein.
      Und ja, der Kinobesuch kann schon einen fertig machen, schrecklich.
      Mal ernst-Weltspiegel, Terra X, Tatort aus Österreich, We want Sex( ist kein Schmuddelfilm sondern politisch ),
      Alternativ- die Insel der besonderen Kinder Pro 7, wer unter 40 Jährigen guckt denn sowas?😂😂😂 Ich kenne niemanden!!!
      YouTube umsonst.
      AMAZON Prime, NETFLIX, APPLE-TV, MAXDOME, SKY…..alles ist günstiger als GEZ-TV und alles ohne lästigen Belehrungen und völlig frei vom linientreuen SED-Journalismus und darum geht es im Endeffekt.

      • Avatar

        Michael

        24. November 2019 22:38 at 22:38

        @Chris, Sky ist günstiger als die Rundfunkgebühren und werbefrei? Nun habe ich zufällig ein Sky-Abo seit 15 Jahren, als es noch PREMIERE hieß, Sie auch? Kostet das Drei- bis Vierfache, je nach abonnierten Paketen. Und Werbung gibt es massenweise, Tendenz weiter seigend. Dazu gibt es u.a. zwei Sender vom SPIEGEL, das ist doch für kritisch-durchblickende Menschen wie Sie der linksversiffte linientreue SED-Journalismus schlechthin, oder täusche ich mich da?

      • Avatar

        Lars

        25. November 2019 10:45 at 10:45

        @Christ, was meinen Sie mit YouTube umsonst? Ein internetfähiger PC zählt als Rundfunkgerät, somit werden auch Gebühren fällig, wenn jemand kein TV-Gerät besitzt.

        Jugendliche unter 18 Jahren sind von der Gebührenpflicht befreit. Der Anteil der Altersgruppen zwischen 18 und 40 Jahren an den Gebührenpflichtigen beträgt etwa 30%. Verbleiben potenzielle 70%, die Weltspiegel, Terra X oder den Tatort gucken. Eine überwältigende Mehrheit.

      • Avatar

        Torsten

        25. November 2019 14:39 at 14:39

        Wen die öffentlich rechtlichen Sender intellektuell überfordern, soll sich von Hollywood berieseln lassen‘
        Unter 40 jährige können KIKA gucken 🙂

        Kein Witz! Unter 40 jährige sind in ein paar Jahren ü40 und was dann?

        Sky werbefrei? Ha ha – man merkt keine Ahnung

    • Avatar

      Stina

      25. November 2019 22:26 at 22:26

      Stille Nacht! und wieder herrscht das große Schweigen im Walde. Einsam wacht und rätselt ein traumatisierter rat- und umsatzloser T-Shirt-Verkäufer im Winter. Einer, der nach 30 Jahren noch immer nicht verstanden hat, dass DDR und SED nur noch in Büchern oder Alten- und Pflegeheimen existieren. Wie die westdeutsche Korruptions-Birne mit Vorliebe für Saumagen zum Segen aller nur mehr ein uninteressanter Schatten seiner selbst ist.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Olaf Scholz und die Steuer-Abzocke!

Avatar

Veröffentlicht

am

Böse Zungen sagen: Wuhan schenkt der Welt den Coronavirus – und Hamburg schenkt Deutschland und Europa seinen ehemaligen Bürgermeister Olaf Scholz, der einst seinen Mitbügern im Vorfeld des G20-Gipfels zurief: „Es wird Leute geben, die sich am 9. Juli wundern werden, dass der Gipfel schon vorbei ist“.

Bekanntlich haben das Ende des G20-Gipfels dann doch einige Hamburger mitbekommen – als sie ihr von freundlichen G20-Gipfel-Besuchern in Brand gestecktes Auto an der Elbchaussee begutachten durften.

Nun also der kometenhafte Aufstieg von Olaf Scholz vom Hamburger Bürgermeister zum deutschen Finanzminister. Und seine Amtszeit steht zunächst unter dem Motto: rote Null setzt sich für schwarze Null des Bundeshaushalts ein – das ist in sich zwar löblich, macht aber übergeordnet vielleicht nicht so viel Sinn, wenn der Rest der Welt von Schuldenorgie zu Schuldenorgie wankt. Aber am deutschen Finanzwesen soll die Welt genesen, lautet wohl die Parole des Hamburgers in Berlin.

Bekanntlich ist die SPD derzeit leicht im Stimmungstief – und übt sich nun in der linken Vorwärtsverteidigung durch  die überraschende Mitgliederwahl von Bojans und Eskens. Daher muß die Gruundrente her – das macht ja auch durchaus Sinn angesichts der Tatsache, dass die Renten etwa in Österreich sehr viel höher sind als in Deutschland.

Aber wie soll die Grundrente finanziert werden? Durch das neue Einkommensteuergesetz, das faktisch jene Menschen bestraft, die versuchen, sich selbst eine Rente aufzubauen – jenseits der staatlichen Hunger-Rente. Und das ist schon ein Skandal: faktisch sorgt die Geldpolitik der EZB für finanzielle Repression durch Abschaffung der Zinsen, sodass Wertpapiere die einzige Fluchtmöglichkeiten bieten – weshalb ja der Dax nun auf Allzeithoch agiert und Dividenden die neuen Zinsen sind.

Aber nun wird faktisch auch diese Tür zugemacht durch die geplante Finanztransaktionssteuer in Kombination mit dem neuen Einkommenssteuergesetz. Olaf Scholz wird irgendwann völlig überrascht feststellen, dass die Einnahmen aus diesen neuen Gesetzen deutlich gringer sein werden als erwartet (siehe Frankreich) – aber dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen!

Was Olaf Scholz plant, ist die Fortsetzung der finanziellen Repression diesmal nicht durch eine Notenbank, sondern durch den Staat selbst. Das ist Sozialismus nach dem Motto: lieber alle gleich arm als unterschiedlich reich!

Sehen Sie zu dieser Thematik auch das Inside-Markets-Interview von Manuel Koch und Sissi Hajtmanek mit Alice Schwarzer!

weiterlesen

Aktien

Deutsche Bank: Sigmar Gabriel wird Aufsichtsrat – Amen und Haleluja!

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Hätte Sigmar Gabriel sich nicht so einen allgemeinen „Beraterposten“ a la „Schröder bei Putin“ besorgen können? So ein bisschen beraten, auf Events blicken lassen, Networking etc? Nein, es muss gleich die Deutsche Bank sein. Die ehemalige Führungsfigur der SPD wird laut offizieller Mitteilung der Bank in den Aufsichtsrat berufen. Amen und Haleluja, möchten wir da sagen. Wollen wir alle zusammen nochmal schnell eine Messe lesen lassen?

Bürger von Hamburg und Schleswig-Holstein erinnern sich noch gut an Heide Simonis, die ehemalige Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein. Sie war auch im Aufsichtsrat, und zwar bei der HSH Nordbank. Als der Laden mit Milliarden-Loch den Steuerzahlern aufgedrückt wurde, konnte Frau Simonis dazu nur sagen, dass sie von der ganzen Bankmaterie überhaupt nichts verstanden hatte, und darauf vertraute, dass das alles schon seine Ordnung hat, was die Vorstände der Bank ihr da zum Abzeichnen vorlegen. Wurde sie zur Rechenschaft gezogen? Sie kennen die Antwort. Und Sigmar Gabriel? Muss es gleich die größte Bank Deutschlands sein, wo es wirklich wichtig wäre finanzielle Fachkompetenz im Aufsichtsrat zu versammeln, die auch komplexe banktechnische und börsentechnische Zusammenhänge kennt?

Hat Sigmar Gabriel sich in den letzten Jahren solche Fachkenntnisse erworben? Zweifel sind angebracht. Gut, er war von 2005 bis 2009 im Verwaltungsrat der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau… man könnte auch sagen: Schlimmer als Achleitner geht eh nicht? Sigmar Gabriel wird nicht Vorsitzender, sondern nur einfaches Mitglied im Aufsichtsrat. Bei der nächsten Hauptversammlung muss er noch von den Aktionären bestätigt werden. Aber wenn man Herrn Achleitner nie austauschte, trotz konstantem jahrelangem Niedergang der Bank, dann wird der Aktionär auf der HV auch einen Herr Gabriel wählen?

Die offizielle Begründung, warum die Deutsche Bank gerade Sigmar Gabriel „einkauft“, zeigt recht schnell, dass es hierbei nicht um irgendeine Art von finanzieller Fachkompetenz geht, sondern wohl eher um Kompetenz im politischen Networking, wie wir es mal formulieren möchten. Zitat Deutsche Bank:

„Wir freuen uns sehr, mit Sigmar Gabriel einen überzeugten Europäer und Transatlantiker für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewinnen zu können“, sagte Paul Achleitner, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bank. „Wir erleben geopolitisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich herausfordernde Zeiten, in denen sich eine globale Bank ganz neuen Erwartungen und Anforderungen stellen muss. Als ehemaliger Umwelt-, Wirtschafts- und Außenminister wird Sigmar Gabriel mit seinem großen Erfahrungsschatz einen besonderen Beitrag leisten und unsere Kompetenz im Aufsichtsrat ergänzen.“

Seit seinem Rückzug aus der Bundesregierung ist Gabriel in verschiedenen internationalen Gremien und Organisationen aktiv. Er ist seit Juni 2019 in ehrenamtlicher Funktion Vorsitzender der Atlantik-Brücke, Mitglied im Board of Directors der International Crisis Group sowie Mitglied der Trilateralen Kommission und des European Council on Foreign Relations. Beruflich berät Gabriel zudem Unternehmen zu internationalen Fragen.

Man darf also vermuten, dass es die Aufgabe von Sigmar Gabriel sein wird für die Deutsche Bank bei Aufsichtsbehörden „Schöne Welt“ zu machen, wenn es um Stresstests, Prüfungen, Regularien, Kaptialanforderungen etc geht? Hätte man ihm da nicht eher einen Vertrag als externen Berater geben können? Jetzt soll er ja per Definition die Bank beaufsichtigen. Sigmar Gabriel wird aktuell offiziell folgendermaßen zitiert:

„Die Berufung in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank ist für mich eine große Ehre. Mit einer nun klaren Strategie und ihrem starken Führungsteam hat die Deutsche Bank als eine der wichtigsten Finanzinstitutionen in Europa die Chance und die Verantwortung, die Zukunft der deutschen und europäischen Wirtschaft mit zu gestalten. Dazu möchte ich einen Beitrag leisten.“

Sigmar Gabriel im Jahr 2018
Sigmar Gabriel. Foto: EU2018BG Bulgarian Presidency – Informal Meeting of Foreign Affairs Council (Gymnich): Arrival CC BY 2.0

weiterlesen

Allgemein

Steuer-Horror: Forex-Trader aufgepasst, Finanzministerium hat uns geantwortet

Avatar

Veröffentlicht

am

Forex Steuer-Horror? Deutschland-Flagge

Der Steuer-Horror beginnt ab Januar 2021. Viele Portale wie auch wir haben in den letzten Tagen über dieses Debakel berichtet, welches auf Bürger zukommt, die sich erdreisten am Kapitalmarkt mit Derivaten handeln zu wollen. Wichtig nochmal in Kurzform: Man darf nur noch Verluste mit Gewinnen aus der selben Kategorie verrechnen. Man kann also beim Zertifikate-Trading keine Verluste mit Gewinnen aus Aktien verrechnen. Und noch viel wichtiger und schlimmer: In jeder Kategorie darf man pro Jahr nur noch 10.000 Euro Verlust gegen seine Gewinne setzen. Was heißt das für CFD- und Forex-Trading?

Es wird dazu führen dass Trader, die Gewinne und Verluste in ähnlichen Größenordnungen machen, fett Steuern zahlen müssen. Wer Gewinne macht, kann so viel Steuern zahlen, dass er effektiv sogar Verluste macht. Und wer im Trading vor Steuern insgesamt Verluste macht, muss auch noch Steuern zahlen. Einfach unglaublich. Die genauen Rechenwege und Beispiele finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Betroffen sind Sie als Trader, wenn sie Hebelzertifikate, Optionen, Futures, Optionsscheine und CFDs handeln. Und der Devisenhandel, abgekürzt auch bekannt als Forex-Trading? (Foreign Exchange). Hierzu haben wir beim Bundesfinanzministerium nachgefragt und um eine klare Antwort gebeten. Und wir haben Antwort erhalten. Wer die vorher beschriebenen Derivate auf Devisenpaare handelt, unterliegt diesem neuen Steuer-Horror. Wer Forex in der Kasse handelt, hat kein Problem, denn er ist nicht davon betroffen. Hier im Wortlaut das Bundesfinanzministerium:

Devisentermingeschäfte sind in Randziffer 38 des BMF-Schreibens „Einzelfragen zur Abgeltungsteuer“ vom 18. Januar 2016 (BStBl I S. 85) geregelt. Devisenkassageschäfte fallen nicht unter diese Regelung.

Wichtig: Der Forex-Kassa-Handel ist nicht betroffen, weil er sozusagen das Originalprodukt darstellt. Die betroffenen Produkte sind allesamt Derivate, sie beziehen sich also auf ein anderes Produkt. Zitat Ministerium:

Der Begriff des Termingeschäfts umfasst sämtliche als Options- oder Festgeschäft ausgestaltete Finanzinstrumente sowie Kombinationen zwischen Options- und Festgeschäften, deren Preis unmittelbar oder mittelbar abhängt von

dem Börsen- oder Marktpreis von Wertpapieren,

dem Börsen- oder Marktpreis von Geldmarktinstrumenten,

dem Kurs von Devisen oder Rechnungseinheiten,

Zinssätzen oder anderen Erträgen oder

dem Börsen- oder Marktpreis von Waren oder Edelmetallen.

Dabei ist es ohne Bedeutung, ob das Termingeschäft in einem Wertpapier verbrieft ist, an einer amtlichen Börse oder außerbörslich abgeschlossen wird. Zu den Termingeschäften gehören insbesondere Optionsgeschäfte, Swaps, Devisentermingeschäfte und Forwards oder Futures, vgl. Rzn. 36 und 37. Die Zuordnung hängt dabei von der konkreten Fallgestaltung ab.

Am Ende nochmal der Disclaimer: Wir sind keine Steuerberater. Wollen Sie hundertprozentige Rechtssicherheit, sprechen Sie bitte mit einem Steuerberater! Man weiß ja nie, welche letztliche Ausgestaltung sich die Herrschaften in Berlin sich für diesen neuen Steuer-Horror bis Januar 2021 noch einfallen lassen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen