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Rundfunkbeitrag Erhöhung auf 18,36 Euro – für Journalistenverband viel zu wenig!

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Läuft nichts? Sie gucken nichts? Rundfunkbeitrag zahlen müssen Sie trotzdem

Hat der Journalistenverband „DJV“ jemals die Werbekunden dazu aufgefordert, den privatwirtschaftlich organisierten Medien mehr Geld für Werbebanner auf Webseiten zu überweisen, damit die Onlinemedien ihren Redakteuren höhere Gehälter zahlen können? Davon haben wir bisher nichts gehört. Aber für die Redakteure der Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten (ARD, Dritte Programme, ZDF, Deutschlandfunk) reißt sich der DJV offenbar Arme und Beine aus. Aber worum geht es? Seit Kurzem ist bekannt, dass das Aufsichtsgremium KEF, welches den Bundesländern Empfehlungen gibt wo der Rundfunkbeitrag festgesetzt werden sollte, demnächst eine Empfehlung für eine Gebühr von monatlich 18,36 Euro geben wird (bisher 17,50 Euro). Also wäre das eine Erhöhung um 86 Cents pro Monat.

Für den Journalistenverband, der sich hier offenkundig für die kleinen Angestellten bei ARD, ZDF und Co einsetzt (das ist aller Ehren wert), ist das viel zu wenig. Kein Witz… der Verband spricht sogar davon, dass dies für die Bürger zwar eine Erhöhung im Rundfunkbeitrag darstellt, aber für die Sender wäre diese Erhöhung sogar ein Rückschritt. Ja, kein Witz. Warum kann eine Erhöhung von 86 Cent pro Monat ein Rückschritt sein? Da lassen wir der Verband mal lieber mit seinen eigenen Worten sprechen. Zitat:

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert eine angemessene Erhöhung des Rundfunkbeitrags für die öffentlich-rechtlichen Sender. Die Steigerung müsse deutlich über der von der KEF offenbar geplanten Erhöhung um 86 Cent pro Monat liegen, fordert DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. „86 Cent sind nur für den Verbraucher mehr, nicht jedoch für die Sender. Die angebliche Steigerung ist nichts anderes als die Festschreibung des Status quo, was unter dem Strich wegen der Kostensteigerungen ein Minus ist.“ Die Sender finanzierten sich derzeit aus dem monatlichen Beitrag in Höhe von 17,50 Euro und weiteren 85 Cent aus Rücklagen, die nach der Umstellung auf den Rundfunkbeitrag entstanden seien. „Unter dem Strich bedeutet die KEF-Empfehlung einen Cent mehr pro Monat – das ist ein Witz.“ Von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der öffentlich-rechtlichen Sender sei zu erwarten, dass sie unabwendbare Kostensteigerungen berücksichtige, die die Erfüllung des Rundfunkauftrags mit sich bringe. „Die Redaktionen wie die Sender insgesamt arbeiten bereits am Limit, zum Beispiel über prekäre Beschäftigungsverhältnisse“, so der DJV-Vorsitzende. „Ein Einfrieren des Finanzaufkommens auf weitere Jahre würde sich negativ auf die Programme auswirken.“

Man sieht es in den Worten des DJV, die fast klingen wie die Worte der ARD-Offiziellen. Gibt es nicht genug Geld, muss wohl die Programmqualität eingeschränkt werden. Unser Kommentar zu den prekären Beschäftigungsverhältnissen in den Redaktionen: Wenn ARD und ZDF es mit mehr als 8 Milliarden Euro Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag pro Jahr nicht schaffen anständige Gehälter zu zahlen, werden sie dies auch nicht hinbekommen, wenn der Rundfunkbeitrag auf 19 oder 20 Euro steigt. Wir meinen: Diese Drohkulissen und vor allem Jammerei (Ausspruch ARD-Chef „Wir drehen schon jeden Cent um“) sollen nur bewirken, dass immer mehr Geld fließt. Mehr, mehr, mehr. Ach übrigens: Die Tagesschau hat sich gerade erst für 15,7 Millionen Euro ein eigenes Gebäude hinstellen lassen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    22. November 2019 16:59 at 16:59

    Ja, ich mag den öffentlichen Rundfunk und Fernsehen.

    Aber ich mag nicht das sich der öffentliche Rundfunk und Fernsehen ständig erweitert. Wir brauchen weniger aber qualitativ gutes Programm und am besten komplett ohne Werbung. ARD und ZDF haben sich nicht an den privaten zu orientieren sondern an den Bildubgsauftrag. Die täglichen Quizsendungen sind kein Bildungsauftrag.

    Ein Beitrag von 15€ reicht völlig aus!

    Folgende Programmstruktur 7 Sender wäre mein Vorschlag:
    ARD 1
    ARD 2 ( Programmgestaltung durch Landesmedien )
    ZDF
    3SAT
    ARTE
    KIKA
    DOKU ( PHOENIX, Tagesschau24 u.ä.)

    Starke Reduzierung der Landesmedienanstalten der ARD auf kleine Büros.

    Und das ein Chef von MDR, WDR, NDR mehr verdient als die Bundeskanzlerin ist doch ein Witz und völlig abgehoben!

    Wenn es keine echte Reform gibt werden irgendwann die Kräfte gewinnen die den Öffentlichen TV/Rundfunk komplett abschaffen wollen.

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      Shong09

      22. November 2019 18:51 at 18:51

      15€, sind Sie verrückt?
      Wo wollen Sie denn das ganze Geld verbrennen oder vergraben, wenn Sie die Senderanzahl auf 7, das Programm auf Qualität und die Gehälter auf Normalniveau stutzen wollen?

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    Macwoiferl

    22. November 2019 17:02 at 17:02

    DJV eben.
    Der ist ohnehin ein willfähriger Steigbügelhalter des Systems.
    Merkels Wauzitruppe ist hier organisiert: Schönschreiberlinge, Berliner Zeilendirnen und Silbenknechte.
    Vor vielen Jahren schon ausgetreten aus diesem „Club“
    Ich bereue seither nicht eine Minute!

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      Torsten

      22. November 2019 17:30 at 17:30

      Ja ja das „System“ bla bla bla – andere Ländern würden sich freuen soetwas zu haben

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    Michael

    22. November 2019 22:45 at 22:45

    Jeder glotzt fleißig die Öffentlichen und regt sich gleichzeitig und regelmäßig über 17,50 pro Monat und die zusätzlichen 86 Cent auf. Man fordert Rundfunkdeckel und Rundfunk-Preisbremse.

    86 EUR Erhöhung pro Monat, also das 100fache, an Mieterhöhung sind gleichzeitig ok und wünschenswert. Bei Neuvermietung gerne das 400fache. Monster-SUV als Erstwagen, normaler SUV als Zweitwagen, Audi A6 Sportback für den Sprössling, der erfolgreich das Abitur mit 3 Minus bestanden hat. Drei Urlaube pro Jahr per Flugzeug oder Wohnmobil, da muss man schon mal an den richtigen Stellen sparen und auf Revoluzzer machen.

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      Petkov

      23. November 2019 13:22 at 13:22

      Wie kommst du denn darauf, dass jeder die ÖRs guckt? Das ist wieder mal so typisch für dich: auf einer „stabilen“ Schleierwolkenbasis eine Argumentationskette aufbauen, die nur darauf abzielt, deine durch Trägheit geprägte Lebensphilosophie hervorzuheben und alles andere zu diffamieren.

      Wenn du deine diffuse, schädelfüllende Substanz mal ausnahmsweise unter Strom setzen würdest, könntest du vielleicht erkennen, dass es den Leuten nicht um die 0,85€ geht, sondern um die Verwendung: nämlich für höchst politisch manipulierten, suggestiven Journalismus nach Sowjet-Vorbild, allerdings viel laienhafter und extrem viel teurer umgesetzt.

      Übrigens: ich kann dir garantieren, dass ich mein Monster-Suv ausschließlich als Zweitwagen für genussvolle Langstrecken nutze… Und dass Heuchler wie du im Winter die ersten sind, die mich kleinlaut um Hilfe beim Rausziehen ihrer eingeschneiten Karren bitten 😁

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      Michael

      24. November 2019 19:24 at 19:24

      Ach Pestkov, nach den vielen Jahren, die ich nun schon die FMW verfolge, lässt sich vor allem eines konstatieren: Sie zeichnen sich in erster Linie dadurch aus, dass Sie auf Basis rudimentärer und lückenhafter Informationen und viel Spekulation irgendwelche laienhaften psychologischen Pseudo-Profile erstellen, die am Ende nichts anderes sind, als diffamierende Feindbilder, garniert mit blumiger Sprache und reichlich Beleidigungen.

      Argumente und Fakten sind dagegen nicht so Ihre Domäne. Genuss, Gemütlichkeit und Lawinenrettung sind zumindest mal ein Versuch. Hmmm, was haben die Leute eigentlich damals gemacht, als es noch Schnee gab, aber keine SUV? Nicht, dass ich da eine Korrelation unterstellen möchte… ;)

      Dem aufmerksamen Leser dürfte schon wiederholt aufgefallen sein, dass viele der GEZ-Gegner gerne auf Quellen von YouTube verweisen, die zum Online-Angebot der ÖR gehören. Nächstes Mal speichere ich ein paar dieser Links ab, falls ich gerade an diese Banalitäten denke.

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    T-ShirtVerkäufer

    23. November 2019 13:46 at 13:46

    Bonzen der Maulkorb- und Erziehungs-TV werden nie satt.
    Bild dir deine Meinung a la GEZ, Entschuldigung-Qualitätsjournalismus!
    Verehrte Genossen, es lebe unsere DDR!
    Schönes Wochenende und grüße aus der Karl-Marx-Anstalt!

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    Kästner

    23. November 2019 16:10 at 16:10

    Ich bin für die Abschaffung des Rundfunkbeitrag , die finanzieren sich auf Kosten der Bürger ihre Häuser und Gehälter und die Bürger haben für den Beitrag den sie zahlen müssen nur ein so dürftiges Programm das es sich nicht lohnt da reinzuschauen . Ich finde diese Erhöhung eine Frechheit .

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    Torsten

    24. November 2019 14:29 at 14:29

    Rundfunkbeitrag ist wie Semesterticket ( für die studiert haben ) , man zahlt auch für die günstige Nutzung mit Bus und Bahn auch wenn man als Student mit SUV anreist. Das nennt sich Solidarprinzip.

    Jeder der schonmal schwer erkrankt ist oder noch erkrankt wird froh sein das er nicht 50000€ oder mehr bezahlen muss. Die Beiträge reichen dazu nicht, die Beiträge der „noch“ gesunden Beitragszahler gleichen das aus.

    Heute Abend mal in den Weltspiegel gucken 19:20 ARD oder Terra X 19:30 ZDF ; Tatort aus Österreich 20:15 ARD – da kann man doch nicht meckern
    und besonders zu empfehlen – We want Sex SWR 22:50 ( ist kein Schmuddelfilm sondern politisch )
    Alternativ- die Insel der besonderen Kinder Pro 7 20:15

    eine Kinokarte 10€ für 2,5 Std mit 35 min Werbung und nervigen Eisverkäufern :))

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      Chris

      24. November 2019 19:43 at 19:43

      @Torsten
      Wenn man 180 Jahre alt ist, mag es OK zu sein.
      Und ja, der Kinobesuch kann schon einen fertig machen, schrecklich.
      Mal ernst-Weltspiegel, Terra X, Tatort aus Österreich, We want Sex( ist kein Schmuddelfilm sondern politisch ),
      Alternativ- die Insel der besonderen Kinder Pro 7, wer unter 40 Jährigen guckt denn sowas?😂😂😂 Ich kenne niemanden!!!
      YouTube umsonst.
      AMAZON Prime, NETFLIX, APPLE-TV, MAXDOME, SKY…..alles ist günstiger als GEZ-TV und alles ohne lästigen Belehrungen und völlig frei vom linientreuen SED-Journalismus und darum geht es im Endeffekt.

      • Avatar

        Michael

        24. November 2019 22:38 at 22:38

        @Chris, Sky ist günstiger als die Rundfunkgebühren und werbefrei? Nun habe ich zufällig ein Sky-Abo seit 15 Jahren, als es noch PREMIERE hieß, Sie auch? Kostet das Drei- bis Vierfache, je nach abonnierten Paketen. Und Werbung gibt es massenweise, Tendenz weiter seigend. Dazu gibt es u.a. zwei Sender vom SPIEGEL, das ist doch für kritisch-durchblickende Menschen wie Sie der linksversiffte linientreue SED-Journalismus schlechthin, oder täusche ich mich da?

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        Lars

        25. November 2019 10:45 at 10:45

        @Christ, was meinen Sie mit YouTube umsonst? Ein internetfähiger PC zählt als Rundfunkgerät, somit werden auch Gebühren fällig, wenn jemand kein TV-Gerät besitzt.

        Jugendliche unter 18 Jahren sind von der Gebührenpflicht befreit. Der Anteil der Altersgruppen zwischen 18 und 40 Jahren an den Gebührenpflichtigen beträgt etwa 30%. Verbleiben potenzielle 70%, die Weltspiegel, Terra X oder den Tatort gucken. Eine überwältigende Mehrheit.

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        Torsten

        25. November 2019 14:39 at 14:39

        Wen die öffentlich rechtlichen Sender intellektuell überfordern, soll sich von Hollywood berieseln lassen‘
        Unter 40 jährige können KIKA gucken :)

        Kein Witz! Unter 40 jährige sind in ein paar Jahren ü40 und was dann?

        Sky werbefrei? Ha ha – man merkt keine Ahnung

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      Stina

      25. November 2019 22:26 at 22:26

      Stille Nacht! und wieder herrscht das große Schweigen im Walde. Einsam wacht und rätselt ein traumatisierter rat- und umsatzloser T-Shirt-Verkäufer im Winter. Einer, der nach 30 Jahren noch immer nicht verstanden hat, dass DDR und SED nur noch in Büchern oder Alten- und Pflegeheimen existieren. Wie die westdeutsche Korruptions-Birne mit Vorliebe für Saumagen zum Segen aller nur mehr ein uninteressanter Schatten seiner selbst ist.

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    Kreisl

    19. Februar 2020 19:43 at 19:43

    Aber was immer verkannt wird ist das jede Erhöhung des Rundfunkbeitrag die Leute sich nicht mehr leisten können denn die Gebühren steigen und die Löhne nicht.

    Es wird keine Gedanken gemacht woher das Geld noch kommen soll.

    Es muss jetzt mal Schluss sein mit Erhöhungen.

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Immobilien: Nach der Coronakrise wird es einen Gewinner geben!

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Mieter von gewerblichen Immobilien sind wohl die Gewinner nach der Krise

Alle Bereiche des Lebens und der Wirtschaft sind derzeit von der Coronakrise betroffen, so auch die Immobilien. So hört man die letzten Tage, dass zahlreiche gewerbliche Großmieter wie Adidas, Deichmann und Co einfach Mietzahlungen für ihre Ladengeschäfte aussetzen. Aber wie wird die Lage bei Immobilien nach der Coronakrise aussehen? Wird alles weitergehen wie bisher? Ich möchte hier ein Szenario besprechen, dass nicht mit hundertprozentiger Garantie so eintreten muss. Aber die im folgenden Text beschriebene Auswirkung der Coronakrise auf die Branche scheint mir logisch.

Die Lage am Markt für Immobilien wird sich nach der Krise ändern

Bislang war es so: Die Eigentümer von Immobilien waren die Gewinner. Egal ob gewerblich oder privat, wer besitzt und vermietet, konnte jahrelang immer höhere Mieten kassieren. Und die jahrelange Flutung der Märkte mit Notenbankgeld und die abgeschafften Zinsen trieben Assets wie Aktien und Immobilien immer weiter nach oben. Die Käufer von Wohnungen und Projektentwickler von Gewerbeimmobilien mussten immer höhere Grundstückspreise und Erstellungskosten zahlen – und waren somit gezwungen die Mietpreise immer weiter hochzuschrauben, wenn sie denn noch eine nennenswerte Rendite auf ihren Kapitaleinsatz erzielen wollten. Aber jetzt wird sich einiges ändern. Womöglich nicht für private Mieter.

Aber die Mieter von Gewerbeimmobilien im Bereich Einzelhandel und in der Gastronomie, die werden nach der Coronakrise die großen Gewinner sein. Natürlich meine ich diejenigen Mieter, die diese aktuelle Durststrecke finanziell überleben werden, und auch danach ihre Cafes, Restaurants und Bekleidungsgeschäfte weiter betreiben. Bisher war es so: Der Immobilien-Eigentümer konnte bei Auslauf des Mietvertrags für den nachfolgenden Zeitraum stets kräftige Mietpreissteigerungen verlangen. Aber was passiert jetzt? Selbst nach gigantischen Rettungspaketen und KfW-Kreditprogrammen werden zahlreiche Gastronomen und Bekleidungsgeschäfte nicht überleben. By the way… viele kleine Unternehmer werden diese Kredite wohl gar nicht erhalten (mehr dazu hier). Entweder gehen zahlreiche Unternehmer in den nächsten Monaten pleite, oder dank der KfW-Kredite werden sie vielleicht erst in einem Jahr überschuldet aufgeben und ihren Laden dicht machen.

Angebot und Nachfrage

Dadurch, dass zahlreiche dieser Mieter aus dem Markt ausscheiden, verschiebt sich das Machtgefüge zwischen Mietern und Vermietern bei Immobilien im gewerblichen Bereich. Es wird viel Leerstand geben. Die Entwicklung hatte ja schon vor der Coronakrise in Innenstädten und Einkaufszentren eingesetzt. Zu viel Fläche, zu hohe Ladenmieten und immer mehr Online-Konkurrenz machen den Mietern schon seit Jahren zunehmend das Leben schwer. Nach und nach gaben einige auf und machten ihre Läden dicht. Dieser Trend wird nun durch die Coronakrise massiv beschleunigt werden. Der Leerstand wird deutlich zunehmen. Und die Eigentümer der Flächen werden auf einmal den bestehenden Mietern entgegenkommen. Ja, diese Prognose wage ich, auch wenn ich selbst kein Experte für Immobilien bin. Es geht um das Grundprinzip von Angebot und Nachfrage.

Mieter werden nach Auslauf der Verträge womöglich günstigere Anschlussverträge aushandeln können, weil die Vermieter sehen, wie links und rechts schon Flächen leer stehen. Da hat man Angst seinen noch vorhandenen Bestandsmieter zu verlieren, denn der hat nun die freie Auswahl. Und ganz schnell werden wohl auch die Neuvermietungspreise für Flächen im gewerblichen Bereich purzeln. Wer also die Coronakrise finanziell überlebt, und/oder wer nach der Krise ganz neu mit einer Geschäftsidee im Einzelhandel oder in der Gastronomie startet, der wird womöglich spürbar geringere Mietkosten erwarten dürfen, oder aushandeln können! Vielleicht noch nicht Ende April oder im Mai. Aber wohl in sechs Monaten, wenn nach und nach andere Gewerbemieter pleite gehen und ihre Läden dicht machen. Die letzten Tage haben Restaurantketten wie Maredo und Vapiano bereits Insolvenz angemeldet. Ob und wie viele dieser Läden fortbestehen werden nach einer möglichen Restrukturierung? Unklar, aber die Pleitewelle wird wohl kommen. Was man jetzt in Einzelfällen sieht, ist erst der Anfang.

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Schwellenländer drohen durch die Pandemie im Chaos zu versinken

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Christus-Statue in Rio - Schwellenländer hart getroffen durch Pandemie

Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung schauen die Märkte zur Zeit vor allem auf die dramatischen Entwicklungen in den USA und Europa. Doch für die Schwellenländer, die bereits vor der Pandemie angeschlagenen waren, droht nun der ökonomische Super-GAU.

Schwellenländer leiden bereits unter dem Abzug von Kapital

Wie wir schon vor der Pandemie berichteten, bewegten sich wichtige Schwellenländer bereits vor der Pandemie in schwerem Fahrwasser. Einige Länder, wie Argentinien, Brasilien, die Türkei, Venezuela, Südafrika oder Chile haben bereits Schlagseite. Die sich jetzt bereits in Ansätzen abzeichnenden globalen Verwerfungen drohen diese Staaten ökonomisch zum Kentern zu bringen. Die Schwellenländer sind besonders abhängig von Mittelzuflüssen aus den Industriestaaten und reagieren in einer Krise wie jetzt sehr sensibel auf eine Umkehr der Kapitalströme. Doch genau das passiert bereits, wie das Institute of International Finance (IIF) berichtet: Seit Ende Januar 2020 sind 95 Mrd. USD aus Aktien und -Anleihen der Emerging-Markets von ausländischen Investoren abgezogen worden.

Damit sind in dieser relativ kurzen Zeitspanne deutlich mehr Gelder rapatriiert worden als in der Finanzkrise ab September 2008. Die Kapitalflucht der Investoren aus Nordamerika und Europa aus den Schwellenländer-Märkten ist in weltweit unruhigen Zeiten ein bekanntes Phänomen. Gerade dann stellen stark überschuldete und politisch instabile Länder ein besonderes Verlustrisiko dar, das es zu meiden gilt. Kommt es zeitgleich zu Turbulenzen an den großen Finanzmärkten in New York, Tokio und London, wird die Liquidität dringend zu Hause benötigt, um Vermögenslöcher zu stopfen oder Margin-Calls zu bedienen.

Für eine Pandemie schlecht gewappnet

Im speziellen Fall der COVID-19-Pandemie befürchten die Investoren wahrscheinlich zu Recht, dass die Gesundheits- und Sozialsysteme einiger Schwellenländer mit der Seuche überfordert sein könnten. Eine Befürchtung, die in Indien bereits Realität ist. Dort sind soziale Sicherungssysteme kaum vorhanden, das Gesundheitssysteme ist extrem fragil und die Bevölkerungsdichte sehr hoch. Die jetzt eingeleiteten Maßnahmen zum Schutz der Menschen verursachen Chaos im indischen Verkehrssystem und bringen die Menschen ohne jeden Schutz noch dichter zusammen. In Brasilien, wo das Virus mittlerweile ebenfalls angekommen ist, folgte die Regierung um Präsident Jair Bolsonaro zunächst der Strategie Londons und Washingtons und verharmloste das Virus. Jetzt rudert die Staatsführung in Brasília zurück, wahrscheinlich wie in den USA und England viel zu spät.

Die bereits getätigten und sich aktuell verstärkenden Kapitalabflüsse werden die fiskalpolitischen Möglichkeiten in den Schwellenländern stark beeinträchtigen. Zum einen wird weniger Geld für die Seuchenbekämpfung und zur Abmilderung der ökonomischen und sozialen Folgen mobilisiert werden können. Zum anderen steigen die Kosten für die Kreditaufnahme ausgerechnet jetzt deutlich an. Gleichzeitig schwinden auch die Devisenreserven, die nicht nur für die hohen Zinslasten der zum Teil hoffnungslos in US-Dollar überschuldeten Länder benötigt werden, sondern auch für den Ankauf von Schutzkleidung, Test-Kits und teuren medizinischen Geräten. Staaten wie Venezuela, Brasilien, Südafrika oder Argentinien sind zudem wichtige Rohstofflieferanten. Die Preise für natürliche Ressourcen waren in den letzten Wochen stark rückläufig, was die Ökonomien dieser Staaten zusätzlich belastet. Außerdem müssen viele Förderstätten zum Schutz der Arbeiter vorübergehend stillgelegt werden. In Südafrika für mindestens drei Wochen. Es ist daher zu befürchten, dass die Schwellenländer die Pandemie noch schwerer werden bewältigen können als die Industriestaaten.

Schwellenländer bekommen den Stress im Finanzsystem zu spüren

Seit Mitte März bekommen die Schwellenländer die Krise bereits an den Finanzmärkten zu spüren. Die Zinsaufschläge, die Entwicklungsländer aktuell gegenüber zehnjährigen US-Staatsanleihen zahlen müssen, sind seitdem stark angestiegen. Besonders hart trifft es die Ukraine. Der osteuropäische Pleitestaat muss nun statt 400 Basispunkten Zinsaufschlag über 1.200 Basispunkte mehr bezahlen. Der Risikoaufschlag türkischer Staatsanleihen hat sich von 352 Anfang März auf aktuell über 700 erhöht. Russland steht trotz des Ölpreisverfalls mit 350 Basispunkten aufgrund der niedrigen Staatsverschuldung von lediglich 12,5 Prozent des BIP noch vergleichsweise gut da. Deutlich dramatischer stellt sich die Lage für den afrikanischen Ölproduzenten Nigeria dar, der nach einer Verdreifachung der Zinsaufschläge nun ebenfalls bei über 1.200 Basispunkten Zinsaufschlag gegenüber US-Anleihen angekommen ist. Auch Südafrika ist mit in den Aufwärtssog bei den Renditen geraten und muss aktuell 1.120 Basispunkte Zinsaufschlag bezahlen. Argentinien, dass seinen Schuldendienst bereits ausgesetzt hat, ist sogar gezwungen, für seine stark ausfallgefährdeten Anleihen (S&P-Rating: CCC-) Mehrkosten in Höhe von 2.640 Basispunkten am Kapitalmarkt zu akzeptieren. Das Land ist bereits de facto bankrott.

Die Kapitalflucht und die steigenden Risikoprämien werden auch in den Währungsentwicklungen der Schwellenländer sichtbar. Seit der verstärkten Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus Anfang Februar über die Landesgrenzen Chinas hinaus, kam es auch an den Devisenmärkten zu heftigen Bewegungen. Der mexikanische Peso verlor seitdem 23 Prozent, der russische Rubel über 20 Prozent (was übertrieben scheint), der argentinische Peso von niedrigem Niveau aus nochmals 5 Prozent und der südafrikanische Rand 16 Prozent.

Fazit und Möglichkeiten der Stabilisierung

Die bereits sichtbaren Folgen für die Schwellenländer sind wahrscheinlich nur der Beginn schwerer ökonomischer, sozialer und politischer Verwerfungen. In den kommenden Wochen und Monaten könnten sich die Turbulenzen infolge der Rezession in den USA und Europa, der zunehmenden Anzahl von COVID-19-Fällen auch in den Schwellenländern, einer fortschreitenden Unterbrechung der Lieferketten und einer sinkenden Nachfrage nach Rohstoffen, Waren und Dienstleistungen noch vergrößern. Der für viele Entwicklungsländer als Devisenquelle enorm wichtige Tourismus ist bereits weitgehend kollabiert.

Ein Großteil der Schwellenländer hat keine ausreichenden Rückstellungen oder fiskalischen Spielräume, um die heimische Wirtschaft mit großen Konjunkturpaketen á la USA oder Deutschland zu unterstützen. Würde die Zentralbank Argentiniens vergleichbar der US-Notenbank Fed eine staatliche Schuldensause von 10 Prozent des BIP durch Gelddrucken finanzieren, würde sich der Restwert des argentinischen Peso in Luft auflösen. Der makroökonomische Handlungsspielraum der Schwellenländer ist generell im Vergleich zu fortgeschrittenen Volkswirtschaften aufgrund der begrenzten Glaubwürdigkeit ihrer Währungen stark limitiert. Selbst Staaten mit niedriger Verschuldung, wie Russland, bekommen dies bereits durch die massive Abwertung ihrer Währung zu spüren. Daher sind die Schwellenländer auf externe Hilfe mittels harter Devisen angewiesen.

Die Fed hat diesem Bedürfnis bereits Rechnung getragen und ihre Dollar-Swap-Linien geografisch stark ausgeweitet und bietet nun auch Entwicklungsländern über diesen Weg einen Zugang zu US-Dollar-Liquidität. Bereits 80 Länder haben zudem den Internationalen Währungsfonds (IWF), gemäß dessen Direktorin Kristalina Georgiewa, um finanzielle Hilfe gebeten. Der supranationalen Institution stehen zur Zeit dafür 1 Billion US-Dollar zur Verfügung. Dieser Betrag muss dringend in Anbetracht der Vielzahl der Hilfegesuche aufgestockt werden.

Auf Ebene der G20-Staaten wurde beim jüngsten virtuellen Sondergipfel ebenfalls über Hilfen für Entwicklungsländer diskutiert – allerdings sehr abstrakt. So sollen Handelsbeschränkungen abgebaut und die Entwicklungshilfe ggf. aufgestockt werden. Dem Rest der Welt sollten die Schwellenländer nicht egal sein. Wenn diese im Zuge der jetzt bevorstehenden Weltrezession noch tiefer in finanziellem Chaos versinken, würde dies für die gesamte Weltwirtschaft einen zusätzlichen Schock bedeuten. Eine schnelle wirtschaftliche Erholung exportorientierte Länder wie Deutschland nach dem Abebben der Pandemie wäre dann unwahrscheinlich.

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Dirk Müller über die dramatischen Folgen der Corona-Krise

„Unser Finanzsystem hat fertig“

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Die Corona-Krise nimmt immer dramatischere Foolgen für die Wirtschaft an – der Einbruch ist heftiger als in der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929, sagt Dirk Müller. Eigentlich sollte „Mr. Dax“ bei einer Finanzmesse auftreten – aber da das aufgrund der Corona-Krise nicht möglich ist, hielt Dirk Müller seinen Vortrag von zuhause aus per Video.

Corona-Krise schlimmer als Weltwirtschaftskrise 1929

Der Crash der Aktienmärkte passierte sogar schneller als in der Weltwirtschaftskrise der Jahre 1929 (und folgende). Und das wird bedeuten, dass da viele Finanz-Player erwischt wurden – daher sind viele Pleiten im Finanzsektor wahrscheinlich, von denen wir in den nächsten Wochen und Monaten erfahren werden. Das gilt auch und vor allem für Banken – Dirk Müller erwartet daher Banken-Pleiten. Wenn aber Banken pleite gehen, werden auch die Gelder auf deren Konten in Gefahr sein, sagt Dirk Müller – denn faktisch ist ein Kontoguthaben bei einer Bank eine Art Kredit, den man der Bank gibt.

Dirk Müller über den Crash des Kreditsystems

„Unser Finanzsystem hat fertig“, so Dirk Müller – wir erleben jetzt einen reset des Systems. Das Coronavirus sei nur der Auslöser für diesen reset – und die Ausrede zugleich, warum eben dieser „reset“ nun vermeintlich nötig sei. Bisher haben die Notenbanken es nicht geschafft, die Märkte zu beruhigen, was aber eigentlich durch das „plunge protection team“ der Amerikaner möglich gewesen, aber eben nicht erfolgt sei, meint Dirk Müller.

Das eigentliche Problem könnten die Notenbanken so oder so nicht lösen, so „Mr. Dax“: den „Credit Crunch„. Alle brauchen nun Liquidität, um Kredite und Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Cash ist King im deflationären Schock.

Dirk Müller über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gesellschaft

Was fast noch schlimmer ist: die Menschen haben Angst um ihre Jobs und damit um ihre Zukunft. Dazu kommt noch die Angst um die Gesundheit der eigenen Familie – Müller spricht daher von einer so noch nie dagewesenen „Angstkombination“, die massive und bisher unkalkulierbare Auswirkungen auf die psychische Verfassung der Gesellschaft haben dürfte. Es könne daher zu sehr häßlichen Szenen kommen, die wir bisher nicht für möglich halten. Diese „Angstkombination“ in der Gesellschaft verstärke dann die Neigung der Menschen, Sündenböcke zu suchen – vielleicht die Flüchtlinge, die mit der einheimische Bevölkerung etwa um Arztbesuche konkurrieren?

Sehen Sie hier das Szenario von Dirk Müller über die Auswirkungen der Corona-Krise:

Dirk Müller über die Folgen der Corona-Krise

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