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Rundfunkbeitrag 18,35 Euro? So rechnen sich ARD und ZDF aktuell arm

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Das große Jammer-Lied stimmt vor allem die ARD schon seit Jahren an. Der Rundfunkbeitrag müsse unbedingt kräftig steigen, denn man spare ja schon wo man nur kann. Es fielen sogar schon die Worte, dass man jeden Cent umdrehe vor lauter Sparen. Um Gottes Willen, hat jemand einen Euro für die Damen und Herren? 8 Milliarden Euro pro Jahr sind einfach zu wenig.

Vor wenigen Tagen hatten ARD und ZDF ihren Finanzbedarf für den Zeitraum ab dem Jahr 2021 bei ihrer Aufsichtskommission „KEF“ eingereicht. Die KEF entscheidet nicht, sondern prüft nur den Finanzbedarf der Öffentlich Rechtlichen, und macht dann Vorschläge für eine Beitragshöhe. Die wird letztlich von den Bundesländern gemeinsam entschieden. Und obwohl man ja angeblich so fleißig spart, ist die KEF alles andere als überzeugt, ob die Sparanstrengungen all zu redlich sind. So spricht die KEF jüngst von lediglich alltäglichen Optimierungsprozessen bei ARD und ZDF, die keinerlei Auswirkungen auf den Finanzbedarf gehabt hätten.

Ganz aktuell wird berichtet, dass das ZDF sogar 562 Stellen streichen wolle. Ist diese Aussage als Zeichen dafür  zu werten, wie sehr man sich bereits anstrengt beim Sparen? Denn trotz dieser Stellenstreichungen möchte das ZDF mehr Geld haben, und somit folglich einen höheren Rundfunkbeitrag. Wie viel man genau mehr haben will, ist öffentlich noch nicht bekannt, aber zuletzt kursierte die Zahl von 18,35 Euro.

Das ZDF müsse nämlich auch die Kostensteigerungen von externen Produktionsfirmen schultern. Frage unsererseits: Schon mal daran gedacht den externen Anbietern mit Auftragsentzug zu drohen, wenn die nicht auch ihre Kosten senken? Das nennt man Vertragsfreiheit in der freien Wirtschaft. Denn schließlich behaupten ARD und ZDF ja stets, dass sie keine staatlichen Unternehmen sind! Aber gut, das ZDF moniert auch, dass die eigenen Personalkosten in den nächsten Jahren pro Jahr um 2,5% steigen würden, was weniger sei als die Lohnsteigerungen im Öffentlichen Dienst. Häh? Wir dachten immer, dass ARD und ZDF mit dem Staat nichts am Hut haben? Warum vergleichen sie ihren Personalkosten dann mit den Personalkosten staatlicher Einrichtungen?

Und schließlich (inzwischen ein alter Hut, dennoch gern genutzt) müsse das ZDF ja auch in die Digitalisierung investieren, sowie in „weitere Angebote im Internet“. Und außerdem würde der aktuelle Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro schon jetzt gestützt durch angesparte Gelder. Also darf man als Beitragszahler quasi dankbar sein, dass der Rundfunkbeitrag „immer noch“ bei nur 17,50 Euro liegt? Übrigens war diese Zusatzreserve, auf die das ZDF sich aktuell beruft, gar nicht dafür gedacht für die Budgets von ARD und ZDF verfeuert zu werden. Sie war nach der Umstellung der Beitragseintreibung auf „alle Haushalte“ nämlich ab 2013 entstanden, weil plötzlich deutlich mehr Geld eingenommen wurde als erwartet (deutlich mehr Beitragszahler). Aber auch dieser Zusatz reicht jetzt nicht mehr aus?

Lesen Sie beim Klick hier auch gerne unseren Artikel Rundfunkbeitrag kommt ja eh rein – warum diese 120.000 Euro Kosten keine Lappalie sind.

Die ARD braucht auch ganz dringend einen deutlich höheren Rundfunkbeitrag

Und dann kommen wir doch zur ARD. Sie zeigt sich seit Jahren deutlich mehr in Jammer-Laune als das ZDF. Man kann fast den Eindruck bekommen bei der ARD bricht schon morgen der Sendebetrieb zusammen, wenn der Rundfunkbeitrag nicht sofort drastisch angehoben wird. Wie gesagt, 8 Milliarden Euro sind eben keine große Summe! Peanuts, wie ein ehemaliger Deutschbanker dazu vielleicht gesagt hätte?

Aktuell äußerte sich die Generalsekretärin der ARD Susanne Pfab in einem Podcast bei n-tv zum Rundfunkbeitrag und seiner möglichen Erhöhung. Man könnte bei ihrer Argumentation fast von einem Hohn sprechen. Sie dreht die ganze Sache nämlich um.

Das Budget der ARD sinke nämlich in Wirklichkeit schon seit Jahren, so ihre Worte. Die Rechte für Filme, Musik- und Sport-Übertragungen würden halt immer teurer werden. Ach so, also ist es nicht möglich auf einzelne Programme zu verzichten, und den Spieß mal umzudrehen? Dem Rechte-Verkäufer zum Beispiel die Pistole auf die Brust setzen nach dem Motto „für dieses Ski-Event findet ihr keinen Sender in Deutschland, der auch nur annähernd so eine Summe zahlt wie die ARD. Entweder ihr geht runter mit dem Preis, oder wir verzichten auf die Übertragung“.

Aber nein, man muss bei der ARD ja ein großes Budget unterbringen und auch rechtfertigen. Dann müssen halt die bösen Rechteverwerter herhalten als Sündenböcke. Lau Frau Pfab spare man bei der ARD bereits schon „sehr lange und sehr intensiv“. So habe man doch tatsächlich bereits Immobilien verkauft und Standorte zusammengelegt. Und das Ergebnis? Die Kosten steigen weiter. Tja, die bösen Rechteverwerter sind schuld?

Für die Argumentation von Kritikern, die ARD könne doch auf Unterhaltungssendungen wie Seifenopern verzichten und sowas den Privaten überlassen, hat Frau Pfab eine (lustige/traurige?) Gegen-Argumentation parat. Denn es sei ja nun mal schwer zu unterscheiden, ob eine Sendung dem Segment Unterhaltung oder Bildung zuzuordnen ist. Wer die Aussagen von Frau Pfab hört, dem wird klar: Die Kritik ist ihr lästig. Die ARD tue doch schon alles um zu sparen, und dennoch steigen die Kosten (leider?) immer weiter, weiter, weiter. Will da jemand seine Budget verteidigen und weiter ausbauen, komme was da wolle? Mit 8 Milliarden Euro kann man einfach nicht haushalten? Einfach unfassbar!

ARD-Chef Ulrich Wilhelm - Rundfunkbeitrag muss steigen
ARD-Chef Ulrich Wilhelm braucht ganz dringend mehr Geld. Foto: Stefan Brending, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de – Ausschnitt aus Originalfoto

Ein Kommentar

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    Pierre Jeske

    31. Mai 2019 17:53 at 17:53

    Ja das sind schon arme Menschen bei dem öffentlichrechtlichen, 8 Milliarden sind aber auch wenig.
    Und somit muss man noch mehr Zwangsbeitrag erpressen damit die Damen und Herren Intendanten ihre fetten Gehälter bekommen und damit einige von ihnen schon jetzt Pensionsansprüche in Millionen höhe
    erhalten.

    So geht das nicht weiter, ein Autokratisches System das sich bedienen möchte wie es will und jeden der sich dem verweigert kriminalisiert. Wenn das Demokratie ist leben wir in der DDR 2.0
    Und die Politik macht mit, ohne Rücksicht auf Millionen Menschen die dieses System ablehnen.

    Das ist einfach nur widerlich und zeigt deutlich wie Politik und der Öffentliche Rundfunk unter einer Decke stecken.

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Donald Trump in den 1980er-Jahren

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Wie wurde Donald Trump zu dem Donald Trump, den wir heute als den wohl wichtigsten Politiker und Beeinflusser der globalen Finanzmärkte kennen? Entscheidend scheinen für ihn die 1980er-Jahre gewesen zu sein.

In folgendem (damals nicht veröffentlichten) Interview ist Trump 34 Jahre alt – und wird gefragt, ob er denn nicht Präsident der USA werden wolle. Das lehnt er ab, aber es wird gleichwohl klar erkennbar, dass „The Donald“ schon als junger Mann eine klare Vorstellung hat, welche Rolle die USA spielen sollten – und was er unter „guter Politik“ versteht.

Im Jahr 1979 (4.November) hatte der Iran nach der kurz zuvor erfolgreichen islamischen Revolution 54 amerikanische Diplomaten als Geiseln genommen – der Versuch der US-Regierung, diese Geiseln in einer gewagten Aktion zu befreien, war blutig gescheitert (in der Operation Eagle mit acht toten US-Militärs am 24.April 1980). In dem Interview vom 6.Oktober 1980 zeigt sich Trump entrüstet über den Iran – man müsse diesem Land  „das Öl wegnehmen“ und viel schärfer als die aktuelle US-Regierung agieren, so Trump. Schon damals ein zentraler Punkt im Denken Trumps: der Respekt vor den USA als der Supermacht schlechthin:

In den dann folgenden 1980er-Jahren legt Donald Trump den Grundstein für seine spätere politische Karriere, unter anderem durch eine politische Anzeige am 02.September in den damals führenden US-Zeitungen. Was Trump in dieser Anzeige formulierte, liest sich wie das politische Manfest seiner aktuellen Amstzeit: es ist nicht weniger als die Ankündigung des derzeitigen Handelskriegs:

“For decades, Japan and other nations have been taking advantage of the United States. The world is laughing at American politicians as we protect ships we don’t own, carrying oil we don’t need, destined for allies who won’t help. Make Japan, Saudi Arabia, and others pay for the protection we extend our allies. Let’s help our farmers, our sick, our homeless by taking from some of the greatest profit machines ever created—machines created and nurtured by us. ‘Tax’ these wealthy nations, not America. End our huge deficits, reduce our taxes, and let America’s economy grow unencumbered by the cost of defending those who can easily afford to pay us for the defense of their freedom. Let’s not let our great country be laughed at anymore. Make Japan, Saudi Arabia, and others pay for the protection we extend our allies. Let’s help our farmers, our sick, our homeless by taking from some of the greatest profit machines ever created—machines created and nurtured by us. ‘Tax’ these wealthy nations, not America. End our huge deficits, reduce our taxes, and let America’s economy grow unencumbered by the cost of defending those who can easily afford to pay us for the defense of their freedom. Let’s not let our great country be laughed at anymore.”

 

Donald Trump und seine Aussagen in den 1980er-Jahren

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Aktuell: China mit Sanktionen gegen US-Diplomaten

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China hat in Reaktion auf die Einschränkungen von Freiheiten chinesischer Diplomaten in den USA sowie auf die „Bills“ des US-Kongresses über Hongkong und die Uiguren soeben verkündet, dass alle US-Diplomaten in China fünf Tage vor Kontakten mit lokalen chinesischen Verwaltungen oder Bildungs- und Forschungsinstitutionen das Aussenministerium Chinas schriftlich informieren müssen. Einen ähnliche Maßnahme hatte die USA bereits vor Wochen gegen chinesische Diplomaten in den USA erlassen:

 

Es würde uns in diesem Umfeld  stark wundern, wenn nicht schon heute – aber vielleicht sogar schon gestern – der Phase 1 Deal im Handelskrieg unterschrieben wird..

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Konjunkturkrise: Zahlungsausfälle bei Unternehmen – Versicherer müssen 60% mehr ausgleichen!

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Die Konjunkturkrise wirkt sich immer stärker aus

Die Konjunkturkrise trifft viele Teilbereiche der Volkswirtschaft immer deutlicher. Dass Bau und Dienstleistungen als Branchen die massive Krise der Industrie überdecken, hilft dabei das Gesamtbild aufzuhübschen. Wo die Kurzarbeit dabei hilft die offizielle Arbeitslosenquote nicht ansteigen zu lassen, da helfen die Warenkreditversicherer dabei, dass Lieferanten nicht den Bach runtergehen, weil ihre gewerblichen Kunden die Rechnungen nicht bezahlen können.

Aktuell meldet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nämlich, dass deutsche Unternehmen dieses Jahr mit deutlich höheren Zahlungsausfällen konfrontiert seien als in den Vorjahren. Demnach müssen die Warenkredit- und Kautionsversicherer im laufenden Jahr für Schäden in Höhe von fast 900 Millionen Euro geradestehen – das entspreche einer Steigerung von über 60 Prozent, so der GDV. Auszugsweise im Wortlaut:

„Der Welthandel stagniert, das Wachstum in Deutschland schwächelt und die Zahlungsmoral sinkt“, sagte der Vorsitzende der Kommission Kreditversicherung im GDV, Thomas Langen, am Donnerstag in Frankfurt/Main. Infolge der wirtschaftlichen Probleme könnten viele Firmen ihre Rechnungen nur noch verspätet zahlen – oder gar nicht mehr. „Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen dürfte im kommenden Jahr erstmals seit der Finanzkrise wieder anwachsen“, so Langen.

Dazu sei angemerkt: Die gesamte Deckungssumme der Warenkreditversicherer beträgt für dieses Jahr voraussichtlich 495 Milliarden Euro. In Relation zu dieser Summe sind 900 Millionen Euro Ausfall natürlich immer noch eine kleine Summe. Aber die Steigerung von 60% binnen eines Jahres ist schon ein deutliches Indizes für die tatsächliche Konjunkturkrise! Hier ein paar Zahlen vom GDV.

GDV Daten

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