Folgen Sie uns

Allgemein

Rundfunkbeitrag 18,35 Euro? So rechnen sich ARD und ZDF aktuell arm

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Das große Jammer-Lied stimmt vor allem die ARD schon seit Jahren an. Der Rundfunkbeitrag müsse unbedingt kräftig steigen, denn man spare ja schon wo man nur kann. Es fielen sogar schon die Worte, dass man jeden Cent umdrehe vor lauter Sparen. Um Gottes Willen, hat jemand einen Euro für die Damen und Herren? 8 Milliarden Euro pro Jahr sind einfach zu wenig.

Vor wenigen Tagen hatten ARD und ZDF ihren Finanzbedarf für den Zeitraum ab dem Jahr 2021 bei ihrer Aufsichtskommission „KEF“ eingereicht. Die KEF entscheidet nicht, sondern prüft nur den Finanzbedarf der Öffentlich Rechtlichen, und macht dann Vorschläge für eine Beitragshöhe. Die wird letztlich von den Bundesländern gemeinsam entschieden. Und obwohl man ja angeblich so fleißig spart, ist die KEF alles andere als überzeugt, ob die Sparanstrengungen all zu redlich sind. So spricht die KEF jüngst von lediglich alltäglichen Optimierungsprozessen bei ARD und ZDF, die keinerlei Auswirkungen auf den Finanzbedarf gehabt hätten.

Ganz aktuell wird berichtet, dass das ZDF sogar 562 Stellen streichen wolle. Ist diese Aussage als Zeichen dafür  zu werten, wie sehr man sich bereits anstrengt beim Sparen? Denn trotz dieser Stellenstreichungen möchte das ZDF mehr Geld haben, und somit folglich einen höheren Rundfunkbeitrag. Wie viel man genau mehr haben will, ist öffentlich noch nicht bekannt, aber zuletzt kursierte die Zahl von 18,35 Euro.

Das ZDF müsse nämlich auch die Kostensteigerungen von externen Produktionsfirmen schultern. Frage unsererseits: Schon mal daran gedacht den externen Anbietern mit Auftragsentzug zu drohen, wenn die nicht auch ihre Kosten senken? Das nennt man Vertragsfreiheit in der freien Wirtschaft. Denn schließlich behaupten ARD und ZDF ja stets, dass sie keine staatlichen Unternehmen sind! Aber gut, das ZDF moniert auch, dass die eigenen Personalkosten in den nächsten Jahren pro Jahr um 2,5% steigen würden, was weniger sei als die Lohnsteigerungen im Öffentlichen Dienst. Häh? Wir dachten immer, dass ARD und ZDF mit dem Staat nichts am Hut haben? Warum vergleichen sie ihren Personalkosten dann mit den Personalkosten staatlicher Einrichtungen?

Und schließlich (inzwischen ein alter Hut, dennoch gern genutzt) müsse das ZDF ja auch in die Digitalisierung investieren, sowie in „weitere Angebote im Internet“. Und außerdem würde der aktuelle Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro schon jetzt gestützt durch angesparte Gelder. Also darf man als Beitragszahler quasi dankbar sein, dass der Rundfunkbeitrag „immer noch“ bei nur 17,50 Euro liegt? Übrigens war diese Zusatzreserve, auf die das ZDF sich aktuell beruft, gar nicht dafür gedacht für die Budgets von ARD und ZDF verfeuert zu werden. Sie war nach der Umstellung der Beitragseintreibung auf „alle Haushalte“ nämlich ab 2013 entstanden, weil plötzlich deutlich mehr Geld eingenommen wurde als erwartet (deutlich mehr Beitragszahler). Aber auch dieser Zusatz reicht jetzt nicht mehr aus?

Lesen Sie beim Klick hier auch gerne unseren Artikel Rundfunkbeitrag kommt ja eh rein – warum diese 120.000 Euro Kosten keine Lappalie sind.

Die ARD braucht auch ganz dringend einen deutlich höheren Rundfunkbeitrag

Und dann kommen wir doch zur ARD. Sie zeigt sich seit Jahren deutlich mehr in Jammer-Laune als das ZDF. Man kann fast den Eindruck bekommen bei der ARD bricht schon morgen der Sendebetrieb zusammen, wenn der Rundfunkbeitrag nicht sofort drastisch angehoben wird. Wie gesagt, 8 Milliarden Euro sind eben keine große Summe! Peanuts, wie ein ehemaliger Deutschbanker dazu vielleicht gesagt hätte?

Aktuell äußerte sich die Generalsekretärin der ARD Susanne Pfab in einem Podcast bei n-tv zum Rundfunkbeitrag und seiner möglichen Erhöhung. Man könnte bei ihrer Argumentation fast von einem Hohn sprechen. Sie dreht die ganze Sache nämlich um.

Das Budget der ARD sinke nämlich in Wirklichkeit schon seit Jahren, so ihre Worte. Die Rechte für Filme, Musik- und Sport-Übertragungen würden halt immer teurer werden. Ach so, also ist es nicht möglich auf einzelne Programme zu verzichten, und den Spieß mal umzudrehen? Dem Rechte-Verkäufer zum Beispiel die Pistole auf die Brust setzen nach dem Motto „für dieses Ski-Event findet ihr keinen Sender in Deutschland, der auch nur annähernd so eine Summe zahlt wie die ARD. Entweder ihr geht runter mit dem Preis, oder wir verzichten auf die Übertragung“.

Aber nein, man muss bei der ARD ja ein großes Budget unterbringen und auch rechtfertigen. Dann müssen halt die bösen Rechteverwerter herhalten als Sündenböcke. Lau Frau Pfab spare man bei der ARD bereits schon „sehr lange und sehr intensiv“. So habe man doch tatsächlich bereits Immobilien verkauft und Standorte zusammengelegt. Und das Ergebnis? Die Kosten steigen weiter. Tja, die bösen Rechteverwerter sind schuld?

Für die Argumentation von Kritikern, die ARD könne doch auf Unterhaltungssendungen wie Seifenopern verzichten und sowas den Privaten überlassen, hat Frau Pfab eine (lustige/traurige?) Gegen-Argumentation parat. Denn es sei ja nun mal schwer zu unterscheiden, ob eine Sendung dem Segment Unterhaltung oder Bildung zuzuordnen ist. Wer die Aussagen von Frau Pfab hört, dem wird klar: Die Kritik ist ihr lästig. Die ARD tue doch schon alles um zu sparen, und dennoch steigen die Kosten (leider?) immer weiter, weiter, weiter. Will da jemand seine Budget verteidigen und weiter ausbauen, komme was da wolle? Mit 8 Milliarden Euro kann man einfach nicht haushalten? Einfach unfassbar!

ARD-Chef Ulrich Wilhelm - Rundfunkbeitrag muss steigen
ARD-Chef Ulrich Wilhelm braucht ganz dringend mehr Geld. Foto: Stefan Brending, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de – Ausschnitt aus Originalfoto

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Pierre Jeske

    31. Mai 2019 17:53 at 17:53

    Ja das sind schon arme Menschen bei dem öffentlichrechtlichen, 8 Milliarden sind aber auch wenig.
    Und somit muss man noch mehr Zwangsbeitrag erpressen damit die Damen und Herren Intendanten ihre fetten Gehälter bekommen und damit einige von ihnen schon jetzt Pensionsansprüche in Millionen höhe
    erhalten.

    So geht das nicht weiter, ein Autokratisches System das sich bedienen möchte wie es will und jeden der sich dem verweigert kriminalisiert. Wenn das Demokratie ist leben wir in der DDR 2.0
    Und die Politik macht mit, ohne Rücksicht auf Millionen Menschen die dieses System ablehnen.

    Das ist einfach nur widerlich und zeigt deutlich wie Politik und der Öffentliche Rundfunk unter einer Decke stecken.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

US-Häusermarkt kurz vor Katastrophe – einen Hoffnungsschimmer gibt es

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Typische Bauweise am US-Häusermarkt

Am US-Häusermarkt könnte in den nächsten Wochen und Monaten eine Katastrophe eintreten. Millionen Amerikanern droht Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung. Denn zum einen endet im März eine Frist von maximal 12 Monaten, die es Hausbesitzern erlaubte ihre Hypothekenzahlungen auszusetzen, wenn sie durch die Corona-Pandemie in Not geraten. Kreditnehmer, die sich zu Beginn des Programms angemeldet hatten, könnten ab März 2021 von einer Zwangsvollstreckung bedroht sein.

Noch wichtiger für den US-Häusermarkt ist: Die landesweit gültige vorübergehende Aussetzung der Zwangsräumungen (mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen) endet am 31. Dezember. Der Zeitpunkt ist fast schon dramatisch, da gut 12 Millionen Amerikaner zu diesem Zeitpunkt Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung verlieren dürften.

Der US-Kongress könnte eigentlich für eine Verlängerung von Nothilfen sorgen. Aber zum Jahreswechsel befindet sich Washington DC mitten in einer toten Phase, wo Joe Biden zwar schon gewählt, aber eben noch nicht im Amt ist. Alles hängt in der Schwebe. Erst vor Kurzem wurden vom staatlichen „US Census Bureau“ Umfragedaten veröffentlicht aus dem Befragungszeitraum 28. Oktober bis 9. November, welche die Dramatik am US-Häusermarkt aufzeigen.

Etwa 5,8 Millionen Personen gaben demnach an, dass ihnen in den nächsten zwei Monaten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung droht. Das macht ein Drittel der 17,8 Millionen Erwachsenen in Haushalten aus, die mit Miet- oder Hypothekenzahlungen in den USA im Rückstand sind.

Gut die Hälfe der Haushalte in Staaten wie Nevada oder Florida, welche derzeit mit ihren Zahlungen im Rückstand sind, sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für ihre Zwangsräumung im Januar. Florida ist am Schlimmsten betroffen mit 51,2 Prozent (bei der vorigen Umfrage nur 32 Prozent). Das bedeutet de facto, das gut 3,5 Prozent aller Haushalte in Florida glauben, dass sie in den nächsten zwei Monaten von einer Zwangsräumung betroffen sein könnten.

Hoffnung für US-Häusermarkt dank Joe Biden?

Joe Biden wird am 20. Januar als US-Präsident seine Arbeit aufnehmen. Vorher kann er nichts machen. Er kann eine Last-Minute-Rettung für den US-Häusermarkt sein – kann, aber nicht muss. Die Demokraten möchten die US-Bevölkerung richtig kräftig unterstützen mit neuen Staatshilfen. Aber die Republikaner, die in den letzten Monaten ebenfalls schon gigantischen Rettungssummen zustimmten, zeigten sich zuletzt eher ablehnend. Und jetzt wo ihr Kandidat Donald Trump die Präsidentschaftswahl verloren hat, können sie sich im Kongress in die Blockierer-Haltung begeben. Aber kann Joe Biden mit einer auch von den Republikanern akzeptierten neuen Finanzministerin Janet Yellen (ehemalige Notenbankchefin) doch noch neue Rettungs-Billionen aus dem Kongress rausklopfen?

Kann Joe Biden auf den allerletzten Drücker Ende Januar Millionen Amerikaner und den US-Häusermarkt vor einem Kollaps retten? Oder kommt alles ganz anders, und dank im Dezember beginnenden Impfungen erholt sich die Konjunktur in den USA derart schnell, dass viele Amerikaner neue Jobs erhalten? Die Banken verzichten auf Zwangsräumungen, und die überschuldeten Hausbesitzer, die auf dem letzten Loch pfeifen, dürfen in ihren Häusern bleiben? Das wäre auch möglich. Aber es wird eine verdammt enge Kiste!

weiterlesen

Allgemein

Free Lunch-Sozialismus in der Coronakrise auf dem Vormarsch

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Im Sozialismus der Moderne soll das Geld vom Himmel regnen

In den USA gibt es das Sprichwort, dass es keinen Free Lunch gibt. Sinngemäß übersetzt: Für alles muss irgendwie letztlich doch von irgendwem bezahlt werden. Wer ideologisch voll auf Sozialismus getrimmt ist, sieht das aber wohl grundsätzlich anders. Ökonomisch glauben zum Beispiel die Verfechter der Modern Money Theorie (MMT – hier dazu ein interessanter Text), dass man einfach als Staat unbegrenzt Geld druckt beziehungsweise immer weiter Schulden aufnimmt, und damit alle Probleme lösen kann. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, dass die derzeitigen Staatenlenker und Notenbanker in Europa auch MMT-Verfechter sind?

Sozialismus: MMT und das Wunder-Märchenland

Wer eh schon an MMT als Wundermittel zur Lösung aller Probleme denkt, und dem Sozialismus zugeneigt ist, der kann auf folgende Idee kommen. Hey, die Europäische Zentralbank (EZB) kauft doch seit Jahren mit Billionen selbst gedruckter Euros die Staatsanleihen von Euro-Mitgliedsstaaten auf. Und die Mitgliedsstaaten als Eigentümer der EZB könnten doch dafür sorgen, dass die EZB einfach als Gläubiger auf die Rückzahlung der Schulden verzichtet. Man druck Geld, kauft die eigenen Schulden, und erlässt sich dann selbst die Schulden. Ein in sich geschlossener Kreislauf von Geld, das vom Himmel regnet und alle Probleme löst.

Was für ein Märchen-Wunderland. Aber halt. Wenn die EZB die Schulden der Länder erlässt, hat sie selbst ja Verluste in ihren Büchern. Und die Verluste würden buchhalterisch auf die Mitgliedsstaaten umgelegt, womit sie nach gerade erst erlassenen Schulden wieder neue Schulden hätten. Tja, eben doch kein Free Lunch? Außerdem können die Staaten der EZB dank ihrer Unabhängigkeit keine Anweisungen erteilen. Aber halt, war da nicht gerade erst was in Sachen EZB und Schuldenerlass?

EZB soll auf Rückzahlungen von Anleihen verzichten

Erst letzte Woche berichteten wir über die Forderung der in der italienischen Regierung sitzenden Fünf-Sterne-Bewegung Richtung EZB. Sie solle doch bitte gegenüber Italien auf die Rückzahlung der gehaltenen Anleihen verzichten, die im Zuge der Coronakrise aufgenommen wurden. Mal ehrlich: Selbst wenn die EZB das machen würde, müsste man das für alle Euro-Länder tun, und gleich danach wäre der Ruf laut nach Erlass aller gehaltenen Forderungen in den Büchern der EZB. Heute nun fordert Riccardo Fraccaro, ein Staatssekretär und enger Berater des italienischen Minsterpräsidenten Conte laut Berichten das selbe.

Auch er ist von der Fünf-Sterne-Bewegung. Die EZB könne so viel Geld drucken wie sie wolle. Die Geldpolitik müsse die expansive Fiskalpolitik der Mitgliedstaaten in jeder möglichen Weise unterstützen, zum Beispiel per Schuldenerlass, oder über eine ewige Laufzeitverlängerung. Tja, Sozialismus pur, möchte man sagen. Erst Schulden machen, dann nicht zurückzahlen wollen. Woher das Geld kommt, dass es keinen Free Lunch gibt? Dass irgendwann bei maßlosem Gelddrucken Inflation und Hyperinflation anstehen, und dass man Schulden auch zurückzahlen muss – egal.

Der „plan“-mäßige Weg in den Sozialismus

Bernd Riexinger als Parteichef der Linken verkündet eine klare, ganz offene Forderung, die letztlich nichts anders ist als der direkte Weg in den Sozialismus. Das Wort Enteignung klingt natürlich verführerisch für alle Menschen, die kein Wohneigentum besitzen, sondern mieten. Wer würde sich nicht gerne vom „Joch“ des bösen Vermieters lösen, an den man jeden Monat einen beträchtlichen Teil seines Einkommens abführen muss? Dass der Vermieter für die Erstellung der Immobilie vielleicht einen Kredit aufgenommen hat, und dass laufende Kreditraten, Instandhaltungen, städtische Leitungsverlegungen an der Straße uvm sehr viel Geld kosten, das erwähnt Bernd Riexinger nicht.

Denn diese Kosten trägt der Vermieter, welche letztlich durch die monatlichen Mietzahlungen finanziert werden. Im Sozialismus sagt man sich wohl: Der böse Vermieter kassiert pro Monat 800 Euro Miete, und hat also auch 800 Euro Gewinn für sich selbst. Dass nach Kreditkosten, Instandhaltung, Müllabfuhr, Gärtner, Hausmeister uvm bei vielen Vermietern kaum oder nur wenig übrig bleibt, passt da natürlich nicht ins Bild. Dass Ersteller von Immobilien teuer erkaufte Grundstücke über höhere Wohnungsmieten refinanzieren müssen – egal. Für Bernd Riexinger ist es ganz einfach. Alles verstaatlichen, so scheint die Devise zu sein.

Am besten alle Wohnungen und auch alle Grundstücke in Staatseigentum überführen, dann hat man alle Probleme Wohnungsmarkt gelöst? Die tatsächliche und nachhaltige Lösung des Problems wäre es, dass Staat und vor allem private Vermieter die Zahl neuer Wohnungen so derart stark erhöhen, dass mehr Angebot als Nachfrage vorhanden ist. Dann fallen die Wohnungsmieten von ganz alleine – Angebot und Nachfrage! Berlin (man lebt eh auf Kosten der anderen Bundesländer über den Länderfinanzausgleich) müsste deutlich mehr Bauland zur Verfügung stellen, und das möglichst günstig, mit möglichst wenig Bürokratie. Aber nein, man bestraft lieber die bestehenden Vermieter.

Vermieter enteignen, weil sie nicht so agieren wie gewünscht

Diese Woche trat beim Berliner Mietendeckel die zweite Stufe in Kraft. Daraufhin kündigten große Vermieter in Berlin an neue Investitionen auf dem Berliner Wohnungsmarkt stoppen zu wollen. Die Lösung im Sozialismus lautet bei so etwas: Funktioniert unsere Maßnahme nicht wie gewünscht, setzen wir eben eine noch größere Maßnahme oben drauf. So fordert Bernd Riexinger daher eindeutig die Enteignung der Vermieter. Natürlich ist das verfassungsrechtlich ein noch weiterer Weg als der Mietendeckel.

Aber hey, der wurde ja auch bereits umgesetzt in Berlin. Der Staat soll es halt selbst richten. Selbst bei einer Enteignung (spielen wir das Szenario mal durch) müsste die Stadt Berlin die Wohnungseigentümer entschädigen. Dadurch würde die Verschuldung der Stadt Berlin deutlich ansteigen. Aber halt… wenn wir eh schon beim Thema EZB sind… die EZB könnte doch diese neuen Berliner Anleihen einfach aufkaufen, und auf ihre Rückzahlung verzichten? Wäre doch echt super? Ein Free Lunch im Märchenland des Sozialismus.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Dass sich die Wohnungskrise in Berlin durch den Mietendeckel eher noch verschärft hat, das darf man als Verfechter des Sozialismus natürlich sofort den bösen Vermietern anlasten? Denn die wollen bei sinkenden Mieteinnahmen und staatlichem Eingriff in die Vertragsfreiheit keine neuen Wohnungen mehr in Berlin bauen? Welch ein Wunder, wer hätte damit rechnen können? Das ist ja gleich noch ein Argument für die Verstaatlichung der gesamten Wohnungsindustrie. Lassen wir einfach alles den Staat machen. Wohnungen bauen und vermieten, und das schön günstig. Aber warum macht die Stadt Berlin das nicht schon längst in großem Stil?

Niemand hindern sie daran. Man sieht, sie kann es nicht. Dabei regieren die Linken in Berlin doch, und sind nicht in einer Opposition, wo sie hilflose Zuschauer sind. Nein, man drangsaliert lieber die private Wohnungswirtschaft. Dabei könnte man parallel zu den Privaten durch ein massives Überangebot an neuen staatlich gebauten Wohnungen dafür sorgen, dass auch bei den privaten Vermietern durch freie Marktmechanismen die Mietforderungen sinken. Denn wie gesagt, wenn mehr Wohnungen als Wohnungsssuchende vorhanden sind, werden die Vermieter zwangsläufig ihre Mietforderungen senken.

weiterlesen

Allgemein

Konsumklima stürzt ab, Aussichten am Arbeitsmarkt besser – wie kann das sein?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Menschen in Schlange mit Einkaufswagen

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat heute ihre Meldung für das Konsumklima in Deutschland (Verbraucherstimmung) veröffentlicht. Dem normalen Menschenverstand folgend sinkt das GfK-Konsumklima. Für Dezember zeigt man einen Wert von -6,7 Punkten, und damit 3,5 Punkte weniger als im November. Es ist logisch, dass die Stimmung der Konsumenten sinkt, wenn der zweite Lockdown voll in Gange ist – sei es auch nur ein sanfter Lockdown mit geschlossener Gastronomie. Der Lockdown light habe die Verbraucherstimmung im November laut GfK spürbar gedämpft. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung müssen – wie schon im Vormonat – Einbußen hinnehmen. Hier ein Auszug aus der Meldung der GfK:

„Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen – ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus – das Konsumklima schwer“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen. Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung hat ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.“

Stimmung am Arbeitsmarkt verbessert sich

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute sein aktuellstes Barometer für den deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht. Demnach verbessert sich die Stimmungslage sogar. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer (besteht aus zwei Komponenten, aktueller Beschäftigung und Entwicklung der Arbeitslosigkeit) ist im November um 0,4 Punkte auf 100,5 Punkte gestiegen. Damit verbleibt der Frühindikator im leicht positiven Bereich. Warum? Nun, dazu gibt die IAB eine klare Aussage. Die Beschäftigung werde im zweiten Lockdown nicht noch einmal einbrechen. Wichtig hierfür seien die (staatlichen) Stützungsmaßnahmen für die Betriebe und ihre jetzt bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Die Perspektive auf einen Impfstoff mache die Unternehmen zuversichtlicher.

Das verstärke noch einmal ihre Bereitschaft, die Beschäftigten zu halten. Dennoch belaste die weltweite zweite Corona-Welle die Erholung, und die sich durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft würden große Herausforderungen darstellen. Und relativ günstige Aussichten zeigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die entsprechende Komponente hielt sich auf dem Vormonatsstand von 102,1 Punkten. Zu beachten sei, dass der Befragungszeitraum schon in der ersten Novemberhälfte endete, als eine Verlängerung des Lockdowns noch nicht absehbar war.

Also: Die staatlichen Arbeitsmarkt-Forscher sehen die Stimmung deswegen verbessert, weil auf der einen Seite die Befragung schon endete, bevor eine Lockdown-Verlängerung absehbar war – und weil auf der anderen Seite die Wirtschaft vom Staat mit Rettungsgeldern geflutet wird, sodass Entlassungen nicht notwendig sind.

Arbeitsmarkt-Barometer der IAB steigt

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage