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Rundfunkbeitrag muss steigen: Der „arme Lutz“ vom NDR braucht jeden Cent

NDR-Chef Lutz Marmor hat in einem aktuellen Interview mit dem Deutschlandfunk (ebenfalls Öffentlicher Rundfunk) verkündet: Der Rundfunkbeitrag müsse ab dem Jahr 2021 nach „zwölf Jahren ohne Erhöhung“ an die Inflation angepasst werden. Das sei schlicht unvermeidlich, wenn man die Öffentlich Rechtlichen nicht kleiner machen wolle, so Marmor.

Da mag man als unbedarfter Betrachter meinen: Seit 12 Jahren keine Gebührenerhöhung mehr? Puhhh, bei der ständigen Inflation muss es ARD und ZDF inzwischen wirklich schlecht gehen. Eine Erhöhung ist wohl doch notwendig!? In seinem Interview verschweigt Marmor aber die Tatsache, dass seit dem Jahr 2013 nicht mehr alle angemeldeten Haushalte, sondern einfach alle Haushalte den Rundfunkbeitrag (GEZ-Gebühr) zahlen müssen. Durch diese auf 100% verbreiterte Grundlage an zahlenden „Kunden“ hat sich das Gesamtaufkommen der Einnahmen dramatisch erhöht, ganz ohne Gebührenerhöhung.

Es sind einfach deutlich mehr zwangsweise zahlende Kunden vorhanden. Dadurch haben die Öffentlich Rechtlichen sogar einen gigantischen Berg an Überschüssen angehäuft. Laut dem Finanz-Überwachungsorgan für ARD und ZDF, der sogenannten KEF, liegt der Überschuss für den Zeitraum 2017-2010 bei satten 544,5 Millionen Euro(nachzulesen im aktuellsten KEF-Bericht auf Seite 16). 502 Millionen davon entfallen alleine auf die ARD-Anstalten wie den NDR. Uppps, das hat der „arme Lutz“ doch glatt verschwiegen… ähhh, vergessen zu erwähnen?

Wie auch immer. Weil ein höherer Beitrag als Selbstzweck ja nicht so „cool“ ankommt bei den Beitragszahlern, hat sich der gute Lutz diesmal ausgedacht, dass das „Gesamtangebot aufrecht erhalten werden müsse“, und dass die „Unabhängigkeit der Sender bewahrt werden müsse“. Mehr Geld sei notwendig, wenn man Zitat „uns nicht kleiner machen möchte“.

Einsparen? Unnützes weglassen? Kein Wort dazu von Marmor. Aber er findet eine Begründung (die Qualität der Begründung ist wohl Ansichtssache), warum ARD & ZDF weiterhin auch Unterhaltung im Programm haben sollten. Zitat:

Die Öffentlich-Rechtlichen müssten aber auch besser erklären, warum ihnen Dinge wichtig seien. „Ich plädiere ganz offensiv dafür, auch die Unterhaltung bei uns zu belassen. Unterhaltung ist ein ganz menschliches Grundbedürfnis.“ Das sei auch die Erwartung der Gebührenzahler.

Naja… auf die Toilette gehen ist ja auch ein menschliches Grundbedürfnis… zeigt die ARD Leute beim täglichen Toilettengang? Nein, so weit wir wissen nicht. Aber lassen wir das. Abgesehen davon, dass die ARD wie immer mehr Geld fordert, wollen zwei Bundesländer die Nischen-Sender der Öffentlich Rechtlichen einstampfen (wer schaut schon ZDF Neo?). Die Medienstaatssekretäre von Brandenburg und Schleswig-Holstein haben im Vorfeld der Tagung der Rundfunkkommission am 24. Oktober 2018 in Hamburg in der Zeit eine „Erneuerung“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gefordert.

Man solle sich auf Bildung, Beratung sowie Kultur konzentrieren. Es gebe zum Beispiel keine Legitimation dafür, mit dem Geld der Beitragszahler die Preisspirale der Übertragungsrechte im Profisport, insbesondere im Fußball, in schwindelerregende Höhen zu treiben. Die beiden fragen, ob Formate wie Tagesschau24, ZDF Info und Phoenix notwendig seien. Wäre ein gemeinsames Informations- und Dokumentationsangebot nicht besser, so ihre Frage?

Die Diskussion geht weiter. Und die ARD wird wie immer mehr Geld fordern. Wer gebietet diesem Drang endlich mal Einhalt?

Lutz Marmor ARD-Chef - Rundfunkbeitrag muss steigen
Lutz Marmor ist nicht nur Chef des NDR, sondern war bis 2015 auch Vorsitzender der ARD. Foto: NDR/WDR/Herby Sachs CC BY-SA 4.0



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2 Kommentare

  1. Moin, moin,

    es gibt wohl nichts auf dieser Welt, was der BRD Michel nicht mit sich machen läßt. Dem Michel muss man erst das Fell über die Ohren ziehen, bis er wach wird. Nun muss man aber auch sagen, dass immer mehr Michel wach werden. Wer Widerstand leistet, dem muss klar sein, dass er dann in die (rechte) Ecke kommt.
    Wünschenswert aus Sicht der Berliner Regierung ist also ein Michel der alles erduldet, keine Fragen stellt, alles zahlt, was er an Steuern und Abgaben zu zahlen hat und pünklich zum Renteneintritt verstirbt.
    Höhrer Steuern, Abgaben und sonstiger Blödsinn gehen nur in der BRD umzusetzen. Versuchen sie das einmal in Frankreich, Griechenland oder Italien. Die gehen dort auf die Straßen und im endeffekt zahlts eh dort niemand.
    Fazit: Den öffentlichen-rechtlichen „Wahrheitsverkündern“ fehlt der regulierende Markt. Dann wären ARD, ZDF und die anderen Nutznießer schon längst Geschichte.

  2. Ich stimme Ihnen in vollem Umfang zu asyoulike.
    Rundfunkgebühren abschaffen.
    leider hat nur die AfD diesen Punkt in ihrem Wahlprogramm.
    Das Geseier in den öffentlich rechtlichen ist für mich kaum zu ertragen.

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