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Russland macht Kasse: Größter Privatisierungsdeal bringt 10,5 Milliarden Euro

Für 10,5 Milliarden Euro verkauft Russland 19,5% Anteile am weltweit größten börslich gelisteten Ölkonzern Rosneft. Die Käufer sind das Emirat Katar und der Rohstoffkonzern…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Für 10,5 Milliarden Euro verkauft Russland 19,5% Anteile am weltweit größten börslich gelisteten Ölkonzern Rosneft. Die Käufer sind das Emirat Katar und der Rohstoffkonzern Glencore. Rosneft-Chef Igor Sechin betonte im Gespräch mit Wladimir Putin, dass man sogar mit insgesamt 30 ausländischen potenziellen Käufern gesprochen habe. Putin wiederum betonte, dass weiterhin die Mehrheit an Rosneft in russischer Staatshand verbleibt. Auch wird im offiziellen Text zur der Übernahme durch Putin sinngemäß betont, dass man sich als Gewinner dieses Verkaufs sieht – also kein Notverkauf, kein Ausverkauf von Staatseigentum. Sondern man will damit zeigen (so ist der Tenor), dass man am internationalen Kapitalmarkt ein gefragter Partner ist, trotz Sanktionen.

rosneft
Rosneft-Chef Igor Sechin gestern zu Besuch bei Wladimir Putin mit der offiziellen Präsentation dieses Mega-Deals für Russlands Staatskasse.

Einerseits bringt dieser Deal weltweit Vertrauen zurück, dass Investoren ganz real große Geldsummen nach Russland pumpen. Andererseits tut dieses Geld unmittelbar der russischen Staatskasse gut. Die Bedeutung des Deals zeigt die Tatsache, dass es sich hierbei um das größte Privatisierungsgeschäft Russlands überhaupt handelt. Wenn der Kreml den Besuch des Rosneft-Chefs offiziell mit Text und Foto begleitet, und der Begleittext so positiv und euphorisch ausfällt wie in diesem Fall, will Putin damit ganz klar Zuversicht für den Investitionsstandort Russland demonstrieren. Ein Zeichen für weltweite Investoren: Ignoriert einfach diese Sanktionen, schaut her, Glencore und Katar tun es auch. Das ist wohl die Botschaft hinter der Veröffentlichung, und das Cash wird der Staatskasse gut tun! Hier der Originaltext aus dem Kreml:


President of Russia Vladimir Putin: Mr Sechin, I would like to congratulate you on the conclusion of a privatisation deal to sell a large stake in our leading oil and gas company Rosneft: 19.5 percent. The deal was made on an upward trend in the price of oil and it therefore reflects on the value of the company itself.

In this respect, the timing is very good and the overall value of the deal is significant: 10.5 billion euros. Together with the Bashneft company that you acquired recently, this amounts to $17.5 billion. Even the first by itself is the largest privatisation deal, the largest sell-off and acquisition in the oil and gas sector in the world in the outgoing year 2016.

I very much hope that new investors – a consortium of the Qatar state fund and Glencore, a major international trading company – I hope that their participation in managing bodies will improve corporate procedure and the company’s transparency and will ultimately increase its capitalisation. Meanwhile, the company’s controlling stake will remain in the hands of the Russian state: over 50 percent.

Overall, this is a very good result. I would like to congratulate all of you, your colleagues who have worked on it. And naturally, the question arises: when will the money come to the Russian budget?

Rosneft President and CEO Igor Sechin: Mr President, allow me to update you on the results of the work to fulfil your assignment to sell a 19.5 percent stake in Rosneft oil company.

As part of our effort to enlist potential investors and conclude this sale, we have conducted commercial talks with over 30 companies, foundations, professional investors, sovereign funds and financial institutions in Europe, the Americas, the Middle East, and the Asia Pacific region.

Today, I am reporting to you the conclusion of these talks, the completion of the consideration of proposals submitted, and the signing of the comprehensive privatisation deal, including Bashneft, as you rightly said. This amounts to over 1 trillion rubles, which will come to the budget, including 10.5 billion euros for Rosneft’s 19.5 percent stake.

The consortium that will become Rosneft’s shareholder was established by the Qatar Sovereign Wealth Fund and Glencore trading company, which is our long-standing partner. The consortium participants hold equal stakes: 50 percent each.

Payment to the state budget will be made both with our own resources and with a loan organised by one of Europe’s largest banks.




Text und Foto: kremlin.ru

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

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