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Russland: Sanktionen, dann nächste politisch motivierte Abstufung?

Markus Fugmann

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am

Nachdem die Ratingagentur S&P Russland am Freitag abgestuft hatte auf nun BBB- (Ausblick weiter negativ), könnte nun bald der nächste Nackenschlag drohen. S&P hatte explizit darauf hingewiesen, dass weitere Sanktionen eine weitere Abstufung nach sich ziehen dürfte – und dann wäre Russland auf der Stufe „junk“ bzw. non-investment-grade. Folge wären vermutlich weitere Kapitalabflüsse aus dem Land.

Und die nächsten Sanktionen stehen wohl unmittelbar bevor: nach Angaben des Sicherheitsberaters des Weißen Hauses, Tony Blinken, könnten schon heute neue Sanktionen gegen russische Politiker und Unternehmen erlassen werden. Für viele westliche Investoren wäre dann wohl die Schmerzgrenze erreicht, Positionen würden weiter zurück gefahren oder aufgelöst.

Unterdessen steigen die Renditen (=Risikoprämien) für russische Staatsanleihen weiter – das Land hat bereits achtmal in Folge den Verkauf von Staatsanleihen absagen müssen. Auch der Rubel bleibt unter Druck – und das obwohl die russische Zentralbank am Freitag überraschend die Leitzinsen um 0,5% auf nunmehr 7,5% angehoben hat, um der steigenden Inflation im Gefolge des schwachen Rubel zu begegnen, der die Importe faktisch verteuert und so zur Geldentwertung beiträgt. Angesichts der Abkühlung der russischen Wirtschaft, die durch die Ukraine-Krise nur beschleunigt, aber nicht ursächlich ausgelöst wurde, ist die Leitzinsanhebung ein zusätzlicher Risikofaktor, der die Abwärtsdynamik zusätzlich beschleunigen könnte. Viele russische Banken haben derzeit große Probleme, sich am internationalen Geldmarkt zu refinanzieren, was für russische Unternehmen die Neuaufnahme von Krediten massiv erschwert.

Sind weitere Abstufungen durch amerikanische Rating-Agenturen politisch motiviert? Vermutlich würde etwa S&P diesen Vorwurf zurück weisen und auf die realwirtschaftlichen Auswirkungen der Ukraine-Krise für die russische Wirtschaft verweisen. Dennoch: die US-Administration hat mehrfach deutlich gemacht, dass sie Russland durch wirtschaftlichen Druck treffen möchte und daher eindeutig vor Investments zum Beispiel in russische Aktien gewarnt – so etwa der Pressesprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. Man kann sich also des Wohlwollens der US-Regierung sicher sein, wenn man als Ratingagentur im Einklang mit der US-Regierung diesen Druck weiter verschärft..

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Keseler

    5. Januar 2015 16:38 at 16:38

    Mittlerweile steht fest, dass mit den weiteren Abstufungen und besonders auch dem Ölpreisverfall der Druck auf Russland deutlich erhöht wurde und die Situation weiter anspannt. Da waren dieRating Agenturen nur ein weiteres Mosaik.

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Aktien

Netflix-Quartalszahlen: Erwartungen verfehlt, Aktie fällt

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf TV

Die Netflix-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 6,44 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,24/letztes Quartal 6,15/für heute erwartet 6,4).

Der Gewinn liegt bei 1,74 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,47/letztes Quartal 1,59/für heute erwartet 2,13).

Die Nutzerzahl ist im dritten Quartal um 2,20 Millionen gewachsen. Die Erwartungen lagen bei 2,5 Mio durch Netflix selbst – der Markt erwartete 2,5-3,2 Mio.

Wie man aktuell verkündet, erwartet man 6,0 Millionen neue Nutzer im laufenden 4. Quartal.

Free Cash Flow +1,14 Milliarden Dollar (Vorquartal +899). Operative Marge 20,4 Prozent nach 22,1 Prozent im Vorquartal.

Die Netflix-Aktie reagiert nachbörslich mit -4,7 Prozent.

Kurz-Fazit: Gewinn pro Aktie und die Zahl neuer Abos verfehlen die Erwartungen. Das wird nun nachbörslich abgestraft.

Datenblatt mit aktuellen Quartalszahlen von Netflix

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Stimulus-Hoffnung stirbt zuletzt

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Heute soll angeblich der entscheidende Tag sein. Kommt noch auf den letzten Drücker eine Einigung zwischen Demokraten und Donald Trump über einen neuen Stimulus? Das dürfte kurzfristig die Kurse bewegen.

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Aktien

Kaufverbot für die Nikola-Aktie – Werbung

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Lieber Börsianer,

am Firmensitz der Nikola in Phoenix (Arizona) glühen schon seit Wochen die Telefonleitungen. Das junge Unternehmen kämpft hart um seine Reputation. Man kämpft um die letzten Investoren, die noch nicht gegangen sind. Und vor allem, man kämpft um seine Partner wie General Motors, Bosch oder Iveco. Denn wenn die abspringen, wird die Nikola-Zentrale in Phoenix zugesperrt.

Aber der Reihe nach! Was ist zuletzt passiert bei Nikola?

Der charismatische Firmengründer Trevor Milton wurde aufs Abstellgleis geschoben und seitdem geben trockene Technikertypen den Ton bei Nikola an. So trat der Technik-Chef Jesse Schneider zuletzt vor die Presse und referierte betont sachlich über Patente, Chassis-Zeichnungen und andere Dokumente. Er legte haarklein auseinander, welcher Bestandteil des Nikola-Trucks fremd eingekauft, welcher extern entwickelt wurde.

Die Veranstaltung war langweilig, aber wichtig. Wenn Nikola überleben will, muss es das Vertrauen des Marktes und der Industrie wiederherstellen. Dafür wollen die Investoren jetzt keine Visionen hören, sondern Fakten und Details sehen.

Diese Fakten und Details entscheiden in den kommenden Wochen über den Kursverlauf der Aktie. Denn am 30. November läuft die Sperrfrist (lock-up-period) für die vorbörslichen Investoren der Nikola ab. Wenn diese Investoren bis dahin nicht von der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells überzeugt werden können, werden sie an diesem Tag mit großem Volumen aus der Aktie aussteigen und ein erneutes Kursmassaker herbeiführen.

Aber denken wir positiv! Unterstellen wir einmal, Jesse Schneider und CEO Mark Russell können die Investoren überzeugen, dann dürfte auch General Motors an Bord bleiben. Das ist aktuell der wichtigste Nikola-Partner. Mehr noch: Der US-Autobauer entscheidet wahrscheinlich über die Zukunft des Lkw-Bauers Nikola.

Nur zur Erinnerung: General Motors (GM) hat zugesagt, für Nikola die Werkbank zu machen und insgesamt Produktionsleistungen im Wert von 2 Milliarden USD für das Startup zur Verfügung zu stellen. Konkret war oder ist geplant, dass GM den…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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