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Schuldenkönig Trump

Hinweis: Heute erscheint der „Videoausblick“ aufgrund von Heiserkeit nur in Textform!

Markus Fugmann

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Hinweis: Heute erscheint der „Videoausblick“ aufgrund von Heiserkeit nur in Textform!

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Gestern endeten die US-Indizes mit leichten Verlusten (Ausnahme der Russell 2000), während der Dax den gesamten Handelstag um die 12100er-Marke pendelte.

In Asien der Nikkei mit -0,75% – auch hier, wie schon an der Wall Street, sind es Chip-Werte, die schwach sind. Chinas Märkte leicht negativ, in Hongkong heute Nacht diesmal keine besonderen Vorkommnisse.

Besondere Vorkomnisse aber gibt es – wie fast immer – um Donald Trump! Gestern Abend sagte er, dass er keine Deadline habe für die Zölle gegen China. Diese Deadline sei nur in seinem Kopf – und widersprach damit seinen Aussagen von Montag in dem CNBC-Interview, wonach er nach dem G20-Gipfel Ende Juni eine Entscheidung über die zusätzlichen Zölle von Waren aus China im Volumen von 325 Milliarden Doollar verhängen werde.

Auch kurios: gestern sagte Trump, er habe einen „wundervollen“ Brief von Kim Yong-Un erhalten, sehr „warmherzig“. Heute dagegen verhängen die Amerikaner neue Sanktionen gegen Nordkorea..

Überhaupt Trump, der Schuldenkönig: gestern Abend wurden die Budget-Daten aus den USA veröffentlicht, und die USA haben noch nie in einem Mai ein so großes Defizit in diesem Monat gemacht wie aktuell – 208 Milliarden Dollar in einem einzigen Monat, vorwiegend wegen Ausgaben für Rüstung, aber auch Gesundheitswesen (Medicaire):

Daher ist der bullischste Chart weit und breit nicht etwa der S&P 500, sondern der Chart für die Zinszahlungen der USA:

Hatte Trump nicht einst versprochen, das Defizit der USA innnerhalb von acht Jahren zu eliminieren?

Übrigens: im Mai haben die USA ca. fünf Milliarden Dollar durch Zolleinnnahemn erzielt, im Vormonat waren es noch drei Milliarden. Trump muß also noch viele weitere Zölle einführen, damit die USA kein Defizit mehr machen wie derzeit von mehr als 200 Milliarden Dollar in einem einzigen Monat..

A propos Zölle und Handelskrieg: Hu Xijin, das derzeitige Sprachrohr Pekings, kündigte gestern Abend eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwichen den USA und China an:

Die rote Linie in diesem Handelskrieg ist Huawei, wie folgender Tweet noch einmal verdeutlicht:

Ergo: keine Entspannung im Handelskrieg USA-China! Demgegenüber steht die Hoffnung auf eine laxere Geldpolitik der Fed nach den gestern niedriger ausgefallenen US-Verbraucherpreisen..

Dementsprechend warten die Märkte auf das Großereignis Fed in der nächsten Woche – heute eher unwesentlich die US-Exporte-/Importe sowie die US-Erstanträge. Morgen – sehr viel wichtiger – die US-Einzelhandelsumsätze, und sollten diese stark ausfallen, dann würde das die Erwartungen der Märkte an eine Zinssenkung schon im Juli wohl stark abkühlen. Gute Nachrichten sind dann schlechte Nachrichten..

Nach wie vor gilt: die Märkte überschätzen die Zinssenkungsbereitschaft der Fed, wenn sie vier Zinssenkungen bis Ende 2020 einpreisen. Man ist hier „vor der Kurve“.

Übrigens: einer der besten Indikatoren für die Weltwirtschaft, das persönliche Beobachten von Containerschiffen an der Elbe, hat zuletzt deutlich positivere Konjunktursignale ergeben, sprich die Containerschiffe sind sehr gut beladen. Das war vor wenigen Wochen noch ganz anders..

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    OZO

    13. Juni 2019 08:14 at 08:14

    Das könnten auch leere Container sein, die an Ihre Eigentümer retourniert werden. Oder vielleicht gibt es ja inzwischen schon Quellen, die gerne dafür zahlen, dass die Reedereien leere Container durch die Welt fahren, damit die Illusion eines gut florierenden Handels aufrecht erhalten wird!?

  2. Avatar

    tm

    13. Juni 2019 09:10 at 09:10

    „Hatte Trump nicht einst versprochen, das Defizit der USA innnerhalb von acht Jahren zu eliminieren?“

    Ja, wobei er – siehe Tweet – sogar meinte, den Schuldenstand auf Null zu senken, nicht nur das (laufende) Defizit.

    Und nicht nur um Mai wurde ein Rekorddefizit im Vergleich zum gleichem Monat in den Jahren zuvor von Trump erzielt, sondern bereits im Februar und das war sogar die höchste Neukreditaufnahme, die jemals in einem Monat ermittelt wurde.

    In Summe hat Trump damit im laufenden Jahr knapp 420 Mrd. USD neue Schulden aufgetürmt und damit mehr als doppelt so viele wie Obama im gleichen Zeitraum 2015 und 2016.

  3. Avatar

    tm

    13. Juni 2019 09:26 at 09:26

    Der Chart zu den Zinszahlungen ist ja ganz interessant. Fairerweise muss man aber sagen, dass die Zinszahlungen im Verhältnis zum BIP (und wohl auch den Steuereinnahmen) in den 1980er und der ersten Hälfte der 1990er deutlich höher waren. Seit etwa 2001 liegt der Anteil der Zinszahlungen zwischen 2,0% und 3,0% des BIPs und damit ähnlich niedrig wie in den 1950er und 1960er Jahren.

    Trump ist allerdings auf einem guten Weg, hier wieder Zustände wie vor drei Jahrzehten zu erwirken, bei gleichzeitig aber massiv niedrigeren Zinsen. Da zeigt sich eben sein stabiles Genie.

  4. Avatar

    albi1969

    13. Juni 2019 09:31 at 09:31

    Trump macht das schon….LoL…
    Zunächst mal gute Besserung an die Stimme

  5. Avatar

    Rémy

    13. Juni 2019 09:55 at 09:55

    „Containerschiffe sind sehr gut beladen. Das war vor wenigen Wochen noch ganz anders..“ – gab es nicht vor ein paar Wochen eine grosse Baustelle, weshalb alle Containerempfänger die Ware verzögert erhielten? – vielleicht wurde temporär auf andere Häfen umgeleitet…

    LG ein „Importeur“

    N.B. US-Zölle
    Die China-US-Zölle bezahlt der US-Konsument – richtig? Alle grossen US-Einkäufer sind teilweise im wochentakt bei den Chinesen um Kostenreduktionen durchzudrücken und dazwischen werden Lieferanten in Indien händeringend (!) gesucht/besucht.
    – Die Wirtschaft besteht nicht nur aus Apple und Semiconductor…

  6. Avatar

    Kenguru

    13. Juni 2019 17:21 at 17:21

    Seit heute Morgen geistert mir folgendes Bild durch den Kopf: M.Fugmann im Neoprenanzug mit Nachtsichtgerät und Schnorchel, containerzählend im Mühlberger Loch. Kein Wunder, wenn man sich dabei erkältet, nichtsdestotrotz gute Besserung.

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