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Schuldenkönig Trump

Hinweis: Heute erscheint der „Videoausblick“ aufgrund von Heiserkeit nur in Textform!

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Gestern endeten die US-Indizes mit leichten Verlusten (Ausnahme der Russell 2000), während der Dax den gesamten Handelstag um die 12100er-Marke pendelte.

In Asien der Nikkei mit -0,75% – auch hier, wie schon an der Wall Street, sind es Chip-Werte, die schwach sind. Chinas Märkte leicht negativ, in Hongkong heute Nacht diesmal keine besonderen Vorkommnisse.

Besondere Vorkomnisse aber gibt es – wie fast immer – um Donald Trump! Gestern Abend sagte er, dass er keine Deadline habe für die Zölle gegen China. Diese Deadline sei nur in seinem Kopf – und widersprach damit seinen Aussagen von Montag in dem CNBC-Interview, wonach er nach dem G20-Gipfel Ende Juni eine Entscheidung über die zusätzlichen Zölle von Waren aus China im Volumen von 325 Milliarden Doollar verhängen werde.

Auch kurios: gestern sagte Trump, er habe einen „wundervollen“ Brief von Kim Yong-Un erhalten, sehr „warmherzig“. Heute dagegen verhängen die Amerikaner neue Sanktionen gegen Nordkorea..

Überhaupt Trump, der Schuldenkönig: gestern Abend wurden die Budget-Daten aus den USA veröffentlicht, und die USA haben noch nie in einem Mai ein so großes Defizit in diesem Monat gemacht wie aktuell – 208 Milliarden Dollar in einem einzigen Monat, vorwiegend wegen Ausgaben für Rüstung, aber auch Gesundheitswesen (Medicaire):

Daher ist der bullischste Chart weit und breit nicht etwa der S&P 500, sondern der Chart für die Zinszahlungen der USA:

Hatte Trump nicht einst versprochen, das Defizit der USA innnerhalb von acht Jahren zu eliminieren?

Übrigens: im Mai haben die USA ca. fünf Milliarden Dollar durch Zolleinnnahemn erzielt, im Vormonat waren es noch drei Milliarden. Trump muß also noch viele weitere Zölle einführen, damit die USA kein Defizit mehr machen wie derzeit von mehr als 200 Milliarden Dollar in einem einzigen Monat..

A propos Zölle und Handelskrieg: Hu Xijin, das derzeitige Sprachrohr Pekings, kündigte gestern Abend eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwichen den USA und China an:

Die rote Linie in diesem Handelskrieg ist Huawei, wie folgender Tweet noch einmal verdeutlicht:

Ergo: keine Entspannung im Handelskrieg USA-China! Demgegenüber steht die Hoffnung auf eine laxere Geldpolitik der Fed nach den gestern niedriger ausgefallenen US-Verbraucherpreisen..

Dementsprechend warten die Märkte auf das Großereignis Fed in der nächsten Woche – heute eher unwesentlich die US-Exporte-/Importe sowie die US-Erstanträge. Morgen – sehr viel wichtiger – die US-Einzelhandelsumsätze, und sollten diese stark ausfallen, dann würde das die Erwartungen der Märkte an eine Zinssenkung schon im Juli wohl stark abkühlen. Gute Nachrichten sind dann schlechte Nachrichten..

Nach wie vor gilt: die Märkte überschätzen die Zinssenkungsbereitschaft der Fed, wenn sie vier Zinssenkungen bis Ende 2020 einpreisen. Man ist hier „vor der Kurve“.

Übrigens: einer der besten Indikatoren für die Weltwirtschaft, das persönliche Beobachten von Containerschiffen an der Elbe, hat zuletzt deutlich positivere Konjunktursignale ergeben, sprich die Containerschiffe sind sehr gut beladen. Das war vor wenigen Wochen noch ganz anders..

6 Kommentare

6 Comments

  1. OZO

    13. Juni 2019 08:14 at 08:14

    Das könnten auch leere Container sein, die an Ihre Eigentümer retourniert werden. Oder vielleicht gibt es ja inzwischen schon Quellen, die gerne dafür zahlen, dass die Reedereien leere Container durch die Welt fahren, damit die Illusion eines gut florierenden Handels aufrecht erhalten wird!?

  2. tm

    13. Juni 2019 09:10 at 09:10

    „Hatte Trump nicht einst versprochen, das Defizit der USA innnerhalb von acht Jahren zu eliminieren?“

    Ja, wobei er – siehe Tweet – sogar meinte, den Schuldenstand auf Null zu senken, nicht nur das (laufende) Defizit.

    Und nicht nur um Mai wurde ein Rekorddefizit im Vergleich zum gleichem Monat in den Jahren zuvor von Trump erzielt, sondern bereits im Februar und das war sogar die höchste Neukreditaufnahme, die jemals in einem Monat ermittelt wurde.

    In Summe hat Trump damit im laufenden Jahr knapp 420 Mrd. USD neue Schulden aufgetürmt und damit mehr als doppelt so viele wie Obama im gleichen Zeitraum 2015 und 2016.

  3. tm

    13. Juni 2019 09:26 at 09:26

    Der Chart zu den Zinszahlungen ist ja ganz interessant. Fairerweise muss man aber sagen, dass die Zinszahlungen im Verhältnis zum BIP (und wohl auch den Steuereinnahmen) in den 1980er und der ersten Hälfte der 1990er deutlich höher waren. Seit etwa 2001 liegt der Anteil der Zinszahlungen zwischen 2,0% und 3,0% des BIPs und damit ähnlich niedrig wie in den 1950er und 1960er Jahren.

    Trump ist allerdings auf einem guten Weg, hier wieder Zustände wie vor drei Jahrzehten zu erwirken, bei gleichzeitig aber massiv niedrigeren Zinsen. Da zeigt sich eben sein stabiles Genie.

  4. albi1969

    13. Juni 2019 09:31 at 09:31

    Trump macht das schon….LoL…
    Zunächst mal gute Besserung an die Stimme

  5. Rémy

    13. Juni 2019 09:55 at 09:55

    „Containerschiffe sind sehr gut beladen. Das war vor wenigen Wochen noch ganz anders..“ – gab es nicht vor ein paar Wochen eine grosse Baustelle, weshalb alle Containerempfänger die Ware verzögert erhielten? – vielleicht wurde temporär auf andere Häfen umgeleitet…

    LG ein „Importeur“

    N.B. US-Zölle
    Die China-US-Zölle bezahlt der US-Konsument – richtig? Alle grossen US-Einkäufer sind teilweise im wochentakt bei den Chinesen um Kostenreduktionen durchzudrücken und dazwischen werden Lieferanten in Indien händeringend (!) gesucht/besucht.
    – Die Wirtschaft besteht nicht nur aus Apple und Semiconductor…

  6. Kenguru

    13. Juni 2019 17:21 at 17:21

    Seit heute Morgen geistert mir folgendes Bild durch den Kopf: M.Fugmann im Neoprenanzug mit Nachtsichtgerät und Schnorchel, containerzählend im Mühlberger Loch. Kein Wunder, wenn man sich dabei erkältet, nichtsdestotrotz gute Besserung.

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Handelsstreit – was Trumps Pressestatement verrät

Worum geht es eigentlich in der jetzigen Phase im Handelsstreit? Es geht natürlich um seine ureigenen Interessen und um seine Wiederwahl

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Worum geht es eigentlich in der jetzigen Phase im Handelsstreit?

Das erste Statement des US-Präsidenten vor den Kameras zum Ergebnis der Handelsgespräche, am Freitag gegen 23:00 Uhr MEZ, brachte es ein wenig zutage. Es geht natürlich um seine ureigenen Interessen und um seine Wiederwahl, anders sind die Worte des US-Präsidenten nicht zu interpretieren.

Hier eine Kurzbewertung der Ergebnisse vom vergangenen Freitag.

Handelsstreit – die Glorifizierung eines Landwirtschaftsabkommens und die Wählerbasis

Wie oft hat Trump seinen Stolz auf den Plastik-Deal oder partiellen Deal im Handelsstreit zum Ausdruck gebracht – dass die US-Landwirte 40 bis 50 Billionen Doller an landwirtschaftlichen Gütern an die Chinesen liefern können? Mehrmals, auch wenn es gar nicht zur Frage von Journalisten passte. Das sei das zwei- bis dreifache des normalen Handels und sogar noch mehr, bezogen auf den jetzigen Stand von 8 Milliarden Dollar. „Ob das die US-Landwirte überhaupt schaffen können? Sie müssen Überstunden machen und vielleicht sogar doch Land dazukaufen, was gut wäre und John Deere würde auch ein Geschäft machen“.

Immer und immer wieder diese Phrase wiederholend, bezog sich Donald Trump auf seine Stammwähler im Mittleren Westen und Bundesstaaten wie Michigan, Oklahoma oder Iowa, als ob diese Handelsvereinbarung das große Ding wäre. Ein Deal in der Landwirtschaft, die gerade mal 0,9 bis 1,0 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten beiträgt.

Wie hat denn der ganze Handelsstreit begonnen? Mit Zöllen auf Stahl und Aluminium vor eineinhalb Jahren, mit der Absicht die alte Industrie und deren Arbeitsplätze in die USA zurückzuholen. Dann die ständigen Drohungen an die EU und speziell an Deutschland mit Zöllen für die Automobilindustrie. Es ist Trumps zweites großes Anliegen, nämlich die Fabriken in Detroit und Umgebung zu reanimieren. Donald Trump ist ein Verfechter der Industrie aus den 1980-ern und der Bann von Huawei dient insbesondere als Druckmittel, um seine Handelsforderungen durchzusetzen. Waren es zuerst Spionagevorwürfe, so spielen diese derzeit keine Rolle mehr.

Phase I des Deals

In diesem lange diskutierten Vorabkommen gibt es natürlich noch weitere Optionen und Absichtserklärungen. China ist anscheinend bereit sein Land künftig für Banken und Dienstleister zu öffnen. Auch in Frage der Währungsmanipulation hat man sich anscheinend auf einen Kompromiss geeinigt. Der US-Präsident hofft, dass er das erste Teilabkommen Mitte November am Rande des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgipfels in Chile Mitte November zusammen mit Chinas Präsident Xi Jiping unterzeichnen kann.

Dazu müsste es aber erst noch zu Papier gebracht werden.

„Wir sollten das in den nächsten vier Wochen schaffen“, so die Worte Trumps.

 

Der taktische Schachzug im Handelsstreit

Trump hat mit diesem partiellen Deal folgendes erreicht: Zunächst hat er eine Eskalation abgewendet, indem er die Anhebung der Zölle ab 15. Oktober ausgesetzt hat – das Basisszenario für die Märkte. Dann gab er den Märkten die Hoffnung, dass es mit Phase zwei in vier Wochen zu weiteren Ergebnissen im Handelsstreit kommen könne, ob dies realistisch ist oder nicht. Drittens schiebt er kräftig weiter an mit Forderungen an die Federal Reserve mit einer Zinssenkung Ende Oktober. Dies und das von der Fed angekündigte Anleihekaufprogramm in Höhe von 60 Milliarden Dollar (kurzlaufende T-Bills, offiziell kein Q4) monatlich tun das Übrige im Hinblick auf die monetäre Versorgung der Märkte. Alles in allem eine Strategie, die dazu dient, die so wichtigen Aktienmärkte weiter oben zu halten. Da kann man tiefsinnig philosophisch sehr viel darüber nachdenken und diskutieren, ob das Ganze Sinn macht, aber das Entscheidende ist doch, ob die Märkte kurzfristig daran glauben.

Eine große Rolle dürfte bei diesem Konstrukt auch der ehemalige Goldman Sachs-Direktor und Hedgefonds-Manager Steven Mnuchin gehabt haben, der sich damit bestens auskennt.

Der Vorteil an Trump ist oftmals, dass er sofort ausspricht, was er denkt, ohne sich vorher über etwaige Folgen Gedanken zu machen. Er sprach in dem Presseauftritt davon, dass die Aktienmärkte derzeit fallen, wenn es schlechte Nachrichten gäbe und sie würden bei guten steigen – beides hänge immer mehr mit dem Handelsstreit zusammen. Das würde ihm gefallen. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, eigentlich nichts Neues, denn der Präsident hat bisher jedes Mal per Twitter interveniert, wenn es mit den Kursen nach unten ging. Darüber habe ich schon vor Wochen einen Artikel geschrieben, mit dem Titel „Shortprodukte, derzeit gefährlich wie selten“.

Sehr interessant war die Reaktion des Dow Jones in den letzten 30 Handelsminuten am Freitag. Nachdem durchgesickert war, das es nur eine Aussetzung der Zollanhebungen Mitte Oktober geben werde und keine Zurücknahme der bestehenden, kam es zu 200 Punkten an Gewinnmitnahmen. Die Märkte wollen mehr.

 

Fazit

Wenn man sich das ganze Schauspiel im Handelsstreit seit gut 18 Monaten betrachtet, so fällt auf: Dem US-Präsidenten geht es primär eigentlich um das Thema, welches er schon 1987 in einem Interview mit Larry King zum Besten gab. Die USA würden von anderen Ländern über den Tisch gezogen, das müsse sich endlich ändern, das schreckliche Handelsbilanzdefizit abgebaut werden. Es verschwünden Arbeitsplätze aus Amerika und dies habe zu einer Deindustrialisierung geführt. Um das zu ändern, sei er angetreten: „Make America great again, oder America First“, lautet sein Motto. Das hat er seinen Wählern im Mittleren Westen versprochen, das Thema Vorherrschaft in der Welt ist dabei zunächst ein sekundäres, es kann sich auch aus bereits beschriebenen Gründen erst nach der zweiten Amtszeit Trumps materialisieren. Aber es müsste eigentlich lauten:

„Trump First, dann die Familie und deren Geschäfte und dann das Land“ – und das bedeutet in erster Linie, dass Donald Trump wiedergewählt werden will. Wer eine andere Reihenfolge annimmt, ignoriert die Fakten.

Für sein Vorhaben braucht er eine stabile Wirtschaft, hohe Aktienkurse und seine Wählerbasis. Ob das gesamtwirtschaftlich großen Sinn ergibt, steht erst einmal auf einem anderen Blatt. So hangelt er sich von Monat zu Monat, immer in dem Spagat der „Demonstration der Stärke“ und der Abhängigkeit von der Wirtschaft. In jüngster Zeit wurden die Folgen der Zollpolitik immer signifikanter, deshalb auch die vorweihnachtliche Phase der Deeskalation.

Deshalb dürfte das Gezerre um ein Abkommen zwischen den Kontrahenten weitergehen, aber immer unter Berücksichtigung des ganz großen Zwischenziels. Eine Lösung im Handelsstreit is es beileibe nicht.

Allerdings muss man dieser Logik folgend, nichts Gutes für die Verhandlungen über die Autozölle mit der EU erwarten. Wie schimpft Donald Trump schon seit Jahren: „Ich hasse es, diese Mercedes Benz auf der Fifth Avenue zu sehen!“

In seiner Familie gab und gibt es allerdings eine Reihe von Automobilen mit dem Stern, typisch Trump halt.

 

Waffenstillstand im Handelsstreit - aber wie lange hält er?

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Finanznews

Trump und die Wall Street! Videoausblick

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Was ist der Unterschied zwischen der Wall Street und Trump? Die Wall Street hängt die Erwartungen so weit nach unten (bei den Quartalszahlen dre US-Konzerne), dass ein Überbieten dieser so stark abgesenkten Erwartungen leicht ist – und die Märkte dann über eben diese Überbietung jubeln können. Bei Trump passiert oft – so auch am Freitag – das Gegenteil: er hängt die Erwartungen extrem hoch, um sie dann krachend zu unterbieten. Denn der vermeintliche Deal mit China ist nicht mehr als eine hastig gestrickte Absichtserklärung, deren Halbwertszeit so oder so begrenzt sein dürfte. Die Zölle bleiben bestehen, eine weitere Eskalation derzeit nicht im Interesse Trumps – aber die Konflikte der beiden Großmächte (Hongkong, Uiguren, Iran, Huawei etc.) werden sich nicht in Luft auflösen, sondern vielmehr zeitnah wieder aufbrechen..

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US-Notenbank Fed startet Anleihekaufprogramm

Seit Beginn der akuten Notfallmaßnahmen am 17. September zur Abwendung des Kollapses des US-Dollar Repo-Marktes hat die Fed ihre Bilanz bis zum 9. Oktober bereits um über 190 Mrd. US-Dollar ausgeweitet

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Im Volumen von ca. 60 Mrd. US-Dollar pro Monat will die US-Notenbank Fed bis mindestens zum zweiten Quartal 2020 US-Staatsanleihen mit kürzerer Laufzeit erwerben. Darüber hinaus werden die Interventionen am Repo-Markt fortgesetzt.

 

US-Notenbank Fed druckt bereits dreistellige Milliardenbeträge

Am Freitagabend veröffentlichte die US-Notenbank im Schatten der Berichterstattung um die Zollverhandlungen zwischen China und den USA in Washington eine Presseerklärung, in der sie den Beginn eines neuen Kaufprogramms für US-Staatsanleihen bekannt gibt. Ab dem 15. Oktober sollen US-Schatzwechsel (T-Bills) in einem Anfangsvolumen von 60 Milliarden US-Dollar pro Monat gekauft werden.

Die Kaufsumme wir den Marktbedürfnissen angepasst und an jedem neunten Bankarbeitstag des Monats erneut veröffentlicht. Die Anleihekäufe sollen bis mindestens zum zweiten Quartal 2020 fortgeführt werden. Über ihre Website und via Twitter teilte die Fed mit, dass darüber hinaus auch die seit Mitte September laufende Liquiditätsunterstützung des Repo-Marktes fortgesetzt wird. Im Detail stellt die Fed für über Nacht Repo-Geschäfte an jedem Bankarbeitstag 75 Mrd. US-Dollar zur Verfügung. Darüber hinaus werden zweimal pro Woche länger laufende Wertpapierpensionsgeschäfte im Volumen von jeweils 35 Mrd. US-Dollar durchgeführt.

Seit Beginn der akuten Notfallmaßnahmen am 17. September zur Abwendung des Kollapses des US-Dollar Repo-Marktes hat die Fed ihre Bilanz bis zum 9. Oktober bereits um über 190 Mrd. US-Dollar ausgeweitet.

 

Im Zuge des jetzt verlautbarten Maßnahmenkatalogs wird die US-Notenbank dem Geld- und Staatsanleihenmarkt pro Monat in Summe ca. 205 Mrd. US-Dollar zur Verfügung stellen. Zum Vergleich umfasst das QE-Programm der EZB, das am 1. November startet, zunächst nur 20 Milliarden Euro bzw. 22 Milliarden US-Dollar pro Monat.

Ziel der Maßnahmen sei es, so die US-Notenbank, die Liquiditätsreserven der Banken mittels des frisch geschöpften Geldes wieder auf den Stand vor den Verspannungen am Geldmarkt zu hieven. Faktisch ist der private Geld- und Kapitalmarkt mit der Emissionsflut an US-Staatsanleihen überfordert und wäre ohne das neuerliche digitale Gelddruckprogramm der Fed bereits Mitte September kollabiert.

 

QE, or not QE?

Umso erstaunlicher ist es, dass die US-Notenbank sich weigert anzuerkennen, dass sie bereits mitten drin steckt in einem neuen QE-Programm. „QE“ steht für Quantitative Easing, was übersetzt mengenmäßige Lockerung bedeutet. Damit ist die Erhöhung der Geldmenge durch die US-Notenbank Fed gemeint, die über das US-Dollar Geldschöpfungsprivileg verfügt.

Durch das Erzeugen neuer Dollars und den Ankauf von Staatsanleihen wird faktisch die US-Dollar Geldmenge erhöht und die Fed-Bilanz ausgeweitet, ergo handelt es sich um ein QE-Programm. Die Fed versucht, den Stress am Repo-Markt als technische Verspannung darzustellen, was aber nicht der Realität entspricht. Eine Repo-Transaktion (Sale and Repurchase Agreement), auch Repo genannt, ist ein Vertrag, bei dem der Verkäufer Staatsanleihen an den Käufer verkauft und sich gleichzeitig verpflichtet, dieselben Staatsanleihen zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukaufen. Dabei zahlt er den gleichen Preis wie beim ursprünglichen Verkauf, jedoch zuzüglich Zinsen für den während der Laufzeit erhaltenen Barbetrag. Der Repo-Markt hat für die zur Verfügungstellung von Liquidität für den Staatsanleihenmarkt eine große Bedeutung. Weil im Zuge der Liquiditätsaustrocknung ab Mitte September nicht mehr ausreichend Anleihe-Käufer am Markt vorhanden waren, schoss der Repo-Zins kurzfristig intraday auf über 10 Prozent nach oben und drohte die Nachfrage nach US-Staatsanleihen auszutrocknen und Banken in Geldnot zu bringen. Nur durch die anhaltende und massive Liquiditätsflutung des Marktes mit frisch „gedruckten“ Dollars gelang es, den Repo-Zins aktuell wieder auf 1,91 Prozent abzusenken.

Nur so konnte ein Übergreifen der Liquiditätskrise auf den internationalen Geldmarkt und andere Wertpapiermärkte verhindert werden, wobei die Welt durch einen technischen Fehler beim Handelsdesk der mit den Offenmarktgeschäften betrauten New Yorker Fed nur knapp einer Katastrophe entgangen ist.

 

Der Staat braucht Geld, die Fed erzeugt es

Egal, wie die Fed ihre jüngsten Maßnahmen benennt, so handelt es sich faktisch doch um eine Erweiterung ihrer Bilanz. Dafür werden neue Dollars aus dünner Luft geschaffen und nachfragewirksam in den Repo- und Staatsanleihenmarkt gepumpt. Damit ist die Definition von Quantitative Easing eindeutig erfüllt. In Anbetracht des weiter steigenden Refinanzierungsbedarfs des Staates, der Unternehmen sowie der Verbraucher war es nur eine Frage der Zeit, bis die Fed als Gläubiger der letzten Instanz erneut in den Markt eintreten muss, so wie alle Zentralbanken der westlichen Hemisphäre.

Der Refinanzierungsbedarf allein der US-Bundesregierung wird vom Congressional Budget Office (CBO) der USA für das laufende Fiskaljahr auf 1.200 Mrd. US-Dollar geschätzt. Das sind 240 Mrd. US-Dollar oder 25 Prozent mehr als im Fiskaljahr 2018/2019. Dies entspricht einem Staatsdefizit gemessen am Bruttoinlandsprodukt von ca. 4,8 Prozent (Maastricht-Kriterium sind 3 Prozent). Die Schuldenquote liegt gemessen am BIP aktuell bei 106 Prozent. Ab einem Verschuldungsgrad von 80 Prozent gemessen am BIP sprechen Ökonomen von Überschuldungstendenzen. In der Konsequenz belaufen sich die Zinszahlungen aus den US-Bundesschulden auf mittlerweile 372 Mrd. US-Dollar pro Jahr.

Die Staatsverschuldung der USA liegt aktuell bei 22,8 Billionen US-Dollar, die Gesamtverschuldung bei 73,98 Billionen US-Dollar. Die daraus resultierende gesamte Zinsbelastung beläuft sich auf 3,54

Billionen US-Dollar pro Jahr. Die jährlichen Kreditkosten entsprechen damit 17 Prozent des US-BIP in Höhe von 20,5 Billionen US-Dollar. Ohne ein permanent laufendes QE-Programm und weiter fallende Zinskosten ist diese Schuldenlast im Verhältnis zum BIP dauerhaft nicht mehr finanzierbar.

Fazit und Bedeutung für die Märkte

An Hand der Dimensionen des Refinanzierungsbedarfs und der Dynamik der Schuldenexpansion, allein auf staatlicher Ebene, wird deutlich, dass es sich nicht um ein temporäres oder technisches Problem am Geldmarkt handelt, sondern um ein handfestes Überschuldungsproblem, dessen die Fed mittels Bilanzausweitung versucht, Herr zu werden. Bereits seit Ende Juli bedient sich die US-Notenbank dazu erneut des Instruments der qualitativen Geldpolitik, also Zinssenkungen. So kontrolliert sie den Zins für kurzfristige Darlehen.

Mittlerweile ist es für die US-Volkswirtschaft gleichwohl von essenzieller Bedeutung, den Zins auch für länger laufende Verbindlichkeiten signifikant zu senken. Dieser Kapitalmarktzins, der sich an den Zinsen für Staatsanleihen orientiert, ist die Grundlage für Darlehen an Unternehmen, Häuslebauer, Konsumenten und Studierende. Um den Kapitalmarktzins ebenfalls zu senken, wird die Fed in Zukunft mit sukzessive steigendem Volumen Schuldverschreibungen längerer Laufzeiten und weniger bonitätsstarker Schuldner aufkaufen. Andere Zentralbanken, wie die Bank of Japan, bedienen sich bereits permanent des Instruments der quantitativen Geldpolitik.

Für reale Vermögenswerte, wie Aktien, Immobilien und Rohstoffe/Edelmetalle bedeutet der Start des massiven QE-Programms der US-Notenbank eine nachhaltig preistreibende Wirkung und die Fortsetzung der liquiditätsgetriebenen Hausse, respektive Blase. Die Verwässerung der US-Dollar Geldmenge bei gleichzeitig sinkenden Zinsen verringert im Gegenzug die Attraktivität der Weltleitwährung US-Dollar. Zu den generellen Risiken und Nebenwirkungen dieser extrem laxen Geldpolitik hält Sie Finanzmarktwelt.de permanent auf dem Laufenden.

Die US-Notenbank Fed erweitert wieder ihre Bilanzsumme

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