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Studie: 35% der Arbeitsplätze gefährdet durch Automatisierung – die Lösung des Problems lautet…

Bis zum Jahr 2030 sind 35% aller Arbeitsplätze in Deutschland bedroht durch Automatisierung seitens Robotern und künstlicher Intelligenz. In Großbritannien sind es 30%, in Japan 21%, und in den USA 38%, so eine Studie der…

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FMW-Redaktion

Bis zum Jahr 2030 sind 35% aller Arbeitsplätze in Deutschland bedroht durch Automatisierung seitens Robotern und künstlicher Intelligenz. In Großbritannien sind es 30%, in Japan 21%, und in den USA 38%, so eine Studie der Unternehmensberatung PwC. Das höchste Risiko hätten die Branchen Transport, produzierendes Gewerbe sowie der Groß- und Einzelhandel. Geringer sei das Risiko in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Sozialarbeit.

Angeblich sollen laut PwC eher Männer (35%) als Frauen (26%) durch die fortschreitende Automatisierung bedroht sein. Das liege daran, das Männer stärker in Berufen wie Transport, Lager und Fertigung arbeiten würeden als Frauen. Die Automatisierung werde die Produktivität und den Wohlstand erhöhen. Die Einkommens-Ungleichheit werde dadurch aber womöglich zunehmen. Ökonomische, rechtliche und regulatorische Auflagen könnten in der Praxis die Geschwindigkeit des Foranschreitens der Automatisierung abbremsen, so die Studie.

Laut PwC werde die Automatisierung die menschliche Beschäftigung als Ganzes auf lange Sicht nicht reduzieren. Denn durch mehr Produktivität würden an anderer Stelle neue Tätigkeitsfelder entstehen, wo vorher einfache Jobs weggefallen seien. Die Lösung des Problems, sie ahnen es schon: Mehr Bildung! Ein größeres Stück des Kuchens (Einkommen) werde an die gut Gebildeten gehen. Daher brauche man beim Eintritt in den Arbeitsmarkt zukünftig noch höhere Niveaus bei der Bildung. Für den einzelnen Arbeiter sei Bildung der Schlüssel.

Unsere Meinung: Es ist eine Ironie, dass gerade die Jobs am wenigsten von der Automatisierung betroffen sein sollen, die am Schlechtesten bezahlt sind. Dazu gehören ja wie PwC schreibt Pflegeberufe, Sozialarbeit usw. Und ob unterm Strich wirklich an anderer Stelle Millionen neuer Jobs entstehen? Daran haben wir schon in den letzten Monaten mehrmals unsere ganz subjektiven Zweifel geäußert. Kann man “Legionen” arbeitsloser Supermarktmitarbeiter und Kommissionierer umschulen zu App-Programmierern, Roboteringenieuren, Software-Experten, Unternehmensberatern usw? Es geht uns hierbei nicht um das Niveau von Intelligenz oder Lernbereitschaft.

Es geht schlicht und einfach darum, ob denn wirklich in der voll automatisierten Gesellschaft überhaupt (!) genug neue Jobs für Menschen geschaffen werden können in anderen Branchen. Daran kann man ernsthaft Zweifel haben. Wohin führt das? Eine Robotersteuer, die umverteilt wird in ein Bedingungsloses Grundeinkommen für diejenigen, für die es schlicht und einfach keinen Platz mehr im Arbeitsmarkt gibt? Das ist eine Idee, die an so mancher Stelle schon diskutiert wird.

Übrigens: Letzten Freitag sagte der neue US-Finanzminister Mnuchin er sei nicht besorgt, dass künstliche Intelligenz den Amerikanern Jobs wegnehmen könne. Na dann ist ja alles in Ordnung. In Deutschland hört man zu dem Thema überhaupt nichts. Unser Vorschlag für die Praxis: Die Bundesagentur für Arbeit kann ja zusammen mit den Jobcentern einfach ein paar Millionen zusätzliche “Weiterbildungsmaßnahmen” schaffen in einer Art Dauerschleife, dann sind die Menschen “versorgt” (traurige Satire mit einem Schuss Wahrheit).

PwC zum Thema mehr Bildung im Wortlaut:

“There’s no doubt that AI and robotics will rebalance what jobs look like in the future, and that some are more susceptible than others. What’s important is making sure that the potential gains from automation are shared more widely across society and no one gets left behind. Responsible employers need to ensure they encourage flexibility and adaptability in their people so we are all ready for the change. “In the future, knowledge will be a commodity so we need to shift our thinking on how we skill and upskill future generations. Creative and critical thinking will be highly valued, as will emotional intelligence. It’s impossible to predict what jobs there will even be in the future, so life-long learning and a positive attitude to embracing change needs to be a fundamental aspect of the UK’s future success. The government’s digital strategy acknowledges the challenges and is a step in the right direction towards creating the right environment to support UK businesses’ exploration of emerging technology to drive growth.”

23 Kommentare

23 Comments

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    frank.trg

    27. März 2017 14:12 at 14:12

    Wäre an den Befürchtungen was dran, gäbe es heute schon viel weniger Arbeitsplätze, doch das Gegenteil ist der Fall. Zumindest in Deutschland gibt es mehr Arbeitsplätze als je zuvor. Die Diskussion um Arbeitsplatzverluste durch Modernisierung und technischen Fortschritt gibt es schon seit Beginn der Industrialisierung, also seit gut 250 Jahren. Vor jedem großen Fortschritt (Dampfmaschine, Elektrizität, Computer usw.) gab es Befürchtungen dass Arbeitsplätze durch effizientere Maschinen gefährdet seien. Dies kam dann meist auch so, allerdings entstanden dadurch auch immer neue Arbeitsplätze in ganz neuen Branchen die man sich damals noch gar nicht vorstellen konnte. So wird es vermutlich auch diesmal kommen. Die heute schon sehr effiziente und durchtechnologisierte Industrie wird vermutlich noch effizienter und dazu werden immer weniger Menschen benötigt. Parallel werden neue Arbeitsplätze und Branchen entstehen. Vorausgesetzt das marktwirtschaftliches System bleibt intakt. Wenn das so bleibt hab ich überhaupt keine Angst und Bedenken. Man muss deshalb jegliche sozialistischen Umtriebe und kommunistisches Gedankengut von Grund auf bekämpfen.

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      Bernhard Zimmermann

      27. März 2017 17:30 at 17:30

      Nein, es wird nicht so kommen, wie beschrieben. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die meisten Menschen gar nicht verstehen, was Industrie 4.0 überhaupt bedeutet und in welcher Form diese Art der Computisierung die Arbeitswelt verändern wird. Auf jeden Fall werden dadurch nicht mehr Arbeitsplätze geschaffen als verloren gehen. Das ist nun mal Fakt.

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        frank.trg

        27. März 2017 18:27 at 18:27

        das ist lächerlich.

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      Lars

      28. März 2017 00:01 at 00:01

      @frank.trg Haben Sie in Ihren fundierten und sensationellen wirtschaftsppolitischen Betrachtungen auch die Bevölkerungsentwicklung mit einbezogen? Dass die Weltbevölkerung jede Minute (!!!) um etwa 160 Einwohner wächst (das sind viele pips, das sind etwa 230.000 pro Tag)??
      Und dass seit 40 Jahren kein wirklicher technologischer Fortschritt mehr gemacht wurde???
      Dass die größten Genies wie Stephen W. Hawkin einfach ignoriert und zu lästigen warnenden Randfiguren abgestempelt werden?
      “Vor jedem großen Fortschritt (Dampfmaschine, Elektrizität, Computer usw.) gab es…” Nur gibt es mit Industrie 4.0 keinen großen Fortschritt, sondern lediglich Rationalisierungsmaßnahmen, wachsende Macht-Konglomerate und Profitmaximierung als einziges Ziel.
      Worauf gründen Sie in Ihrem historisch-philosophischen Postulat diese optimistische Perspektive? Auf Kernfusion? Auf der Bekämpfung jeglicher sozialistischen Umtriebe und kommunistischen Gedankengutes??

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        frank.trg

        28. März 2017 09:07 at 09:07

        Ich begründe meine Perspektive mit 250 Jahren Industriegeschichte. Da kam es trotz Effizienzsteigerung, Fortschritt, Rationalisierung und Macht- und Profitmaximierung, eben nicht zu Massenarbeitslosigkeit. Zumindest nicht dauerhaft. Das Argument mit der stark wachsenden Weltbevölkerung zählt hier nicht, da dass die westliche Welt nicht betrifft und sich meine Aussagen nur auf den Westen bzw. auf entwickelte Welt bezogen.; Deshalb bin ich weiter optimistisch dass es auch in Zukunft nicht anders kommen wird. Im Gegenzug frage ich mich worauf die negativen Zukunftszenarien der Massenarbeitslosigkeit beruhen, wo die Geschichte doch das Gegenteil bewiesen hat.?

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    Bernd L

    27. März 2017 16:29 at 16:29

    Papperlapapp. Jeder kriegt seinen persönlichen Roboter oder Maschine in der Firma der für ihn das Geld verdient, das er dann ausgibt. Darüber hinaus kann man sich dann den schöngeistigen Themen und der Kunst widmen oder der Mediation um zur Erleuchtung zu gelangen. Noch in diesem Leben. Ich meine das grundsätzlich ernst!

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    Alex

    27. März 2017 17:32 at 17:32

    Das amüsante an der Geschichte ist, dass es unendlich Arbeitsplätze geben kann. Herr Weise macht es vor (Artikel auf heise.de über Öffentlich geförderte Arbeitsplätze). Also nicht einfach nur 1-Euro-Jobs, Zuschüsse und Aufstockung für Arbeitnehmer, sondern nun das volle Programm. Wenn man noch den ganzen Apparat (Jobcenter, Bildungsgutscheine etc.) zur Kontrolle der Arbeitslosen/Erwerbslosen sich anschaut, dann ist da richtig Wachstum dahinter.

    Übrigens ist es genau das gleiche Spiel mit den Pflegeberufen. Weshalb ist den dort Mangel und schlechte Bezahlung? Ganz einfach, weil der Staat es durch Steuern/Abgaben finanziert und mit allen Mitteln versucht es zu deckeln, da es schon jetzt kaum finanzierbar ist. Man kann das sehr gut in den USA beobachten. Insbesondere rächt sich auch in diesem Fall die niedrigen Lohnsteigerungen mit der Steigerung der Teilzeit seit ca. 1995 die dazu beitragen das immer mehr Menschen im Alter sowieso auf den Staat angewiesen sein werden.

    Ganz platt die Differenz zwischen Arbeit und Entlohnung für eine immer größere Personengruppe führt zur letztendliche massiven Verschuldung des Staates wenn er die Steuern nicht erhöht und seine Schuldenbremse weiterhin bis 2020 durchführen will. Oder es gibt schon länger nicht genug Arbeitsplätze die von sich aus tragfähig sind. Da gibt es genug Beispiele über die tatsächliche Arbeitslosigkeit, dauerhafte Ausbildung, Transferleistungen, Sozialversicherungsbeschäftige vs. Erwerbstätige. Deutschland hat nur den zurzeit bequemen Vorteil vom massiven Exportüberschuss der die Probleme kaschiert.

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      frank.trg

      27. März 2017 18:31 at 18:31

      so ist es. Jeder staatliche Eingriff zieht unzählige Folgeprobleme nach sich. Je freier die Märkte, desto mehr Arbeitsplätze und desto höhere Löhne. Vorausgesetzt man begrenzt die Personenfreizügigkeit. Im Klartext bedeutet das freier Warenverkehr, aber kein freier Personenverkehr. Leider läuft es genau andersrum.

      • Avatar

        Alex

        28. März 2017 15:15 at 15:15

        Das würde ich so nicht sagen. Der Staat ist ineffizient, aber effizienter als der freie Markt (siehe 2008 Gläubiger-Schuldner Clash mit Bailout vom Staat!). Der Staat schafft gleichzeitig ein Mix aus Gerechtigkeit, Gleichheit gegenüber Vor- und Nachteilen für andere Personengruppen. Das große Problem ist dabei natürlich wenn Teile der Bevölkerung entweder Vorteile verlieren (wer gibt den schon etwas freiwillig ab) oder viele Menschen Nachteile haben und dadurch die Gemeinschaft als ganzes brüchig wird. So kann man auch sagen der Staat schafft auf Kosten (Steuern) von einem Teil der Bevölkerung Arbeitsplätze die von sich aus nicht werthaltig/sinnvoll sind um weiterhin sozialen Frieden, Wohlstand (Gesundheit, Lebensmittel etc.) zu ermöglichen. Dies ist z.B. in meinen Augen falsch, da es falsche Anreize setzt. Schwierig wird es heraus zu finden wie man das Problem lösen kann.

        Konterkarieren sich nicht ein wenig den freien Markt im Bereich für freien Warenverkehr, aber keine Personenfreizügigkeit? Wie sieht es mit freiem Kapitalverkehr aus? Was dürfen in einem solchen Fall die NZB’s unternehmen?

        In meinen Augen ist das eine Wunschvorstellung um Verantwortung abzugeben. Anstatt darauf zu hoffen der “Markt” regelt es, wäre es doch besser den Staat effizienter zu gestalten im Bezug auf verantwortungsvollen Maßnahmen für die eigene Bevölkerung. Sie sind z.B. der Meinung der Staat hat eine ineffiziente Politik im Bereich Personenfreizügigkeit unternommen. Was wäre eine vernünftige Korrektur?

        Das erinnert mich ein wenig an den Satz: “Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.”

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    Tino

    27. März 2017 18:31 at 18:31

    In 17Jahren 35% der Arbeitsplätze zu automatisieren halte ich für etwas zu schnell gedacht aber vielleicht 2040-2050.Sollte das wirklich schneller gehen und kein Grundeinkommen existieren oder die Wirtschaftspolitik umgestellt werden kollabiert das System von allein. Die Jobs so schnell zu ersetzen halte ich für nicht machbar, ein Strukturwandel hat noch nie so schnell funktioniert vor allem da der Schlüssel die Bildung sein soll. Es gibt doch jetzt schon genug überqualifizierte.

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    Tino

    27. März 2017 18:35 at 18:35

    Nur so eine Idee. Wird die Automatisierung unter 4.0 evtl. Als Druckmittel genommen um weitere Rationalisierungen durchzusetzen und die Löhne zu drücken, wenn die Politikdarsteller wöllten könnten Sie dem schnell einem Riegel vorschieben bzw. Das ganze abmildern.

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    Jan

    27. März 2017 19:25 at 19:25

    Guten Abend
    ich arbeite in der Landwirtschaft. In 1900 tat dies fast die Hälfte der Europäische Bevölkerung in registrierte Form, daneben noch fast jeder mit irgendwelche Form von Eigenversorgung. Heute arbeitet ca. 2 Prozent der Berufsbevölkerung in der Landwirtschaft, Tendenz weiter abnehmend. Die Bevölkerung hat sich verfielfacht, deswegen ist der absolutue Zahl etwas weniger erschreckend. Trotzdem: es hat keine Massenarbeitslosigkeit verursacht. Es hat sich geändert. Es wird sich erneut ändern, nun werden weitere Branchen mit weniger Menschen auskommen, dafür wird es andere Tätigkeiten geben. Viele geisttötende abstumpfende Arbeit wird von Roboter übernommen. Jupi! Zeit für tolle Sachen.
    Und genauso wie deswegen zwischen 1900 und heute der Welt nicht untergegangen ist, wird es wieder nicht passieren.
    Ihr seid doch alle Investoren, die nach vorne schauen und Chancen und Risiken meinen vorher sehen zu können? Nun die Chancen und Risiken gibt es Ausschließlich wegen den Änderungen.
    Ich verstehe diese Diskussion nicht so gut. Soll alles so bleiben wie es ist? Das wäre mal richtig neu auf diesen Planeten. Und dann war es mit Investieren auf Schlag vorbei! Wie langweilig.

    • Avatar

      frank.trg

      27. März 2017 20:13 at 20:13

      Jan, Danke für den Beitrag. Genau das hab ich auch oben in meinem Beitrag beschrieben. Das Beispiel mit der Landwirtschaft ist sehr gut. Die Effizienzsteigerung hat dort zwar zu weniger Arbeitskräften geführt, dafür sind aber neue Branchen und Arbeitsplätze entstanden. Ich halte die Diskussion deshalb auch für schwachsinnig.

  7. Avatar

    Tino

    27. März 2017 20:26 at 20:26

    Auch bei dem Prozess der Industrialisierung gab es Massenarbeitslosigkeit und extreme Armut, das auszublenden finde ich ein wenig verharmlosend,auch wenn nicht alles damit zusammenhängt aber zwischendurch gab es Weltkriege etc., und auch wenn ich mir es sehr wünschen würde bezweifle ich das 80-90% der Bevölkerung in der Lage sind extrem komplexe Arbeiten zu verrichten,wenn es einfache arbeiten sind machen die laut Diverser Studien bald weitaus besser Roboter und Algorithmen. Hängt aber am Ende fast alles von einigen Eliten ab und was die Menschen bereit sind zu akzeptieren.

  8. Avatar

    Tino

    27. März 2017 20:42 at 20:42

    Übrigens man darf Deutschland als extremes Exportüberschussland nicht als bestes Beispiel für den weltweiten Arbeitsmarkt sehen, viele Länder haben Massenarbeitslosigkeit,einfach mal nach Südeuropa oder die USA schauen, hängt natürlich auch mit der Verteilung der wachsenden Produktivität zu tun / nicht genügend wachsenden Nettolöhnen

  9. Avatar

    Jan

    27. März 2017 21:58 at 21:58

    Wir können gerne mit Hand wieder Unkraut zupfen, Kartoffeln ernten und nach Hause tragen, usw. Schaut die Bilder an, frag mich aus über die Geschichten meiner Großeltern. FÜRCHTERLICH. Waschmaschine, Schlepper und Mähdrescher usw. haben die Menschen aus dem aussichtslosen kaputmachende Arbeit geholt. Welch ein Fortschritt. Und heute machen romantiker auf Biobetriebe es wieder von Hand, ich in meinem Garten. Aber weil es geht, nicht weil es muss. Und Suche mal Spargelstecker oder Erdbeerernter. Sogar beim schönen Wetter wollen die verwöhnten Menschen das nicht mehr tun. Deswegen bedrohen die Roboter usw nicht, sie sind sogar sehr erwünscht, sonnst bleibt irgendwann die Ernte stehen und dann hat der Einpack-Verarbeit-und-Zubereit Robot nichts zu tun und Sie nichts zu essen. So einfach ist das immer noch, auch wenn es keiner hören möchte.

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    Lars

    28. März 2017 00:33 at 00:33

    @Jan Die Alternative zu Unkraut zupfen ist aber nicht Automatisierung, sondern Glyphosat. Die lebenden “Schädlinge”, die sich nur wegen der fortschrittlichen Monokulturen entwickeln, werden mittels anderer Chemie vernichtet. Für das Wachstum auf den ausgelaugten Böden verwendet man dann noch etwas mehr Chemie (Kunstdünger).
    Ich lebe am Rande eines Riesenfeldes, das fortschrittlicherweise ein einziger Landwirt mit einem Traktor und einem Riesenfass voller Gift in Rekordzeit bewirtschaftet.
    Und ich habe nicht das Glück wie Sie, dass ich in meinem Garten gesundes Essen anbauen kann. Selbst wenn es müsste, es geht nicht. Das Gift vom Landwirt kennt keine Grundstücksgrenzen.
    Und einmal ehrlich: Würden Sie bewusst die industriell produzierten “Nahrungsmittel” verzehren? Bauen Sie wirklich nur in Ihrem Garten biologisch an, weil es geht?? Oder weil Ihnen bewusst ist, was Sie sonst konsumieren müssten???

    • Avatar

      Jan

      28. März 2017 19:40 at 19:40

      Hallo Lars und weitere Leser,

      naturlich esse ich ungerne “industrie” Essen mit Glyphosat usw. drauf. Leider gibt es noch viel schlimmere Sachen als Glyphosat. Aber das Gift könnte man vermeiden indem man Bio anbaut. Dann muss aber von Hand gerupft werden. Dafür gibt es keine Leute die das wollen. Also wenn wir Konsument es auch bezahlen wollten und könnten, kann die gesamte Landwirtschaft nicht auf Bio umschalten, wenn ein Teil der Menschheit nicht bereit ist, Handarbeit zu verrichten. Aber, jetzt zurück zum Thema in diesem Teil: Der Robot ist bald so weit. Der wird mechanisch Unkraut bekämpfen, was die Lebensmittelqualität inmens steigern wird (Weniger Chemie) und der geamte Umwelt verbessern wird. Wer dann erneut sagt, er möchte das nicht, dann mit Hand bitte.
      Übrigens wird klar sein, wie ich glaube, dass die Wirtschaft funktioniert: die meiste Produkte entstehen, weil jemand damit ein Problem meint zu lösen. Damit lässt sich dann Geld verdienen. So ist der Chemie entstanden. So entstehen Roboter. Damit es uns bequemer wird. Das nicht alle Erfindungen langfristig sinnvoll sind, ist leider fürchterlich war, wurde leider nicht zur Zeit der Erfindung festgestellt. Mittlerweile sind wir besser im Stellen vom Fragen: ist es entsorgbar, umweltverträglich, usw.
      So und deswegen glaube ich das weitere Automatisierung entsteht aus einem “pull” effekt. Der Anwender will es, braucht es, usw. Ich könnte Zahllose Beispiele Auflisten aus der Maschinenbau und Landwirtschaft, wo weitere Automatisierung aus Grundne der Umwelt, menschliche Belastung, Resourcen, Kosten, wirklich sinnvoll ist. Und deswegen werden dafür Lösungen entwickelt. Ich hoffe dass die richtige Fragen dabei gestellt werden und befürchte dass es nicht immer so ist. Dafür sind wir Mensch, eben nicht perfekt.

  11. Avatar

    Jan

    28. März 2017 21:43 at 21:43

    Und mein Garten dient mehr die Seele als der Teller. Wir können uns damit weit nicht ernähren nur es ist angenehm mal eine eigene Tomate oder so zu essen. Ich bin leider auf die Erzeugung von Ernährung angewiesen und hoffe dass ich dabei nicht veräppelt werde. Alle diese Gütesiegel…
    Wer weiß nun wirklich was gut ist? Aber das ist ein anderes, ebenfalls diskutierbares Thema.

  12. Avatar

    Tino

    28. März 2017 22:02 at 22:02

    Für das Nahrungsproblem gibt es das schon ziemlich weit entwickelte vertical farming ,u.a. in Berlin hat sich da schon etwas herausgebildet

  13. Avatar

    Jan

    29. März 2017 20:03 at 20:03

    Für das Nahrungsproblem ist vertical farming ein angenehmes Tröpchen auf der heiße Stein. Fsst, weg.
    Tun wir mal eben sehr pauschal:
    Ein Mensch konsumiert ca. 0,5kg Ernährung pro Tag.
    Ein Ha Weizen liefert im Schnitt in der EU ca. 8 T. = 8000kg Damit könnten also rein theoretisch, pauschalisiert, nur um ein Gefühl für Mengen zu kriegen, 16.000 Menschen 1 Tag ernährt werden.
    In der EU sind ca. 750Million Menschen * 365 / 2 *1/16000 = 8,5 Million Ha.
    Wir essen kein 500gr Weizenmehl am Tag und gut ist. Wir essen auch Gurken oder Pommes, Fleisch, usw. Die meiste andere Produkte brauchen deutlich mehr Ha pro Kilo Endprodukt. Wenn mit Vertikalfarming 1000 Ha geschaffen werden, ist das super am laufen und der oben beschriebene Tropfen auf dem Heißen stein. Faktor 10 oder 100 tun da immer noch wenig.

  14. Avatar

    Tino

    29. März 2017 21:34 at 21:34

    Irgendwann muss ja auch einmal angefangen werden,ich glaube in der EU existiert genügend Ackerland und wenn etwas weniger Fleisch gegessen würde währe noch viel mehr da, das dann noch mit vertical farming kombiniert und es könnten mehrere Milliarden Menschen ausreichend ernährt werden nur auf EU Ebene, es muss der Wille und Finanzen dahinter stehen

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    Gast

    2. Oktober 2017 17:34 at 17:34

    Hm.
    Dies betrifft wohl fast jede Berufssparte
    Schaut mal nach Japan. Dort gibt es Roboter die in Restaurants und in der Hotelrezeption eingesetzt werden.

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Corona-Krise und das dauerhaft veränderte Konsumverhalten

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Erst war es aus der Not geboren: Viele Menschen, die eigentlich viel lieber in Geschäften eingekauft hatten und nicht im Online-Handel, mussten sich durch den Lockdown in der Corona-Krise zwangsläufig umorientieren. Werden diese alle wieder ins alte Konsumverhalten zurückkehren? Neueste Studien zeigen: Davon ist nicht auszugehen.

Corona-Krise: Umfragen nicht im Sinne des stationären Handels

Bisher schob man es zum großen Teil auf die Maskenpflicht: Die gebremste Shoppinglust mit einem Utensil, welches nicht nur Kommunikation und Atmung beim lustbetonten Einkaufsbummel behindert, sondern auch so etwas wie eine psychologische Falle darstellt: Hier lauert eine Gefahr für mich, aufpassen, nicht leichtsinnig werden! Wenngleich es noch keine großen wissenschaftlichen Nachweise gibt, dass es in Geschäften zu größeren Infektionen mit Covid-19 gekommen ist, bleibt die Maskenpflicht noch eine Zeit bestehen. Spannend wird es im Hochsommer, wenn das Personal in Räumen ohne Klimatisierung den Schutz über acht Stunden am Tag tragen muss.

Auch wenn immer mehr Lockerungen im Gespräch sind, erschrecken Umfragen in Deutschland, wie auch in Europa, den stationären Einzelhandel. Viele Kunden haben sich an den Online-Handel gewöhnt und werden wohl auch nach der Corona-Krise nicht mehr so häufig zum Shoppen gehen.

Die bisherigen Verkaufsumsätze liegen unter den Erwartungen des Handels, man hofft auf die Rückkehr zu alten Gewohnheiten. Der Konsum als Ganzes wird dabei wieder auf alte Höhen klettern, sollte es nicht zu weiteren Einschränkungen wegen Corona kommen. Aber die aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal dürfte der Branche nicht gefallen:

23 Prozent der Deutschen wollen weniger in Geschäften einkaufen, mehr über online shoppen, aber insgesamt weniger ausgeben.
Auch in anderen europäischen Ländern (Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Schweiz) brachte die Studie ähnliche Ergebnisse. Im Ausland fürchtet man die Folgen der Corona-Krise stärker – Verlust des Arbeitsplatzes, Vermögenseinbußen –  so dass viele Kunden nur das Nötigste eingekauft haben. 41 Prozent der Befragten wollen auch in naher Zukunft erst einmal abwarten – auf eine Besserung der wirtschaftlichen Lage.
Die Furcht vor einer zweiten Welle ist überall zu verspüren. Kein Wunder, in der täglichen Berichterstattung ist es ständiges Thema. Verfügbarkeitsheuristik, nennt es die Psychologie, wenn Ereignisse so oft wiederholt werden, dass es im Gedächtnis fest verankert wird.

Zunahme des Online-Handels

Der Lockdown hat in vielen Bereichen die Digitalisierung angeschoben – nicht nur bei Microsoft, wo der CEO Nadella behauptet hat, die Corona-Krise hätte die Entwicklung von zwei Jahren komprimiert auf wenige Monate -, auch beim Handel. Auch eine weitere Umfrage bestätigt diese Annahme: Bei einer Befragung von 2500 Konsumenten durch den Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland, erzählten über 50 Prozent der Menschen, dass sie künftig mehr online kaufen würden, die Coronazeit habe sie überzeugt.

Beispielsweise habe die Online-Plattform der Otto-Gruppe in kurzer Zeit eine Million Kunden hinzugewonnen. Wie wollen die Geschäfte auf diese Entwicklung reagieren? Verkleinerung der Verkaufsflächen, Rationalisierungen, neue Ideen beim Verkauf der Produkte?

Fazit

Sehr oft ist derzeit die Rede davon, was die Corona-Krise für Langfristfolgen in der Gesellschaft zeitigen wird. Home Schooling, Home Office, Video-Besprechungen, Änderungen im Reiseverhalten oder auch beim Shopping. Letzteres dürfte sehr wahrscheinlich werden, zu sehr hat die Corona-Krise selbst Technikmuffel von der Bequemlichkeit der Methode überzeugt.

Wie lange wartet man schon auf einen radikalen Rationalisierungsschnitt im Einzelhandel durch automatisierte Zahlungssysteme an den Kassen? Und jetzt auch noch der Umbruch durch den Versandhandel. Was aber geschieht mit der Einzelhandelsbranche, den zahlreichen Geschäften und ihren vielen Beschäftigten?

Die Corona-Krise verändert das Konsumverhalten dauerhaft

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EZB-Bilanz +53 Milliarden Euro in einer Woche – Anleihekäufe waren nicht der größte Posten!

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Der EZB Tower in Frankfurt

Die Bilanz der EZB wird einmal pro Woche veröffentlicht. Jetzt liegt uns die Bilanz mit Stand 3. Juli vor. Sie klettert immer weiter, auf ein derzeitiges Allzeithoch von 6,289 Billionen Euro. Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. In der folgenden Originaltabelle der EZB zeigen wir die aktuellste Aktiva der Bilanz. Die Bilanzsumme stieg im Wochenvergleich um 52,8 Milliarden Euro. Wie üblich dieser Tage würde man denken, dass diese Steigerung herrührt durch die ständigen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, die sich aufgrund der Beschlüsse in Folge der Coronakrise um insgesamt 1,35 Billionen Euro ausweiten werden. Aber nein, diese Bilanz ist anders. Die Anleihekäufe machen nur den zweitgrößten Zuwachsposten aus mit +33,48 Milliarden Euro.

Der größte Posten war ein Plus von 38,95 Milliarden Euro beim Bilanzposten Gold. Weil der Goldpreis so gut gestiegen ist, und weil gerade Quartalsende war, wurden die Goldbestände der EZB neu bewertet. Der Wertzuwachs durch den Preisanstieg bei Gold wird in der Bilanz jetzt mit 38,95 Milliarden Euro quasi nachgebucht, wodurch die Bilanz um diesen Wert ansteigt. So trägt der steigende Goldpreis zu einem kräftigen Bilanzzuwachs bei der EZB bei. Abseits dieser beiden großen Posten gibt es noch viele kleinere Änderungen, wodurch insgesamt ein Zuwachs von 52,8 Milliarden Euro im Wochenvergleich herauskommt. Die Bilanz der EZB macht jetzt 53 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Im Vergleich dazu liegt die Bank of England bei 31 Prozent, die Fed bei 33 Prozent, und die Bank of Japan bei exorbitanten 119 Prozent.

Daten zur aktuellsten EZB-Bilanz

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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