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Studie: 35% der Arbeitsplätze gefährdet durch Automatisierung – die Lösung des Problems lautet…

Bis zum Jahr 2030 sind 35% aller Arbeitsplätze in Deutschland bedroht durch Automatisierung seitens Robotern und künstlicher Intelligenz. In Großbritannien sind es 30%, in Japan 21%, und in den USA 38%, so eine Studie der…

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FMW-Redaktion

Bis zum Jahr 2030 sind 35% aller Arbeitsplätze in Deutschland bedroht durch Automatisierung seitens Robotern und künstlicher Intelligenz. In Großbritannien sind es 30%, in Japan 21%, und in den USA 38%, so eine Studie der Unternehmensberatung PwC. Das höchste Risiko hätten die Branchen Transport, produzierendes Gewerbe sowie der Groß- und Einzelhandel. Geringer sei das Risiko in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Sozialarbeit.

Angeblich sollen laut PwC eher Männer (35%) als Frauen (26%) durch die fortschreitende Automatisierung bedroht sein. Das liege daran, das Männer stärker in Berufen wie Transport, Lager und Fertigung arbeiten würeden als Frauen. Die Automatisierung werde die Produktivität und den Wohlstand erhöhen. Die Einkommens-Ungleichheit werde dadurch aber womöglich zunehmen. Ökonomische, rechtliche und regulatorische Auflagen könnten in der Praxis die Geschwindigkeit des Foranschreitens der Automatisierung abbremsen, so die Studie.

Laut PwC werde die Automatisierung die menschliche Beschäftigung als Ganzes auf lange Sicht nicht reduzieren. Denn durch mehr Produktivität würden an anderer Stelle neue Tätigkeitsfelder entstehen, wo vorher einfache Jobs weggefallen seien. Die Lösung des Problems, sie ahnen es schon: Mehr Bildung! Ein größeres Stück des Kuchens (Einkommen) werde an die gut Gebildeten gehen. Daher brauche man beim Eintritt in den Arbeitsmarkt zukünftig noch höhere Niveaus bei der Bildung. Für den einzelnen Arbeiter sei Bildung der Schlüssel.

Unsere Meinung: Es ist eine Ironie, dass gerade die Jobs am wenigsten von der Automatisierung betroffen sein sollen, die am Schlechtesten bezahlt sind. Dazu gehören ja wie PwC schreibt Pflegeberufe, Sozialarbeit usw. Und ob unterm Strich wirklich an anderer Stelle Millionen neuer Jobs entstehen? Daran haben wir schon in den letzten Monaten mehrmals unsere ganz subjektiven Zweifel geäußert. Kann man „Legionen“ arbeitsloser Supermarktmitarbeiter und Kommissionierer umschulen zu App-Programmierern, Roboteringenieuren, Software-Experten, Unternehmensberatern usw? Es geht uns hierbei nicht um das Niveau von Intelligenz oder Lernbereitschaft.

Es geht schlicht und einfach darum, ob denn wirklich in der voll automatisierten Gesellschaft überhaupt (!) genug neue Jobs für Menschen geschaffen werden können in anderen Branchen. Daran kann man ernsthaft Zweifel haben. Wohin führt das? Eine Robotersteuer, die umverteilt wird in ein Bedingungsloses Grundeinkommen für diejenigen, für die es schlicht und einfach keinen Platz mehr im Arbeitsmarkt gibt? Das ist eine Idee, die an so mancher Stelle schon diskutiert wird.

Übrigens: Letzten Freitag sagte der neue US-Finanzminister Mnuchin er sei nicht besorgt, dass künstliche Intelligenz den Amerikanern Jobs wegnehmen könne. Na dann ist ja alles in Ordnung. In Deutschland hört man zu dem Thema überhaupt nichts. Unser Vorschlag für die Praxis: Die Bundesagentur für Arbeit kann ja zusammen mit den Jobcentern einfach ein paar Millionen zusätzliche „Weiterbildungsmaßnahmen“ schaffen in einer Art Dauerschleife, dann sind die Menschen „versorgt“ (traurige Satire mit einem Schuss Wahrheit).

PwC zum Thema mehr Bildung im Wortlaut:

“There’s no doubt that AI and robotics will rebalance what jobs look like in the future, and that some are more susceptible than others. What’s important is making sure that the potential gains from automation are shared more widely across society and no one gets left behind. Responsible employers need to ensure they encourage flexibility and adaptability in their people so we are all ready for the change. “In the future, knowledge will be a commodity so we need to shift our thinking on how we skill and upskill future generations. Creative and critical thinking will be highly valued, as will emotional intelligence. It’s impossible to predict what jobs there will even be in the future, so life-long learning and a positive attitude to embracing change needs to be a fundamental aspect of the UK’s future success. The government’s digital strategy acknowledges the challenges and is a step in the right direction towards creating the right environment to support UK businesses’ exploration of emerging technology to drive growth.”

23 Kommentare

23 Comments

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    frank.trg

    27. März 2017 14:12 at 14:12

    Wäre an den Befürchtungen was dran, gäbe es heute schon viel weniger Arbeitsplätze, doch das Gegenteil ist der Fall. Zumindest in Deutschland gibt es mehr Arbeitsplätze als je zuvor. Die Diskussion um Arbeitsplatzverluste durch Modernisierung und technischen Fortschritt gibt es schon seit Beginn der Industrialisierung, also seit gut 250 Jahren. Vor jedem großen Fortschritt (Dampfmaschine, Elektrizität, Computer usw.) gab es Befürchtungen dass Arbeitsplätze durch effizientere Maschinen gefährdet seien. Dies kam dann meist auch so, allerdings entstanden dadurch auch immer neue Arbeitsplätze in ganz neuen Branchen die man sich damals noch gar nicht vorstellen konnte. So wird es vermutlich auch diesmal kommen. Die heute schon sehr effiziente und durchtechnologisierte Industrie wird vermutlich noch effizienter und dazu werden immer weniger Menschen benötigt. Parallel werden neue Arbeitsplätze und Branchen entstehen. Vorausgesetzt das marktwirtschaftliches System bleibt intakt. Wenn das so bleibt hab ich überhaupt keine Angst und Bedenken. Man muss deshalb jegliche sozialistischen Umtriebe und kommunistisches Gedankengut von Grund auf bekämpfen.

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      Bernhard Zimmermann

      27. März 2017 17:30 at 17:30

      Nein, es wird nicht so kommen, wie beschrieben. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die meisten Menschen gar nicht verstehen, was Industrie 4.0 überhaupt bedeutet und in welcher Form diese Art der Computisierung die Arbeitswelt verändern wird. Auf jeden Fall werden dadurch nicht mehr Arbeitsplätze geschaffen als verloren gehen. Das ist nun mal Fakt.

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        frank.trg

        27. März 2017 18:27 at 18:27

        das ist lächerlich.

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      Lars

      28. März 2017 00:01 at 00:01

      @frank.trg Haben Sie in Ihren fundierten und sensationellen wirtschaftsppolitischen Betrachtungen auch die Bevölkerungsentwicklung mit einbezogen? Dass die Weltbevölkerung jede Minute (!!!) um etwa 160 Einwohner wächst (das sind viele pips, das sind etwa 230.000 pro Tag)??
      Und dass seit 40 Jahren kein wirklicher technologischer Fortschritt mehr gemacht wurde???
      Dass die größten Genies wie Stephen W. Hawkin einfach ignoriert und zu lästigen warnenden Randfiguren abgestempelt werden?
      „Vor jedem großen Fortschritt (Dampfmaschine, Elektrizität, Computer usw.) gab es…“ Nur gibt es mit Industrie 4.0 keinen großen Fortschritt, sondern lediglich Rationalisierungsmaßnahmen, wachsende Macht-Konglomerate und Profitmaximierung als einziges Ziel.
      Worauf gründen Sie in Ihrem historisch-philosophischen Postulat diese optimistische Perspektive? Auf Kernfusion? Auf der Bekämpfung jeglicher sozialistischen Umtriebe und kommunistischen Gedankengutes??

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        frank.trg

        28. März 2017 09:07 at 09:07

        Ich begründe meine Perspektive mit 250 Jahren Industriegeschichte. Da kam es trotz Effizienzsteigerung, Fortschritt, Rationalisierung und Macht- und Profitmaximierung, eben nicht zu Massenarbeitslosigkeit. Zumindest nicht dauerhaft. Das Argument mit der stark wachsenden Weltbevölkerung zählt hier nicht, da dass die westliche Welt nicht betrifft und sich meine Aussagen nur auf den Westen bzw. auf entwickelte Welt bezogen.; Deshalb bin ich weiter optimistisch dass es auch in Zukunft nicht anders kommen wird. Im Gegenzug frage ich mich worauf die negativen Zukunftszenarien der Massenarbeitslosigkeit beruhen, wo die Geschichte doch das Gegenteil bewiesen hat.?

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    Bernd L

    27. März 2017 16:29 at 16:29

    Papperlapapp. Jeder kriegt seinen persönlichen Roboter oder Maschine in der Firma der für ihn das Geld verdient, das er dann ausgibt. Darüber hinaus kann man sich dann den schöngeistigen Themen und der Kunst widmen oder der Mediation um zur Erleuchtung zu gelangen. Noch in diesem Leben. Ich meine das grundsätzlich ernst!

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    Alex

    27. März 2017 17:32 at 17:32

    Das amüsante an der Geschichte ist, dass es unendlich Arbeitsplätze geben kann. Herr Weise macht es vor (Artikel auf heise.de über Öffentlich geförderte Arbeitsplätze). Also nicht einfach nur 1-Euro-Jobs, Zuschüsse und Aufstockung für Arbeitnehmer, sondern nun das volle Programm. Wenn man noch den ganzen Apparat (Jobcenter, Bildungsgutscheine etc.) zur Kontrolle der Arbeitslosen/Erwerbslosen sich anschaut, dann ist da richtig Wachstum dahinter.

    Übrigens ist es genau das gleiche Spiel mit den Pflegeberufen. Weshalb ist den dort Mangel und schlechte Bezahlung? Ganz einfach, weil der Staat es durch Steuern/Abgaben finanziert und mit allen Mitteln versucht es zu deckeln, da es schon jetzt kaum finanzierbar ist. Man kann das sehr gut in den USA beobachten. Insbesondere rächt sich auch in diesem Fall die niedrigen Lohnsteigerungen mit der Steigerung der Teilzeit seit ca. 1995 die dazu beitragen das immer mehr Menschen im Alter sowieso auf den Staat angewiesen sein werden.

    Ganz platt die Differenz zwischen Arbeit und Entlohnung für eine immer größere Personengruppe führt zur letztendliche massiven Verschuldung des Staates wenn er die Steuern nicht erhöht und seine Schuldenbremse weiterhin bis 2020 durchführen will. Oder es gibt schon länger nicht genug Arbeitsplätze die von sich aus tragfähig sind. Da gibt es genug Beispiele über die tatsächliche Arbeitslosigkeit, dauerhafte Ausbildung, Transferleistungen, Sozialversicherungsbeschäftige vs. Erwerbstätige. Deutschland hat nur den zurzeit bequemen Vorteil vom massiven Exportüberschuss der die Probleme kaschiert.

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      frank.trg

      27. März 2017 18:31 at 18:31

      so ist es. Jeder staatliche Eingriff zieht unzählige Folgeprobleme nach sich. Je freier die Märkte, desto mehr Arbeitsplätze und desto höhere Löhne. Vorausgesetzt man begrenzt die Personenfreizügigkeit. Im Klartext bedeutet das freier Warenverkehr, aber kein freier Personenverkehr. Leider läuft es genau andersrum.

      • Avatar

        Alex

        28. März 2017 15:15 at 15:15

        Das würde ich so nicht sagen. Der Staat ist ineffizient, aber effizienter als der freie Markt (siehe 2008 Gläubiger-Schuldner Clash mit Bailout vom Staat!). Der Staat schafft gleichzeitig ein Mix aus Gerechtigkeit, Gleichheit gegenüber Vor- und Nachteilen für andere Personengruppen. Das große Problem ist dabei natürlich wenn Teile der Bevölkerung entweder Vorteile verlieren (wer gibt den schon etwas freiwillig ab) oder viele Menschen Nachteile haben und dadurch die Gemeinschaft als ganzes brüchig wird. So kann man auch sagen der Staat schafft auf Kosten (Steuern) von einem Teil der Bevölkerung Arbeitsplätze die von sich aus nicht werthaltig/sinnvoll sind um weiterhin sozialen Frieden, Wohlstand (Gesundheit, Lebensmittel etc.) zu ermöglichen. Dies ist z.B. in meinen Augen falsch, da es falsche Anreize setzt. Schwierig wird es heraus zu finden wie man das Problem lösen kann.

        Konterkarieren sich nicht ein wenig den freien Markt im Bereich für freien Warenverkehr, aber keine Personenfreizügigkeit? Wie sieht es mit freiem Kapitalverkehr aus? Was dürfen in einem solchen Fall die NZB’s unternehmen?

        In meinen Augen ist das eine Wunschvorstellung um Verantwortung abzugeben. Anstatt darauf zu hoffen der „Markt“ regelt es, wäre es doch besser den Staat effizienter zu gestalten im Bezug auf verantwortungsvollen Maßnahmen für die eigene Bevölkerung. Sie sind z.B. der Meinung der Staat hat eine ineffiziente Politik im Bereich Personenfreizügigkeit unternommen. Was wäre eine vernünftige Korrektur?

        Das erinnert mich ein wenig an den Satz: „Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“

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    Tino

    27. März 2017 18:31 at 18:31

    In 17Jahren 35% der Arbeitsplätze zu automatisieren halte ich für etwas zu schnell gedacht aber vielleicht 2040-2050.Sollte das wirklich schneller gehen und kein Grundeinkommen existieren oder die Wirtschaftspolitik umgestellt werden kollabiert das System von allein. Die Jobs so schnell zu ersetzen halte ich für nicht machbar, ein Strukturwandel hat noch nie so schnell funktioniert vor allem da der Schlüssel die Bildung sein soll. Es gibt doch jetzt schon genug überqualifizierte.

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    Tino

    27. März 2017 18:35 at 18:35

    Nur so eine Idee. Wird die Automatisierung unter 4.0 evtl. Als Druckmittel genommen um weitere Rationalisierungen durchzusetzen und die Löhne zu drücken, wenn die Politikdarsteller wöllten könnten Sie dem schnell einem Riegel vorschieben bzw. Das ganze abmildern.

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    Jan

    27. März 2017 19:25 at 19:25

    Guten Abend
    ich arbeite in der Landwirtschaft. In 1900 tat dies fast die Hälfte der Europäische Bevölkerung in registrierte Form, daneben noch fast jeder mit irgendwelche Form von Eigenversorgung. Heute arbeitet ca. 2 Prozent der Berufsbevölkerung in der Landwirtschaft, Tendenz weiter abnehmend. Die Bevölkerung hat sich verfielfacht, deswegen ist der absolutue Zahl etwas weniger erschreckend. Trotzdem: es hat keine Massenarbeitslosigkeit verursacht. Es hat sich geändert. Es wird sich erneut ändern, nun werden weitere Branchen mit weniger Menschen auskommen, dafür wird es andere Tätigkeiten geben. Viele geisttötende abstumpfende Arbeit wird von Roboter übernommen. Jupi! Zeit für tolle Sachen.
    Und genauso wie deswegen zwischen 1900 und heute der Welt nicht untergegangen ist, wird es wieder nicht passieren.
    Ihr seid doch alle Investoren, die nach vorne schauen und Chancen und Risiken meinen vorher sehen zu können? Nun die Chancen und Risiken gibt es Ausschließlich wegen den Änderungen.
    Ich verstehe diese Diskussion nicht so gut. Soll alles so bleiben wie es ist? Das wäre mal richtig neu auf diesen Planeten. Und dann war es mit Investieren auf Schlag vorbei! Wie langweilig.

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      frank.trg

      27. März 2017 20:13 at 20:13

      Jan, Danke für den Beitrag. Genau das hab ich auch oben in meinem Beitrag beschrieben. Das Beispiel mit der Landwirtschaft ist sehr gut. Die Effizienzsteigerung hat dort zwar zu weniger Arbeitskräften geführt, dafür sind aber neue Branchen und Arbeitsplätze entstanden. Ich halte die Diskussion deshalb auch für schwachsinnig.

  7. Avatar

    Tino

    27. März 2017 20:26 at 20:26

    Auch bei dem Prozess der Industrialisierung gab es Massenarbeitslosigkeit und extreme Armut, das auszublenden finde ich ein wenig verharmlosend,auch wenn nicht alles damit zusammenhängt aber zwischendurch gab es Weltkriege etc., und auch wenn ich mir es sehr wünschen würde bezweifle ich das 80-90% der Bevölkerung in der Lage sind extrem komplexe Arbeiten zu verrichten,wenn es einfache arbeiten sind machen die laut Diverser Studien bald weitaus besser Roboter und Algorithmen. Hängt aber am Ende fast alles von einigen Eliten ab und was die Menschen bereit sind zu akzeptieren.

  8. Avatar

    Tino

    27. März 2017 20:42 at 20:42

    Übrigens man darf Deutschland als extremes Exportüberschussland nicht als bestes Beispiel für den weltweiten Arbeitsmarkt sehen, viele Länder haben Massenarbeitslosigkeit,einfach mal nach Südeuropa oder die USA schauen, hängt natürlich auch mit der Verteilung der wachsenden Produktivität zu tun / nicht genügend wachsenden Nettolöhnen

  9. Avatar

    Jan

    27. März 2017 21:58 at 21:58

    Wir können gerne mit Hand wieder Unkraut zupfen, Kartoffeln ernten und nach Hause tragen, usw. Schaut die Bilder an, frag mich aus über die Geschichten meiner Großeltern. FÜRCHTERLICH. Waschmaschine, Schlepper und Mähdrescher usw. haben die Menschen aus dem aussichtslosen kaputmachende Arbeit geholt. Welch ein Fortschritt. Und heute machen romantiker auf Biobetriebe es wieder von Hand, ich in meinem Garten. Aber weil es geht, nicht weil es muss. Und Suche mal Spargelstecker oder Erdbeerernter. Sogar beim schönen Wetter wollen die verwöhnten Menschen das nicht mehr tun. Deswegen bedrohen die Roboter usw nicht, sie sind sogar sehr erwünscht, sonnst bleibt irgendwann die Ernte stehen und dann hat der Einpack-Verarbeit-und-Zubereit Robot nichts zu tun und Sie nichts zu essen. So einfach ist das immer noch, auch wenn es keiner hören möchte.

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    Lars

    28. März 2017 00:33 at 00:33

    @Jan Die Alternative zu Unkraut zupfen ist aber nicht Automatisierung, sondern Glyphosat. Die lebenden „Schädlinge“, die sich nur wegen der fortschrittlichen Monokulturen entwickeln, werden mittels anderer Chemie vernichtet. Für das Wachstum auf den ausgelaugten Böden verwendet man dann noch etwas mehr Chemie (Kunstdünger).
    Ich lebe am Rande eines Riesenfeldes, das fortschrittlicherweise ein einziger Landwirt mit einem Traktor und einem Riesenfass voller Gift in Rekordzeit bewirtschaftet.
    Und ich habe nicht das Glück wie Sie, dass ich in meinem Garten gesundes Essen anbauen kann. Selbst wenn es müsste, es geht nicht. Das Gift vom Landwirt kennt keine Grundstücksgrenzen.
    Und einmal ehrlich: Würden Sie bewusst die industriell produzierten „Nahrungsmittel“ verzehren? Bauen Sie wirklich nur in Ihrem Garten biologisch an, weil es geht?? Oder weil Ihnen bewusst ist, was Sie sonst konsumieren müssten???

    • Avatar

      Jan

      28. März 2017 19:40 at 19:40

      Hallo Lars und weitere Leser,

      naturlich esse ich ungerne „industrie“ Essen mit Glyphosat usw. drauf. Leider gibt es noch viel schlimmere Sachen als Glyphosat. Aber das Gift könnte man vermeiden indem man Bio anbaut. Dann muss aber von Hand gerupft werden. Dafür gibt es keine Leute die das wollen. Also wenn wir Konsument es auch bezahlen wollten und könnten, kann die gesamte Landwirtschaft nicht auf Bio umschalten, wenn ein Teil der Menschheit nicht bereit ist, Handarbeit zu verrichten. Aber, jetzt zurück zum Thema in diesem Teil: Der Robot ist bald so weit. Der wird mechanisch Unkraut bekämpfen, was die Lebensmittelqualität inmens steigern wird (Weniger Chemie) und der geamte Umwelt verbessern wird. Wer dann erneut sagt, er möchte das nicht, dann mit Hand bitte.
      Übrigens wird klar sein, wie ich glaube, dass die Wirtschaft funktioniert: die meiste Produkte entstehen, weil jemand damit ein Problem meint zu lösen. Damit lässt sich dann Geld verdienen. So ist der Chemie entstanden. So entstehen Roboter. Damit es uns bequemer wird. Das nicht alle Erfindungen langfristig sinnvoll sind, ist leider fürchterlich war, wurde leider nicht zur Zeit der Erfindung festgestellt. Mittlerweile sind wir besser im Stellen vom Fragen: ist es entsorgbar, umweltverträglich, usw.
      So und deswegen glaube ich das weitere Automatisierung entsteht aus einem „pull“ effekt. Der Anwender will es, braucht es, usw. Ich könnte Zahllose Beispiele Auflisten aus der Maschinenbau und Landwirtschaft, wo weitere Automatisierung aus Grundne der Umwelt, menschliche Belastung, Resourcen, Kosten, wirklich sinnvoll ist. Und deswegen werden dafür Lösungen entwickelt. Ich hoffe dass die richtige Fragen dabei gestellt werden und befürchte dass es nicht immer so ist. Dafür sind wir Mensch, eben nicht perfekt.

  11. Avatar

    Jan

    28. März 2017 21:43 at 21:43

    Und mein Garten dient mehr die Seele als der Teller. Wir können uns damit weit nicht ernähren nur es ist angenehm mal eine eigene Tomate oder so zu essen. Ich bin leider auf die Erzeugung von Ernährung angewiesen und hoffe dass ich dabei nicht veräppelt werde. Alle diese Gütesiegel…
    Wer weiß nun wirklich was gut ist? Aber das ist ein anderes, ebenfalls diskutierbares Thema.

  12. Avatar

    Tino

    28. März 2017 22:02 at 22:02

    Für das Nahrungsproblem gibt es das schon ziemlich weit entwickelte vertical farming ,u.a. in Berlin hat sich da schon etwas herausgebildet

  13. Avatar

    Jan

    29. März 2017 20:03 at 20:03

    Für das Nahrungsproblem ist vertical farming ein angenehmes Tröpchen auf der heiße Stein. Fsst, weg.
    Tun wir mal eben sehr pauschal:
    Ein Mensch konsumiert ca. 0,5kg Ernährung pro Tag.
    Ein Ha Weizen liefert im Schnitt in der EU ca. 8 T. = 8000kg Damit könnten also rein theoretisch, pauschalisiert, nur um ein Gefühl für Mengen zu kriegen, 16.000 Menschen 1 Tag ernährt werden.
    In der EU sind ca. 750Million Menschen * 365 / 2 *1/16000 = 8,5 Million Ha.
    Wir essen kein 500gr Weizenmehl am Tag und gut ist. Wir essen auch Gurken oder Pommes, Fleisch, usw. Die meiste andere Produkte brauchen deutlich mehr Ha pro Kilo Endprodukt. Wenn mit Vertikalfarming 1000 Ha geschaffen werden, ist das super am laufen und der oben beschriebene Tropfen auf dem Heißen stein. Faktor 10 oder 100 tun da immer noch wenig.

  14. Avatar

    Tino

    29. März 2017 21:34 at 21:34

    Irgendwann muss ja auch einmal angefangen werden,ich glaube in der EU existiert genügend Ackerland und wenn etwas weniger Fleisch gegessen würde währe noch viel mehr da, das dann noch mit vertical farming kombiniert und es könnten mehrere Milliarden Menschen ausreichend ernährt werden nur auf EU Ebene, es muss der Wille und Finanzen dahinter stehen

  15. Avatar

    Gast

    2. Oktober 2017 17:34 at 17:34

    Hm.
    Dies betrifft wohl fast jede Berufssparte
    Schaut mal nach Japan. Dort gibt es Roboter die in Restaurants und in der Hotelrezeption eingesetzt werden.

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Aktien

Hendrik Leber und der große Optimismus für die Zeit nach der Krise

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Hendrik Leber mit viel Optimismus für die Zeit nach der Coronakrise

Horror ohne Ende. Abseits der menschlichen Tragödien rund um das Coronavirus bricht die Wirtschaft ein. Die Börsen sind schon gecrasht. Rutschen Dax und Co noch weiter ab? Überall nur schlechte Nachrichten und Schreckensszenarien. Ist es an der Stelle mal gut einem Optimisten zuzuhören? Ganz aktuell äußert sich der Börsenexperte Hendrik Leber zur Frage, wie es denn nach der Coronakrise weitergehen wird. Die Menschheit erlebe immer wieder Epidemien. Und auch mit dem aktuellen Coronavirus werde man letztlich klar kommen, spätestens wenn die Impfstoffe vorhanden seien. Danach würde alles wieder normal seinen Gang gehen – so kann man seine Worte zusammenfassen.

Hendrik Leber, wird alles wieder gut?

Und der dramatische Wirtschaftseinbruch? Auch hier sieht Hendrik Leber die Aussicht so richtig optimistisch. Es gäbe einen Rückstau beim Konsum. Dadurch entstünden später Nachholeffekte. Die Leute wollten dann zum Beispiel wieder verreisen usw. Auch würde der derzeitige starke Einbruch in der Industrie durch andere Sektoren teilweise aufgefangen. Dafür nennt er zum Beispiel das Wachstum bei Lieferdiensten etc. Die Lage sei zwar aktuell dramatisch, aber die Wirtschaft werde sich wieder erholen.

Ein wichtiges Thema seien für ihn die Banken (das haben wir vorhin erst thematisiert). Es müsse Erleichterungen bei den Kapitalanforderungen für die Banken geben, so Leber. Nur dann könne die Kreditvergabe auch laufen. Die großen Ankaufprogramme der EZB würden seiner Meinung nach nichts bringen. Wichtig sei, dass die Menschen, die jetzt Einnahmeausfälle haben, direkt Geld bekommen würden.

Jetzt Aktien kaufen?

Und was meint Hendrik Leber zur Börse? Es gebe derzeit bei einigen Unternehmen sehr günstige Bewertungen. Für den Investor gäbe es derzeit wunderbare Kaufgelegenheiten, aber dafür selektiv! Man müsse jetzt die Firmen auswählen, die wenig Schulden haben, die nämlich die letzten Jahre nicht auf Kredit Aktien zurückgekauft hätten etc (wie wahr, möchten wir anmerken). Er sagt etwas sehr Intelligentes. Gehen nun Hotelketten und Airlines pleite, würden die Hotels und Flugzeuge ja bleiben. Welche solide da stehenden Konzerne würden dann nach den Insolvenzen die Hotels und Flugzeuge aufkaufen? Diese gut aufgestellten Firmen zu finden, darum soll es also gehen bei der Auswahl der Aktien.

Und als hätte Hendrik Leber an unserem Artikel mit geschrieben, den wir gerade erst veröffentlicht haben zum Thema Banken und Kredite… er erwähnt auch anstehende Pleiten im Immobiliensektor, aufgrund nun ausbleibender Mieteinnahmen! Das folgende Video ist sehenswert. Sein Fazit ist auch interessant beim Thema Aktien. Er glaube erst mal an einen zweiten Abrutsch am Aktienmarkt, bevor es besser werden könne. Auslöser seien die USA, wo das Coronavirus noch kräftig auf die Gesamtwirtschaft drücken werde. Aktien solle man jetzt über mehrere Wochen gestreckt immer in Tranchen kaufen, da man es nicht schaffen werde punktuell den Einstieg am exakten Tief zu finden.

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Banken vor Riesenproblem, das jetzt nicht wahrgenommen wird

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Banken vor Problemen

Wir Banken stehen vor immensen Problemen! Aber eigentlich ist doch alles bestens? Die EZB flutet alles mit Liquidität, und die Rettungsgelder kommen auch vom Staat? Irgendwie wird das doch alles gut gehen? Eben nicht. Wir zitieren hier erst einmal die Bundesregierung, damit das Grundproblem klar wird. Was für die Mieter ein Segen ist, ist auf der anderen Seite ein kleiner Albtraum. Zitat:

Das Recht der Vermieter, Miet- und Pachtverhältnisse wegen Zahlungsrückständen zu kündigen, wird für einen begrenzten Zeitraum eingeschränkt. Diese Einschränkung gilt für die Fälle, in denen die Rückstände auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen. Die Regelung ist auf den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 begrenzt. Die Pflicht des Mieters oder Pächters zur fristgerechten Zahlung bleibt jedoch auch in dieser Zeit bestehen. Zahlungsrückstände aus dem Zeitraum 1. April bis 30. Juni 2020 berechtigen den Vermieter – für die Dauer von 24 Monaten – nicht zur Kündigung. Erst, wenn der Mieter oder Pächter die Zahlungsrückstände auch nach dem 30. Juni 2022 noch nicht beglichen hat, kann ihm wieder gekündigt werden. Mit den Regelungen wird verhindert, dass infolge vorübergehender Einnahmeausfälle durch die Corona-Pandemie Wohnraummieter ihr Zuhause und Mieter oder Pächter gewerblicher Räume und von Grundstücken die Grundlage ihrer Erwerbstätigkeit verlieren.

Banken vor Kreditausfällen

Natürlich wird es zahlreiche private und gewerbliche Vermieter geben, die auf gigantischen Vermögen sitzen, und für die es aus existenzieller Sicht in keinster Weise ein Problem darstellt, wenn mal für zwei, drei Monate keine Mieteinnahmen fließen. Aber dann gibt es da natürlich auch noch jede Menge private und gewerbliche Vermieter, die ihre Häuser, Eigentumswohnungen und Bürogebäude volle Pulle auf Kredit finanziert haben. Ihnen werden voraussichtlich in großem Umfang die Einnahmen wegbrechen, und damit auch die Möglichkeit in vollem Umfang die monatlichen Kreditraten an die Bank zu zahlen. Das bedeutet wiederum für die Banken? Richtig, einige Kreditkunden mit großen und kleinen Immobiliendarlehen könnten zu notleidenden Kreditnehmern werden, wo man sich als Bank überlegen muss: Stufen wir diesen Fall jetzt schon als Kreditausfall ein, also wird der Kredit demnächst zu einem Non Performing Loan werden, zum Schrottkredit?

Da hilft aktuell eine Verfügung der BaFin, die den Banken hier aktuell Flexibilität gewährt. Eigentlich wertlose Kredite können dann auf den Büchern gehalten werden als werthaltige Forderung, die folgerichtig nicht abgeschrieben werden muss als Verlust, der das Eigenkapital angreift. Aber so oder so – die Bankvorstände werden wissen: Auch wenn wir fürs Erste rein optisch diese gewisse Anzahl von Krediten nicht als Verlust abschreiben müssen, so sind die Kredite dennoch real wertlos oder zumindest am Wanken – und es drohen viele davon notleidend zu werden, je länger zahlreiche Mieter in den Objekten einfach keine Miete bezahlen. Hier entsteht eine echte Kettenreaktion von den Mietern, über die Vermieter die auf Kredit Objekte erstellt haben, bis hin zu den Banken, die letztendlich die Suppe auszulöffeln haben.

Aber wo ist dann das Problem? Tja, da sind wir dann beim Experten Markus Krall angekommen, und seinem großen lange gepredigten Crash-Szenario für die gesamte Volkswirtschaft. Der richtige systemische Crash beginne damit, dass die Banken schrumpfendes Eigenkapital haben, weshalb sie folgerichtig weniger Kredite vergeben können. Aber halt, aktuell flutet der Staat doch die ganze Volkswirtschaft mit Zuschüssen und Krediten – die Banken werden von der EZB überflutet, der Staat haftet für Kredite – also wo ist bitteschön das Problem?

Und was macht die Politik?

Nun ja, da wären wir bei Peter Altmaier und Olaf Scholz angekommen. Sie hatten unlängst gigantische Milliardenhilfen und Kredite verkündet. Aber gerade jetzt, wo die Banken vor allem über die Immobilienkredite einiges an Ausfällen zu erwarten haben, da gibt es mit einem kleinen technischen Detail umso mehr Probleme. Die Kreditinstitute sollen ja eigentlich nun volle Pulle die KfW-Kredite an die Selbständigen und Unternehmen herausreichen. So schnell und so viel wie nur irgend möglich, und das bitteschön unbürokratisch. Aber der Staat haftet für die potenziellen Kreditausfälle nur zu 90 Prozent! Wir hatten dieses Thema letzten Donnerstag schon besprochen, aber man kann es nicht oft genug erwähnen. Die Banken haften für die KfW-Kredite mit 10 Prozent der Kreditsumme. Und sie werden vielleicht in einem halben Jahr vor einer riesigen Masse an Pleite-Unternehmern stehen, wo dann reihenweise Abschreibungen gebucht werden müssen, weil die Kredite nicht zurückgezahlt werden. Und das, wo von den Immobilienkrediten wie vorhin beschrieben bereits diese Problemfront auf die Banken zurollt. Wie sollen sie dann bitte jetzt kleinen Unternehmern, die keine Sicherheiten haben, die KfW-Kredite geben? Das ist ein Problem! Der Staat müsste hier eigentlich sofort handeln und die Haftung auf 100 Prozent ausweiten. Nur dann könnten die Banken die KfW-Kredite jetzt wirklich an alle Unternehmer in Existenznot herausreichen.

Und da wären wir jetzt bei Peter Altmaier angekommen, der gestern bei Anne Will zu Gast war. Unternehmer wurden in Einspielern eingeblendet, und sprachen genau auf dieses 10 Prozent-Problem an. Die Staatshaftung müsse zügig auf 100 Prozent steigen, damit die Banken umfangreich und vor allem schnell die Kredite vergeben könnten. Antwort Altmaier: Das ginge deshalb nicht, weil die EU-Kommission die 90 Prozent-Haftung genehmigt hatte. Man sei sich in der Politik einig, dass die Banken mit in diesem Verfahren drin bleiben. Aber auch er sei zufrieden, wie diese Garantie umgesetzt werde. So würden von den Banken den Kreditnehmern beispielsweise Kredite verweigert, weil die Banken ja gar nicht wüssten, wann zum Beispiel ein Gastronom sein Geschäft denn wieder öffnen könne. Die Idee dieser Kredite sei gerade, dass die Unternehmer damit die Krise überstehen könnten. Einige (die Banken) hätten etwas falsch verstanden, so Peter Altmaier. Wir meinen: Ja Herr Altmaier, schön und gut. Aber das nützt alles nichts. Die ganz klammen Unternehmer, die kommen bei der Bank nur an die Kohle, wenn der Staat die Haftung auf 100 Prozent erhöht! Bitte handeln!

Also wäre das alles nicht schlimm genug, könnte auf die Banken die nächsten Jahre eine Welle von Kreditkündigungen zurollen, was immense Probleme mit sich bringt. Mehr dazu hier.

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Aktuelle Expertenschätzungen: So schlimm wird der Einbruch in der Wirtschaft

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Die deutsche Wirtschaft wird durch das Coronavirus massiv beeinträchtigt

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung hat heute konkrete Schätzungen veröffentlicht, wie schlimm der Einbruch in der deutschen Wirtschaft als Folge des Coronavirus werden kann. Dabei sei die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung vor allem aufgrund der schwierigen Datenlage und der außergewöhnlichen Situation derzeit sehr hoch. Der Sachverständigenrat legt daher drei Szenarien für die wirtschaftliche Entwicklung in den Jahren 2020 und 2021 vor, die auf unterschiedlichen Annahmen über Ausmaß und Dauer der Beeinträchtigungen durch das Virus sowie über die darauffolgende Erholung basieren. Die Prognosen liegen zwischen 2,8 Prozent und 5,4 Prozent Einbruch des Bruttoinlandsprodukts für das aktuelle Jahr. Hier die drei Szenarien, im Wortlaut vom Sachverständigenrat:

Im Basisszenario, dem ausgehend von der aktuellen Informationslage wahrscheinlichsten Szenario, geht der Sachverständigenrat davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage über den Sommer, ähnlich dem sich abzeichnenden Verlauf in China, normalisiert. Für das Jahr 2020 käme es dann im Basisszenario zu einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von -2,8 %. Im kommenden Jahr könnten Aufholeffekte sowie ein hoher statistischer Überhang das Wachstum auf 3,7 % ansteigen lassen.

Ein Risikoszenario (ausgeprägtes V) schätzt die wirtschaftlichen Folgen ab, die entstehen könnten, wenn es zu großflächigen Produktionsstillegungen kommen sollte oder die einschränkenden Maßnahmen länger als derzeit geplant aufrechterhalten werden. Im zweiten Quartal könnte die Wirtschaftsleistung dann um bis zu 10 % unterhalb des derzeitigen Niveaus liegen. Aufgrund des stärkeren Einbruchs im ersten Halbjahr 2020 würde sich ein jahresdurchschnittlicher Rückgang des BIP um –5,4 % einstellen. Wie im Basisszenario könnten jedoch Aufholeffekte dafür sorgen, dass sich die Wirtschaftsleistung wie im Basisszenario im weiteren Verlauf wieder dem Potenzialniveau annähert. Im Jahr 2021 würde die Wirtschaft dann um 4,9 % wachsen, wobei der hohe statistische Überhang von 1,1 Prozentpunkten zu berücksichtigen ist.

Sollten die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus über den Sommer hinaus andauern, könnte dies eine wirtschaftliche Erholung in das Jahr 2021 verzögern. In diesem Risikoszenario (langes U) könnten die getroffenen Politikmaßnahmen womöglich nicht ausreichen, tiefgreifende Beeinträchtigungen der Wirtschaftsstruktur durch Insolvenzen und Entlassungen zu verhindern. Verschlechterte Finanzierungsbedingungen sowie die gestiegene und verfestigte Unsicherheit könnten zudem Investitionen bremsen und zur Kaufzurückhaltung bei Haushalten führen. Schließlich drohen in einem solchen Szenario negative Rückkopplungen über die Finanzmärkte oder das Bankensystem. Das Wachstum im Jahr 2020 könnte in einem solchen Szenario –4,5 % betragen. Im kommenden Jahr würde die Wirtschaftsleistung mit einem Wachstum von 1,0 % nur sehr langsam wachsen.

Deutsche Wirtschaft mit BIP-Einbruch in diesem Jahr

Maschinenbau

Der deutsche Maschinenbau wird verständlicherweise mit voller Wucht von der Coronakrise getroffen. Wer bestellt in Italien oder den USA jetzt schon neue Maschinen in Deutschland? Der Verband der Maschinenbauer VDMA hat heute eine aktuell durchgeführte Umfrage unter 965 Betrieben veröffentlicht. Demnach ist der Anteil der Unternehmen, deren Betriebsablauf beeinträchtigt ist, innerhalb von zwei Wochen von 60 auf 84 Prozent gestiegen. Fast jeder zweite betroffene Betrieb leide unter „gravierenden“ oder „merklichen“ Störungen entlang der Lieferketten. Lediglich 5 Prozent der Unternehmen bisher verschont. „Mit der Ausbreitung des Virus nehmen logischerweise auch die Probleme in den Betrieben zu. Teile und Komponenten, die vor einigen Wochen in Asien bestellt wurden, sind nicht in den hiesigen Werken angekommen. Hinzu kommen Ausfälle europäischer, auch deutscher Lieferanten.

Das führt zu spürbaren Produktionsbelastungen und auch Produktionsausfällen“, so VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Deutlich skeptischer seien die Maschinenbauer inzwischen auch hinsichtlich der zu erwartenden Umsatzeinbußen. Knapp 96 Prozent der Unternehmen würden für 2020 mit Umsatzrückgängen rechnen, die sie im Verlauf des Jahres nicht mehr kompensieren können. Gut 60 Prozent hiervon würden diese Rückgänge auf 10 bis 30 Prozent beziffern. Um diese abzufangen, haben bereits drei Viertel der befragten Maschinenbauer Kapazitätsanpassungen vorgenommen, überwiegend über das Arbeitszeitkonto, aber auch in Form von Einstellungsstopps und Kurzarbeit. „Personalabbau – auch von Teilen der Stammbelegschaft – ist für 12 Prozent der Unternehmen bereits Thema“, so der VDMA.

DIW

Vor wenigen Minuten hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sein Konjunkturbarometer veröffentlicht. Es bricht im März auf 86 Punkte ein und deute damit auf einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2020 hin, so das DIW. Damit würden sich die massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen, die in den jetzt vorliegenden Indikatoren zu den Entwicklungen auf den Finanzmärkten und in Unternehmensbefragungen sichtbar werden. Andere Daten, etwa zur Auftragslage oder Produktionsleistung, würden die aktuelle Situation noch nicht widerspiegeln. Dass die Produktion in manchen Wirtschaftsbereichen faktisch vollständig zum Erliegen gekommen ist, werde im aktuellen Barometerwert noch nicht in Gänze erfasst. Auszugsweise aus der DIW-Veröffentlichung:

Die vorliegenden Daten zeichnen zum jetzigen Zeitpunkt ein äußerst unvollständiges Bild der Lage. Selbst wenn in den kommenden Wochen wieder mehr und mehr wirtschaftliche Aktivität möglich wird und eine Normalisierung in den nächsten Monaten folgt, dürfte am Jahresende ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von rund sechs Prozent stehen. Dies ist in der Größenordnung vergleichbar mit dem Einbruch der Finanzkrise.

DIW Konjunkturbarometer

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