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Märkte

Ukraine-Konflikt: nur eine Atempause

Markus Fugmann

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Putin läßt seine Truppen, die beim Manöver an der ukrainischen Grenze beteiligt waren, wieder in die Kasernen zurückkehren – diese Nachricht sorgte für Kurssprünge an den Märkten. Aber das ist nur eine Atempause in diesem Konflikt – die eigentlichen Probleme bleiben bestehen.

Weiter offen bleibt, was mit der Ukraine passieren wird. Klar ist, dass Russland eine prowestliche Ukraine als Ganzes nicht akzeptieren wird – wobei sich ohnehin schon eine Teilung des Landes abzeichnet. Die Krim ist faktisch zum russischen Territorium geworden, die östlichen Provinzen sind unter gesichertem Einfluss Russlands – daher die Rückbeorderung der Truppen in die Kasernen. Es ist ein Zeichen der Stärke: wir brauchen die Truppen an der ukrainischen Grenze nicht mehr, weil die Ostukraine schon jetzt eine Art Protektorat Russlands ist. Der Westen versteht – wieder einmal – diese Logik nicht und hält die Aktion Putins für ein Entspannungssignal an den Westen.

Das heißt im Umkehrschluss, dass diese Krise noch am Anfang steht und die aktuelle Erleichterung der Märkte nur ein kurzes Zwischenspiel ist. Es geht um geostrategische Interessensgegensätze zwischen West und Ost einerseits, und um ethnische Konflikte andererseits. Beides kann nicht von heute auf morgen gelöst werden. Klar: die Finanzmärkte würden das Thema gerne abhaken und zur Normalität zurück kehren – aber diesen Hoffnungen sind naiv und dürften mit größter Wahrscheinlichkeit enttäuscht werden.

Dass die Ausgangslage sich nicht verändert hat, machte heute auch der Wirtschaftsberater von Putin, Sergej Glasjew, klar. Sanktionen würden zum „Zusammenbruch des Finanzsystems der USA“ führen, Russland würde in diesem Falle seine Transaktionen nicht mehr in Dollar abwickeln. Im Falle einer Einfrierung russischer Konten drohte Glasjew unverhohlen, dass russische Banken dann ihre Kredite an US-Banken nicht mehr zurückzahlen würden.

Das bedeutet, dass der risk-off-Modus an den Finanzmärkten noch lange dominieren wird. Erholungen, die auf Naivität gebaut sind, bleiben kurze Zwischenspiele und eröffnen Bären gute Einstiegsgelegenheiten. Sichere Häfen dagegen bieten bei Rücksetzern gute Einstiegsgelegenheiten (Bund-Future, Yen, Dollar etc.).

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    E.Wrabetz

    4. März 2014 12:58 at 12:58

    Hat sich eigentlich schon mal jemand mit dem Gedanken befaßt, Russland auf lange Sicht mit der europäischen Union zu vereinen. Sicher entstünden hierdurch etliche Problematiken, die aber eventuell lösbar sein sollten. Die Vergangenheit hat gezeigt dass mehrere Staaten, die dem russischen Einfluß unterlegen waren, aus dem Verbund herausgelöst werden konnten.Welches zusätzliche Potential hierdurch für Europa entstehen könnte, als Gegenpart zu USA, sollte mal überdacht werden.

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